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Übung AFB I

Zustandsfolgen, Kellerinhalte, Ableitungen: zehn Handgriffe zum ganzen Kapitel, die in jeder Klausur sichere Punkte bringen.

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Aufgabenblock — AFB I

Zehn Standardaufgaben zum Reproduzieren: Graphen und Tabellen lesen, Keller verfolgen, Regeln anwenden. Bei jeder Aufgabe gibt es eine Erinnerung und die Lösung zum Aufklappen.

A1
Übergänge zählen
AFB I

Ein vollständiger DEA hat die Zustände z0, z1, z2 und den Fehlerzustand zF sowie das Eingabealphabet \(\Sigma=\{a,\,b,\,c,\,d\}\). Berechnen Sie, wie viele Übergänge (Pfeile einschließlich Schleifen) sein Zustandsgraph hat.

Übergänge
Vollständig: Aus jedem Zustand führt für jedes Zeichen genau ein Pfeil: \(|Z|\cdot|\Sigma|\).
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\(|Z|\cdot|\Sigma| = 4\cdot 4\) = 16 Übergänge

Die vier Schleifen an zF zählen mit.

A2
Zustandsfolge ablesen
AFB I

Der DEA zählt die Einsen eines Binärworts:

z0 z1 z2 0 0 0 1 1 1

Entnehmen Sie dem Graphen, in welchem Zustand der DEA nach 1101011 steht.

Zustandsfolge: Beim Start beginnen, je Zeichen genau einem Pfeil folgen. Eine 0 ändert hier nie etwas.
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z0 → z1 → z2 → z2 → z0 → z0 → z1 → z2 → z2

Das Wort enthält fünf Einsen; 5 : 3 hat den Rest 2. Es wird abgelehnt, denn nur z0 ist Endzustand.

A3
Ausgabe eines Mealy-Automaten
AFB I

Ein Mealy-Automat mit \(\Sigma=\{a,b\}\) und \(\Omega=\{0,1\}\) ist durch die Tabelle gegeben (Folgezustand / Ausgabe):

Zustandab
z0z1 / 0z0 / ε
z1z0 / 1z1 / ε

Geben Sie das Ausgabewort zur Eingabe abaab an (ohne Leerzeichen).

Mealy: Bei jedem Übergang wird die Ausgabe hinter dem Schrägstrich notiert; ε heißt „nichts ausgeben“.
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z0 –a/0→ z1 –b/ε→ z1 –a/1→ z0 –a/0→ z1 –b/ε→ z1 → 010

Die beiden b geben nichts aus.

A4
Kellerinhalt zählen
AFB I

Ein Kellerautomat für \(\{a^nb^n\mid n\ge 0\}\) mit Vorbelegungszeichen # hat die Übergänge:

vonÜbergangnach
z0(#,a):A#z1
z1(A,a):AAz1
z1(A,b):εz2
z2(A,b):εz2
z2(#,ε):#z3

Bestimmen Sie, wie viele Zeichen (einschließlich #) nach dem Lesen von aaab im Keller liegen.

Zeichen
Notation: (X,e):W — oberstes Zeichen X wird entfernt, W abgelegt; das rechte Zeichen von W zuerst.
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# → A# → AA# → AAA# → AA# → 3 Zeichen

Drei a legen drei A ab, das b entfernt eines.

A5
Ein Wort ableiten
AFB I

Gegeben ist die Grammatik mit N = {S}, T = {a, b, c}, Startsymbol S und S → aSc | b. Wenden Sie die Regel S → aSc dreimal und danach S → b an. Geben Sie das entstehende Wort an.

Ableitung: In jedem Schritt wird ein Nichtterminal durch eine rechte Seite ersetzt.
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S ⇒ aSc ⇒ aaScc ⇒ aaaSccc ⇒ aaabccc

A6
Regeln zählen
AFB I

In der Anlage des Abiturs steht die Grammatik

N = {A, B, S}
T = {1, 2, a, c}
Startsymbol: S
Produktionsregeln:
S → 1A | 2B
A → 1B
B → aS | cS | a | c

Ermitteln Sie, wie viele einzelne Produktionsregeln sie enthält.

Regeln
Oder-Strich: S → 1A | 2B steht für zwei Regeln.
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2 + 1 + 4 = 7 Regeln

Die Grammatik ist regulär: jede Regel hat die Form X → aY oder X → a.

A7
Zustände aus einer Grammatik
AFB I

Aus der regulären Grammatik S → aA | b, A → bS | a soll ein DEA entstehen. Ordnen Sie jedem Nichtterminal einen Zustand zu und geben Sie an, wie viele Zustände der DEA ohne Fehlerzustand hat.

Zustände
Umwandlung: Je Nichtterminal ein Zustand; Regeln wie A → a ohne Nichtterminal brauchen einen zusätzlichen Endzustand zE.
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S, A und zE → 3 Zustände

zE ist Endzustand; S → b und A → a führen dorthin.

A8
Regeln aus einem DEA
AFB I

Erstellen Sie aus dem DEA aus A2 die zugehörige reguläre Grammatik und geben Sie an, wie viele Regeln (einzelne Alternativen) sie hat.

Regeln
DEA → Grammatik: Jedes Zeichen an jedem Pfeil ergibt eine Regel, jeder Endzustand zusätzlich eine ε-Regel.
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3 Zustände · 2 Zeichen = 6 Pfeil-Regeln, dazu S → ε für den Endzustand z0 = 7 Regeln

S → 0S | 1A | ε, A → 0A | 1B, B → 0B | 1S.

A9
Wörter zählen
AFB I

Stellen Sie alle Wörter der Länge höchstens 3 über \(\Sigma=\{a,b\}\) geordnet nach der Länge dar — das leere Wort eingeschlossen — und geben Sie ihre Anzahl an.

Wörter
Anzahl: Über einem Alphabet mit k Zeichen gibt es \(k^n\) Wörter der Länge n.
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\(2^0+2^1+2^2+2^3 = 1+2+4+8\) = 15 Wörter

A10
Schubfach
AFB I

Ein DEA hat 6 Zustände. Er liest nacheinander die Vorgeschichten \(a^0, a^1, a^2, \dots\). Nennen Sie die Mindestzahl an Vorgeschichten, bei der sicher zwei im selben Zustand enden.

Vorgeschichten
Schubfachprinzip: Bei mehr Vorgeschichten als Zuständen teilen sich mindestens zwei einen Zustand.
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6 Zustände + 1 = 7 Vorgeschichten (\(a^0\) bis \(a^6\))

Genau das nutzt der Beweis, dass kein DEA \(\{a^nb^n\}\) erkennt.