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Textaufgaben: Wachstumsfaktor und Prozent

Jahreskarten, Inflation und Taschengeld — warum sich Prozente nicht einfach addieren lassen.

1

Die Jahreskarte im Freizeitpark

AFB I–II

Ein Freizeitpark hat den Preis seiner Jahreskarte in den letzten Jahren regelmäßig erhöht:

Jahr2021202220232024
Preis160,00 €167,20 €174,72 €182,59 €
  1. Geben Sie den jährlichen Wachstumsfaktor und die zugehörige prozentuale Preiserhöhung an.
  2. Berechnen Sie den Preis für 2026, wenn die Erhöhungen so weitergehen.
  3. Für 2025 kündigt der Park stattdessen eine Erhöhung um \(12\,\%\) an, für 2026 wegen einer Großbaustelle eine Senkung um \(7\,\%\). Ein Stammgast meint: „Unterm Strich sind das \(5\,\%\) mehr als 2024.“ Erklären Sie, warum der Stammgast nicht richtig liegt, und geben Sie die tatsächliche Änderung an.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Bilde die Quotienten neu durch alt und übersetze den Faktor mit \(p\,\%=(b-1)\cdot100\,\%\).
Hinweis zu Aufgabe b)
Von 2024 bis 2026 sind es zwei Schritte mit demselben Faktor.
Hinweis zu Aufgabe c)
Schreibe beide Änderungen als Faktor. Worauf beziehen sich die \(7\,\%\) im Jahr 2026?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(\frac{167{,}20}{160}=1{,}045\); \(\frac{174{,}72}{167{,}20}\approx1{,}045\); \(\frac{182{,}59}{174{,}72}\approx1{,}045\).

Wachstumsfaktor \(b=1{,}045\): Der Preis steigt jedes Jahr um \(4{,}5\,\%\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

2025: \(182{,}59\,€\cdot1{,}045\approx190{,}81\,€\); 2026: \(190{,}81\,€\cdot1{,}045\approx199{,}39\,€\).

Die Jahreskarte würde 2026 etwa \(199{,}39\,€\) kosten.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Die \(7\,\%\) beziehen sich auf den bereits um \(12\,\%\) erhöhten Preis, deshalb darf man die Prozentsätze nicht einfach verrechnen. Faktoren multiplizieren: \(1{,}12\cdot0{,}93=1{,}0416\).

Tatsächlich steigt der Preis um \(4{,}16\,\%\) gegenüber 2024: \(182{,}59\,€\cdot1{,}0416\approx190{,}19\,€\). Der Stammgast überschätzt die Erhöhung leicht.

2

Inflation und Taschengeld

AFB II–III

Die Inflationsrate gibt an, um wie viel Prozent die Verbraucherpreise gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Lenas Taschengeld wurde von \(30\,€\) im Jahr 2020 auf \(33\,€\) im Jahr 2023 erhöht.

Inflationsrate in Deutschland
0 %2 %4 %6 %8 %3,1 %20216,9 %20225,9 %20232,2 %2024Preisanstieg gegenüber dem Vorjahr
Quelle: Statistisches Bundesamt, Verbraucherpreisindex (Jahresdurchschnitte).
  1. Ermitteln Sie, um wie viel Prozent die Preise von 2020 bis 2023 insgesamt gestiegen sind.
  2. Untersuchen Sie, ob Lena sich 2023 von ihrem Taschengeld mehr oder weniger kaufen kann als 2020.
  3. Tom rechnet: „\(3{,}1+6{,}9+5{,}9=15{,}9\). Die Preise sind um \(15{,}9\,\%\) gestiegen, im Schnitt also um \(5{,}3\,\%\) pro Jahr.“ Beurteilen Sie Toms Rechnung.
  4. Anfang 2025 sagt jemand: „Die Inflation ist auf \(2{,}2\,\%\) gesunken — endlich werden die Sachen wieder billiger.“ Nehmen Sie Stellung zu dieser Aussage.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Jede Rate ist ein eigener Faktor \(b=1+\frac{p}{100}\). Mehrere Jahre: Faktoren multiplizieren.
Hinweis zu Aufgabe b)
Vergleiche den Faktor, um den das Taschengeld gestiegen ist, mit dem Faktor der Preise. Wie viel sind \(33\,€\) in Preisen von 2020 wert?
Hinweis zu Aufgabe c)
Prüfe das Gesamtergebnis und den Durchschnitt getrennt. Für den Durchschnitt: Welcher gleiche Faktor \(b\) ergibt dreimal hintereinander das Gesamtergebnis?
Hinweis zu Aufgabe d)
Unterscheide zwischen der Rate (wie schnell steigen die Preise?) und dem Preisniveau (wie hoch sind sie?). Wann würden Preise sinken?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(1{,}031\cdot1{,}069\cdot1{,}059\approx1{,}1672\).

Die Preise sind von 2020 bis 2023 insgesamt um etwa \(16{,}7\,\%\) gestiegen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Taschengeld: \(\frac{33}{30}=1{,}1\), also \(+10\,\%\) — weniger als \(+16{,}7\,\%\).

In Preisen von 2020 sind \(33\,€\) nur \(\frac{33\,€}{1{,}1672}\approx28{,}27\,€\) wert. Lena kann sich 2023 etwa \(5{,}8\,\%\) weniger kaufen als 2020 \(\left(\frac{28{,}27}{30}\approx0{,}942\right)\), obwohl sie mehr Geld bekommt.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Das Addieren ist falsch: Jede Rate bezieht sich auf das bereits gestiegene Preisniveau des Vorjahres, deshalb müssen Faktoren multipliziert werden. Richtig sind \(16{,}7\,\%\) statt \(15{,}9\,\%\).

Der Durchschnitt ist der gleiche Faktor \(b\) mit \(b^3=1{,}1672\): \(b=\sqrt[3]{1{,}1672}\approx1{,}0529\), also etwa \(5{,}3\,\%\) pro Jahr. Toms Durchschnitt stimmt hier nur zufällig fast, weil die Raten klein sind.

Urteil: Der Durchschnitt ist brauchbar, die Gesamtsteigerung ist um knapp einen Prozentpunkt zu niedrig und der Rechenweg falsch.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Eine Inflationsrate von \(2{,}2\,\%\) bedeutet \(b=1{,}022>1\): Die Preise steigen weiter, nur langsamer als in den Jahren davor. Gegenüber 2020 liegt das Preisniveau 2024 sogar bei \(1{,}1672\cdot1{,}022\approx1{,}193\), also etwa \(19{,}3\,\%\) höher.

Billiger würde es erst bei einer negativen Rate (\(b<1\)). Die Aussage verwechselt die sinkende Rate mit sinkenden Preisen und ist deshalb falsch.