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Grundbegriffe

Was darf eingesetzt werden, was kann herauskommen? Diese beiden Fragen beantworten Definitionsbereich und Wertebereich — notiert mit Zahlenmengen und Intervallen.

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Definitionsbereich und Wertebereich

Zu einer Funktion gehören immer zwei Vorräte an Zahlen: der Vorrat der Zahlen, die man einsetzen darf, und der Vorrat der Zahlen, die dabei herauskommen können. Beide Vorräte haben einen eigenen Namen und eine eigene Abkürzung.

Definition
Definitionsbereich
Alle Zahlen, die man für \(x\) einsetzen kann, bezeichnet man als Definitionsbereich. Abkürzung: \(D_f\)
Wertebereich
Alle Zahlen, die man für \(y\) erhalten kann, bezeichnet man als Wertebereich. Abkürzung: \(W_f\)

Im Koordinatensystem lassen sich die beiden Bereiche direkt an den Achsen zeigen: Der Definitionsbereich liegt auf der waagerechten Achse, denn dort stehen die eingesetzten Werte. Der Wertebereich liegt auf der senkrechten Achse, denn dort stehen die erhaltenen Werte.

Einsetzen unten, erhalten seitlich
xy−8−6−4−22468−4−2246Definitionsbereich: alle x, die eingesetzt werden dürfenWertebereich: alle y, die herauskommen

Die Parabel kann mit jeder Zahl gefüttert werden, ihre Werte reichen aber nur bis zum tiefsten Punkt hinunter. Der Definitionsbereich wird an der x-Achse abgelesen, der Wertebereich an der y-Achse.

  • \(x\):Die Zahl, die eingesetzt wird. Sie stammt aus dem Definitionsbereich.
  • \(y\):Die Zahl, die man erhält. Sie gehört zum Wertebereich.
  • \(D_f\):Kurzschreibweise für den Definitionsbereich der Funktion \(f\).
  • \(W_f\):Kurzschreibweise für den Wertebereich der Funktion \(f\).
Merke

Zwei Fragen, zwei Bereiche: Was darf ich einsetzen? Das beantwortet \(D_f\). Was kann dabei herauskommen? Das beantwortet \(W_f\).

2

Die Zahlenmengen

Um einen ganzen Zahlenvorrat aufzuschreiben, braucht man Namen für die gebräuchlichen Mengen. Drei davon werden ständig gebraucht und deshalb mit einem eigenen Buchstaben abgekürzt.

Definition
Natürliche Zahlen
\(\mathbb{N} = \{1,\,2,\,3,\,4,\,\dots\}\)
Ganze Zahlen
\(\mathbb{Z} = \{\dots,\,-2,\,-1,\,0,\,1,\,2,\,\dots\}\)
Reelle Zahlen
\(\mathbb{R} = \{\dots,\,-5,\,\dots,\,0,\,\dots,\,\sqrt{2},\,\dots,\,\pi,\,\dots,\,48,\,\dots\}\)
Drei Zahlenmengen auf der Zahlengeraden
ℕ natürliche Zahlen−6−4−20246ℤ ganze Zahlen−6−4−20246ℝ reelle Zahlen−6−4−20246−5√2πℕ und ℤ bestehen aus einzelnen Punkten, ℝ füllt die ganze Zahlengerade lückenlos aus.

Die natürlichen Zahlen beginnen bei 1, die ganzen Zahlen nehmen die negativen Zahlen und die Null dazu. Die reellen Zahlen enthalten zusätzlich alle Zahlen dazwischen, etwa \(\sqrt{2}\) und \(\pi\).

Oft braucht man nur einen Teil einer solchen Menge. Dafür gibt es zwei Zusätze am Mengenbuchstaben: eine tiefgestellte Null und ein hochgestelltes Vorzeichen.

Zusätze am Mengenbuchstaben
SchreibweiseBedeutung
\(\mathbb{N}_0\)Menge mit Null
\(\mathbb{N}^+\quad \mathbb{Z}^+\quad \mathbb{R}^+\)Menge nur positiver Zahlen
\(\mathbb{N}_0^+\quad \mathbb{Z}_0^+\quad \mathbb{R}_0^+\)Menge nur positiver Zahlen, die Null gehört dazu
Merke

Hoch- und tiefgestellt: \(^+\) legt das Vorzeichen fest, \(_0\) nimmt die Null dazu, etwa \(\mathbb{R}_0^+\).

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Intervalle: abgeschlossen oder offen

Manchmal soll nicht eine ganze Zahlenmenge gemeint sein, sondern nur ein Abschnitt zwischen zwei Grenzen. Ein solcher Abschnitt heißt Intervall. Entscheidend ist dabei die Frage, ob die beiden Grenzzahlen selbst noch dazugehören.

Definition
Abgeschlossenes Intervall
\([a,\,b]\) enthält die Zahlen \(a\) und \(b\).
Offenes Intervall
\(]a,\,b[\) enthält die Zahlen \(a\) und \(b\) nicht.

Der Unterschied wirkt klein, ändert aber den Inhalt des Intervalls. Am selben Zahlenpaar 1 und 5 wird das sofort sichtbar, wenn man als Grundmenge die natürlichen Zahlen wählt.

Beispiel

Dieselben Grenzen, verschiedener Inhalt

$[1,\,5] \text{ in } \mathbb{N} = 1,\;2,\;3,\;4,\;5$
$]1,\,5[ \text{ in } \mathbb{N} = 2,\;3,\;4$
Die eckigen Klammern zeigen nach innen, wenn die Grenze dazugehört, und nach außen, wenn sie ausgeschlossen ist.
Dasselbe Zahlenpaar, zwei Intervalle
[1, 5] in ℕ0123456[]1 und 5 gehören dazu1, 2, 3, 4, 5]1, 5[ in ℕ0123456][1 und 5 gehören nicht dazu2, 3, 4

Oben gehören die Randzahlen dazu, unten sind sie ausgeschlossen. Aus fünf Zahlen werden so drei.

Merke

Klammerrichtung lesen: Zeigt die Klammer zur Zahl hin, gehört die Grenze zum Intervall. Zeigt sie von der Zahl weg, bleibt die Grenze draußen.

Verschiebe die beiden Grenzen und schalte zwischen abgeschlossen und offen um: Welche Zahlen gehören dann noch zum Intervall?

Intervall-Werkstatt

Ziehe die Griffe a und b mit der Maus oder wähle einen Griff mit der Tabulatortaste aus und verschiebe ihn mit den Pfeiltasten. Die Regler daneben tun dasselbe.

−6−5−4−3−2−10123456x[]ab[1, 5]Grundmenge: natürliche Zahlen ℕPunkte auf der Zahlengeraden: grün = gehört dazu, weiß = gehört nicht dazu
Schreibweise
[1, 5]
Art
abgeschlossen
enthaltene Zahlen
5
[1, 5] = 1, 2, 3, 4, 5. Die Randzahlen 1 und 5 gehören dazu.

Achte darauf, wie sich die Anzahl der Zahlen ändert, sobald du dieselben Grenzen offen setzt — und darauf, dass in \(\mathbb{R}\) zwischen zwei Grenzen immer unendlich viele Zahlen liegen.

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Notation des Definitions- und Wertebereichs

Mit den Zahlenmengen und der Intervallschreibweise lässt sich jetzt zu einem Graphen aufschreiben, was eingesetzt werden darf und was herauskommen kann. Bei den folgenden vier Kurven darf jeweils jede reelle Zahl eingesetzt werden, der Wertebereich fällt aber sehr unterschiedlich aus.

Vier Graphen mit ihrem Wertebereich
1 — D = ℝ, W = ℝxy2 — D = ℝ, W = [−4, ∞[xy3 — D = ℝ, W = ℝ⁺xy4 — D = ℝ, W = ℝ₀⁻xy

Der orange Balken auf der senkrechten Achse zeigt jeweils, welche \(y\)-Werte vorkommen. Der Definitionsbereich ist bei allen vier Kurven \(\mathbb{R}\), der Wertebereich unterscheidet sich.

Definitions- und Wertebereich der vier Graphen
Graph\(D_f\)\(W_f\)
1   steigende Kurve durch den Ursprung\(\mathbb{R}\)\(\mathbb{R}\)
2   nach oben geöffnete Parabel, tiefster Punkt bei \(-4\)\(\mathbb{R}\)\(\mathbb{R}_{\ge -4}\)  oder  \([-4,\,\infty[\)
3   steigende Kurve oberhalb der \(x\)-Achse\(\mathbb{R}\)\(\mathbb{R}^+\)
4   nach unten geöffnete Parabel, höchster Punkt im Ursprung\(\mathbb{R}\)\(\mathbb{R}_0^-\)
  • \(\mathbb{R}_{\ge -4}\):Alle reellen Zahlen ab \(-4\) aufwärts, die \(-4\) gehört dazu.
  • \([-4,\,\infty[\):Dieselbe Menge als Intervall geschrieben. Links steht die Klammer nach innen, denn \(-4\) wird angenommen; rechts steht sie nach außen, denn \(\infty\) ist keine Zahl, die man erreichen kann.
  • \(\mathbb{R}^+\):Alle positiven reellen Zahlen ohne die Null. Die Kurve kommt der \(x\)-Achse beliebig nahe, erreicht sie aber nicht.
  • \(\mathbb{R}_0^-\):Alle negativen reellen Zahlen und zusätzlich die Null. Die Null wird im höchsten Punkt der Parabel angenommen.
Merke

Zwei Schreibweisen: \(\mathbb{R}_{\ge -4} = [-4,\,\infty[\)

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Allgemeine Hinweise

Klammer nach außen

Bei \(]a,\,b[\) gehören die Grenzen nicht dazu. Zeigt die Klammer von der Zahl weg, bleibt die Zahl draußen.

Am Graphen ablesen

Den Definitionsbereich liest du an der \(x\)-Achse ab, den Wertebereich an der \(y\)-Achse. Achte besonders auf den tiefsten und den höchsten Punkt.

Null oder nicht?

\(\mathbb{N}\) beginnt bei 1, \(\mathbb{N}_0\) bei 0. Die tiefgestellte Null nimmt die Zahl 0 ausdrücklich dazu.

Zum Weiterschauen

Videos

Zwei kurze Erklärvideos zu diesem Unterkapitel — eines für die Idee, eines für das Rechnen. Sie starten erst, wenn du sie anklickst.

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