Von der Euphorie der 1950er bis zur Abschaltung der letzten Reaktoren 2023.
3 Kernenergie: Gegenwart und Zukunft
Das Wichtigste auf einen Blick
Vom ersten deutschen Reaktor bis zur Abschaltung 2023.
Anfänge:1957 Bundesministerium für Atomfragen (Franz Josef Strauß), 1961 erstes Kernkraftwerk Kahl.
Höchststand:1980er Jahre mit 19 Reaktoren und ca. einem Drittel des Stroms.
Proteste:Wyhl 1975 (Bauplatzbesetzung, Bau verhindert), Brokdorf 1976–1981, Gorleben ab 1977, Wackersdorf 1985–1989 (Wiederaufarbeitungsanlage verhindert); Symbol „Atomkraft? Nein danke“ (1975).
Tschernobyl 1986:Wendepunkt der Debatte; Gründung des Bundesumweltministeriums.
Folgen 1986:Kalkar (Schneller Brüter) geht nie in Betrieb, Mülheim-Kärlich nach 13 Monaten stillgelegt.
Atomkonsens:14. Juni 2000, Regierung Schröder (SPD/Grüne) mit den Energiekonzernen; Atomgesetz 2002: Reststrommengen, keine Neubauten, Ende etwa 2021.
Laufzeitverlängerung:28. Oktober 2010 um 8–14 Jahre, Regierung Merkel (CDU/CSU/FDP).
Fukushima 11. März 2011:Moratorium, die 8 ältesten Kraftwerke sofort abgeschaltet; Ethikkommission eingesetzt.
Ausstiegsbeschluss:30. Juni 2011 im Bundestag, Ausstieg bis Ende 2022 (513 zu 79 Stimmen).
Streckbetrieb:Energiekrise 2022 (Ukraine-Krieg); Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 bis zum 15. April 2023 – endgültige Abschaltung.
Danach:Entschädigungen ca. 2,4 Mrd. € an Vattenfall, RWE, EnBW und E.ON (2021); Rückbau ca. 10–15 Jahre pro Anlage, Endlagerfrage offen.
Debatte:Kosten, Versorgungssicherheit, CO₂-Ziele; Frankreich, Finnland, Polen und Tschechien bauen aus, Belgien und Schweden nahmen ihren Ausstieg zurück.