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Übung — AFB III

Begründen, rückwärts rechnen, beurteilen: zehn Aufgaben, bei denen die Formel allein nicht reicht — du musst erklären, warum sie gilt.

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Aufgabenblock — AFB III

Hier geht es nicht mehr ums bloße Anwenden — du sollst begründen, rückwärts arbeiten und beurteilen. Manche Aufgaben haben keine fertige Zahl als Lösung, sondern verlangen einen Begründungssatz. Bei diesen Aufgaben gilt: erst selbst denken, dann die Musterlösung öffnen — das Aufklappen zählt als erledigt.

A1
Begründen — warum nie 100 %
AFB III

Begründe in 3–4 Sätzen, warum eine Wärmekraftmaschine grundsätzlich keinen Wirkungsgrad von 100 % erreichen kann — auch dann nicht, wenn sie völlig reibungsfrei wäre.

Hinweis: Denke an den Stirlingmotor. Was braucht er neben der heißen Seite unbedingt noch?

Strategie: Schau dir an, wodurch der Stirlingmotor überhaupt Arbeit gewinnt: Er dehnt das Gas heiß aus und drückt es kalt zusammen. Was passiert, wenn es keine kalte Seite gibt?Warum so? Weil die Abwärme dann kein Konstruktionsfehler ist, sondern Bedingung.
Lösungsskizze: Ohne Temperaturunterschied ist die Expansionsarbeit genauso groß wie die Kompressionsarbeit — unterm Strich bleibt nichts übrig. Formal: ηmax = 1 − Tk:Th wird nur dann 1, wenn Tk = 0 K ist. Das ist unerreichbar.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Eine Wärmekraftmaschine gewinnt Arbeit nur daraus, dass sie das Gas auf der heißen Seite ausdehnt und auf der kalten Seite wieder zusammendrückt — bei gleichem Volumen herrscht im heißen Gas der höhere Druck, deshalb liefert die Expansion mehr Arbeit, als die Kompression verbraucht. Die kalte Seite ist damit keine Panne, sondern Bedingung dafür, dass der Motor überhaupt läuft; die dorthin abgegebene Abwärme fällt zwangsläufig an. Rechnerisch steht das in ηmax = 1 − Tk:Th: Der Wert 1 (also 100 %) käme nur bei Tk = 0 K heraus, und 0 K lässt sich nicht erreichen. Reibungsfreiheit hilft nicht — sie verschiebt den realen Wirkungsgrad nur näher an diese Obergrenze heran.

Tₕ Tₖ W ohne kalte Seite kein Motor
Zwei Temperaturen sind nötig
A2
Rückwärts — welche Volumenänderung?
AFB III

Ein Rechteckprozess soll pro Umlauf W = 120 J Nutzarbeit liefern. Der Druckhub beträgt Δp = 4 bar.

Berechne die nötige Volumenänderung ΔV in cm³. Rechne rückwärts — gesucht ist diesmal nicht W.

cm³
Strategie: W = p · ΔV nach ΔV umstellen. Vorher die Arbeit in bar·cm³ umrechnen, damit die Einheiten zusammenpassen: 1 bar·cm³ = 0,1 J, also 1 J = 10 bar·cm³.Warum so? Wer J direkt durch bar teilt, bekommt eine Zahl ohne sinnvolle Einheit.
Lösungsskizze: 120 J = 1200 bar·cm³. ΔV = 1200 bar·cm³ : 4 bar = 300 cm³.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: Aus W = Δp · ΔV folgt ΔV = W : Δp. Zuerst die Einheiten angleichen: 120 J = 1200 bar·cm³, weil 1 bar·cm³ = 0,1 J. Dann ΔV = 1200 bar·cm³ : 4 bar = 300 cm³. Probe: 4 bar · 300 cm³ = 1200 bar·cm³ = 120 J. ✓

V p W = 120 J ΔV = ? Δp = 4 bar
Gesucht ist die Breite
A3
Rückwärts — welche kalte Seite?
AFB III

Eine Maschine arbeitet mit einer heißen Seite von Th = 800 K. Sie soll einen maximalen Wirkungsgrad von 60 % erreichen.

Berechne, welche Temperatur die kalte Seite dafür höchstens haben darf.

K
Strategie: Stelle ηmax = 1 − Tk:Th nach Tk um. Aus 0,60 = 1 − Tk:800 K wird Tk:800 K = 0,40.Warum so? η ist eine Zahl ohne Einheit — das Ergebnis bekommt die Einheit von Th.
Lösungsskizze: Tk = Th · (1 − ηmax) = 800 K · 0,40 = 320 K. Das sind rund 47 °C.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: ηmax = 1 − Tk:Th  →  Tk:Th = 1 − ηmax = 0,40  →  Tk = 800 K · 0,40 = 320 K (rund 47 °C). Bewertung: Das ist technisch anspruchsvoll, aber nicht unmöglich — die Abwärme müsste bei knapp 47 °C abgeführt werden. Wichtig ist die Denkrichtung: Ein höherer Wirkungsgrad verlangt entweder eine heißere heiße Seite oder eine kältere kalte Seite.

Tₕ = 800 K Tₖ = ? 0 K 60 % Je größer das Verhältnis, desto besser
Gesucht ist die untere Temperatur
A4
Struktur erkennen — drei Kurvenformen
AFB III

Im Kapitel kommen drei Diagrammformen vor: eine gekrümmte Kurve (p-V bei konstantem T), eine Gerade durch den Ursprung (T-V bei konstantem p) und eine senkrechte Linie (isochorer Schritt im V-p-Diagramm).

Erkläre, warum genau diese Formen entstehen — jeweils mit Bezug auf die zugehörige Gleichung.

Strategie: Schreibe die drei Gesetze so auf, dass die gesuchte Größe allein links steht: p = konst. : V, V = konst. · T, V = konst. Was für ein Funktionstyp steht jeweils rechts?Warum so? An der Gleichungsform sieht man die Kurvenform sofort.
Lösungsskizze: Umgekehrte Proportionalität → Hyperbel. Direkte Proportionalität → Ursprungsgerade. Konstantes V → nur p ändert sich → senkrechte Linie.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: (1) Beim ersten Gas-Gesetz ist p · V konstant, also p = konst. : V. Der Druck ist damit umgekehrt proportional zum Volumen: Doppeltes Volumen halbiert den Druck. Solche Wertepaare liegen auf einer Hyperbel — einer gekrümmten Kurve, nie auf einer Geraden. (2) Beim zweiten Gas-Gesetz ist V:T konstant, also V = konst. · T. Das ist direkte Proportionalität: Verdoppelte Temperatur verdoppelt das Volumen. Die zugehörige Gerade geht durch den Ursprung, weil zu T = 0 K das Volumen 0 gehört — genau deshalb wird in Kelvin gerechnet. (3) Bei einer isochoren Zustandsänderung bleibt V unverändert. Im V-p-Diagramm bewegt man sich deshalb nur nach oben oder unten — eine senkrechte Linie. Weil ΔV = 0 ist, wird dort auch keine Volumenarbeit verrichtet.

p · V = kV : T = kV = k HyperbelUrsprungsgeradesenkrecht
Gleichung bestimmt Kurvenform
A5
Trickaufgabe — schmales und breites Gefäß
AFB III

Zwei Gefäße stehen nebeneinander: eines ist schmal, eines dreimal so breit. Beide sind gleich hoch mit Wasser gefüllt (h = 2,0 m).

Ein Schüler sagt: „Im breiten Gefäß ist mehr Wasser, also ist der Druck am Boden größer.“ Beurteile diese Aussage und begründe mit der Herleitung des Schweredrucks.

Strategie: Geh die vierschrittige Herleitung durch: p = F:A → F = m·g → m = V·ρ → V = A·h. Was passiert dabei mit der Fläche A?Warum so? Wenn A herausfällt, kann die Breite nicht mehr eingehen.
Lösungsskizze: In p = (A · h · ρ · g) : A kürzt sich A vollständig heraus. Übrig bleibt p = h · ρ · g — nur die Höhe zählt. Die Aussage ist falsch.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: Die Aussage ist falsch. Zwar steht im breiten Gefäß tatsächlich mehr Wasser, doch diese größere Gewichtskraft verteilt sich auch auf eine entsprechend größere Bodenfläche. In der Herleitung sieht man das direkt: p = F:A, mit F = m·g, m = V·ρ und V = A·h wird daraus p = (A · h · ρ · g) : A = h · ρ · g — die Fläche A kürzt sich vollständig heraus und steht in der Endformel nicht mehr. Beide Gefäße zeigen deshalb in gleicher Tiefe denselben Schweredruck: p = 2,0 m · 1000 kg/m³ · 9,81 m/s² = 19 620 Pa. Was der Schüler richtig erkannt hat: Die Kraft auf den Boden ist im breiten Gefäß größer. Kraft und Druck sind aber nicht dasselbe.

gleiche Höhe h p gleich p gleich
Nur die Höhe zählt
A6
Beurteilen — das Schiff aus Meerwärme
AFB III

Ein Erfinder stellt ein Schiff vor, das keinen Treibstoff braucht: Es entzieht dem Meerwasser Wärme und wandelt sie vollständig in Antriebsarbeit um. „Im Meer steckt genug Energie für Jahrtausende“, sagt er.

Beurteile den Vorschlag physikalisch. Um welche Art Perpetuum mobile handelt es sich, und an welchem Gesetz scheitert es?

Strategie: Prüfe zuerst, ob Energie erzeugt werden soll (1. Art) oder ob vorhandene Energie vollständig genutzt werden soll (2. Art). Nur eine der beiden Arten braucht das Wirkungsgrad-Argument.Warum so? Die Energiemenge stimmt hier ja — das Problem ist ihre Qualität.
Lösungsskizze: Perpetuum mobile 2. Art. Die Energie ist da, aber entwertet: Das ganze Meer hat dieselbe Temperatur, es gibt keine kalte Seite. Ohne Temperaturunterschied ist ηmax = 1 − Tk:Th = 0.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: Es handelt sich um ein Perpetuum mobile der 2. Art. Die Energieerhaltung wird nicht verletzt — der Erfinder hat recht, dass im Meer eine gewaltige innere Energie steckt, und er will sie ja nicht aus dem Nichts erzeugen, sondern entnehmen. Das Schiff scheitert an etwas anderem: Es müsste Wärme vollständig in Arbeit umwandeln. Nach ηmax = 1 − Tk:Th geht das nur mit einer kälteren Seite, an die Abwärme abgegeben wird. Das Meer hat aber überall annähernd dieselbe Temperatur, also ist Th ≈ Tk und damit ηmax ≈ 0. Die Energie im Meer ist entwertet: reichlich vorhanden, aber nicht mehr nutzbar. Fazit: Der Vorschlag ist physikalisch unmöglich, und zwar nicht wegen der Energiemenge, sondern wegen des fehlenden Temperaturunterschieds.

15 °C15 °C15 °C 15 °C15 °C15 °C kein Temperaturunterschied → η = 0 Perpetuum mobile 2. Art
Viel Energie, keine Qualität
A7
Verhältnis statt Differenz
AFB III

Zwei Maschinen haben denselben Temperaturunterschied von ΔT = 300 K: Maschine A läuft zwischen 600 K und 300 K, Maschine B zwischen 1200 K und 900 K.

a) Berechne ηmax von A in Prozent. b) Berechne ηmax von B in Prozent. Erkläre anschließend, warum die Differenz allein nichts aussagt.

%
%
Strategie: Beide Male ηmax = 1 − Tk:Th ausrechnen und danach die beiden Brüche 300:600 und 900:1200 vergleichen.Warum so? In der Formel steht ein Quotient, keine Differenz.
Lösungsskizze: A: 1 − 300:600 = 0,50 = 50 %. B: 1 − 900:1200 = 0,25 = 25 %. Gleiche Differenz, halber Wirkungsgrad.
Musterlösung anzeigen

Musterlösung: a) ηA = 1 − 300 K : 600 K = 0,50 = 50 %. b) ηB = 1 − 900 K : 1200 K = 0,25 = 25 %. Obwohl beide Maschinen denselben Temperaturunterschied von 300 K haben, erreicht B nur die Hälfte. Der Grund steht in der Formel: Dort taucht das Verhältnis Tk:Th auf, nicht die Differenz Th − Tk. Bei B ist die kalte Seite mit 900 K bereits sehr nah an der heißen — relativ gesehen ist der Sprung klein. Praktische Folge: Um den Wirkungsgrad zu steigern, hilft es mehr, die kalte Seite abzusenken, als die heiße um denselben Betrag anzuheben.

A: 600 K → 300 K 50 % B: 1200 K → 900 K 25 % beide: ΔT = 300 K
Gleiche Differenz, andere Grenze
A8
Synthese — eigenen Kreisprozess entwerfen
AFB III

Entwirf selbst einen rechteckigen Kreisprozess aus zwei isobaren und zwei isochoren Schritten, der pro Umlauf genau 60 J Nutzarbeit liefert.

Gib die vier Eckpunkte als Wertepaare (V in cm³, p in bar) an, zeichne den Umlaufsinn ein und zeige durch eine Rechnung, dass die Fläche stimmt.

Strategie: 60 J = 600 bar·cm³. Suche zwei Zahlen, deren Produkt 600 ergibt — z. B. Δp = 2 bar und ΔV = 300 cm³. Lege dann einen Startpunkt fest und geh das Rechteck ab.Warum so? Beim Rechteckprozess ist die Fläche einfach Δp · ΔV.
Lösungsskizze: Zum Beispiel 1 (100 cm³ | 3 bar) → 2 (400 cm³ | 3 bar) → 3 (400 cm³ | 1 bar) → 4 (100 cm³ | 1 bar) → 1. Umlauf im Uhrzeigersinn.
Musterlösung — Beispielentwurf anzeigen

Musterlösung (ein möglicher Entwurf): Gefordert sind 60 J = 600 bar·cm³. Wähle Δp = 2 bar und ΔV = 300 cm³, denn 2 · 300 = 600. Eckpunkte: 1 (100 cm³ | 3 bar) → 2 (400 cm³ | 3 bar) isobare Expansion, 2 → 3 (400 cm³ | 1 bar) isochore Abkühlung, 3 → 4 (100 cm³ | 1 bar) isobare Kompression, 4 → 1 isochore Erwärmung. Der Umlauf führt im Uhrzeigersinn — die Maschine gibt also Arbeit ab.

Kontrolle: Abgegeben bei 1→2: 3 bar · 300 cm³ = 900 bar·cm³. Aufgewendet bei 3→4: 1 bar · 300 cm³ = 300 bar·cm³. Die isochoren Schritte leisten nichts, weil dort ΔV = 0 ist. Nutzarbeit = 900 − 300 = 600 bar·cm³ = 60 J. ✓ Andere Zahlenpaare (z. B. Δp = 3 bar und ΔV = 200 cm³) sind genauso richtig.

V p 1234 60 J
Beispielentwurf, Uhrzeigersinn
A9
Bewerten — BHKW für die Schule?
AFB III

Eure Schule prüft den Einbau eines Blockheizkraftwerks. Der Hersteller wirbt mit „90 % Gesamtnutzungsgrad statt 45 %“.

Nimm begründet Stellung. Stütze die physikalische Seite auf Zahlen und benenne klar, welche Teile der Entscheidung nicht physikalisch sind.

Strategie: Trenne sauber in drei Ebenen: Was ist berechenbar? Was ist ökonomisch? Was ist gesellschaftlich? Rechne die Brennstoffersparnis zuerst aus, bevor du wertest.Warum so? Eine Bewertung ohne Zahlen ist nur eine Meinung.
Lösungsskizze: Physik: 139 kWh getrennt gegen 100 kWh gekoppelt, also rund 28 % weniger Brennstoff — aber nur, wenn die Wärme auch abgenommen wird. Schulen haben Sommerferien. Kosten, Lebensdauer und Klimaziele sind keine physikalischen Fragen.
Musterlösung — Bewertung anzeigen

Physikalisch klar: Bei 35 kWh Strom und 55 kWh Wärme braucht die getrennte Erzeugung 35:0,45 + 55:0,90 = 77,8 + 61,1 = 138,9 kWh Brennstoff, das BHKW dagegen 35:0,35 = 100 kWh und liefert daraus zugleich 55 kWh Wärme. Das sind rund 28 % weniger Brennstoff und entsprechend weniger CO₂. Der Gesamtnutzungsgrad steigt von etwa 45 % auf 35 % + 55 % = 90 %.

Einschränkung — die Werbung verschweigt eine Bedingung: Der Vorteil entsteht nur, wenn die Wärme wirklich gebraucht wird. Der elektrische Wirkungsgrad eines BHKW ist mit 35 % schlechter als der eines großen Kraftwerks mit 45 %. Ohne Wärmebedarf schrumpft der Vorteil auf null. Eine Schule hat im Sommer und in den Ferien kaum Wärmebedarf — anders als ein Schwimmbad oder Krankenhaus.

Nicht-physikalische Anteile: Ob sich der Bau lohnt, entscheiden Anschaffungskosten, Brennstoffpreise, Lebensdauer und Wartung — das sind ökonomische Fragen. Ob er gewollt ist, hängt an Lärm, Platzbedarf, Abhängigkeit von Erdgas und daran, ob man für 20 Jahre in fossile Technik investieren will — das sind gesellschaftliche Abwägungen. Die Physik sagt, wie viel Brennstoff jeder Weg braucht; sie sagt nicht, was die Schule tun soll.

Mögliches Fazit: Als Übergangslösung bei hohem, gleichmäßigem Wärmebedarf sinnvoll. Für eine Schule mit Sommerpause und geplanter Wärmepumpe kann die Entscheidung anders ausfallen — und das ist dann keine physikalische Frage mehr.

Physik: berechenbar139 kWh → 100 kWh, −28 % Ökonomie: abwägbarKosten, Lebensdauer, Wartung Gesellschaft: strittigKlimaziele, fossile Bindung Nur die oberste Ebene rechnet die Physik aus
Drei Ebenen der Entscheidung
A10
Fehleranalyse — mit Celsius gerechnet
AFB III

Ein Schüler rechnet den Fahrradreifen aus Aufgabe A5 der AFB-II-Übung so:

„p2 = 2,50 bar · 37 °C : 20 °C = 4,63 bar. Der Reifen platzt gleich!“

a) Berechne den richtigen Wert. b) Erkläre den Fehler und warum die Celsius-Skala hier nicht funktioniert.

bar
Strategie: Rechne zuerst beide Temperaturen in Kelvin um (K = °C + 273,15) und wende dann das dritte Gas-Gesetz an. Vergleiche danach die beiden Verhältnisse 37:20 und 310:293.Warum so? Am Zahlenvergleich sieht man die Größe des Fehlers sofort.
Lösungsskizze: 20 °C = 293 K, 37 °C = 310 K. p2 = 2,50 · 310 : 293 ≈ 2,645 bar. Das Verhältnis 37:20 = 1,85 ist völlig falsch, richtig ist 310:293 = 1,058.
Musterlösung anzeigen

a) Richtige Rechnung: 20 °C = 293 K und 37 °C = 310 K. Volumen konstant, also p1:T1 = p2:T2 und damit p2 = 2,50 bar · 310 K : 293 K ≈ 2,645 bar. Der Reifen steigt also um knapp 6 %, nicht um 85 %.

b) Der Fehler: Die Celsius-Skala hat einen willkürlich verschobenen Nullpunkt — 0 °C ist der Gefrierpunkt von Wasser, nicht der Zustand „keine Bewegungsenergie“. Verhältnisse von Celsius-Werten sind deshalb bedeutungslos: 37 °C ist nicht „fast doppelt so warm“ wie 20 °C. Die Gasgesetze beruhen aber genau auf solchen Verhältnissen, weil die zugehörigen Geraden durch den Ursprung laufen. Nur die Kelvin-Skala beginnt dort, wo die Teilchenbewegung tatsächlich aufhört — deshalb muss in allen drei Gasgesetzen Kelvin stehen. Extremfall: Bei 0 °C würde man in p1:T1 sogar durch null teilen.

37 °C : 20 °C = 1,85 ✗ Nullpunkt willkürlich verschoben 310 K : 293 K = 1,058 ✓ Nullpunkt bei stillstehenden Teilchen K = °C + 273,15
Verhältnisse brauchen Kelvin

Wie war es?

Wie sicher fühlst du dich nach diesen 10 AFB-III-Aufgaben?