Der Modellmotor im Physikraum
AFB IIEin Modellmotor durchläuft den in Material M1 dargestellten Rechteckprozess. Er dreht sich 30-mal pro Sekunde. Pro Umlauf werden ihm 500 J Wärme zugeführt.
Ein Kästchen entspricht 1 bar · 50 cm³. Es gilt 1 bar · cm³ = 0,1 J.
- Berechnen Sie die Nutzarbeit pro Umlauf und daraus die Leistung des Motors.
- Bestimmen Sie den Wirkungsgrad des Motors und erläutern Sie, wo die übrige Energie bleibt.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\( \Delta p = 4\ \mathrm{bar} - 1\ \mathrm{bar} = 3\ \mathrm{bar} \), \( \Delta V = 600\ \mathrm{cm^3} - 200\ \mathrm{cm^3} = 400\ \mathrm{cm^3} \)
\( W = \Delta p \cdot \Delta V = 3\ \mathrm{bar} \cdot 400\ \mathrm{cm^3} = 1200\ \mathrm{bar\,cm^3} = \underline{120\ \mathrm J} \)
\( P = \dfrac{W}{t} = \dfrac{30 \cdot 120\ \mathrm J}{1\ \mathrm s} = \underline{3600\ \mathrm W} = 3{,}6\ \mathrm{kW} \)
Kontrolle über die Kästchen: 8 Kästchen in der Breite · 3 in der Höhe = 24 Kästchen zu je 5 J = 120 J.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\( \eta = \dfrac{W_{\mathrm{nutz}}}{Q_{\mathrm{zu}}} = \dfrac{120\ \mathrm J}{500\ \mathrm J} = 0{,}24 = \underline{24\ \%} \)
Die übrigen \( 500\ \mathrm J - 120\ \mathrm J = 380\ \mathrm J \) sind nicht verschwunden. Sie werden als Abwärme an die kalte Seite abgegeben und heißen dort die Umgebung auf; ein kleinerer Teil steckt in der Reibungswärme der Lager.
Diese Abwärme ist kein Konstruktionsfehler: Ohne kalte Seite könnte der Motor gar nicht laufen. Wie klein der Anteil höchstens sein kann, klärt der maximale Wirkungsgrad.
Zwei Motoren mit gleicher Fläche
AFB IIIZwei Motoren haben Arbeitsdiagramme mit exakt gleich großer eingeschlossener Fläche von je 90 J. Motor A dreht 10-mal pro Sekunde, Motor B 40-mal pro Sekunde. Ein Prospekt wirbt: „Beide Motoren sind gleich stark.“
- Berechnen Sie die Leistung beider Motoren.
- Beurteilen Sie die Werbeaussage und erläutern Sie, was man aus dem Arbeitsdiagramm allein ablesen kann und was nicht.
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Motor A: \( P = 10 \cdot 90\ \mathrm J : 1\ \mathrm s = \underline{900\ \mathrm W} \)
Motor B: \( P = 40 \cdot 90\ \mathrm J : 1\ \mathrm s = \underline{3600\ \mathrm W} \)
Motor B leistet also das Vierfache von Motor A.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Die Werbeaussage ist falsch, wenn mit „stark“ die Leistung gemeint ist. Beide Motoren liefern zwar pro Umlauf dieselbe Arbeit von 90 J, aber Motor B durchläuft den Kreisprozess viermal so oft.
Aus dem Arbeitsdiagramm allein lässt sich nur die Arbeit pro Umlauf ablesen — die Fläche kennt keine Zeit. Die Achsen tragen Volumen und Druck, nicht Sekunden.
Für die Leistung braucht man zusätzlich die Drehzahl. Richtig wäre also: „Beide Motoren leisten pro Umlauf dasselbe.“ Ob das im Alltag ein Vorteil ist, hängt vom Einsatz ab — ein langsam laufender Motor kann dafür haltbarer und leiser sein.
