Die Ladesäule
AFB I–IIEine Schnellladesäule für Elektroautos lädt schneller, solange der Akku noch weniger als halb voll ist: unter 50 % steigt der Ladestand um 4 Prozentpunkte pro Minute, danach nur noch um 2 Prozentpunkte. Geladen wird bis mindestens 80 %. Die Säule zeigt an, wie viele Minuten der Ladevorgang gedauert hat. Die Steuerung ist in folgendem Pseudocode beschrieben:
Eingabe: akku minuten ← 0 solange akku < 80 wiederhole wenn akku < 50 dann akku ← akku + 4 sonst akku ← akku + 2 ende wenn minuten ← minuten + 1 ende solange Ausgabe: minuten
- Geben Sie an, welche Kastenformen ein Struktogramm zu diesem Pseudocode enthält und wie oft jede Form vorkommt.
- Zeichnen Sie das Struktogramm zu dem Pseudocode.
- Ermitteln Sie die Ausgabe für einen anfänglichen Ladestand von 40 %.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
minuten ← minuten + 1 steht darunter — noch im Rumpf, aber außerhalb der Verzweigung.Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Das Struktogramm enthält 6 Anweisungen (Eingabe, minuten ← 0, akku ← akku + 4, akku ← akku + 2, minuten ← minuten + 1, Ausgabe), 1 zweiseitige Verzweigung und 1 kopfgesteuerte Schleife.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Die Verzweigung steht mit dem Zähler im Schleifenrumpf; wahr-Zweig links, falsch-Zweig rechts; die Ausgabe folgt nach der Schleife.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
40 → 44 → 48 → 52: 3 Minuten im schnellen Zweig. Ab 52 % wird um 2 erhöht: 52 → 54 → … → 80 sind (80 − 52) : 2 = 14 weitere Minuten. Ausgabe: 17 (Ladestand am Ende 80 %).
Der Fahrkartenautomat
AFB II–IIIAn einem Fahrkartenautomaten kann man 1 bis 10 Fahrkarten auf einmal kaufen. Gibt jemand eine andere Anzahl ein, soll der Automat erneut fragen, bis eine gültige Anzahl vorliegt. Zwei Auszubildende haben dafür je ein Struktogramm entworfen:
Variante A
Variante B
- Überprüfen Sie, ob beide Varianten für jede Folge von Eingaben den richtigen Preis ausgeben.
- Entwerfen Sie auf Grundlage einer korrekten Variante ein Struktogramm, das zusätzlich einen Gruppenrabatt berücksichtigt: Ab 6 Fahrkarten kostet jede Karte 2,50 € statt 3 €. Nach jeder ungültigen Eingabe soll die Meldung „Bitte 1 bis 10 eingeben“ erscheinen.
- Vergleichen Sie kopf- und fußgesteuerte Schleifen allgemein und im Hinblick auf die Eingabeprüfung an diesem Automaten.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
anzahl durch: Ist die Bedingung beim ersten Prüfen wahr oder falsch?Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Variante A ist fehlerhaft: anzahl startet mit 1, die Bedingung 1 < 1 oder 1 > 10 ist falsch. Die Schleife läuft nie, es wird gar nicht nach der Anzahl gefragt — ausgegeben wird immer 3 €. Korrektur: Startwert außerhalb von 1 bis 10 wählen, z. B. anzahl ← 0.
Variante B ist korrekt: Der Rumpf läuft mindestens einmal, es wird also immer gefragt; bei ungültiger Eingabe wird wiederholt. Beispiel: Eingaben 12, 0, 4 → nach der dritten Eingabe endet die Schleife, Ausgabe 12 €.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Die Meldung steht als einseitige Verzweigung im Rumpf der fußgesteuerten Schleife, der Rabatt als zweiseitige Verzweigung nach der Schleife (6 Karten: 15 €, 5 Karten: 15 €, 10 Karten: 25 €).
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Kopfgesteuert: Bedingung vor jedem Durchlauf, Rumpf evtl. nie ausgeführt; die Bedingungsvariable muss vorher sinnvoll belegt sein (Fehlerquelle wie in Variante A). Fußgesteuert: Bedingung nach dem Rumpf, Rumpf mindestens einmal; keine Vorbelegung nötig.
Bei einer Eingabeprüfung muss mindestens einmal eingegeben werden — die fußgesteuerte Schleife passt deshalb natürlicher. Eine kopfgesteuerte Lösung ist ebenfalls korrekt, braucht aber einen künstlichen ungültigen Startwert oder eine zusätzliche Eingabe vor der Schleife. Gemeinsam ist beiden: Sie enden erst, wenn die Bedingung falsch wird, und benötigen dieselbe Bedingung.
