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TextaufgabenFlächeninhalt Parallelogramm

Zwei Sachaufgaben mit gestuften Hinweisen und vollständigem Erwartungshorizont: schräge Parkbuchten und ein Parallelogramm, das immer schiefer wird.

1

Die Schrägparkplätze

AFB II

Ein Supermarkt lässt seinen Parkplatz neu pflastern. Die Stellplätze liegen schräg zum Bordstein; jede Bucht ist ein Parallelogramm (M1). Insgesamt gibt es 12 solcher Buchten, die Fahrgasse dazwischen wird nicht gepflastert.

Die Pflastersteine kommen auf Paletten; eine Palette reicht für 5 m².

M1Aufmaß einer Parkbucht (Draufsicht)
Bordsteinh = 2,40 mg = 5,00 m2,60 mnächste Buchteine Parkbucht

Die gestrichelte rote Strecke ist die Höhe: der senkrechte Abstand der beiden parallelen Begrenzungslinien.

  1. Berechne den Flächeninhalt einer Parkbucht.
  2. Bestimme, wie viele Paletten der Supermarkt für alle 12 Buchten bestellen muss.
  3. Erkläre, warum man die Länge der schrägen Seite (2,60 m) nicht in die Flächenformel einsetzen darf.
Hinweis zu Aufgabe a)
Für das Parallelogramm gilt \(A=g\cdot h\). Suche in M1 zuerst das Paar aus Grundseite und zugehöriger Höhe — die Höhe erkennst du am rechten Winkel.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(A=g\cdot h=5{,}00\,\text{m}\cdot 2{,}40\,\text{m}=12{,}00\,\text{m}^2\)

Eine Parkbucht ist 12 m² groß.

Hinweis zu Aufgabe b)
Rechne in zwei Schritten: erst die Gesamtfläche aller Buchten, dann die Zahl der Paletten. Eine angefangene Palette wird ganz geliefert.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Gesamtfläche: \(12\cdot 12{,}00\,\text{m}^2=144\,\text{m}^2\)

Paletten: \(144\,\text{m}^2:5\,\text{m}^2=28{,}8\)

Es müssen 29 Paletten bestellt werden; 28 Paletten würden nur für 140 m² reichen.

Hinweis zu Aufgabe c)
Vergleiche die beiden Zahlen 2,40 m und 2,60 m in M1: Welche ist ein senkrechter Abstand, welche eine Seitenlänge? Rechne testweise \(5{,}00\cdot 2{,}60\) und überlege, ob dieses Ergebnis stimmen kann.„Erklären“ heißt: den Grund benennen, nicht nur das Ergebnis.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

In \(A=g\cdot h\) ist \(h\) der senkrechte Abstand der beiden parallelen Seiten. Die 2,60 m sind dagegen die Länge einer schrägen Seite — sie verläuft nicht senkrecht zur Grundseite und ist deshalb immer länger als die Höhe.

Mit \(5{,}00\,\text{m}\cdot 2{,}60\,\text{m}=13{,}00\,\text{m}^2\) käme ein zu großer Wert heraus.

Man darf die 2,60 m nur dann verwenden, wenn man sie als Grundseite wählt — dann aber mit der Höhe, die zu dieser Seite gehört: \(12{,}00\,\text{m}^2:2{,}60\,\text{m}\approx 4{,}62\,\text{m}\).

2

Der geschobene Stapel

AFB III

Ein Grafiker zeichnet am Computer ein Rechteck und schiebt anschließend nur die obere Kante immer weiter nach rechts. Die Grundseite und der Abstand der beiden waagerechten Kanten bleiben dabei unverändert (M2).

Beim dritten Bild sagt er: „Je schräger die Figur wird, desto größer wird auch ihr Flächeninhalt.“

M2Drei Schritte im Zeichenprogramm
P1P2P3Alle drei Figuren: g = 6 cm und h = 4 cmNur die obere Kante wird nach rechts geschoben.schräge Seite4 cmschräge Seite5 cmschräge Seite8,5 cm

Die roten gestrichelten Strecken sind die Höhen. Die schrägen Seiten sind in P1 4 cm, in P2 5 cm und in P3 8,5 cm lang.

  1. Berechne den Flächeninhalt von P1, P2 und P3.
  2. Berechne den Umfang der drei Figuren.
  3. Überprüfe die Behauptung des Grafikers und begründe, welche Größen sich beim Verschieben ändern und welche nicht.
Hinweis zu Aufgabe a)
Lies für jede Figur die Grundseite und die zugehörige Höhe aus M2 ab — beides steht über der Zeichnung und ändert sich nicht.
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(A_1=6\,\text{cm}\cdot 4\,\text{cm}=24\,\text{cm}^2\)

\(A_2=6\,\text{cm}\cdot 4\,\text{cm}=24\,\text{cm}^2\)

\(A_3=6\,\text{cm}\cdot 4\,\text{cm}=24\,\text{cm}^2\)

Alle drei Figuren haben denselben Flächeninhalt von 24 cm².

Hinweis zu Aufgabe b)
Beim Umfang zählen die tatsächlichen Seitenlängen, also auch die schrägen Seiten (4 cm, 5 cm, 8,5 cm). Im Parallelogramm sind gegenüberliegende Seiten gleich lang.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(U_1=2\cdot(6\,\text{cm}+4\,\text{cm})=20\,\text{cm}\)

\(U_2=2\cdot(6\,\text{cm}+5\,\text{cm})=22\,\text{cm}\)

\(U_3=2\cdot(6\,\text{cm}+8{,}5\,\text{cm})=29\,\text{cm}\)

Der Umfang wächst von 20 cm über 22 cm auf 29 cm.

Hinweis zu Aufgabe c)
Stelle deine sechs Ergebnisse aus a) und b) nebeneinander. Überlege dann, welche der beiden Größen in der Formel \(A=g\cdot h\) überhaupt vorkommt.„Überprüfen“ verlangt ein klares Urteil („richtig“/„falsch“) und die Begründung.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Die Behauptung ist falsch. Alle drei Figuren haben 24 cm², obwohl P3 deutlich schräger ist als P1.

Beim Verschieben der oberen Kante bleiben die Grundseite (6 cm) und die Höhe (4 cm) gleich. Nur diese beiden Größen stehen in der Formel \(A=g\cdot h\) — also kann sich der Flächeninhalt gar nicht ändern.

Was sich ändert, sind die schrägen Seiten: Sie werden länger, und deshalb wächst der Umfang. Gleicher Flächeninhalt bedeutet also nicht gleicher Umfang — und umgekehrt.