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Übungen: Verträglich oder nicht?

Pünktliche Briefe, auffällige Münzen, vorsichtige Formulierungen — zehn Übungen zur Frage, ob eine Stichprobe zur Behauptung passt.

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Übungsaufgaben

Zehn Übungen von AFB I bis AFB III: Umgebungen berechnen, Ergebnisse einordnen und die Schlussfolgerung richtig formulieren. Jede Übung gibt dir sofort Rückmeldung; wenn du hängst, helfen die gestuften Tipps.

A1
Stimmt's? — Fünferserie
AFB I

Geben Sie an, ob die Aussagen zur Verträglichkeit stimmen.

Fünf Aussagen nacheinander. Eine falsche Einschätzung reicht — dann startest du die Serie mit „Neue Runde“ neu.
Aussage 1 von 5

Merksatz: Verträglichkeit ist eine Aussage mit Unsicherheit — sie kann eine Vermutung stützen oder anzweifeln, aber nie beweisen oder widerlegen.
Ansatz: Welche Rolle spielen p und h?
Weiter: Was heißt „95 %“ bei richtiger Vermutung?
A2
Blitzrechnung: halbe Breite
AFB I

Vermutet wird \(p=0{,}3\); befragt werden 700 Personen. Berechnen Sie die halbe Breite der 95 %-Umgebung für den Anteil (vier Nachkommastellen).

Rechne selbst und trage das Ergebnis ein — Enter prüft direkt.
\(1{,}96\sqrt{\tfrac{0{,}3\cdot0{,}7}{700}}\approx0{,}0339\). Verträglich sind also Stichprobenanteile zwischen etwa 0,266 und 0,334.
Ansatz: \(1{,}96\sqrt{\tfrac{p(1-p)}{n}}\).
Weiter: \(0{,}21:700=0{,}0003\).
A3
Lückentext: richtig formulieren
AFB I

Formulieren Sie das Ergebnis eines Verträglichkeitstests, indem Sie die Lücken füllen — ein Wort bleibt übrig.

Wort anklicken, dann Lücke anklicken (oder umgekehrt) — mit Tab und Enter geht es genauso. Ein Klick auf eine gefüllte Lücke legt das Wort zurück.

Der Stichprobenanteil liegt der 95 %-Umgebung. Er ist also mit der Vermutung. Die Vermutung ist damit ; ein ist aber möglich, denn auch bei richtiger Vermutung kommt ein solches Ergebnis in etwa 5 % der Fälle vor. Sie ist also nicht sicher .

„bewiesen“ passt nirgends — weder das eine noch das andere Ergebnis beweist etwas.
Ansatz: Außerhalb heißt nicht verträglich.
Weiter: Auch „widerlegt“ ist zu stark — deshalb „nicht sicher“.
A4
Rechenkette: Briefzustellung
AFB II

Die Post gibt an: 90 % der Briefe kommen am nächsten Tag an. In einem Test kommen 437 von 500 Briefen pünktlich an. Ermitteln Sie Schritt für Schritt.

Rechne die Kette Schritt für Schritt: Erst wenn ein Schritt stimmt, wird der nächste freigeschaltet. Enter prüft.
  1. Stichprobenanteil \(h\)
  2. \(\sigma_h\) (vier Nachkommastellen)
  3. untere Grenze der 95 %-Umgebung (vier Nachkommastellen)
  4. Abstand \(|h-p|\) in Vielfachen von \(\sigma_h\) (zwei Nachkommastellen)
Mit 1,94 σ_h liegt h ganz knapp innerhalb von 1,96 σ_h — verträglich, aber sehr knapp. Solche Randfälle zeigen, wie willkürlich eine feste Grenze ist.
Ansatz: \(h=437:500\), \(\sigma_h=\sqrt{0{,}09:500}\).
Weiter: \((0{,}9-0{,}874):0{,}0134\).
A5
Verträglich oder nicht?
AFB II

Ordnen Sie die Stichprobenergebnisse ein (95 %-Niveau).

Ziehe jede Karte in den passenden Korb — oder wähle sie mit Enter aus und drücke dann die Ziffer des Korbs (0 legt sie zurück).
1verträglich
2nicht verträglich
Knapp: 180 von 400 ergibt 0,45 bei unterer Grenze 0,451 — außerhalb. 195 von 300 ergibt 0,65 bei unterer Grenze 0,648 — innerhalb.
Ansatz: Für jede Karte: Umgebung um p berechnen, dann h einordnen.
Weiter: Halbe Breiten: 0,049; 0,040; 0,052; 0,0196.
A6
Das Vorgehen
AFB II

Stellen Sie die Schritte eines Verträglichkeitstests in die richtige Reihenfolge.

Ziehe die Karten in die richtige Reihenfolge — mit der Tastatur: ↑/↓ verschiebt, Shift+↑/↓ wechselt nur den Fokus.
1Vermuteten Anteil p und Stichprobenumfang n festhalten
2Laplace-Bedingung prüfen
395 %-Umgebung um p berechnen
4Stichprobenanteil h berechnen und einordnen
5Ergebnis vorsichtig formulieren
Oft wird h vor der Umgebung berechnet — das ist nicht falsch, aber die Umgebung sollte unabhängig vom Ergebnis feststehen.
Ansatz: Die Vermutung kommt zuerst.
Weiter: Die Formulierung ist der letzte Schritt.
A7
Fehlersuche: Formulierungen
AFB II

Überprüfen Sie die Schlussfolgerungen einer Gruppe — drei sind falsch.

In diesem Text stecken Fehler. Klicke genau die falschen Zeilen an — die richtigen musst du stehen lassen.
Die häufigste Übertreibung: „bewiesen“ oder „sicher falsch“. Beide Richtungen bleiben Aussagen mit Unsicherheit.
Ansatz: Suche Übertreibungen und die falsche Mitte.
Weiter: Wo steht „genau“ oder „sicher“?
A8
Was folgt aus dem Ergebnis?
AFB III

Beurteilen Sie die Aussagen: Eine Firma behauptet \(p=0{,}8\); eine Stichprobe mit \(n=400\) ergibt \(h=0{,}76\).

Mehrere Antworten sind richtig. Markiere alle zutreffenden und klicke dann auf „Prüfen“.
Umgebung für n = 400: 0,8 ± 0,039, also [0,761; 0,839] — 0,76 knapp außerhalb. Für n = 100 wäre sie 0,8 ± 0,078 breit und 0,76 läge darin.
Ansatz: Halbe Breite \(1{,}96\sqrt{0{,}16:400}\).
Weiter: Vergleiche mit n = 100: halbe Breite doppelt so groß.
A9
Ab wann auffällig?
AFB III

Eine Münze wird 200-mal geworfen. Bestimmen Sie die kleinste Anzahl „Kopf“, die mit \(p=0{,}5\) nicht mehr verträglich ist (95 %-Niveau).

Rechne selbst und trage das Ergebnis ein — Enter prüft direkt.
Obere Grenze der Umgebung: \(0{,}5+1{,}96\sqrt{\tfrac{0{,}25}{200}}\approx0{,}5693\), in Anzahlen 113,86. Erst ab 114-mal „Kopf“ liegt man darüber.
Ansatz: Obere Grenze der Umgebung für den Anteil berechnen.
Weiter: In Anzahlen umrechnen: mal 200, dann aufrunden.
A10
Wie weit liegt h von p entfernt?
AFB III

Schätzen Sie ab, wie weit der Stichprobenanteil im Vergleich zur Streuung \(\sigma_h\) von p entfernt liegt: 1 = unter 1 σ, 2 = 1 bis 1,8 σ, 3 = 1,8 bis 2,1 σ (Grenzfall), 4 = 2,1 bis 3 σ, 5 = über 3 σ.

Wähle für jede Zeile eine Stufe: 1 = unter 1 σ, 2 = 1 bis 1,8 σ, 3 = Grenzfall, 4 = 2,1 bis 3 σ, 5 = über 3 σ. Mit der Tastatur: Tab zur Zeile, ←/→ zwischen den Stufen, Enter setzt.
1 = unter 1 σ5 = über 3 σ
\(p=0{,}5,\ n=400,\ h=0{,}51\)
\(p=0{,}2,\ n=400,\ h=0{,}23\)
\(p=0{,}5,\ n=1600,\ h=0{,}525\)
\(p=0{,}1,\ n=900,\ h=0{,}125\)
\(p=0{,}3,\ n=2100,\ h=0{,}35\)
σ_h ist 0,025, 0,02, 0,0125, 0,01 und 0,01. Die Abweichungen 0,01 bis 0,05 sind also 0,4 bis 5 Standardabweichungen — die gleiche Abweichung kann harmlos oder hochauffällig sein.
Ansatz: Berechne \(\sigma_h\) für jede Zeile.
Weiter: Abstand \(|h-p|\) durch \(\sigma_h\) teilen.