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Strahlenunfall Goiânia

Eine vergessene Strahlenquelle im Schrott – der schwerste Unfall mit einer „verwaisten Quelle“.

8 Kernwaffen, Unfälle und Schicksale

Das Wichtigste auf einen Blick

Ein vergessenes Strahlengerät verseuchte 1987 eine ganze brasilianische Stadt.

  • Datum:13. September 1987, Goiânia (Brasilien).
  • Ursache:Zwei Schrottsammler bauen ein aufgegebenes Strahlentherapiegerät aus einer verlassenen Klinik aus.
  • Quelle:Cäsium-137-Chlorid, Halbwertszeit 30 a; Beta- und über Barium-137m Gammastrahler.
  • Menge:ca. 93 g mit ca. 50 TBq Aktivität.
  • Verbreitung:Kapsel aufgebrochen; im Dunkeln blau leuchtendes Pulver als Wunderstaub bestaunt und verteilt.
  • Kontakt:Kinder rieben es auf die Haut; Schrotthändler Devair Ferreira zeigte es Familie und Freunden.
  • Entdeckung:Erst nach gut zwei Wochen, am 29. September, brachte Ferreiras Frau die Quelle zum Gesundheitsamt.
  • Glücksfall:Ein zufällig anwesender Physiker verhinderte, dass sie in den Fluss geworfen wurde.
  • Opfer:4 Tote, u. a. die sechsjährige Leide das Neves Ferreira; ca. 250 kontaminiert.
  • Ausmaß:112 000 untersucht, 20 mit Strahlenkrankheit im Krankenhaus; INES-Stufe 5.
  • Dekontamination:85 Häuser untersucht, 7 abgerissen, ca. 3500 m³ Abfall im Endlager Abadia de Goiás.
  • Lehren:Quellen registrieren und sichern, IAEA-Hilfe; ähnlich Ciudad Juárez 1983 (Cobalt-60 in Baustahl), Samut Prakan/Thailand 2000.

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