Ist das binomialverteilt?
Im Abitur steht vor jeder Rechnung die Modellfrage. Erst wenn die Bedingungen einer Bernoulli-Kette erfüllt sind, darf mit der Binomialverteilung gerechnet werden.
- Bernoulli-Kette:\(n\) unabhängige Durchführungen, jeweils Treffer oder Niete, Trefferwahrscheinlichkeit \(p\) bleibt gleich.
- Modell:Ziehen ohne Zurücklegen aus einer sehr großen Menge darf näherungsweise binomial gerechnet werden — im Text begründen.
- Genau k:\(P(X=k)=\binom nk\,p^k\,(1-p)^{n-k}\).
- Höchstens, mindestens:\(P(X\le k)\) kumuliert; \(P(X\ge k)=1-P(X\le k-1)\).
- Mindestens einmal:\(P(X\ge1)=1-(1-p)^n\).
- Rechner:fx-CG50: MENU 2, F5 (DIST), F5 (BINOMIAL), F2 (Bcd) · TI-Nspire CAS: menu → 5 Wahrscheinlichkeit → 5 Verteilungen → Binomial Cdf, also \(\text{binomCdf}(n,p,a,b)\).
Prognoseintervall deuten
- Kenngrößen:\(\mu=n\cdot p\), \(\sigma=\sqrt{n\cdot p\cdot(1-p)}\).
- Sigma-Regeln:90 %: \(\mu\pm1{,}64\sigma\) · 95 %: \(\mu\pm1{,}96\sigma\) · 99 %: \(\mu\pm2{,}58\sigma\); brauchbar, wenn \(\sigma>3\).
- Deutung:In etwa 95 % aller Stichproben liegt die Trefferzahl im Intervall.
- Verträglich:Liegt eine beobachtete Trefferzahl außerhalb, spricht das gegen den vermuteten Wert von \(p\).
Etwa 30 % aller Kundinnen und Kunden zahlen bar. In welchem Bereich liegt bei 200 Zahlungen die Anzahl der Barzahlungen mit etwa 95 % Wahrscheinlichkeit?
Herleitung:
Stelle \(n\) und \(p\) ein und starte mit ▶. Jede Stichprobe liefert eine Trefferzahl; die Balken zeigen, wie oft jede Zahl vorkam. Grün hinterlegt ist das 95-%-Prognoseintervall, die Linien zeigen die Binomialverteilung.
Halte fest: Rund 95 % der Stichproben landen im Intervall \(\mu\pm1{,}96\sigma\). Eine einzelne Trefferzahl außerhalb ist möglich — nur selten.
95-%-Prognoseintervall: \(\left[\mu-1{,}96\sigma;\ \mu+1{,}96\sigma\right]\) mit \(\mu=np,\ \sigma=\sqrt{np(1-p)}\)
Allgemeine Hinweise
Höchstens oder weniger als?
„weniger als 10“ heißt \(X\le9\), „mehr als 10“ heißt \(X\ge11\). Ein falscher Rand kostet im Abitur schnell die ganze Teilaufgabe.
Intervall für X, nicht für p
Das Prognoseintervall beschreibt, wo die Trefferzahl einer künftigen Stichprobe landet — bei bekanntem \(p\).
Gegenereignis nutzen
„Mindestens einer“ wird über „keiner“ gerechnet: \(1-(1-p)^n\). Das spart Summanden und Fehler.
