Welcher Punkt unterscheidet Cybermobbing am deutlichsten vom Mobbing auf dem Schulhof?
Denke an zwei Größen: die Uhrzeit und die Haltbarkeit.
2
Was tun in welcher Situation?
AFB II
Vier Reaktionen stehen zur Auswahl. Ordne jeder Situation die zuerst sinnvollste zu.
In einer Gruppe erscheinen seit Tagen Beleidigungen über dich; du willst später belegen können, was passiert ist.
Ein anonymes Konto schreibt dich immer wieder an, obwohl du nie geantwortet hast.
Du bist provoziert und würdest am liebsten sofort scharf zurückschreiben.
Die Sache läuft seit Wochen, du kommst allein nicht mehr weiter und schläfst schlecht.
Ein Bild von dir wurde ohne deine Zustimmung veröffentlicht und ist noch online.
Zwei Schritte müssen ganz am Anfang stehen, weil man sie später nicht nachholen kann.
3
Rückblick: Warum ist Falsches schneller?
AFB II
Eine erfundene Meldung verbreitet sich in einem Feed schneller als die richtige. Welche Erklärung passt zu dem, was du in 3.2.1 über die Sortierung gelernt hast?
Welche Größe entscheidet über die Reichweite eines Beitrags — und wodurch steigt sie?
4
Die Rolle der Zuschauenden
AFB II
In einer Klassengruppe mit 25 Mitgliedern werden seit Tagen abwertende Sprachnachrichten über eine Mitschülerin geteilt. 23 Personen lesen mit und sagen nichts. Niemand ist akut in Gefahr. Arbeite dich durch die Entscheidungsfragen und finde heraus, welche Reaktion hier die wirksamste ist.
Beantworte die Fragen des Entscheidungsbaums mit Ja oder Nein und schau, wo du herauskommst.
Melden und Sichern sind wichtig, aber sie erreichen die betroffene Person nicht. Sichtbare Solidarität bricht die Dynamik am schnellsten, weil sie den Mitlesenden zeigt: Hier sind nicht alle einer Meinung. Ehrlich dazugesagt: Sie ist auch die Reaktion mit dem größten persönlichen Risiko — wer sich öffentlich dagegenstellt, kann selbst zur Zielscheibe werden. Deshalb ist die erste Frage des Baums nicht „traust du dich?“, sondern „kannst du?“. Wer das für sich verneint, hat nicht versagt: Der betroffenen Person privat zu schreiben, Beiträge zu sichern und Erwachsene einzuweihen ist dann der richtige Weg. Und sichtbar Position beziehen fällt deutlich leichter, wenn man sich vorher mit ein, zwei anderen abspricht — zu dritt ist es kaum noch riskant.
Wer schweigend mitliest, wirkt für die Täter wie Zustimmung. Überlege, was die betroffene Person am meisten entlastet.
5
Begriffe und ihre Bedeutung
AFB I
Acht Begriffe aus diesem Kapitel — finde zu jedem die passende Erklärung. Du hast dafür höchstens 16 Versuche.
Decke zwei Karten auf, die zusammengehören.
Versuche: 0 von 16
Zwei Paare werden besonders oft vertauscht: Bystander beschreibt eine Rolle, Zivilcourage eine Haltung — aus einem Bystander wird durch Zivilcourage jemand, der eingreift. Und Desinformation setzt Absicht voraus; ein Deepfake ist dagegen nur das Werkzeug, mit dem sie oft hergestellt wird.
Beginne mit den Abkürzungen und englischen Wörtern — ihre Übersetzung verrät oft schon die Bedeutung.
„Des-“ heißt „ent-“: Information, die entinformiert. „Deep“ kommt von deep learning, also künstlicher Intelligenz.
6
Falsch — aber mit Absicht?
AFB II
Acht Beiträge tauchen in deinem Feed auf. Ordne jeden zu: absichtliche Täuschung, versehentlicher Irrtum oder eine zutreffende Information.
Ziehe jede Karte in den passenden Korb — oder wähle sie mit Enter aus und drücke dann die Ziffer des Korbs (0 legt sie zurück).
1Desinformation
2Fehlinformation
3Zutreffend
Der Unterschied liegt nicht im Inhalt, sondern in der Absicht: Wer täuschen will, verbreitet Desinformation; wer sich irrt, Fehlinformation. Für die Reichweite spielt das keine Rolle — beide verbreiten sich gleich schnell. Deshalb ist Quellenkritik vor dem Teilen der einzige Punkt, an dem du selbst etwas ändern kannst.
Frage bei jeder Karte: Weiß die Person, die das verbreitet, dass es falsch ist?
Wer mit einer Falschmeldung Geld, Klicks oder Stimmen gewinnen will, handelt mit Absicht. Wer selbst hereingefallen ist, nicht.
7
Wo liegt die Grenze?
AFB III
Fünf Situationen rund um Fotos und Kommentare. Setze überall dort ein Kreuz, wo die Aussage der Spalte zutrifft. Manche Zeilen bekommen mehrere Kreuze, eine bleibt ganz leer.
Klicke in die Zellen, um Kreuze zu setzen oder wieder zu entfernen.
Situation
Verletzt das Recht am eigenen Bild
Schon das Aufnehmen ist verboten
Erfüllt die Merkmale von Cybermobbing
Jemand postet ein Gruppenfoto vom Wandertag, auf dem Mitschüler erkennbar sind, ohne sie zu fragen
Eine Gruppe postet seit Wochen täglich bearbeitete Fotos einer Mitschülerin mit spöttischen Kommentaren
Jemand fotografiert heimlich in der Schultoilette, zeigt das Bild aber niemandem
Unter einem Foto steht ein einzelner unbedachter Kommentar: „Die Frisur war auch schon mal besser.“
Ein anonymes Konto schickt einem Mitschüler seit einem Monat jeden Abend Drohungen
Drei verschiedene Grenzen, die man leicht vermischt: Das Recht am eigenen Bild betrifft das Veröffentlichen ohne Einwilligung. In Umkleiden, Toiletten und Duschen ist nach § 201a StGB schon das Aufnehmen strafbar, auch wenn niemand das Bild sieht. Cybermobbing braucht Absicht und Wiederholung — ein einzelner unbedachter Kommentar ist unhöflich, aber noch kein Mobbing. Drohungen sind unabhängig davon strafbar.
Gehe Spalte für Spalte vor. In der Spalte „Schon das Aufnehmen ist verboten“ bleibt genau ein Kreuz übrig.
Für Cybermobbing müssen Absicht und Wiederholung zusammenkommen. Für das Recht am eigenen Bild muss etwas veröffentlicht worden sein.
8
Fünf Aussagen zu Rechten und Risiken
AFB II
Stimmt die Aussage? Eine Fehleinschätzung beendet die Serie.
Fünf Aussagen nacheinander. Eine falsche Einschätzung reicht — dann startest du die Serie mit „Neue Runde“ neu.
Aussage 1 von 5
Die Grundregel lautet: Online gilt dasselbe Recht wie offline — nur mit größerer Reichweite und ohne Vergessen. Wenn dich oder jemanden aus deiner Klasse so etwas betrifft: Beweise sichern, nicht antworten, und eine erwachsene Vertrauensperson einbeziehen.
Beim Recht am eigenen Bild kommt es darauf an, wer zu sehen ist — nicht darauf, wer fotografiert hat.
9
Was hilft in einer Mobbing-Situation wirklich?
AFB III
Drei Handlungen sind sinnvoll. Markiere genau diese drei.
Mehrere Antworten sind richtig. Markiere alle zutreffenden und klicke dann auf „Prüfen“.
Beweise sichern, melden, Hilfe holen — in dieser Reihenfolge. Zurückbeleidigen macht dich selbst angreifbar, und Weiterleiten vergrößert genau die Reichweite, unter der die betroffene Person leidet. Auch gut gemeintes Teilen ist Teil des Problems.
Sinnvoll ist, was die Lage dokumentiert oder Unterstützung holt — nicht, was die Auseinandersetzung weiterträgt.
10
Trickfrage: „zwei Millionen Aufrufe“
AFB III
Ein Video hat 2 000 000 Aufrufe und 40 000 Likes. Nur 15 % der Aufrufe dauern länger als 10 Sekunden. Unter dem Video stehen 500 Kommentare, der Kanal hat 80 000 Abonnenten. Rechne Schritt für Schritt und prüfe am Ende, wie viel die große Zahl wirklich aussagt.
Rechne die Kette Schritt für Schritt: Erst wenn ein Schritt stimmt, wird der nächste freigeschaltet. Enter prüft.
Wie viel Prozent der Aufrufe wurden zu einem Like? (40 000 von 2 000 000)%
Wie viele Aufrufe dauerten länger als 10 Sekunden? (15 % von 2 000 000)Aufrufe
Auf wie viele Aufrufe kommt ein Kommentar? (2 000 000 geteilt durch 500)Aufrufe je Kommentar
Wie oft passen die 80 000 Abonnenten in die 2 000 000 Aufrufe?mal
Zwei Millionen klingt gewaltig, aber nur jeder fünfzigste Aufruf wurde zu einem Like und nur jeder viertausendste zu einem Kommentar. Ein Aufruf zählt oft schon nach wenigen Sekunden Sichtbarkeit im Feed.
Rechne jeden Schritt einzeln aus und schreibe das Ergebnis mit Punkt statt Komma, falls Nachkommastellen nötig sind.