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Abituraufgaben: Logistisches Wachstum

Kranke Bäume, wachsende Hefe und der Moment des schnellsten Wachstums.

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1

Eine Baumkrankheit breitet sich aus

AFB I–II

In einem Wald mit \(2000\) Bäumen breitet sich eine Krankheit aus. Die Zahl der befallenen Bäume wird durch \(f(t)=\dfrac{2000}{1+199e^{-0{,}4t}}\) beschrieben (\(t\) in Wochen).

  1. Geben Sie \(f(0)\) und die Schranke an und deuten Sie beide.
  2. Berechnen Sie die Zahl der befallenen Bäume nach 10 Wochen.
  3. Bestimmen Sie, wann sich die Krankheit am schnellsten ausbreitet, und die größte Ausbreitungsrate.
  4. Ermitteln Sie, wann \(95\,\%\) der Bäume befallen sind.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
\(f(0)=\frac{2000}{200}\).
Hinweis zu Aufgabe b)
Einsetzen.
Hinweis zu Aufgabe c)
\(f=1000\); Rate \(kS\cdot\frac S4\).
Hinweis zu Aufgabe d)
\(f(t)=1900\).

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(f(0)=10\): Zu Beginn sind 10 Bäume befallen. \(S=2000\): Höchstens alle Bäume können befallen werden.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(f(10)=\frac{2000}{1+199e^{-4}}\approx430{,}6\), also etwa 431 Bäume.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(199e^{-0{,}4t}=1\iff t=\frac{\ln199}{0{,}4}\approx13{,}23\) Wochen.

Größte Rate: \(0{,}4\cdot\frac{2000}{4}=200\) Bäume pro Woche.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

\(1+199e^{-0{,}4t}=\frac{20}{19}\iff e^{-0{,}4t}=\frac{1}{3781}\iff t=\frac{\ln3781}{0{,}4}\approx20{,}59\) Wochen.

2

Hefewachstum im Labor

AFB II–III

In einem klassischen Laborversuch wurde das Wachstum von Hefe gemessen. Eine logistische Regression liefert das Modell \(N(t)=\dfrac{665}{1+66e^{-0{,}54t}}\).

Messreihe
t in h024681012N9,629,071,1174,6350,7513,3594,8
Hefezellen in einer Nährlösung (in Tausend pro ml).
  1. Begründen Sie anhand der Zuwächse, dass ein logistisches Modell geeignet ist.
  2. Vergleichen Sie Modell und Messwerte bei \(t=6\) und \(t=12\).
  3. Bestimmen Sie den Zeitpunkt des stärksten Wachstums und den Bestand dann.
  4. Zeigen Sie, dass \(N\) die Gleichung \(N'=k\cdot N\cdot(665-N)\) erfüllt, geben Sie \(k\) an und beurteilen Sie, ob das Modell über \(t=12\) hinaus sinnvoll ist.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Zuwächse je 2 Stunden bilden.
Hinweis zu Aufgabe b)
Einsetzen, Abweichung in Prozent.
Hinweis zu Aufgabe c)
\(N=332{,}5\).
Hinweis zu Aufgabe d)
Nachweis wie in 3.3.3 oder Kenngrößen \(kS=0{,}54\) und \(S=665\) nutzen.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Zuwächse: \(19{,}4;\ 42{,}1;\ 103{,}5;\ 176{,}1;\ 162{,}6;\ 81{,}5\) — erst steigend, dann fallend. Genau das ist das Kennzeichen logistischen Wachstums.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(N(6)\approx185{,}5\) (gemessen \(174{,}6\), Abweichung etwa \(6\,\%\)); \(N(12)\approx603{,}9\) (gemessen \(594{,}8\)).

Das Modell beschreibt die Daten gut, die Abweichungen sind klein.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(66e^{-0{,}54t}=1\iff t=\frac{\ln66}{0{,}54}\approx7{,}76\) h, Bestand \(\frac{665}{2}=332{,}5\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Mit \(kS=0{,}54\) und \(S=665\): \(k=\frac{0{,}54}{665}\approx0{,}000812\). Allgemein erfüllt \(\frac{S}{1+c\,e^{-kSt}}\) die logistische DGL (Nachweis wie in 3.3.3).

Über \(t=12\) hinaus sagt das Modell eine Annäherung an \(665\) voraus. Das ist plausibel, solange Nährstoffe und Platz gleich bleiben; werden Nährstoffe verbraucht oder Giftstoffe gebildet, kann der Bestand wieder sinken.