Der Wanderweg zur Berghütte
AFB IEin Wanderweg führt vom Parkplatz auf 60 m Höhe geradlinig zur Berghütte. Im Höhenprofil (Material M1) ist der Weg als Gerade eingetragen: waagerecht die zurückgelegte Entfernung in Kilometern, senkrecht die Höhe über dem Meeresspiegel in Metern. Zwischen den Punkten A und B ist ein Steigungsdreieck eingezeichnet.
Auf einer Wandertafel steht, der Weg steige „durchschnittlich 40 Höhenmeter pro Kilometer“ an.
Waagerecht die Entfernung in Kilometern, senkrecht die Höhe in Metern — die beiden Achsen tragen verschiedene Einheiten.
- Lies \(\Delta x\) und \(\Delta y\) des eingezeichneten Steigungsdreiecks ab und gib beide Werte mit Einheit an.
- Berechne aus dem Steigungsdreieck die Steigung des Weges in Höhenmetern je Kilometer.
- Prüfe mit einem zweiten Steigungsdreieck deiner Wahl, ob die Angabe auf der Wandertafel stimmt.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Das Dreieck reicht waagerecht von \(x=1\) bis \(x=4\) und senkrecht von \(y=100\) bis \(y=220\).
\(\Delta x = 3\ \text{km}\) und \(\Delta y = 120\ \text{m}\).
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\(m=\frac{\Delta y}{\Delta x}=\frac{120\ \text{m}}{3\ \text{km}}=40\ \frac{\text{m}}{\text{km}}\)
Der Weg steigt also je Kilometer waagerechter Entfernung um 40 m an.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Zweites Dreieck vom Parkplatz bis zur Hütte: \(\Delta x = 6\ \text{km}\), \(\Delta y = 300\ \text{m} - 60\ \text{m} = 240\ \text{m}\).
\(m=\frac{240\ \text{m}}{6\ \text{km}}=40\ \frac{\text{m}}{\text{km}}\)
Beide Dreiecke liefern denselben Wert. Die Angabe auf der Wandertafel stimmt. Das war zu erwarten: Bei einer Geraden ist die Steigung überall gleich groß, deshalb darf man das Steigungsdreieck frei wählen.
Wie lange brennt die Kerze?
AFB IIIFür ein Physikprotokoll misst Leyla stündlich die Höhe einer brennenden Kerze. Ihre Messwerte und der zugehörige Graph stehen in Material M2.
Ihr Mitschüler Jonas schaut auf die Tabelle und sagt: „Die Kerze war am Anfang 24 cm hoch und verliert 3 cm pro Stunde. Nach 24 Stunden ist sie also gerade aufgebraucht.“
| Brenndauer \(t\) in h | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 |
|---|---|---|---|---|---|
| Höhe \(h\) der Kerze in cm | 24 | 21 | 18 | 15 | 12 |
Die Messpunkte liegen alle auf einer Geraden — die Höhe nimmt gleichmäßig ab.
- Bestimme aus zwei Messwerten die Änderungsrate der Kerzenhöhe und deute ihr Vorzeichen im Sachzusammenhang.
- Begründe mithilfe der Tabelle, dass die Höhe gleichmäßig abnimmt, und stelle eine Gleichung für die Höhe \(h\) nach \(t\) Stunden auf.
- Beurteile Jonas’ Aussage. Berechne dazu, wann die Kerze vollständig abgebrannt ist, und erkläre, worin sein Denkfehler besteht.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Von \(t=1\) bis \(t=3\): \(\Delta t = 2\ \text{h}\), \(\Delta h = 15\ \text{cm} - 21\ \text{cm} = -6\ \text{cm}\).
\(m=\frac{\Delta h}{\Delta t}=\frac{-6\ \text{cm}}{2\ \text{h}}=-3\ \frac{\text{cm}}{\text{h}}\)
Das negative Vorzeichen bedeutet: Die Kerze wird kürzer. Pro Stunde nimmt ihre Höhe um 3 cm ab.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Von Zeile zu Zeile: \(24 \to 21 \to 18 \to 15 \to 12\). Bei jedem Zeitschritt von einer Stunde verschwinden genau 3 cm. Weil die Änderung immer gleich groß ist, liegen alle Punkte auf einer Geraden — die Abnahme ist gleichmäßig.
Startwert bei \(t=0\) ist \(h=24\ \text{cm}\), die Änderungsrate ist \(-3\ \frac{\text{cm}}{\text{h}}\):
\(h(t) = 24 - 3\cdot t\) (\(h\) in cm, \(t\) in h)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Bedingung \(h=0\):
\(0 = 24 - 3t \;\Rightarrow\; 3t = 24 \;\Rightarrow\; t = 8\)
Die Kerze ist nach 8 Stunden abgebrannt, nicht nach 24. Auch der Graph in M2 zeigt die Nullstelle bei \(t=8\).
Jonas’ Denkfehler: Er hat die Anfangshöhe 24 cm einfach als Stundenzahl gelesen, statt sie durch die Änderungsrate zu teilen. Richtig ist \(24\ \text{cm} : 3\ \frac{\text{cm}}{\text{h}} = 8\ \text{h}\). Die Zahl 24 steht für eine Länge, nicht für eine Zeit — die Einheiten hätten den Fehler sofort gezeigt.
