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Gesetz von Boyle-Mariotte

Das erste Gas-Gesetz: Bleibt die Temperatur konstant, so ist das Produkt aus Druck und Volumen zu jedem Zeitpunkt gleich groß.

1 Einstieg

Wir halten die Temperatur fest

Drei Größen, die sich gleichzeitig ändern, ergeben keinen Zusammenhang. Also halten wir die Temperatur T fest.

So ist der Versuch aufgebaut.

  • Gasmenge:Fest und abgeschlossen, im Experiment N = 100 schwere Teilchen.
  • Temperatur T:Wird konstant gehalten.
  • Messung:Wir ändern die Breite der Box und lesen den Druck ab.

Drei Einstellungen in der Simulation:

  • Schritt 1:Simulation „Gase (Einführung)“ öffnen, Experiment Gesetze wählen.
  • Schritt 2:Oben rechts 100 schwere Teilchen wählen, Druck auf kPa umstellen (1183 kPa).
  • Schritt 3:Rechts Temperatur konstant halten und die Breite der Box anzeigen lassen.

Simulation in neuem Tab öffnen →

2 Erklärung

Die Messwerte und was in ihnen steckt

Zu jeder Breite gehört ein abgelesener Druck.

  • Volumen:V = Breite · Höhe · Tiefe.
  • Maße:Höhe und Tiefe der Box betragen jeweils 10 nm.
Messreihe bei konstanter Temperatur
Breite in nmDruck p in kPaVolumen V in nm³Produkt p · V
52366500≈ 1 180 000
61983600≈ 1 180 000
71685700≈ 1 180 000
81481800≈ 1 180 000
91313900≈ 1 180 000
1011801000≈ 1 180 000
1110761100≈ 1 180 000
129881200≈ 1 180 000
139101300≈ 1 180 000
148451400≈ 1 180 000
157891500≈ 1 180 000

Die vierte Spalte ist der eigentliche Befund.

  • Produkt p · V:Bleibt gleich, obwohl p und V sich ständig ändern.
  • Diagramm:Die Wertepaare ergeben eine gekrümmte Kurve, keine Gerade.

Die Isotherme

Der Punkt wandert auf der Kurve, und der Kasten rechnet das Produkt p · V jedes Mal neu aus — mit den Messwerten aus unserem Experiment.

Kurve p mal V gleich konstant; ein verschiebbarer Punkt zeigt zusammengehörige Werte von Druck und Volumen V in nm³ p in kPa
abgelesener Druck 1180 kPa Produkt p · V 1 180 000 Die schattierte Rechteckfläche unter dem Punkt bleibt immer gleich groß — das ist p · V.

Die roten Punkte sind die elf Messwerte aus der Tabelle, die grüne Kurve ist der theoretische Verlauf. Verdoppelt man das Volumen, halbiert sich der Druck — das Rechteck bleibt flächengleich.

Damit ist das erste Gas-Gesetz gefunden.

Erstes Gas-Gesetz — das Produkt p · V ist konstant
\( p_1 \cdot V_1 = p_2 \cdot V_2 \)
p

Druck des Gases, hier in kPa.

V

Volumen der Box, hier in nm³.

T konstant

Bedingung: Die Temperatur darf sich nicht ändern.

N konstant

Bedingung: Die Teilchenzahl bleibt gleich.

Beispiel

Wie groß wäre der Druck in unserem Experiment bei einem Volumen von 100 nm³? (Bei V = 500 nm³ liegt der Druck bei p = 2366 kPa.)

1Gegeben: \( V_1 = 500\ \mathrm{nm^3} \), \( p_1 = 2366\ \mathrm{kPa} \), \( V_2 = 100\ \mathrm{nm^3} \). Gesucht: \( p_2 \)
2Gesetz aufschreiben.\( V_1 \cdot p_1 = V_2 \cdot p_2 \)
3Werte einsetzen.\( 500\,\mathrm{nm^3} \cdot 2366\,\mathrm{kPa} = 100\,\mathrm{nm^3} \cdot p_2 \quad | : 100\,\mathrm{nm^3} \)
4Nach \( p_2 \) auflösen.\( p_2 = \dfrac{500\,\mathrm{nm^3} \cdot 2366\,\mathrm{kPa}}{100\,\mathrm{nm^3}} = \underline{11\,830\ \mathrm{kPa}} \)
3 Hinweise

Worauf du achten musst

Produkt, nicht Quotient

Konstant ist p · V. „\( \tfrac{p}{V} \) ist konstant“ ist falsch.

Nur bei konstantem T

Ändert sich die Temperatur, gilt das Gesetz nicht mehr. Auch N muss gleich bleiben.

Die Kurve ist keine Gerade

Im p-V-Diagramm entsteht eine Hyperbel. Eine Gerade bedeutet einen Eintragungsfehler.

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