Textaufgaben
In allen fünf Aufgaben wird nichts gerechnet — es wird gelesen und begründet. Achte deshalb jedes Mal auf drei Dinge: Steht wirklich ein Intervall da und nicht nur eine einzelne Stelle? Sind die Klammern an den Wechselstellen offen? Und folgt auf jede Aussage ein Nachsatz mit „weil“, der die Zahlen des Sachzusammenhangs nennt? Zu jeder Teilaufgabe gibt es einen Hinweis und einen Erwartungshorizont — öffne den Erwartungshorizont erst, wenn du deine eigene Lösung aufgeschrieben hast.
Die Fieberkurve
AFB IAuf einer Station wird die Körpertemperatur \(T\) eines Patienten 24 Stunden lang aufgezeichnet (Material M1). Die Zeit \(t\) wird in Stunden seit Mitternacht gemessen, die Temperatur in Grad Celsius: \([T]=\text{°C}\).
Zwischen der neunten und der zwölften Stunde verläuft der Graph genau waagerecht.
- Gib alle Intervalle an, auf denen \(T\) streng monoton fällt bzw. streng monoton wächst.
- Beschreibe in einem Satz mit „weil“, was zwischen der neunten und der zwölften Stunde passiert.
- Begründe, warum man für diesen Abschnitt nicht „streng monoton wachsend“ schreiben darf.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\(T\) ist auf \(]0;\,4[\) streng monoton fallend, weil die Temperatur von 38,4 °C auf 37,6 °C zurückgeht.
\(T\) ist auf \(]4;\,9[\) streng monoton wachsend, weil die Temperatur stetig auf 39,5 °C ansteigt.
\(T\) ist auf \(]12;\,24[\) streng monoton fallend, weil die Temperatur bis auf etwa 36,9 °C sinkt.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Auf \(]9;\,12[\) ist \(T\) konstant, weil der Graph dort genau waagerecht verläuft: Zu je zwei Zeitpunkten gehört derselbe Temperaturwert. Das Fieber hält seinen Höchstwert von 39,5 °C — der Patient wird in dieser Zeit weder wärmer noch kühler.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Für \(t_1
Eine Woche im Freibad
AFB IIDas Freibad zählt eine Woche lang die Besucher \(B\) pro Tag: Montag 420, Dienstag 610, Mittwoch 480, Donnerstag 350, Freitag 690, Samstag 1240 und Sonntag 980 (Material M1). Die Messpunkte sind der Übersicht halber verbunden; setze Montag \(=1\) bis Sonntag \(=7\).
Von Dienstag bis Donnerstag geht es zweimal hintereinander bergab — das ist ein einziges Monotonieintervall.
- Untersuche den Verlauf auf Monotonie und gib alle Intervalle mit Begründung an.
- Erkläre, warum \(]2;\,4[\) ein einziges Monotonieintervall ist und nicht zwei.
- Entscheide, ob der Dienstagswert ein lokales oder ein globales Maximum ist, und begründe.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\(B\) ist auf \(]1;\,2[\) streng monoton wachsend, weil die Besucherzahl von 420 auf 610 steigt.
\(B\) ist auf \(]2;\,4[\) streng monoton fallend, weil die Zahlen von 610 über 480 auf 350 durchgehend kleiner werden.
\(B\) ist auf \(]4;\,6[\) streng monoton wachsend, weil die Zahlen von 350 über 690 auf 1240 durchgehend größer werden.
\(B\) ist auf \(]6;\,7[\) streng monoton fallend, weil die Zahl von 1240 auf 980 zurückgeht.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Von Dienstag über Mittwoch bis Donnerstag nehmen die Werte ohne Unterbrechung ab. Da sich die Richtung dazwischen nicht ändert, wird nicht zerschnitten: \(]2;\,3[\) und \(]3;\,4[\) werden zu dem einen Intervall \(]2;\,4[\) zusammengefasst.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Der Dienstagswert 610 ist höher als Montag (420) und Mittwoch (480), also ein lokales Maximum. Mit 1240 am Samstag gibt es in derselben Woche jedoch einen deutlich höheren Wert; global ist der Dienstagswert damit nicht. Das globale Maximum der Woche liegt am Samstag.
Der Stausee im Jahreslauf
AFB IIEin Stausee wird ein Jahr lang beobachtet (Material M1). Aufgetragen ist der Wasservorrat \(W\) in Millionen Kubikmetern: \([W]=\text{Mio. m}^{3}\). Auf der waagerechten Achse stehen die zwölf Monate; setze Januar \(=0\) bis Dezember \(=11\).
Zwischen Juni und Juli bleibt der Vorrat bei 58 Mio. m³ — der Graph verläuft dort waagerecht.
- Gib alle Monotonieintervalle des Jahres an.
- Begründe jede Aussage im Sachzusammenhang mit den abgelesenen Werten.
- Erkläre, warum es zwischen Juni und Juli keine Aussage über strenge Monotonie geben kann.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
\(]0;\,2[\) fallend, \(]2;\,5[\) wachsend, \(]5;\,6[\) konstant, \(]6;\,9[\) fallend, \(]9;\,11[\) wachsend.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\(W\) ist auf \(]0;\,2[\) streng monoton fallend, weil der Vorrat von 42 auf 37 Mio. m³ zurückgeht.
\(W\) ist auf \(]2;\,5[\) streng monoton wachsend, weil der Vorrat durch die Schneeschmelze von 37 auf 58 Mio. m³ ansteigt.
Auf \(]5;\,6[\) ist \(W\) konstant, weil Zufluss und Entnahme sich genau ausgleichen.
\(W\) ist auf \(]6;\,9[\) streng monoton fallend, weil der Vorrat im Sommer auf 31 Mio. m³ sinkt.
\(W\) ist auf \(]9;\,11[\) streng monoton wachsend, weil der Herbstregen den Vorrat wieder auf 40 Mio. m³ anhebt.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Zwischen Juni und Juli ist der Vorrat unverändert 58 Mio. m³. Für zwei Zeitpunkte \(t_1
Das Höhenprofil einer Radtour
AFB IIIEine Radtour führt über 42 km durch hügeliges Gelände (Material M1). Aufgetragen ist die Höhe \(h\) über dem Meeresspiegel gegen die zurückgelegte Strecke \(s\): \([h]=\text{m}\), \([s]=\text{km}\).
Die gestrichelten Linien markieren die vier Wechselstellen; zwischen \(s=14\) und \(s=18\) verläuft die Strecke eben.
- Gib alle Stellen an, an denen die Monotonie wechselt.
- Untersuche \(h\) vollständig auf Monotonie. Notiere jede Aussage in der Form „\(h\) ist auf dem Intervall … streng monoton …, weil …“.
- Erkläre, warum an den Wechselstellen selbst keine Aussage gemacht wird, und worin sich Stelle und Punkt unterscheiden.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Wechselstellen: \(s=8\), \(s=14\), \(s=18\) und \(s=30\).
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
\(h\) ist auf \(]0;\,8[\) streng monoton wachsend, weil die Höhe mit wachsender Strecke von 180 m auf 420 m zunimmt.
\(h\) ist auf \(]8;\,14[\) streng monoton fallend, weil es von 420 m auf 250 m bergab geht.
Auf \(]14;\,18[\) ist \(h\) konstant, weil die Strecke dort eben verläuft und die Höhe bei 250 m bleibt.
\(h\) ist auf \(]18;\,30[\) streng monoton wachsend, weil der lange Anstieg die Höhe von 250 m auf 580 m bringt.
\(h\) ist auf \(]30;\,42[\) streng monoton fallend, weil die Schlussabfahrt bis auf 120 m hinunterführt.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
An den Wechselstellen selbst wird keine Aussage gemacht — deshalb stehen dort in beiden benachbarten Intervallen offene Klammern. Die Wechselstellen sind Zahlen auf der \(s\)-Achse; der zugehörige Punkt auf dem Graphen heißt beispielsweise \(H(30\,|\,580)\) und hat zwei Koordinaten.
Höchster Punkt oder Hochpunkt?
AFB IIIWir bleiben beim Höhenprofil aus Aufgabe 5. Die Tour beginnt bei \(s=0\) auf 180 m und endet bei \(s=42\) auf 120 m; der Scheitel des zweiten Anstiegs liegt bei \(s=30\) auf 580 m, das flache Stück auf 250 m.
Zwei Radfahrer streiten. Mia sagt: „Der tiefste Punkt der Tour ist ein Tiefpunkt.“ Ben sagt: „Der höchste Punkt der Tour ist ein Hochpunkt.“
- Entscheide, ob Bens Aussage stimmt, und begründe mit dem Monotonieverhalten.
- Nimm zu Mias Aussage Stellung und verwende dabei den Begriff Randminimum.
- Gib alle lokalen Extrema im Inneren der Strecke an.
Hinweis zu Aufgabe a)
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Bens Aussage stimmt. Bei \(s=30\) wechselt die Monotonie von wachsend zu fallend; der Punkt \(H(30\,|\,580)\) ist ein Hochpunkt und zugleich das globale Maximum der Tour.
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Mias Aussage stimmt nicht. Bei \(s=42\) endet die Tour einfach: Links davon fällt der Graph, rechts davon gibt es keinen Verlauf mehr — es findet kein Monotoniewechsel statt. Die 120 m sind deshalb ein Randminimum: der global kleinste Wert des betrachteten Bereichs, aber kein Tiefpunkt.
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Lokale Maxima im Inneren: \(s=8\) mit 420 m und \(s=30\) mit 580 m. Lokales Minimum im Inneren: das gesamte flache Stück auf 250 m. Merkregel: Jeder Hochpunkt ist ein lokales Maximum, aber nicht jedes Maximum ist ein Hochpunkt.
