Stetig statt diskret
Füllmengen, Körpergrößen, Messfehler: Eine stetige Zufallsgröße kann jeden Wert eines Intervalls annehmen. Wahrscheinlichkeiten sind dann Flächen unter einer Dichtefunktion.
- Dichte:\(\varphi_{\mu;\sigma}(x)=\frac{1}{\sigma\sqrt{2\pi}}\,e^{-\frac{(x-\mu)^2}{2\sigma^2}}\) — Maximum bei \(\mu\), Wendestellen bei \(\mu\pm\sigma\).
- Fläche:\(P(a\le X\le b)=\int_a^b\varphi_{\mu;\sigma}(x)\,dx\); ein einzelner Wert hat die Wahrscheinlichkeit 0.
- Näherung:Ist \(\sigma>3\), passt die Glocke mit \(\mu=np\) und \(\sigma=\sqrt{np(1-p)}\) gut zu \(B(n;p)\).
- Rechner:fx-CG50: MENU 2, F5 (DIST), F1 (NORM), F2 (Ncd) · TI-Nspire CAS: menu → 5 Wahrscheinlichkeit → 5 Verteilungen → Normal Cdf, also \(\text{normCdf}(a,b,\mu,\sigma)\).
Stelle \(n\) und \(p\) ein und starte mit ▶. Die Balken zeigen, wie oft jede Trefferzahl vorkam, die dunklen Striche die Binomialverteilung. „Glocke“ blendet die Dichte der Normalverteilung mit demselben \(\mu\) und \(\sigma\) ein; grün hinterlegt ist das 95-%-Intervall.
Halte fest: Für \(\sigma>3\) liegt die Glocke fast genau auf den Balkenspitzen. Rund 95 % der Stichproben landen im Intervall \(\mu\pm1{,}96\sigma\).
Prognose- und Konfidenzintervall
- Prognose:\(p\) ist bekannt → Intervall, in dem die Trefferzahl mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt.
- Konfidenz:nur die Quote \(h\) ist bekannt → alle \(p\), mit denen \(h\) verträglich ist.
- Deutung:Von vielen so bestimmten 95-%-Intervallen enthalten etwa 95 % das wahre \(p\).
- Länge:wächst mit der Sicherheit und halbiert sich bei vierfachem Stichprobenumfang.
Bei einer Umfrage unter 400 Personen sind 120 für ein Projekt, also \(h=0{,}3\). Welche Anteile \(p\) sind mit 95 % Sicherheit verträglich?
Herleitung:
95-%-Konfidenzintervall: alle \(p\) mit \(\lvert h-p\rvert\le1{,}96\cdot\sqrt{\dfrac{p(1-p)}{n}}\)
Allgemeine Hinweise
Prognose oder Konfidenz?
Ist \(p\) gegeben, wird eine Trefferzahl vorhergesagt. Ist nur das Stichprobenergebnis bekannt, wird \(p\) geschätzt — das ist das Konfidenzintervall.
Grenzen bei stetigen Größen
Bei der Normalverteilung ist \(P(X\le a)=P(X\lt a)\). Bei der Binomialverteilung macht die Grenze dagegen einen Unterschied.
Die Bedingung mitschreiben
Vor jeder Näherung \(\sigma=\sqrt{np(1-p)}\) ausrechnen und notieren, dass \(\sigma>3\) gilt. Das begründet, warum die Glocke benutzt werden darf.
