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Probeklausur

Sechs Aufgaben, 50 Punkte, 90 Minuten — eine komplette Klausur zu Säure-Base-Reaktionen mit Auswertung in Notenpunkten.

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Bearbeitungszeit90 Minuten
Hinweise zur Bearbeitung
Säure\(\mathrm{p}K_S\)Säure\(\mathrm{p}K_S\)
\(\ce{HCl}\)−6\(\ce{CH3COOH}\)4,75
\(\ce{HF}\)3,14\(\ce{H2PO4-}\)7,20
\(\ce{HCOOH}\)3,75\(\ce{NH4+}\)9,25

\(K_W=1{,}0\cdot10^{-14}\,\mathrm{mol^2\,L^{-2}}\) · \(M(\ce{CH3COOH})=60{,}05\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\) · alle Angaben bei 25 °C · Indikatoren: Methylorange 3,1–4,4; Methylrot 4,4–6,2; Bromthymolblau 6,0–7,6; Phenolphthalein 8,2–10,0 · Taschenrechner: GTR (Casio fx-CG50) oder CAS (TI-Nspire CX CAS)

Geben Sie Zahlen mit Komma ein; Vorzeichen beachten. Die Lösungen werden nach dem Auswerten freigeschaltet.

AFB I

Wissen und Reproduzieren

18 Punkte
A1
Protolysen im Überblick
AFB I 9 Punkte
Material 1: Drei Protolysen

(1) \(\ce{HSO4- + H2O}\) \(\ce{<=> SO4^2- + H3O+}\)
(2) \(\ce{HCO3- + H3O+}\) \(\ce{-> H2CO3 + H2O}\)
(3) \(\ce{CH3COO- + H2O}\) \(\ce{<=> CH3COOH + OH-}\)

a) Welches Teilchenpaar ist in Reaktion (3) ein korrespondierendes Säure-Base-Paar? (eine Antwort richtig) 2 P
b) Ordnen Sie die Rolle des jeweiligen Teilchens in der genannten Reaktion zu. 3 P
c) In einer Lösung ist \(c(\ce{H3O+})=5{,}0\cdot10^{-5}\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\). Berechnen Sie \(c(\ce{OH-})\). 2 P
· 10⁻¹⁰ mol/L
d) Welche Aussagen zur Autoprotolyse sind richtig? (mehrere Antworten richtig) 2 P
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Erwartungshorizont: a) \(\ce{CH3COOH}/\ce{CH3COO-}\) (unterscheiden sich um ein Proton) (2 P). b) \(\ce{HSO4-}\) gibt ein Proton ab → Säure; \(\ce{HCO3-}\) nimmt eins auf → Base; \(\ce{H2O}\) gibt in (3) eins ab → Säure (3 P). c) \(c(\ce{OH-})=\dfrac{10^{-14}}{5{,}0\cdot10^{-5}}=2{,}0\cdot10^{-10}\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\) (2 P). d) richtig: Ionen auch in reinem Wasser; \(K_W\) gilt überall. Falsch: \(c(\ce{OH-})\) ist in Salzsäure klein, aber nicht null; \(K_W\) steigt beim Erwärmen (endotherm) (2 P).

A2
pH-Werte berechnen
AFB I 9 Punkte
Material 2

Salzsäure: \(c_0=0{,}0020\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\) · Natronlauge: \(c_0=0{,}0030\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\) · eine Fruchtsaftprobe hat pH \(4{,}6\).

a) Berechnen Sie den pH-Wert der Salzsäure. 2 P
b) Berechnen Sie den pH-Wert der Natronlauge. 2 P
c) Berechnen Sie \(c(\ce{H3O+})\) im Fruchtsaft. 2 P
· 10⁻⁵ mol/L
d) Welche Reihe ist nach zunehmender Säurestärke geordnet (Tabelle in den Hinweisen)? (eine Antwort richtig) 3 P
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Erwartungshorizont: a) starke Säure: \(\mathrm{pH}=-\lg0{,}0020\approx2{,}70\) (2 P). b) \(\mathrm{pOH}=-\lg0{,}0030\approx2{,}52\); \(\mathrm{pH}=14-2{,}52=11{,}48\) (2 P). c) \(c(\ce{H3O+})=10^{-4{,}6}\approx2{,}5\cdot10^{-5}\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\) (2 P). d) Je kleiner \(\mathrm{p}K_S\), desto stärker: \(\ce{NH4+}\) (9,25) < \(\ce{CH3COOH}\) (4,75) < \(\ce{HF}\) (3,14) < \(\ce{HCl}\) (−6) (3 P).

AFB II

Zusammenhänge herstellen

22 Punkte
A3
Wie stark ist Essigessenz?
AFB II 12 Punkte
Material 3: Titration von Essigessenz

Auf dem Etikett einer Essigessenz steht „25 g Essigsäure in 100 mL“. \(5{,}00\,\mathrm{mL}\) Essigessenz werden im Messkolben mit Wasser auf \(100{,}0\,\mathrm{mL}\) aufgefüllt (1 : 20). \(10{,}0\,\mathrm{mL}\) dieser Lösung werden mit Natronlauge (\(c=0{,}100\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\)) titriert. Bürettenstand am Anfang: \(0{,}35\,\mathrm{mL}\); beim bleibenden Farbumschlag: \(21{,}15\,\mathrm{mL}\).

a) Ermitteln Sie das verbrauchte Volumen Natronlauge. 2 P
mL
b) Berechnen Sie die Essigsäure-Konzentration der verdünnten Lösung. 2 P
mol/L
c) Berechnen Sie die Essigsäure-Konzentration der unverdünnten Essigessenz. 2 P
mol/L
d) Berechnen Sie die Massenkonzentration \(\beta\) der Essigessenz in \(\mathrm{g\,L^{-1}}\) und überprüfen Sie die Etikettangabe. 3 P
g/L
e) Welcher Indikator eignet sich für diese Titration am besten? (eine Antwort richtig) 3 P
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Erwartungshorizont: a) \(V=21{,}15-0{,}35=20{,}80\,\mathrm{mL}\) (2 P). b) \(c=\dfrac{0{,}100\cdot20{,}80}{10{,}0}\,\mathrm{mol\,L^{-1}}=0{,}208\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\) (2 P). c) Verdünnung 1 : 20: \(c=20\cdot0{,}208=4{,}16\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\) (2 P). d) \(\beta=4{,}16\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\cdot60{,}05\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\approx250\,\mathrm{g\,L^{-1}}\) = 25 g in 100 mL → Etikett stimmt (3 P). e) Essigsäure ist schwach, am ÄP liegt Acetat (schwache Base) vor → ÄP und Sprung im Basischen → Phenolphthalein (3 P).

A4
Eine Kurve verrät viel
AFB II 10 Punkte
Material 4: Titrationskurve

\(25{,}0\,\mathrm{mL}\) Essigsäure unbekannter Konzentration werden mit Natronlauge (\(c=0{,}100\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\)) titriert; der pH-Wert wird mit einer pH-Elektrode gemessen.

04812162024283202468101214V(Natronlauge) in mLpH
a) Bestimmen Sie das Volumen am Äquivalenzpunkt. 2 P
mL
b) Berechnen Sie \(c_0(\ce{CH3COOH})\). 2 P
mol/L
c) Ermitteln Sie aus der Kurve den \(\mathrm{p}K_S\)-Wert der Essigsäure. 2 P
d) Berechnen Sie mit \(c_0\) aus b) und \(\mathrm{p}K_S=4{,}75\) den pH-Wert vor Beginn der Titration. 2 P
e) Ordnen Sie den Stellen der Kurve den Fachbegriff zu. 2 P
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Erwartungshorizont: a) Wendepunkt in der Mitte des Sprungs bei \(20{,}0\,\mathrm{mL}\) (2 P). b) \(c_0=\dfrac{0{,}100\cdot20{,}0}{25{,}0}=0{,}080\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\) (2 P). c) HÄP bei \(10{,}0\,\mathrm{mL}\): pH \(\approx4{,}75=\mathrm{p}K_S\) (2 P). d) \(\mathrm{pH}=\tfrac12\,(4{,}75-\lg0{,}080)=\tfrac12\,(4{,}75+1{,}10)\approx2{,}92\) — passt zum Kurvenstart (2 P). e) 10 mL: Halbäquivalenzpunkt; 20 mL: Äquivalenzpunkt (im Basischen, da Acetat vorliegt) (2 P).

AFB III

Verallgemeinern und Reflektieren

10 Punkte
A5
Ein Puffer zum Kalibrieren
AFB III 6 Punkte
Material 5: Kalibrierpuffer

Zum Kalibrieren von pH-Metern verwendet man eine Lösung, die Natriumdihydrogenphosphat (\(\ce{NaH2PO4}\)) und Natriumhydrogenphosphat (\(\ce{Na2HPO4}\)) in gleicher Stoffmenge enthält (je \(0{,}025\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\)).

a) Geben Sie den pH-Wert dieses Puffers an (Tabelle in den Hinweisen). 2 P
b) Mit welchen Reaktionen fängt der Puffer zugegebene Säure bzw. Base ab? (mehrere Antworten richtig) 2 P
c) Ein Schüler schlägt vor, stattdessen Salzsäure und Natriumchlorid zu mischen. Beurteilen Sie den Vorschlag. (eine Antwort richtig) 2 P
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Erwartungshorizont: a) \(n(\ce{H2PO4-})=n(\ce{HPO4^2-})\) → \(\mathrm{pH}=\mathrm{p}K_S=7{,}20\) (2 P). b) Die Pufferbase \(\ce{HPO4^2-}\) nimmt \(\ce{H3O+}\) auf, die Puffersäure \(\ce{H2PO4-}\) gibt ein Proton an \(\ce{OH-}\) ab; \(\ce{Na+}\) ist Begleit-Ion (2 P). c) Ein Puffer braucht eine schwache Säure und ihre korrespondierende Base; \(\ce{HCl}\) ist stark, \(\ce{Cl-}\) als Base extrem schwach (\(\mathrm{p}K_B=20\)) — zugegebene Säure bliebe frei (2 P).

A6
Verdünnen im Vergleich
AFB III 4 Punkte
Material 6

Eine Salzsäure und eine Essigsäure werden jeweils auf das Zehnfache verdünnt. Der pH-Wert der Salzsäure steigt dabei um genau 1.

a) Berechnen Sie mit \(\mathrm{pH}=\tfrac12\,(\mathrm{p}K_S-\lg c_0)\), um wie viel der pH-Wert der Essigsäure steigt. 2 P
b) Welche Erklärung ist fachlich zutreffend? (eine Antwort richtig) 2 P
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Erwartungshorizont: a) \(\Delta\mathrm{pH}=\tfrac12\,(-\lg\tfrac{c_0}{10}+\lg c_0)=\tfrac12\cdot1=0{,}5\) (2 P). b) \(c(\ce{H3O+})\) sinkt nur auf etwa ein Drittel (\(10^{-0{,}5}\)), weil sich das Protolysegleichgewicht nach rechts verschiebt und der Protolysegrad steigt; \(\mathrm{p}K_S\) ist eine Konstante, die Säure bleibt schwach (2 P).

Ergebnis

Erreicht
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Notenpunkte
—
AufgabeThemaPunkte

Bewertung in Notenpunkten

PunkteNotenpunkteBeurteilung
48 – 50 P15sehr gut
45 – 47 P14sehr gut
43 – 44 P13sehr gut
40 – 42 P12gut
38 – 39 P11gut
35 – 37 P10gut
33 – 34 P9befriedigend
30 – 32 P8befriedigend
28 – 29 P7befriedigend
25 – 27 P6ausreichend
23 – 24 P5ausreichend
20 – 22 P4ausreichend
17 – 19 P3mangelhaft
14 – 16 P2mangelhaft
10 – 13 P1mangelhaft
0 – 9 P0ungenügend