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Zusammenfassung

Alles Wichtige zu Stoffklassen, Reaktionstypen und Benzol auf einen Blick — die Regeln und Gleichungen, die in der Klausur zählen.

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5.1 Stoffklassen im Überblick

Die funktionelle Gruppe bestimmt Stoffklasse, Namen und Eigenschaften; die zwischenmolekularen Kräfte bestimmen die Siedetemperatur.

Stoffklassen im Überblick

StoffklasseFunktionelle GruppeNameBeispielH-Brücken untereinander?
AlkeneC=C-Doppelbindung-enBut-2-ennein
Halogenalkane\(\ce{-X}\) (F, Cl, Br, I)Halogen-Vorsilbe2-Brompropannein
AlkanoleHydroxygruppe \(\ce{-OH}\)-olPropan-1-olja
AlkanaleAldehydgruppe \(\ce{-CHO}\)-alEthanalnein
AlkanoneKetogruppe (C=O in der Kette)-onButanonnein
CarbonsäurenCarboxygruppe \(\ce{-COOH}\)-säureEthansäureja
Ether\(\ce{R-O-R'}\)Alkylreste + etherDiethylethernein
Ester\(\ce{R-COO-R'}\)Säure + Alkyl + esterEthansäureethylesternein

Funktionelle Gruppe

Atom(gruppe), die Stoffklasse, Namensendung und typische Reaktionen festlegt. Homologe Reihe: Glieder unterscheiden sich um je eine \(\ce{CH2}\)-Gruppe.

\(\ce{CH3-CH2-OH}\) · \(\ce{CH3-CO-CH3}\)

Halogenalkane

Alkane mit Halogenatomen statt H; polare C–X-Bindung (\(\delta+\) am C). Kaum wasserlöslich, fettlöslich; FCKW zerstören die Ozonschicht.

\(\ce{CH2Cl2}\) · \(\ce{CHCl3}\) · \(\ce{CCl3F}\)

Siedetemperaturen

Van-der-Waals-Kräfte wachsen mit Elektronenzahl und Oberfläche; Dipol-Dipol-Kräfte bei polaren Bindungen; Wasserstoffbrücken nur mit O–H-Gruppe.

Ether, Ester < Alkanone < Alkanole < Carbonsäuren

Ester und Ether

Ether: O-Brücke zwischen zwei Alkylresten. Ester: C=O und O-Brücke am selben C-Atom. Beide ohne O–H → niedrige Siedetemperatur; Ester riechen oft fruchtig.

\(\ce{C2H5-O-C2H5}\) · \(\ce{CH3-COO-C2H5}\)

Isomerie

Konstitutionsisomere: gleiche Summenformel, andere Verknüpfung (Gerüst- oder Stellungsisomere). cis-trans: an der starren C=C-Bindung, wenn jedes C-Atom zwei verschiedene Substituenten trägt.

Butan / 2-Methylpropan · cis-/trans-But-2-en

Bromwasserprobe

Rasche Entfärbung (ohne helles Licht) zeigt C=C- oder C≡C-Bindungen an: Brom wird addiert. C=O-Gruppen, Ringe allein und Benzol entfärben nicht.

\(\ce{CH2=CH2 + Br2}\) \(\ce{-> CH2Br-CH2Br}\)

Gruppen genau lesen

Hydroxygruppe \(\ce{-OH}\) ist kein Hydroxid-Ion; Carboxy \(\ce{-COOH}\) zählt als eine Gruppe; Ester \(\ce{\bond{-}COO\bond{-}}\) ist nicht Ether \(\ce{\bond{-}O\bond{-}}\).

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5.2 Reaktionstypen

Vier Typen, drei Mechanismus-Schritte, ein Gleichgewicht — und die Bedingungen entscheiden über das Hauptprodukt.

Substitution2 → 2R–H + X₂ → R–X + HXAddition2 → 1C=C + X₂ → X–C–C–XEliminierung1 → 2H–C–C–X → C=C + HXKondensation2 → 1 + kleinROH + HOR′ → ROR′ + H₂OUmkehrungEntscheidend ist, was mit dem C-Gerüst passiert — nicht, ob Wasser entsteht.
Die vier Reaktionstypen und ihre Molekülbilanz

Radikalische Substitution

Alkane + Halogene im Licht. Radikal: Teilchen mit ungepaartem Elektron. Start → viele Kettenschritte → Abbruch, wenn zwei Radikale sich treffen.

\(\ce{CH4 + Cl2 ->[Licht] CH3Cl + HCl}\)

Veresterung

Carbonsäure + Alkanol ⇌ Ester + Wasser: säurekatalysierte Kondensation. Wasser aus der OH-Gruppe der Säure und dem H-Atom des Alkanols. Umkehrung: Esterspaltung (Hydrolyse).

\(\ce{CH3COOH + C2H5OH}\) \(\ce{<=> CH3COOC2H5 + H2O}\)

Esterausbeute

Gleichgewicht mit \(K_c\approx4\): aus je 1 mol Säure und Alkohol nur \(\tfrac23\) mol Ester. Mehr Ausbeute durch Überschuss eines Edukts oder Entfernen eines Produkts; Katalysator ändert die Lage nicht. Verseifung mit Lauge läuft vollständig.

\(K_c=\dfrac{c(\text{Ester})\cdot c(\ce{H2O})}{c(\text{Säure})\cdot c(\text{Alkohol})}\)

Konkurrierende Produkte

Aus denselben Edukten entstehen mehrere Produkte. Mehrfachsubstitution (Chlor-Überschuss), Isomere (verschiedene H-Atome), Ether vs. Alken je nach Temperatur.

140 °C: Ether · 170 °C: Ethen
Mechanismus der radikalischen Substitution (Chlorierung von Methan)
Start: \(\ce{Cl2 ->[Licht] 2 Cl^.}\) · Kette: \(\ce{Cl^. + CH4}\) \(\ce{-> HCl + CH3^.}\), \(\ce{CH3^. + Cl2}\) \(\ce{-> CH3Cl + Cl^.}\) · Abbruch: \(\ce{2 Cl^. -> Cl2}\), \(\ce{2 CH3^. -> C2H6}\), \(\ce{CH3^. + Cl^. -> CH3Cl}\)
Kettenschritt: links und rechts je ein Radikal · Start und Abbruch ändern die Zahl der Radikale · Ethan als Nebenprodukt belegt den Mechanismus

Reaktionstyp bestimmen

Moleküle zählen (2 → 2, 2 → 1, 1 → 2), Gerüst vergleichen, Bedingungen über den Pfeil schreiben. Entstehendes Wasser allein beweist keine Kondensation.

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5.3 Aromaten

Benzol sieht nach drei Doppelbindungen aus — verhält sich aber wie keine davon.

↔≙C–C 154 pm · C=C 134 pm · Benzolring 139 pm
Zwei Grenzformeln beschreiben einen Zustand: Sechseck mit Kreis

Widersprüche zu Kekulé

Benzol entfärbt Bromwasser nicht; es gibt nur ein 1,2-Dibrombenzol; alle C–C-Bindungen sind gleich lang.

\(\ce{C6H6}\), Sdt. 80 °C

Delokalisierung

Ebenes Sechseck, Winkel 120°, sechs delokalisierte Elektronen über dem ganzen Ring. Grenzformeln mit ↔ sind Hilfsbilder, nichts „springt“.

Sechseck mit Kreis

Reaktionsverhalten

Aromaten sind besonders stabil und reagieren bevorzugt durch Substitution (mit Katalysator), nicht durch Addition.

\(\ce{C6H6 + Br2 ->[FeBr3] C6H5Br + HBr}\)

Zeichnen

Entweder eine Kekulé-Grenzformel oder das Sechseck mit Kreis — nie Kreis und Doppelstriche zugleich.