Regeln oder Beispiele?
„WENN es dunkel wird, DANN Licht an“ lässt sich leicht programmieren. Eine Regel, die eine Katze auf einem Foto erkennt, kann aber niemand aufschreiben — deshalb zeigt man dem Computer viele Beispiele und lässt ihn die Regel selbst finden.
- Künstliche Intelligenz (KI):Oberbegriff für Programme, die Aufgaben lösen, für die ein Mensch Intelligenz braucht — etwa Bilder oder Sprache erkennen.
- Maschinelles Lernen:wichtigster Teilbereich der KI: Das Programm findet die Regel selbst in Beispieldaten.
- Trainingsdaten:die Beispiele, aus denen gelernt wird — etwa vermessene Früchte, deren Sorte bekannt ist.
- Merkmal:eine gemessene Eigenschaft eines Beispiels, zum Beispiel Höhe und Breite einer Frucht.
- Label:die richtige Antwort, die zu einem Beispiel dazugeschrieben ist, etwa „Apfel“ oder „Birne“.
Vom Beispiel zur Vorhersage
Beim Lernen entsteht aus den Trainingsdaten ein Modell. Mit ihm schätzt das Programm neue, unbekannte Fälle ein.
- Überwachtes Lernen:das Programm bekommt Beispiel und Label zusammen und übt, bis seine Antworten meist stimmen.
- Modell:das gespeicherte Ergebnis des Lernens — bei einer Trennlinie zwei Zahlen, bei großen Systemen Millionen.
- Vorhersage:die Antwort des Modells für einen neuen Fall; immer eine Schätzung, nie eine Garantie.
- Trefferquote:Anteil der richtig eingeordneten Beispiele; solange sie steigt, wird das Modell weiter angepasst.
- Überanpassung:das Modell trifft die Trainingsdaten perfekt, versagt aber bei neuen Fällen — es hat auswendig gelernt.
Nicht jedes Verfahren baut eine Trennlinie. Beim Nächste-Nachbarn-Verfahren merkt sich das Programm alle Beispiele und lässt die k ähnlichsten abstimmen. Eine Musik-App schätzt so das Genre eines neuen Songs aus Tempo und Energie: Klicke ins Feld oder bewege den gelben Punkt mit Tab und den Pfeiltasten. Mit den Knöpfen änderst du k.
Halte fest: Das Verfahren speichert keine Regel, es vergleicht nur Abstände. Setze den Punkt zwischen zwei Gruppen und ändere k — dieselbe Stelle kann dann anders eingeordnet werden.
Maschinelles Lernen: Aus Trainingsdaten entsteht ein Modell, das für neue Fälle eine Vorhersage schätzt — nie mit Garantie.
Allgemeine Hinweise
KI versteht nichts
„Intelligenz“ ist hier nur ein Name. Das Modell rechnet mit Wahrscheinlichkeiten und kennt keine Bedeutung.
Nicht mit Trainingsdaten testen
Eine hohe Trefferquote auf den Trainingsdaten beweist wenig. Prüfe ein Modell immer mit Beispielen, die es beim Lernen nicht gesehen hat.
Programm und Modell trennen
Das Programm ist der Lernvorgang, das Modell sein Ergebnis. Neue Trainingsdaten ändern das Modell, nicht das Programm.
