Das Plakat für den Tag der offenen Tür
AFB I–IIDie 10b gestaltet ein Plakat für den Tag der offenen Tür. Es soll 60 cm breit werden, und die ganze Breite soll ein Foto des Chemieraums füllen. Die Druckerei empfiehlt für Plakate, die man aus kurzer Entfernung betrachtet, mindestens 150 dpi. Das beste Foto, das die Klasse hat, ist 1920 Pixel breit. Lukas schlägt vor: „Kein Problem, wir rechnen das Foto im Bildprogramm einfach auf 4000 Pixel hoch.“
- Bestätigen Sie durch eine Rechnung, dass für das Foto auf dem Plakat bei 150 dpi rund 3500 Pixel Breite nötig sind.
- Interpretieren Sie Ihr Ergebnis im Hinblick auf das vorhandene Foto und auf Lukas’ Vorschlag.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Breite in Zoll: \(60\text{ cm} : 2{,}54\text{ cm} \approx 23{,}6\text{ Zoll}\). Benötigte Pixel: \(23{,}6 \cdot 150 \approx 3543\). Es werden also rund 3500 Pixel Breite gebraucht; die Aussage ist bestätigt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Das Foto hat nur 1920 Pixel, also gut die Hälfte des Nötigen. Auf 60 cm gestreckt ergibt das \(1920 : 23{,}6 \approx 81\) Pixel pro Zoll — deutlich unter den empfohlenen 150 dpi. Aus der Nähe wirkt das Plakat unscharf oder pixelig. Bei 150 dpi reicht das Foto nur für \(1920 : 150 = 12{,}8\text{ Zoll} \approx 32{,}5\text{ cm}\) Breite.
Lukas’ Vorschlag löst das Problem nicht: Beim Hochrechnen auf 4000 Pixel werden Zwischenwerte aus den vorhandenen Pixeln geschätzt (interpoliert). Die Zahl wird größer, echte neue Details entstehen nicht — der Wert ist nicht nativ. Sinnvoll wäre ein Foto mit höherer Auflösung, ein kleineres Foto auf dem Plakat oder ein Plakat, das man aus größerer Entfernung betrachtet.
Ein Arbeitsplatz für Jonas
AFB II–IIIJonas ist blind und wechselt zum Halbjahr in die 10c. Im Informatikunterricht soll er an einem normalen Schulrechner arbeiten; das Zehnfingersystem auf der Tastatur beherrscht er sicher. Die Schule prüft zwei Ausgabemöglichkeiten:
Braillezeile mit 40 Zeichen: Kleine Stifte heben sich und bilden die Blindenschrift, sodass Jonas die aktuelle Bildschirmzeile mit den Fingern liest. Preis: rund 4500 €. Sprachausgabe: Ein Programm liest Bildschirmtexte über Kopfhörer vor; die Sprechgeschwindigkeit lässt sich stark erhöhen. Preis: kostenlos, Kopfhörer vorhanden.
Bei der Planung sagt ein Mitglied der Schulleitung: „4500 € für ein Gerät, das nur ein einziger Schüler benutzt, ist Luxus. Die kostenlose Sprachausgabe tut es auch.“
- Nennen Sie für Jonas je ein geeignetes Gerät für die Eingabe und für die Ausgabe und geben Sie jeweils den Sinneskanal an, über den er damit arbeitet.
- Vergleichen Sie Braillezeile und Sprachausgabe nach mindestens drei der fünf Vergleichsachsen für Peripheriegeräte.
- Nehmen Sie Stellung zur Aussage aus der Schulleitung.
Hinweise
Hinweis zu Aufgabe a)
Hinweis zu Aufgabe b)
Hinweis zu Aufgabe c)
Erwartungshorizont
Erwartungshorizont zu Aufgabe a)
Eingabe: Tastatur — Sinneskanal Tasten (Jonas kennt die Tastenpositionen auswendig); alternativ Mikrofon mit Sprachsteuerung — Sinneskanal Hören/Sprechen. Ausgabe: Braillezeile — Tasten; oder Kopfhörer mit Sprachausgabe — Hören. Eine Maus ist ungeeignet, weil sie das Sehen des Zeigers voraussetzt.
Erwartungshorizont zu Aufgabe b)
Sinneskanal: Braillezeile über den Tastsinn, Sprachausgabe über das Gehör. Genauigkeit: Die Braillezeile zeigt jedes Zeichen einzeln — Rechtschreibung, Klammern und Semikolons im Programmcode sind exakt prüfbar; die Sprachausgabe liest Satzzeichen oft gar nicht oder nur umständlich vor. Geschwindigkeit: Die Sprachausgabe ist bei langen Texten schneller (hohe Sprechgeschwindigkeit), die Braillezeile zeigt nur 40 Zeichen auf einmal. Zweck/Preis: Sprachausgabe kostenlos, für Überblick und Fließtext; Braillezeile rund 4500 €, für genaues Arbeiten. Anschluss: beide am Schulrechner (Braillezeile per USB oder Bluetooth, Kopfhörer per Klinke oder USB). Mindestens drei Achsen mit Aussagen zu beiden Geräten gelten als vollständig.
Erwartungshorizont zu Aufgabe c)
Erwartet wird eine eigene, begründete Position. Häufig: Der Aussage wird widersprochen. Hilfsmittel wie die Braillezeile entscheiden nicht über Komfort, sondern darüber, ob jemand einen Computer überhaupt vollwertig benutzen kann. Gerade im Informatikunterricht muss Jonas Programmcode Zeichen für Zeichen prüfen können; das leistet die Sprachausgabe allein nicht zuverlässig. Dass nur ein Schüler das Gerät nutzt, ist kein Gegenargument — auch eine Rampe wird gebaut, wenn nur eine Person im Rollstuhl sitzt. Zudem lässt sich das Gerät später weiterverwenden, und Kosten werden oft von Kostenträgern übernommen.
Zulässig ist auch eine abwägende Position, etwa: zunächst mit Sprachausgabe starten, die Braillezeile aber zügig beschaffen, sobald Programmieren ansteht. Vollständig ist die Antwort mit klarer Position, mindestens zwei fachlichen Argumenten aus b) und dem Bezug auf den Unterschied zwischen Komfort und Zugang.
