MINT lernen

Halogenkohlenwasserstoffe

Chlormethan ist bei Raumtemperatur ein Gas, Iodmethan eine Flüssigkeit — dabei wurde nur ein einziges Atom ausgetauscht.

1

Aufbau und Benennung

Ersetzt man in einem Alkan H-Atome durch Halogenatome, entsteht ein Halogenalkan.

  • Halogenalkan:Alkan, in dem H-Atome durch Halogenatome X (F, Cl, Br, I) ersetzt sind; allgemein \(\ce{R-X}\).
  • Benennung:Halogen als Vorsilbe (Fluor-, Chlor-, Brom-, Iod-) vor dem Alkannamen, Position als Ziffer, Anzahl mit di-, tri-, tetra-: 2-Brompropan, Trichlormethan.
  • Polare Bindung:F, Cl und Br sind elektronegativer als C: \(\delta+\) am C-Atom, \(\delta-\) am Halogenatom; die Polarität nimmt von C–F nach C–I ab (C–I kaum polar).
  • Verwendung:Lösemittel (Dichlormethan), Narkosemittel; FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) waren Kältemittel und Treibgase — sie zerstören die Ozonschicht und sind verboten.
C C C Br H H H H H H Hδ+δ−2-Brompropan C H Cl Cl Cl δ+Trichlormethan
Halogenalkane: Das Halogenatom (grün) zieht die Bindungselektronen zu sich — die C–X-Bindung ist polar.
Merke

Halogenalkane \(\ce{R-X}\): Alkane mit Halogenatomen statt H-Atomen; benannt mit Position, Anzahl und Halogen-Vorsilbe vor dem Alkannamen.

2

Siedetemperaturen vergleichen

Die Siedetemperatur zeigt, wie fest die Moleküle eines Stoffes zusammenhalten.

  • Van-der-Waals-Kräfte:Anziehung zwischen kurzzeitigen Dipolen; umso stärker, je mehr Elektronen und je größer die Oberfläche des Moleküls.
  • Dipol-Dipol-Kräfte:zusätzliche Anziehung zwischen den polaren C–X-Bindungen benachbarter Moleküle.
  • Kettenlänge:jede weitere \(\ce{CH2}\)-Gruppe erhöht die Siedetemperatur.
  • Halogen:bei gleicher Kette gilt F < Cl < Br < I — größere Halogenatome mit mehr Elektronen.
  • Löslichkeit:keine Wasserstoffbrücken zum Wasser möglich → kaum wasserlöslich, aber gut fettlöslich (lipophil).

Blende die Stoffreihen ein und überlagere sie. Tippe auf eine Spalte oder ziehe darüber (Tastatur: Diagramm fokussieren, Pfeiltasten wählen die Spalte) — das Readout nennt Siedetemperatur und molare Masse. Die zweite Ansicht zeigt, was schrittweises Chlorieren von Methan bewirkt.

Siedetemperaturen im Vergleich

Halte fest: Längere Kette und schwereres Halogenatom erhöhen die Siedetemperatur — entscheidend sind vor allem die Van-der-Waals-Kräfte, die mit der Elektronenzahl wachsen.

3

Allgemeine Hinweise

Polar, aber nicht wasserlöslich

Trotz polarer C–X-Bindung lösen sich Halogenalkane kaum in Wasser — sie können keine Wasserstoffbrücken bilden.

Nur ein Merkmal ändern

Vergleiche Siedetemperaturen so, dass sich nur ein Merkmal unterscheidet: gleiche Kette mit anderem Halogen oder gleiches Halogen mit anderer Kette.

Masse erklärt nicht alles

Fluorethan (48 g/mol) siedet bei −37 °C, Propan (44 g/mol) bei −42 °C — trotz stark polarer C–F-Bindung kaum höher, weil das kleine F-Atom wenige Elektronen hat.

Videos