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Abituraufgaben: Mealy-Entwurf

Eine Geheimschrift mit Wechselschritt und eine Morsetaste, die Punkte von Strichen trennt — beide Automaten entwerfen Sie selbst.

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Caesar mit Wechselschritt

14 BEAFB I–II

Bei der Caesar-Verschlüsselung wird jeder Buchstabe um eine feste Zahl von Stellen im Alphabet verschoben; nach Z geht es mit A weiter. Der abgebildete Mealy-Automat verschiebt um 3 Stellen. Es gilt \(\Sigma=\Omega=\{A,\,B,\,\dots,\,Z\}\).

Die Beschriftung x / x+k fasst 26 Übergänge zusammen: Für jeden Buchstaben x wird der um k Stellen verschobene Buchstabe ausgegeben.

Caesar-Verschlüsselung als Mealy-Automat
z0x / x+3
x / x+3 steht für die 26 Übergänge A / D, B / E, …, Z / C.
  1. Wenden Sie den abgebildeten Automaten auf das Wort ZUG an. (2 BE)
  2. Um die Verschlüsselung sicherer zu machen, soll abwechselnd um 1 und um 2 Stellen verschoben werden, beginnend mit 1. Erstellen Sie einen Mealy-Automaten für dieses Verfahren. (4 BE)
  3. Stellen Sie die Verschlüsselung des Wortes ZOO mit Ihrem Automaten in einem Ablaufprotokoll dar. (4 BE)
  4. Begründen Sie, dass sich das Verfahren aus b) nicht mit einem Mealy-Automaten mit nur einem Zustand umsetzen lässt, und geben Sie an, wie ein Automat zum Entschlüsseln aussieht. (4 BE)

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Zählen Sie drei Buchstaben weiter. Nach Z folgt A.
Hinweis zu Aufgabe b)
Was muss sich der Automat merken? Nur, ob als Nächstes um 1 oder um 2 verschoben wird.
Hinweis zu Aufgabe c)
Spalten: Schritt, Zustand, Eingabe, Ausgabe, Folgezustand. Achten Sie auf den Übergang von Z nach A.
Hinweis zu Aufgabe d)
Betrachten Sie im Ergebnis von c) die beiden O. Wovon hängt bei nur einem Zustand die Ausgabe ab?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Z → C, U → X, G → J: Ausgabewort CXJ. Der Automat bleibt die ganze Zeit in z0.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Lösung: wechselnde Verschiebung
z0z1x / x+1x / x+2

z0: „als Nächstes um 1 verschieben“, z1: „als Nächstes um 2 verschieben“. Jeder Buchstabe wechselt den Zustand.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
SchrittZustandEingabeAusgabeFolgezustand
1z0ZAz1
2z1OQz0
3z0OPz1

Ausgabewort AQP.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Mit nur einem Zustand hängt die Ausgabe allein vom gelesenen Buchstaben ab — derselbe Buchstabe würde immer gleich verschlüsselt. In ZOO wird das erste O aber zu Q, das zweite zu P. Der Automat muss sich also die Position (gerade/ungerade) merken: zwei Zustände.

Entschlüsseln: gleicher Graph, Beschriftungen x / x−1 (z0 → z1) und x / x−2 (z1 → z0). Aus AQP wird wieder ZOO.

2

Der Morse-Taster

18 BEAFB II–III

Ein Morse-Taster wird in festen Zeittakten abgefragt: d bedeutet „in diesem Takt gedrückt“, p „in diesem Takt nicht gedrückt“. Ein Mealy-Automat soll daraus Morsezeichen erzeugen: War die Taste genau einen Takt gedrückt, wird ein Punkt · ausgegeben, bei zwei oder mehr Takten ein Strich –. Das Zeichen wird im ersten Pausentakt nach dem Drücken ausgegeben, in allen anderen Takten wird nichts ausgegeben.

Es gilt \(\Sigma=\{d,\,p\}\) und \(\Omega=\{\cdot,\,–,\,/\}\); der Taster ist zu Beginn nicht gedrückt.

  1. Ermitteln Sie ohne Automaten die Soll-Ausgabe zur Eingabe dpdddppdp und geben Sie an, in welchen Takten eine Ausgabe erfolgt. (3 BE)
  2. Entwerfen Sie einen Mealy-Automaten für den Morse-Taster und geben Sie die Bedeutung der Zustände an. (5 BE)
  3. Folgen nach einem Morsezeichen drei Pausentakte hintereinander (einschließlich des Pausentakts, der das Zeichen beendet), ist der Buchstabe zu Ende; dann soll im dritten Pausentakt zusätzlich / ausgegeben werden. Erweitern Sie Ihren Automaten und prüfen Sie ihn mit einem Ablaufprotokoll zur Eingabe dpdddppdppp. (6 BE)
  4. Im internationalen Morsecode dauert ein Strich drei Punktlängen, zwischen Buchstaben liegen drei, zwischen Wörtern sieben Pausentakte. Bewerten Sie, ob ein Mealy-Automat geeignet ist, die Eingaben eines Menschen an einer Morsetaste zuverlässig zu übersetzen. (4 BE)

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Zerlegen Sie die Eingabe in Blöcke aus d und die jeweils folgenden p.
Hinweis zu Aufgabe b)
Der Automat muss sich merken, ob gerade nicht gedrückt ist, ob die Taste seit genau einem Takt oder seit mindestens zwei Takten gedrückt ist.
Hinweis zu Aufgabe c)
Nach einem Zeichen müssen die folgenden Pausentakte gezählt werden: Zwei neue Zustände „ein Pausentakt nach Zeichen“ und „zwei Pausentakte nach Zeichen“ genügen. Bei weiteren Pausen darf kein zweites / entstehen.
Hinweis zu Aufgabe d)
Welche Anforderungen lassen sich durch Zählen bis zu einer festen Grenze erfüllen? Was passiert, wenn ein Mensch unregelmäßig drückt?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Blöcke: d (1 Takt) → Punkt im 2. Takt; ddd (3 Takte) → Strich im 6. Takt; d → Punkt im 9. Takt. Soll-Ausgabe: · – · (der Buchstabe R).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Lösung: Morse-Taster
z0z1z2p / εd / εp / ·d / εd / εp / –

z0: Taste nicht gedrückt; z1: seit genau einem Takt gedrückt; z2: seit mindestens zwei Takten gedrückt. Kontrolle mit dpdddppdp: Ausgaben · (Takt 2), – (Takt 6), · (Takt 9) — wie in a).

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Lösung: Morse-Taster mit Buchstabenende
z0z1z2z3z4p / εd / εd / εd / εp / ·p / –d / εp / εd / εp / /

z3: Zeichen ausgegeben, ein Pausentakt; z4: zwei Pausentakte. Erst der dritte Pausentakt erzeugt / und führt nach z0, wo weitere Pausen nichts ausgeben.

SchrittZustandEingabeAusgabeFolgezustand
1z0dεz1
2z1p·z3
3z3dεz1
4z1dεz2
5z2dεz2
6z2p–z3
7z3pεz4
8z4dεz1
9z1p·z3
10z3pεz4
11z4p/z0

Ausgabewort · – · /.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Alle Regeln verlangen nur Zählen bis zu festen Grenzen (höchstens sieben Takte). Das gelingt mit endlich vielen Zuständen: Wortabstände brauchen z. B. einige Zustände mehr für die Pausen 4 bis 7. Formal ist ein Mealy-Automat also geeignet.

Menschen drücken aber nicht taktgenau: Ein Strich dauert mal zwei, mal vier Takte. Ein starrer Automat mit genau festgelegten Grenzen übersetzt dann falsch. Man muss Toleranzbereiche festlegen (z. B. 1 Takt = Punkt, ab 2 Takten = Strich, wie in b) oder das Tempo anpassen — letzteres übersteigt ein festes Modell.

Urteil: Für eine gleichmäßige, maschinell erzeugte Eingabe ist der Mealy-Automat gut geeignet; für menschliche Eingaben nur mit großzügigen Toleranzen.