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Typische Fehler — was oft schiefgeht

Die zwölf Fehler, die bei Modell, Formel, Grenzen und Prognosen am häufigsten Punkte kosten.

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Die 12 häufigsten Fehler

1p und n werden verwechselt

So wird oft gerechnet: Aus 2000 Lampen werden 50 geprüft: n = 2000.

Richtig ist: n = 50 — gezählt wird unter den geprüften Lampen.

n ist die Zahl der Durchführungen.

2Prozent bleibt Prozent

So wird oft gerechnet: p = 3 in B(50; 3; k).

Richtig ist: p = 0,03 — Wahrscheinlichkeiten sind Zahlen zwischen 0 und 1.

Prozent in Dezimalzahl umrechnen.

3Ohne Zurücklegen als Bernoulli-Kette

So wird oft gerechnet: 5 aus 26 Personen losen: X ~ B(5; 12/26).

Richtig ist: p ändert sich nach jedem Los deutlich — das Modell passt nicht.

Kleine Gesamtheit ohne Zurücklegen: keine Bernoulli-Kette.

4Binomialkoeffizient vergessen

So wird oft gerechnet: P(X = 2) = 0,3² · 0,7² = 0,0441 bei n = 4.

Richtig ist: Das ist nur ein Pfad; es gibt 6 davon: P(X = 2) = 6 · 0,0441 = 0,2646.

Anzahl der Pfade mal Pfadwahrscheinlichkeit.

5Exponenten passen nicht zu n

So wird oft gerechnet: n = 5, k = 2: (5 über 2) · 0,3² · 0,7².

Richtig ist: Der Nieten-Exponent ist n − k = 3: (5 über 2) · 0,3² · 0,7³.

Exponenten zusammen = n.

6Pdf statt Cdf

So wird oft gerechnet: P(X ≤ 4) = binomPdf(20, 0.3, 4).

Richtig ist: „Höchstens“ braucht die kumulierte Summe: binomCdf(20, 0.3, 0, 4).

Pdf: genau · Cdf: höchstens bzw. zwischen.

7Falsche Grenze bei „mindestens“

So wird oft gerechnet: P(X ≥ 5) = 1 − P(X ≤ 5).

Richtig ist: P(X ≥ 5) = 1 − P(X ≤ 4) — die 5 gehört zu den gesuchten Werten.

Beim Gegenereignis eins weniger.

8„Mehr als“ wie „mindestens“

So wird oft gerechnet: P(X > 9) = 1 − P(X ≤ 8).

Richtig ist: P(X > 9) = 1 − P(X ≤ 9); gesucht sind 10, 11, …

„Mehr als k“ beginnt bei k + 1.

9Varianz statt Standardabweichung

So wird oft gerechnet: σ = n · p · (1 − p) = 8.

Richtig ist: σ = √8 ≈ 2,83; 8 ist die Varianz.

Die Wurzel gehört zu σ.

10Erwartungswert als sicheres Ergebnis

So wird oft gerechnet: μ = 5, also kommt genau 5-mal Kopf.

Richtig ist: μ ist der Mittelwert vieler Serien; P(X = 5) ≈ 0,246.

μ beschreibt den Durchschnitt, nicht den Einzelfall.

11Prognoseintervall nicht minimal

So wird oft gerechnet: 95 %-Intervall für n = 50, p = 0,4: [12; 28], weil P ≥ 0,95.

Richtig ist: Gesucht ist das kleinste: [13; 27] mit P ≈ 0,971; [14; 26] hat nur 0,941.

Symmetrisch erweitern und beim ersten Überschreiten stoppen.

12Verträglich heißt bewiesen

So wird oft gerechnet: 36 von 50 im Intervall zu p = 0,8 — also ist p = 0,8 bewiesen.

Richtig ist: Das Ergebnis widerspricht p = 0,8 nicht; andere p wären ebenfalls verträglich.

Verträglich = kein Widerspruch.