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Übung — AFB III (Verallgemeinern und Reflektieren)

Stimmt das wirklich — und warum? Zehn Aufgaben, bei denen die Begründung mehr zählt als das Ergebnis.

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Aufgabenblock — AFB III

Begründen statt nur rechnen: rückwärts arbeiten, Strukturen erkennen und eigene Begründungssätze formulieren, bevor du die Musterlösung aufklappst.

A1
Sind alle Rechtecke ähnlich?
AFB III

Beurteile in drei bis vier Sätzen, ob Mia recht hat: „Alle Rechtecke sind zueinander ähnlich, denn sie haben alle vier rechte Winkel.“ Nenne ein Beispiel und eine Figurenart, bei der die Aussage tatsächlich stimmt.

Hinweis: Ähnlichkeit hat zwei Bedingungen. Prüfe, ob Mia beide abgedeckt hat.

Strategie: Zwei konkrete Rechtecke wählen und die Seitenverhältnisse vergleichen.Warum so? Ein einziges Gegenbeispiel genügt, um eine „alle“-Aussage zu widerlegen.
Lösungsskizze: gleiche Winkel ✓ · Seitenverhältnisse: 2 × 3 und 2 × 5 → 2 : 2 = 1, aber 3 : 5 ≠ 1 · nicht ähnlich · Quadrate: nur ein Verhältnis → immer ähnlich.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Mia hat nicht recht. Für Ähnlichkeit müssen die Winkel gleich sein und alle Seiten im gleichen Verhältnis stehen. Die Rechtecke 2 cm × 3 cm und 2 cm × 5 cm haben zwar dieselben Winkel, aber die Faktoren 2 : 2 = 1 und 5 : 3 ≈ 1,67 sind verschieden — das eine ist schmal, das andere lang gezogen. Bei Quadraten stimmt die Aussage: Alle Seiten sind gleich lang, daher gibt es nur einen einzigen Faktor, und je zwei Quadrate sind ähnlich.

A2
Jede Seite 2 cm länger
AFB III

Beurteile, ob Tims Aussage stimmt: „Wenn ich jede Seite eines Dreiecks um 2 cm verlängere, bekomme ich ein ähnliches Dreieck.“ Gibt es Dreiecke, bei denen es trotzdem klappt?

Hinweis: Rechne ein Beispiel mit verschieden langen Seiten durch und bilde die Faktoren.

Strategie: Mit dem Dreieck 3 cm, 4 cm, 5 cm testen und die drei Faktoren vergleichen.Warum so? Ähnlich heißt: überall derselbe Faktor. Addieren verändert kurze Seiten stärker als lange.
Lösungsskizze: 3 → 5, 4 → 6, 5 → 7 · Faktoren 1,67; 1,5; 1,4 · verschieden → nicht ähnlich · Ausnahme: gleichseitig, dort bleibt ein einziger Faktor.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Im Allgemeinen stimmt es nicht. Aus 3 cm, 4 cm, 5 cm wird 5 cm, 6 cm, 7 cm; die Faktoren 5 : 3 ≈ 1,67, 6 : 4 = 1,5 und 7 : 5 = 1,4 sind verschieden, also ist das neue Dreieck nicht ähnlich (das rechtwinklige wird sogar spitzwinklig). Nur bei gleichseitigen Dreiecken klappt es: Aus drei gleichen Seiten werden wieder drei gleiche Seiten, und alle gleichseitigen Dreiecke sind ähnlich.

A3
Warum die Fläche mit k² wächst
AFB III

Begründe anschaulich, warum sich der Flächeninhalt eines Rechtecks vervierfacht, wenn man es mit k = 2 streckt, und leite daraus die allgemeine Regel A′ = k² · A her.

Hinweis: Setze die Formel für den Flächeninhalt eines Rechtecks mit den gestreckten Seiten an.

Strategie: Die Seiten a und b durch k · a und k · b ersetzen.Warum so? So wird sichtbar, dass der Faktor k zweimal auftaucht.
Lösungsskizze: A = a · b · A′ = (k a)(k b) = k² a b · bei k = 2: vier Kopien passen hinein · jede Figur lässt sich aus kleinen Quadraten zusammensetzen.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Beim Strecken werden Länge und Breite beide k-mal so groß. Für das Rechteck gilt dann A′ = (k · a) · (k · b) = k² · a · b = k² · A. Bei k = 2 passen genau 2 · 2 = 4 Originale in das Bild. Weil sich jede Fläche beliebig genau aus kleinen Quadraten zusammensetzen lässt und jedes davon um k² wächst, gilt die Regel für alle Figuren.

A4
Eine große oder zwei kleine Pizzen?
AFB III

Beurteile mit einer Rechnung, welches Angebot mehr Pizza liefert: eine Pizza mit 30 cm Durchmesser oder zwei Pizzen mit je 20 cm Durchmesser — beide Angebote kosten gleich viel.

Hinweis: Die Pizzen sind ähnlich (Kreise). Bestimme den Streckfaktor zwischen klein und groß.

Strategie: Nicht die Durchmesser addieren, sondern die Flächen vergleichen.Warum so? Das Bauchgefühl „2 · 20 = 40 > 30“ vergleicht Längen, gegessen werden aber Flächen.
Lösungsskizze: k = 30 : 20 = 1,5 · Fläche groß = 1,5² = 2,25 · Fläche klein · 2,25 > 2 · große Pizza liefert 12,5 % mehr.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Die große Pizza ist eine Vergrößerung der kleinen mit k = 30 : 20 = 1,5. Ihre Fläche ist also 1,5² = 2,25-mal so groß wie die einer kleinen. Zwei kleine Pizzen ergeben nur das 2-Fache. Die große Pizza liefert damit ein Achtel (12,5 %) mehr — das Angebot mit einer großen Pizza ist besser. (Kontrolle: π · 15² ≈ 707 cm² gegen 2 · π · 10² ≈ 628 cm².)

A5
Die Mittelparallele im Dreieck
AFB III

Beweise, dass im Dreieck ABC die Verbindungsstrecke der Seitenmitten M von AC und N von BC parallel zu AB und halb so lang ist.

Hinweis: Betrachte die V-Figur mit Scheitel C. Welcher Satz liefert zuerst die Parallelität?

Strategie: Erst Parallelität mit der Umkehrung des 1. Strahlensatzes, dann die Länge mit dem 2. Strahlensatz.Warum so? Der 2. Strahlensatz darf erst benutzt werden, wenn die Parallelität gesichert ist.
Lösungsskizze: CMCA = 12 = CNCB · Umkehrung → MN ∥ AB · 2. Strahlensatz: MNAB = CMCA = 12.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Da M und N Seitenmitten sind, gilt CMCA = 12 und CNCB = 12. Die Verhältnisse auf den beiden Strahlen von C sind gleich, nach der Umkehrung des 1. Strahlensatzes ist also MN ∥ AB. Jetzt liegt eine Strahlensatzfigur vor, und der 2. Strahlensatz liefert MNAB = CMCA = 12, also MN = 12 · AB.

ABCMN
M und N halbieren die Seiten
A6
Höhensatz mit Ähnlichkeit
AFB III

Beweise, im rechtwinkligen Dreieck ABC (rechter Winkel bei C, Höhe h mit Fußpunkt F, Hypotenusenabschnitte q = AF und p = FB) den Höhensatz h² = p · q.

Hinweis: Die Höhe teilt das große Dreieck in zwei Teildreiecke. Sind die beiden zueinander ähnlich?

Strategie: Zeige △AFC ∼ △CFB mit zwei Winkeln und stelle ein Verhältnis mit h, p, q auf.Warum so? In beiden Teildreiecken kommt h vor — genau diese beiden muss man vergleichen.
Lösungsskizze: beide rechtwinklig bei F · Winkel bei A = α; im Dreieck CFB ist ∠FCB = 90° − β = α · WW → ähnlich · q : h = h : p · h² = p q.
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Musterlösung: Die Dreiecke AFC und CFB haben bei F je einen rechten Winkel. Im Dreieck ABC ist α + β = 90°, im Dreieck CFB gilt ∠FCB + β = 90°, also ∠FCB = α. Damit stimmen beide Dreiecke in zwei Winkeln überein und sind nach dem Hauptähnlichkeitssatz ähnlich mit A ↔ C, F ↔ F, C ↔ B. Entsprechende Seiten: qh = hp. Multiplizieren mit h · p ergibt h² = p · q.

ABCFqph
Höhe h teilt die Hypotenuse in q und p
A7
Warum der 2. Strahlensatz nicht umkehrbar ist
AFB III

Begründe mit einem Gegenbeispiel, dass aus A′B′AB = ZA′ZA nicht folgt, dass AB ∥ A′B′ ist.

Hinweis: Um A′ einen Kreis mit Radius A′B′ zeichnen.

Strategie: Zeige, dass es auf dem zweiten Strahl zwei Punkte gibt, die die Gleichung erfüllen.Warum so? Wenn zwei verschiedene Lagen dieselbe Länge liefern, kann die Länge allein nicht über die Richtung entscheiden.
Lösungsskizze: parallele Lage B′ · Kreis um A′ mit Radius A′B′ schneidet den Strahl ein zweites Mal in B″ · A′B″ = A′B′, Gleichung erfüllt · A′B″ nicht parallel zu AB.
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Musterlösung: Man zeichnet zuerst die parallele Lage A′B′; dort gilt die Gleichung. Der Kreis um A′ mit Radius A′B′ schneidet den zweiten Strahl in der Regel in einem zweiten Punkt B″. Die Strecke A′B″ ist genauso lang wie A′B′, erfüllt also dieselbe Gleichung A′B″AB = ZA′ZA. Sie ist aber gekippt und nicht parallel zu AB. Also folgt aus der Gleichung des 2. Strahlensatzes keine Parallelität.

A8
Ein zehnmal so großer Elefant?
AFB III

Beurteile mithilfe von k² und k³, die Idee eines Films: Ein Elefant wird in allen Längen zehnmal so groß und läuft wie gewohnt herum. Die Tragkraft eines Knochens hängt von seiner Querschnittsfläche ab.

Hinweis: Vergleiche, wie stark Masse (Volumen) und Knochenquerschnitt (Fläche) wachsen.

Strategie: Beide Größen mit k = 10 ausrechnen und ins Verhältnis setzen.Warum so? Wachsen zwei Größen verschieden schnell, verändert sich ihr Verhältnis — genau das entscheidet über die Belastung.
Lösungsskizze: Masse ∼ k³ = 1000 · Querschnitt ∼ k² = 100 · Belastung je cm² ist 10-mal so groß · Knochen würden brechen.
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Musterlösung: Das Volumen und damit die Masse wächst mit k³ = 1000, die Querschnittsfläche der Knochen nur mit k² = 100. Jeder Quadratzentimeter Knochen müsste also das 1000 : 100 = 10-Fache tragen. Die Knochen würden brechen. Deshalb haben große Tiere nicht nur größere, sondern verhältnismäßig dickere Beine — ein riesiger Elefant im selben Körperbau ist nicht möglich.

A9
Die Flussbreite messen
AFB III

Entwickle ein Verfahren und begründe es, mit dem man die Breite eines Flusses bestimmen kann, ohne ihn zu überqueren. Zur Verfügung stehen Stäbe und ein Maßband.

Hinweis: Am anderen Ufer einen Baum anpeilen und am eigenen Ufer eine Strahlensatzfigur abstecken.

Strategie: Zwei Peillinien zum Baum und zwei parallele Strecken am eigenen Ufer.Warum so? So werden alle nötigen Längen am eigenen Ufer messbar.
Lösungsskizze: Baum Z · Stäbe A, B an der Uferkante, A′, B′ weiter hinten auf den Peillinien · AB ∥ A′B′ · AB, A′B′, AA′ messen · xx + AA′ = ABA′B′ lösen.
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Musterlösung: Man peilt einen Baum Z am anderen Ufer an und steckt an der Uferkante zwei Stäbe A und B so, dass sie auf zwei Peillinien zu Z liegen. Weiter vom Ufer entfernt steckt man A′ und B′ auf denselben Peillinien so, dass A′B′ parallel zu AB ist (gleicher Abstand zur Uferkante). Gemessen werden AB, A′B′ und AA′. Mit x = ZA liefert der 2. Strahlensatz xx + AA′ = ABA′B′; daraus berechnet man x und damit ungefähr die Flussbreite.

A10
Zwei Wege zum Streckfaktor
AFB III

Vergleiche und beurteile, zwei Schülerlösungen: Lea bestimmt den Streckfaktor einer zentrischen Streckung mit ZP′ZP, Ben mit P′Q′PQ. Führen beide Wege immer zum gleichen Ergebnis? Wann ist Bens Weg günstiger?

Hinweis: Überlege, was eine zentrische Streckung mit Abständen zu Z und mit Strecken der Figur macht.

Strategie: Beide Aussagen auf die Eigenschaften der Streckung zurückführen.Warum so? Wenn beide Verhältnisse aus der Definition folgen, müssen sie übereinstimmen.
Lösungsskizze: Definition: ZP′ = k · ZP · Eigenschaft: jede Bildstrecke ist k-mal so lang · beide ergeben k · Ben günstiger, wenn Z nicht bekannt ist.
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Musterlösung: Beide Wege liefern denselben Faktor. Leas Weg ist die Definition der zentrischen Streckung: ZP′ = k · ZP. Aus ihr folgt (mit dem 2. Strahlensatz), dass jede Bildstrecke k-mal so lang ist wie ihre Originalstrecke; daher ist auch P′Q′PQ = k. Bens Weg ist günstiger, wenn das Zentrum Z gar nicht gegeben ist, sondern nur Figur und Bildfigur — dann kann man k direkt aus zwei entsprechenden Strecken bestimmen.