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Probeklausur

Sechs Aufgaben, 50 Punkte, 90 Minuten — eine komplette Klausur zu organischen Reaktionen mit Auswertung in Notenpunkten.

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Bearbeitungszeit90 Minuten
Hinweise zur Bearbeitung

Molare Massen in \(\mathrm{g\,mol^{-1}}\): C 12,01 · H 1,008 · O 16,00 · Cl 35,45 · Br 79,90

Veresterung von Carbonsäuren mit Alkanolen: \(K_c\approx4\) · Taschenrechner: GTR (Casio fx-CG50) oder CAS (TI-Nspire CX CAS) · Hilfsmittel: Periodensystem

Geben Sie Zahlen mit Komma ein; Vorzeichen beachten. Die Lösungen werden nach dem Auswerten freigeschaltet.

AFB I

Wissen und Reproduzieren

18 Punkte
A1
Vier Moleküle mit Sauerstoff
AFB I 9 Punkte
Material 1: Halbstrukturformeln

(A) \(\ce{CH3-CH2-COO-CH3}\) · (B) \(\ce{CH3-CH(OH)-CH3}\) · (C) \(\ce{CH3-CH2-CO-CH3}\) · (D) \(\ce{CH3-O-CH2-CH3}\)

a) Ordnen Sie jedem Stoff seine Stoffklasse zu. 4 P
b) Welche zwei Stoffe sind Konstitutionsisomere zueinander? (eine Antwort richtig) 2 P
c) Berechnen Sie die molare Masse von Stoff A. 2 P
g/mol
d) Welcher Stoff bildet Wasserstoffbrücken zwischen seinen eigenen Molekülen? (eine Antwort richtig) 1 P
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont: a) A Ester (Propansäuremethylester, –COO–), B Alkanol (Propan-2-ol), C Alkanon (Butanon), D Ether (Ethylmethylether) (4 P). b) B und D haben beide \(\ce{C3H8O}\), aber verschiedene Verknüpfung (2 P). c) \(\ce{C4H8O2}\): \(4\cdot12{,}01+8\cdot1{,}008+2\cdot16{,}00=88{,}11\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\) (2 P). d) Nur B hat eine O–H-Gruppe (1 P).

A2
Siedetemperaturen und Nachweise
AFB I 9 Punkte
Material 2: Siedetemperaturen bei 1013 hPa
StoffChlorethanBromethan1-Chlorpropan1-Chlorbutan
Sdt. in °C12384778
a) Welche Aussage erklärt, warum Bromethan höher siedet als Chlorethan? (eine Antwort richtig) 2 P
b) Berechnen Sie den Massenanteil an Brom in Bromethan \(\ce{C2H5Br}\). 2 P
%
c) Geben Sie das Ergebnis der Bromwasserprobe (ohne helles Licht) an. 3 P
d) Welche Aussagen über Halogenalkane sind richtig? (mehrere Antworten richtig) 2 P
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Erwartungshorizont: a) Größeres Halogenatom mit mehr Elektronen → stärkere Van-der-Waals-Kräfte; die C–Br-Bindung ist sogar weniger polar (2 P). b) \(M(\ce{C2H5Br})=108{,}97\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\); \(w=79{,}90:108{,}97=73{,}3\,\%\) (2 P). c) Pent-2-en entfärbt (Addition an C=C); Butanon (C=O) und Benzol (aromatisch) nicht (3 P). d) kaum wasserlöslich, polare C–Cl-Bindung; keine O–H-Gruppe → keine H-Brücken; längere Kette → höhere Siedetemperatur (2 P).

AFB II

Zusammenhänge herstellen

22 Punkte
A3
Ein Ester mit Birnenduft
AFB II 12 Punkte
Material 3: Versuch

\(12{,}0\,\mathrm{g}\) Ethansäure und die äquimolare Stoffmenge Propan-1-ol werden mit einigen Tropfen konzentrierter Schwefelsäure unter Rückfluss erhitzt, bis sich das Gleichgewicht eingestellt hat. Es entsteht ein nach Birne riechender Ester (\(M=102{,}13\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\)) und Wasser.

a) Welchen Namen hat der Ester? (eine Antwort richtig) 2 P
b) Berechnen Sie die eingesetzte Stoffmenge an Ethansäure. 2 P
mol
c) Berechnen Sie die Masse an Ester im Gleichgewicht (\(K_c=4\)). 3 P
g
d) Geben Sie die Wirkung der Maßnahme auf die Esterausbeute an. 3 P
e) Aus welchem Edukt stammt das Brücken-O-Atom der Estergruppe? (eine Antwort richtig) 2 P
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont: a) Säure zuerst, dann Alkylrest: Ethansäurepropylester (2 P). b) \(n=12{,}0\,\mathrm{g}:60{,}05\,\mathrm{g\,mol^{-1}}=0{,}200\,\mathrm{mol}\) (2 P). c) Bei äquimolarem Ansatz und \(K_c=4\): \(\dfrac{x^2}{(0{,}200-x)^2}=4\) ⇒ \(x=\tfrac23\cdot0{,}200=0{,}133\,\mathrm{mol}\); \(m=0{,}133\cdot102{,}13\,\mathrm{g}=13{,}6\,\mathrm{g}\) (3 P). d) Überschuss eines Edukts: Ausbeute steigt; Katalysator: Lage unverändert; Wasser (Produkt) zugeben: Gleichgewicht verschiebt sich zu den Edukten (3 P). e) Wasser entsteht aus OH der Säure und H des Alkohols; das O der Brücke stammt aus dem Alkohol (2 P).

A4
Ethan und Brom im Licht
AFB II 10 Punkte
Material 4: Bromierung

Ein Gemisch aus Ethan und Bromdampf wird belichtet; die braune Farbe verschwindet, es bildet sich Bromethan und Bromwasserstoff. Im Produktgemisch findet man außerdem Spuren eines Alkans mit vier C-Atomen und mehrfach bromierte Ethane.

a) Ordnen Sie die Reaktionsschritte zu. 3 P
b) Welches Nebenprodukt aus Material 4 belegt den Radikalmechanismus am deutlichsten? (eine Antwort richtig) 2 P
c) Pentan wird analog monochloriert. Berechnen Sie den Anteil an 3-Chlorpentan unter den Monochlorpentanen, wenn jedes H-Atom gleich reaktiv wäre. 3 P
%
d) Wie erhält man bei der Bromierung von Ethan vor allem Monobromethan? (eine Antwort richtig) 2 P
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Erwartungshorizont: a) Homolyse = Start; ein Radikal rein, ein Radikal raus = Kettenschritt; zwei Radikale verbinden sich = Abbruch (3 P). b) Butan entsteht nur durch Abbruch zweier Ethylradikale \(\ce{2 C2H5^. -> C4H10}\) (2 P). c) Pentan hat 12 H-Atome, davon 2 am mittleren C-Atom: \(2:12=16{,}7\,\%\) (3 P). d) Bei Ethan-Überschuss treffen Bromradikale meist auf Ethan statt auf Bromethan; Mehrfachsubstitution wird zurückgedrängt (2 P).

AFB III

Verallgemeinern und Reflektieren

10 Punkte
A5
Benzol und das Kekulé-Modell
AFB III 5 Punkte
a) Welche Befunde widersprechen der Kekulé-Formel mit festen Einfach- und Doppelbindungen? (mehrere Antworten richtig) 3 P
b) Leiten Sie ab, wie viele verschiedene Tribrombenzole \(\ce{C6H3Br3}\) es gibt. 2 P
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Erwartungshorizont: a) Drei Befunde: nur ein 1,2-Dibrombenzol (Kekulé: zwei), gleiche Bindungslängen \(139\,\mathrm{pm}\) (Kekulé: 154/134 pm), keine Addition von Brom. Summenformel und Aggregatzustand widersprechen nicht (3 P). b) Weil alle Ringpositionen gleichwertig sind: 1,2,3-, 1,2,4- und 1,3,5-Tribrombenzol — drei Isomere (2 P).

A6
Ein Plan für Diethylether
AFB III 5 Punkte
Material 6: Syntheseplan einer Schülergruppe

Schritt 1: Ethen wird mit Wasser (Katalysator Säure) zu Ethanol umgesetzt. Schritt 2: Ethanol wird mit konzentrierter Schwefelsäure auf \(170\,{}^\circ\mathrm{C}\) erhitzt, um Diethylether zu erhalten.

a) Ordnen Sie den Reaktionstyp zu. 3 P
b) Beurteilen Sie den Plan. (eine Antwort richtig) 2 P
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Erwartungshorizont: a) Schritt 1: Addition von Wasser an C=C; Etherbildung: Kondensation zweier Ethanol-Moleküle (2 → 1 + \(\ce{H2O}\)); bei 170 °C überwiegt die Eliminierung zu Ethen (3 P). b) Der Plan führt bei 170 °C im Kreis zurück zum Ethen. Konkurrierende Reaktionen: Bei etwa 140 °C überwiegt die Kondensation zum Diethylether (2 P).

Ergebnis

Erreicht
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Prozent
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Notenpunkte
—
AufgabeThemaPunkte

Bewertung in Notenpunkten

PunkteNotenpunkteBeurteilung
48 – 50 P15sehr gut
45 – 47 P14sehr gut
43 – 44 P13sehr gut
40 – 42 P12gut
38 – 39 P11gut
35 – 37 P10gut
33 – 34 P9befriedigend
30 – 32 P8befriedigend
28 – 29 P7befriedigend
25 – 27 P6ausreichend
23 – 24 P5ausreichend
20 – 22 P4ausreichend
17 – 19 P3mangelhaft
14 – 16 P2mangelhaft
10 – 13 P1mangelhaft
0 – 9 P0ungenügend