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Wachstum modellieren

Drei Modelle passen zu den ersten Messwerten — welches trägt, wenn die Zeit weiterläuft?

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Das passende Modell wählen

Welches Modell zu einem Prozess passt, zeigen die Daten — und die Frage, ob es im Sachkontext eine natürliche Obergrenze gibt.

  • Linear:\(f'(t)=m\) — konstante Änderungsrate; in der Tabelle gleiche Differenzen.
  • Exponentiell:\(f'(t)=k\cdot f(t)\) — Rate proportional zum Bestand; gleiche Quotienten \(\frac{f(t+1)}{f(t)}\).
  • Begrenzt:\(f'(t)=k\cdot\bigl(S-f(t)\bigr)\) — Rate proportional zum Abstand; gleiche Quotienten der Abstände zu \(S\).
  • Kontext:gibt es eine Obergrenze (Einwohnerzahl, Fläche, Raumtemperatur), kommt langfristig nur ein begrenztes Modell in Frage.

Alle drei Modelle wurden an die Werte der Wochen 0 und 2 angepasst. Rolle die Zeitrolle nach rechts (ziehen oder Pfeiltasten), um Woche für Woche neue Messwerte freizulegen, und beobachte die Abweichungen.

Nutzerzahl einer Lern-App

Halte fest: Zu Beginn passen alle drei Modelle. Erst beim Weiterrollen der Zeit trennen sie sich — über die Wahl entscheidet der Sachkontext, hier die Obergrenze von 1200 Lernenden.

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Das Modell bewerten

Ein Modell ist gut, solange es die Wirklichkeit im gewünschten Zeitraum ausreichend genau beschreibt.

  • Kreislauf:Sachsituation → Modell aufstellen → mathematisch lösen → im Kontext deuten → mit Daten prüfen → gegebenenfalls anpassen.
  • Gültigkeitsbereich:angeben, für welche Zeiten das Modell gelten soll; Vorhersagen weit außerhalb der Messwerte sind unsicher.
  • Beispiel:Algen auf einem Teich von \(60\,\mathrm{m^{2}}\), Modell \(f(t)=0{,}5\,e^{0{,}4t}\) (\(t\) in Wochen): \(f(t)=60\) bei \(t=\frac{\ln120}{0{,}4}\approx12\). Danach sagt das Modell mehr Algen als Fläche voraus — es gilt nur für \(t\le12\).
  • Kritik:exponentielles Wachstum ist langfristig nie realistisch; Ressourcen, Platz oder Sättigung bremsen.
  • Vergleichen:Modelle an neuen Messwerten messen: Abweichungen, Verlauf, Sachlogik.
Merke

Drei Wachstumsmodelle: \(f'(t)=m\qquad f'(t)=k\cdot f(t)\qquad f'(t)=k\cdot\bigl(S-f(t)\bigr)\)

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Allgemeine Hinweise

Gute Passung ist kein Beweis

Wenige Messwerte lassen sich oft durch mehrere Modelle gleich gut beschreiben. Erst neue Daten oder der Sachkontext entscheiden.

Nach der Grenze fragen

Frage bei jeder Modellierung: Kann die Größe beliebig wachsen? Wenn nein, gehört eine Schranke \(S\) ins Modell.

Ergebnisse deuten

Ein Wert wie „rund 1300 Hundert Nutzer“ bei 1200 Lernenden ist kein Rechenergebnis zum Übernehmen, sondern ein Hinweis, dass das Modell dort nicht mehr gilt.

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