So läuft es ab: Nimm dir 90 Minuten, Papier, Lineal und einen Taschenrechner. Bearbeite die zwanzig Aufgaben der Reihe nach — die drei Blöcke sind nach Anforderungsbereichen sortiert und werden von Block zu Block anspruchsvoller. Zeichne jedes Baumdiagramm sauber ins Heft und beschrifte jeden Ast mit seiner Wahrscheinlichkeit; die interaktiven Aufgaben haken sich ab, sobald sie stimmen. Runde Wahrscheinlichkeiten, wenn nichts anderes dabeisteht, auf drei Nachkommastellen. Erst wenn du fertig bist, klickst du unten auf „Auswerten“ — dann bekommst du Punkte, Note und alle Lösungswege.
Wissen und Reproduzieren
25 PunkteAlle sechs Teilaufgaben sind Laplace-Experimente: Jedes Ergebnis ist gleich wahrscheinlich. Rechne mit der Formel „günstige durch mögliche Ergebnisse“ und runde auf drei Nachkommastellen. Komma oder Punkt sind beide erlaubt.
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a) Günstig sind 4, 8 und 12: P = 3 : 12 = 0,25
b) 4 Asse unter 32 Karten: P = 4 : 32 = 0,125
c) ZUFALL hat 6 Buchstaben, davon zwei L: P = 2 : 6 ≈ 0,333
d) Gegenereignis zu „Feld 3“: P = 1 − 1/5 = 4 : 5 = 0,8
e) Ω = {KK; KZ; ZK; ZZ}, also 4 Ergebnisse
f) P(E) = 1 − 0,35 = 0,65
Setze die fünf Fachbegriffe an die richtige Stelle. Ein Begriff aus der Wortbank bleibt übrig — er gehört nicht in dieses Kapitel.
Sind alle Ergebnisse eines Zufallsexperiments gleich wahrscheinlich, heißt es . Fasst man mehrere Ergebnisse zusammen, etwa „Augenzahl größer als 4“, entsteht ein . Alles, was dazu nicht passt, bildet das ; beide Wahrscheinlichkeiten ergeben zusammen 1. Wiederholt man ein Experiment sehr oft und teilt die Trefferzahl durch die Versuchszahl, erhält man die . Um die Wahrscheinlichkeit eines einzelnen Pfades zu bestimmen, benutzt du die .
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Reihenfolge der Lücken: Laplace-Experiment – Ereignis – Gegenereignis – relative Häufigkeit – Pfadmultiplikation. Übrig bleibt der Median.
Fünf Aussagen zum Kapitelstoff. Entscheide jedes Mal, ob die Aussage richtig ist. Du musst alle fünf hintereinander richtig einschätzen.
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Richtig sind die Aussagen 1, 2 und 4. Falsch sind Aussage 3 (entlang eines Pfades wird multipliziert) und Aussage 5 (eine Wahrscheinlichkeit garantiert keine feste Trefferzahl).
Ein Reißnagel wird zweimal geworfen. Er landet mit der Wahrscheinlichkeit 0,4 mit der Spitze nach oben (O) und mit 0,6 auf der Seite (S). Das Baumdiagramm dazu ist bereits gezeichnet. Klicke nacheinander die fünf gesuchten Bauteile an.
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Ein Reißnagel ist ausdrücklich kein Laplace-Experiment: Die beiden Ergebnisse sind nicht gleich wahrscheinlich. Die Werte 0,4 und 0,6 stammen aus einer langen Versuchsreihe, nicht aus einer Abzählung.
In einer Pizzeria wählt der Automat rein zufällig aus: erst einen von 3 Teigböden, dann einen von 4 Belägen, zuletzt eine von 2 Größen. Wie viele Pfade hat das dreistufige Baumdiagramm?
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Anzahl der Pfade = Produkt der Astzahlen: 3 · 4 · 2 = 24 Pfade. Jeder Pfad steht für genau eine Pizza.
Aus einem Skatblatt mit 32 Karten wird eine Karte gezogen. Das Blatt hat vier Farben zu je 8 Karten (Herz und Karo sind rot), darunter 4 Asse, 4 Buben, 4 Damen und 4 Könige. Verbinde jedes Ereignis mit seiner Wahrscheinlichkeit.
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Herzkarte 8/32 = 0,25 · Ass 4/32 = 0,125 · rote Karte 16/32 = 0,5 · Bube, Dame oder König 12/32 = 0,375 · keine Herzkarte 24/32 = 0,75. Die letzte Zeile ist das Gegenereignis zur ersten: 1 − 0,25 = 0,75.
Anwenden und Übertragen
44 PunkteBeim Sportfest muss Merle zwei Stationen schaffen. Den Weitsprung besteht sie erfahrungsgemäß mit der Wahrscheinlichkeit 0,7, den Sprint unabhängig davon mit 0,6. Das Baumdiagramm steht daneben. Runde auf drei Nachkommastellen.
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a) P(W|S) = 0,7 · 0,6 = 0,42
b) P(genau eine) = 0,7 · 0,4 + 0,3 · 0,6 = 0,28 + 0,18 = 0,46
c) P(w|s) = 0,3 · 0,4 = 0,12
d) 0,42 + 0,46 + 0,12 = 1 — die Probe stimmt, es fehlt kein Pfad.
Beim Karaoke-Abend liegen 9 Zettel in einer Dose: 4 tragen einen Popsong, 5 einen Rocksong. Zwei Kinder ziehen nacheinander je einen Zettel, es wird nicht zurückgelegt. Runde auf drei Nachkommastellen.
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a) P = 4 : 9 ≈ 0,444
b) Es bleiben 3 Popzettel unter 8: P = 3 : 8 = 0,375
c) P = 4/9 · 3/8 = 12/72 ≈ 0,167
d) P = 4/9 · 5/8 + 5/9 · 4/8 = 20/72 + 20/72 = 40/72 ≈ 0,556
Ein Fahrradschloss hat drei Rädchen mit den Ziffern 0 bis 9. Arbeite dich Schritt für Schritt durch — jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf.
- Wie viele Einstellungen hat ein dreistelliges Zahlenschloss mit den Ziffern 0 bis 9? Pfade
- Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, das Schloss beim ersten Versuch zu treffen? P
- Wie viele Einstellungen gibt es, wenn keine Ziffer zweimal vorkommen darf? Pfade
- Wie wahrscheinlich sind bei einer zufällig eingestellten Zahl alle drei Ziffern verschieden? P
- Und wie wahrscheinlich ist es, dass mindestens zwei Ziffern gleich sind? P
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1000 Einstellungen · P(Treffer) = 0,001 · 720 Einstellungen ohne Wiederholung · P(alle verschieden) = 720 : 1000 = 0,72 · P(mindestens zwei gleich) = 1 − 0,72 = 0,28.
Neun Aussagen, drei Bereiche. Entscheide jedes Mal, ob nur multipliziert wird, nur addiert wird oder beide Regeln nacheinander nötig sind.
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Nur multiplizieren musst du bei allem, was einen einzigen Pfad betrifft. Nur addieren musst du, wenn die Pfadwerte bereits fertig vorliegen. Beide Regeln brauchst du immer dann, wenn ein Ereignis aus mehreren Pfaden besteht, deren Werte du erst noch berechnen musst.
Jonas trifft beim Elfmeter mit der Wahrscheinlichkeit 0,8. Er schießt vier Elfmeter; die Schüsse beeinflussen sich nicht gegenseitig. Runde auf vier Nachkommastellen.
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a) P = 0,8⁴ = 0,4096
b) P = 0,2⁴ = 0,0016
c) P(mindestens ein Fehlschuss) = 1 − P(alle Treffer) = 1 − 0,4096 = 0,5904
d) P(mindestens ein Treffer) = 1 − P(kein Treffer) = 1 − 0,0016 = 0,9984
Fünf Arbeitsschritte einer typischen Klassenarbeitsaufgabe sind durcheinandergeraten. Bringe sie in die Reihenfolge, in der du sie in der Arbeit abarbeiten solltest.
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Erst den Aufgabentyp klären (mit oder ohne Zurücklegen), dann das Diagramm zeichnen und beschriften, danach die Astsumme als Kontrolle, dann multiplizieren, zuletzt addieren und antworten.
Ein Kronkorken ist kein Laplace-Experiment — deshalb muss man seine Wahrscheinlichkeit durch Versuche schätzen. In einer ersten Versuchsreihe wird er 250-mal geworfen und landet 90-mal mit der Öffnung nach oben. Runde auf drei Nachkommastellen.
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a) h = 90 : 250 = 0,36
b) 0,36 · 1000 = etwa 360 Treffer (eine Schätzung, keine Garantie)
c) h = 132 : 400 = 0,33
d) h = (90 + 132) : (250 + 400) = 222 : 650 ≈ 0,342
Ein Glücksrad hat fünf gleich große Felder mit den Zahlen 1 bis 5. Es wird zweimal gedreht. Kreuze in jeder Zeile die richtige Wahrscheinlichkeit an.
| Ereignis bei zwei Drehungen | 0,04 | 0,16 | 0,36 | 0,64 |
|---|---|---|---|---|
| zweimal die 5 | ||||
| beide Male eine gerade Zahl | ||||
| beide Male eine ungerade Zahl | ||||
| mindestens einmal eine gerade Zahl | ||||
| erst die 2, dann die 4 |
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zweimal die 5: 0,2 · 0,2 = 0,04 · beide gerade: 0,4 · 0,4 = 0,16 · beide ungerade: 0,6 · 0,6 = 0,36 · mindestens einmal gerade: 1 − 0,36 = 0,64 · erst 2, dann 4: 0,2 · 0,2 = 0,04.
Beurteilen und Problemlösen
31 PunkteIn einer großen Popcorn-Tüte sind süße und salzige Stücke gemischt. Weil die Tüte sehr groß ist, ändert ein einzelnes Stück den Anteil praktisch nicht — du rechnest deshalb wie mit Zurücklegen. Jonas greift zweimal blind hinein. Bekannt ist nur: P(beide Stücke süß) = 0,36.
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a) p · p = 0,36, also p = 0,6 (denn 0,6 · 0,6 = 0,36).
b) 0,6 · 20 = 12 süße Stücke unter 20.
c) P(salzig) = 1 − 0,6 = 0,4, also P(beide salzig) = 0,4 · 0,4 = 0,16.
d) P(genau einmal süß) = 0,6 · 0,4 + 0,4 · 0,6 = 0,24 + 0,24 = 0,48.
e) P(mindestens einmal süß) = 1 − P(beide salzig) = 1 − 0,16 = 0,84.
Probe: 0,36 + 0,48 + 0,16 = 1 — alle vier Pfade sind erfasst.
Eine Mitschülerin hat ihre Notizen zur Wahrscheinlichkeitsrechnung abgegeben. Drei der sechs Zeilen enthalten einen Fehler. Finde sie und begründe für dich selbst, was jeweils schiefgegangen ist.
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Zeile 2: Bei „mindestens“ führt das Gegenereignis zum Ziel: 1 − (5/6)² = 11/36 ≈ 0,306. Das Addieren der beiden Einzelwahrscheinlichkeiten zählt den Fall „zweimal Sechs“ doppelt.
Zeile 4: Pfadmultiplikation statt Addition — längs eines Pfades wird multipliziert.
Zeile 5: Wahrscheinlichkeiten liegen zwischen 0 und 1. Ein Ergebnis von 1,2 kann nie stimmen.
Beim Robotik-Wettbewerb schicken zwei Teams ihre Roboter unabhängig voneinander durch denselben Parcours. Roboter A schafft die Strecke mit der Wahrscheinlichkeit 0,9, Roboter B mit 0,85. Runde auf drei Nachkommastellen.
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a) 0,9 · 0,85 = 0,765
b) 0,1 · 0,15 = 0,015
c) P(mindestens einer schafft es) = 1 − 0,015 = 0,985
d) P(genau einer) = 0,9 · 0,15 + 0,1 · 0,85 = 0,135 + 0,085 = 0,22
e) 0,765 · 200 = 153 Durchläufe, in denen beide bestehen. Das ist eine Erwartung, keine Garantie.
f) 0,765 + 0,22 + 0,015 = 1 — die drei sich ausschließenden Fälle decken alles ab.
In der Bäckerei am Schulweg sind an jedem Tag mit der Wahrscheinlichkeit 0,6 noch Franzbrötchen da. Mia geht an zwei Tagen hin. Gesucht ist P(an genau einem Tag gibt es Franzbrötchen). Baue aus den Bausteinen die vollständige Lösung — zwei Bausteine sind falsch und bleiben übrig.
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P(genau einmal da) = 0,6 · 0,4 + 0,4 · 0,6 = 0,24 + 0,24 = 0,48. Wer nur einen der beiden Pfade sieht, landet bei 0,24 — die Reihenfolge „erst ausverkauft, dann da“ gehört genauso dazu.
Auf Milenas Playlist liegen 10 Songs, 4 davon sind ihre Lieblingssongs. Der Shuffle spielt zwei verschiedene Songs hintereinander. Gesucht ist die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens ein Lieblingssong dabei ist. Entscheide bei jedem Schritt, wie es weitergeht.
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P(kein Lieblingssong) = (6 : 10) · (5 : 9) = 30 : 90 = 1 : 3. Damit ist P(mindestens ein Lieblingssong) = 1 − 1 : 3 = 2 : 3 ≈ 0,667.
Ein Radiergummi wird geworfen. Er bleibt entweder auf einer breiten Seite oder auf der schmalen Kante liegen. Ein Schüler behauptet: „Zwei Ergebnisse, also ist jedes 0,5 wahrscheinlich.“ Kreuze alle Aussagen an, die richtig begründen, warum das so nicht stimmt und wie man stattdessen vorgeht.
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Begründung: Ein Laplace-Experiment verlangt, dass alle Ergebnisse gleich wahrscheinlich sind. Beim Radiergummi ist die breite Seite deutlich stabiler als die Kante — die Symmetrie fehlt, die beim Würfel oder bei der Münze für gleiche Chancen sorgt.
Folgerung: Man wirft ihn sehr oft und nimmt die relative Häufigkeit als Schätzwert für die Wahrscheinlichkeit. Je größer die Versuchszahl, desto stabiler wird dieser Wert — exakt wird er nie. Mit diesen geschätzten Werten darf man anschließend ganz normal ein Baumdiagramm zeichnen und die Pfadregeln anwenden.
Probe-Klassenarbeit auswerten
Wenn du alle 20 Aufgaben bearbeitet hast, klicke auf „Auswerten“. Jede Teilaufgabe wird automatisch geprüft — du bekommst Punktzahl, Prozentwert, Note und alle Lösungswege.
Dein Ergebnis
| Aufgabe | Thema | Punkte |
|---|
Gewertet wird pro Aufgabe anteilig: Jede richtig geprüfte Eingabe und jedes gelöste Widget bringt seinen Anteil an der Punktzahl der Karte. Eingaben, die du gar nicht geprüft hast, zählen als nicht gelöst — klicke also vor dem Auswerten überall auf „Prüfen“.
Notenschema
| Punkte | Note | Beurteilung |
|---|---|---|
| 100 – 92 P | 1 | sehr gut |
| 91 – 80 P | 2 | gut |
| 79 – 60 P | 3 | befriedigend |
| 59 – 44 P | 4 | ausreichend |
| 43 – 24 P | 5 | mangelhaft |
| 23 – 0 P | 6 | ungenügend |
Nach der Probe: so arbeitest du weiter
Die Punktzahl allein bringt dich nicht weiter — entscheidend ist, was du aus den Fehlern machst. Arbeite die folgenden vier Punkte im Heft ab.
- Schreibe zu jeder Aufgabe, bei der du nicht die volle Punktzahl hast, in einem Satz auf, woran es lag: Rechenfehler, falsches Modell (mit statt ohne Zurücklegen), vergessener zweiter Pfad oder das übersehene Gegenereignis. Diese vier Ursachen decken fast alles ab.
- Rechne alle Aufgaben mit weniger als der halben Punktzahl komplett neu — ohne in den Lösungsweg zu schauen. Erst danach vergleichst du.
- Schau dir die Themenspalte der Ergebnistabelle an. Taucht ein Thema mehrfach mit Punktverlust auf, gehst du in das passende Unterkapitel zurück: 3.1 für Baumdiagramme, 3.2 für die Pfadmultiplikation, 3.3 für Pfadaddition und Gegenereignis, 3.4 für die klassischen Probleme.
- Notiere zwei Aufgaben, deren Lösungsweg du auch nach dem Nachlesen nicht verstanden hast. Genau diese beiden bringst du mit in die nächste Stunde.
