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Zusammenfassung

Alles Wichtige zu Kunststoffen, Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten auf einen Blick — die Regeln und Gleichungen, die in der Klausur zählen.

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6.1 Kunststoffe

Wie Monomere verknüpft werden und wie stark die Ketten vernetzt sind, bestimmt Bildung, Eigenschaften und Verwertung eines Kunststoffs.

Thermoplastunvernetzt · schmilztElastomerweitmaschig · gummielastischDuroplastengmaschig · hart, spröde
Die Vernetzung der Ketten entscheidet über die Kunststoffklasse

Kunststoffklassen

Thermoplaste: unvernetzt, schmelzbar, neu formbar. Elastomere: weitmaschig vernetzt, gummielastisch. Duroplaste: engmaschig vernetzt, hart. Vernetzte Kunststoffe zersetzen sich statt zu schmelzen.

Makromolekül aus Monomeren → Polymer

Struktur und Eigenschaften

Längere Ketten, weniger Verzweigung (dichtere Packung) und polare Gruppen verstärken die Kräfte zwischen den Ketten → fester, höhere Erweichungstemperatur.

PE-HD dichter und steifer als PE-LD

Radikalische Polymerisation

Monomere mit C=C; kein Nebenprodukt. Start: Starter zerfällt in Radikale · Kettenwachstum: Radikal addiert Monomer um Monomer · Abbruch: zwei Radikale kombinieren.

\(\ce{n CH2=CHX}\) \(\ce{-> [-CH2-CHX\bond{-}]_{n}}\)

Polykondensation

Bifunktionelle Monomere, Abspaltung von Wasser. Polyester: Diol + Dicarbonsäure (–COO–). Polyamid: Diamin + Dicarbonsäure (–CO–NH–), Wasserstoffbrücken zwischen den Ketten.

\(\ce{R-COOH + H2N-R'}\) \(\ce{-> R-CO-NH-R' + H2O}\)

Kunststoffe erkennen

Schwimmprobe (Wasser 1,00; Salzlösung ≈ 1,2 g/cm³), Erhitzen, Beilsteinprobe (grüne Flamme → Chlor), Brennprobe. Jeder Kunststoff: Polymerisat oder Polykondensat und Thermoplast, Elastomer oder Duroplast.

PP, PE schwimmen · PS, PET, PVC sinken

Verwertung

Werkstofflich (einschmelzen, nur sortenreine Thermoplaste) · rohstofflich (Pyrolyse, Hydrolyse zu Monomeren) · energetisch (Verbrennung, Wärme, \(\ce{CO2}\)). D 2023: 61,1 % energetisch.

\(\ce{C2H4 + 3 O2}\) \(\ce{-> 2 CO2 + 2 H2O}\)
CO₂-Bilanz beim Verbrennen (Rechnen mit der Repetiereinheit)
\(\dfrac{m(\ce{CO2})}{m(\text{Kunststoff})}=\dfrac{x\cdot M(\ce{CO2})}{M(\text{Repetiereinheit})}\)
x = Zahl der C-Atome in der Repetiereinheit · PE: \(2\cdot44{,}01:28{,}05=3{,}14\) · der Polymerisationsgrad \(n\) kürzt sich heraus

Zwei Fragen an jeden Kunststoff

Wie ist er entstanden (C=C → Polymerisat, Wasser abgespalten → Polykondensat)? Wie stark sind die Ketten vernetzt (→ Klasse)? Beide Antworten sind unabhängig voneinander.

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6.2 Proteine und Fette

Aminosäuren und Fettsäuren werden durch Kondensation zu großen Molekülen verknüpft — ihre Raumstruktur bzw. Kettenform bestimmt die Eigenschaften.

Aminosäure + AminosäureDipeptidPeptidgruppe –CO–NH–+ H₂OGlycerin + 3 FettsäurenFett (Triglycerid)3 Estergruppen –COO–+ 3 H₂OHydrolyse= Umkehrung
Peptid- und Fettbildung sind Kondensationen

α-Aminosäuren

Aminogruppe und Carboxygruppe am selben C-Atom (α-C); der Rest R unterscheidet die 20 proteinogenen Aminosäuren. Außer Glycin chiral; in Proteinen nur L-Form.

\(\ce{H2N-CHR-COOH}\)

Zwitterion

Protonenübergang von der Carboxy- zur Aminogruppe im selben Molekül → salzartig, wasserlöslich, Zersetzung statt Schmelzen. Sauer: Kation, basisch: Anion; am IEP fast nur Zwitterionen.

\(\ce{H3N^+-CHR-COO^-}\)

Peptidbindung

Kondensation von Carboxy- und Aminogruppe zur Peptidgruppe; Kette mit Richtung vom N- zum C-Terminus. Primärstruktur = Sequenz.

Gly-Ala ≠ Ala-Gly

Raumstruktur

Sekundärstruktur: α-Helix, β-Faltblatt (H-Brücken im Rückgrat). Tertiärstruktur: Disulfidbrücken, Ionenbindungen, H-Brücken, VdW zwischen Resten. Quartärstruktur: mehrere Ketten. Denaturierung zerstört die Raumstruktur, nicht die Sequenz.

Hitze, Säure, Schwermetallsalze

Fette

Triglyceride: Ester aus Glycerin (Propan-1,2,3-triol) und drei Fettsäuren; Gemische mit Schmelzbereich; hydrophob.

\(\ce{C3H5(OH)3}\) + 3 R–COOH

Fest oder flüssig

Gesättigte Fettsäurereste: gestreckt, dichte Packung → fest. cis-C=C knickt die Kette → lockere Packung, schwächere VdW → Öl. Ungesättigte Reste entfärben Bromwasser.

Stearinsäure 69 °C · Ölsäure 16 °C · Linolsäure −7 °C

Wasser zählen

Eine Kette aus \(n\) Bausteinen hat \(n-1\) Verknüpfungen; ein Fett hat drei Estergruppen. Für jede Bindung wird bei der Bildung ein Wassermolekül frei und bei der Hydrolyse eines verbraucht.

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6.3 Kohlenhydrate

Glucose ist der Baustein — wie die Ringe verknüpft sind, entscheidet über Geschmack, Verdaulichkeit und Nachweis.

Amylose: α-1,4 → HelixStärke · verdaulich · Iod: blauCellulose: β-1,4 → gestrecktFasern · unverdaulich · Iod: gelbbraun
Gleicher Baustein, andere Verknüpfung

Glucose und Fructose

Beide \(\ce{C6H12O6}\): Glucose ist eine Aldose (Aldehydgruppe an C1), Fructose eine Ketose (Ketogruppe an C2). Fischer-Projektion: OH an C5 rechts → D-Zucker.

Konstitutionsisomere

Ringschluss

OH an C5 addiert sich an die Carbonylgruppe → Halbacetal-Gruppe. Glucose: Sechsring, Fructose: Fünfring. Neue OH-Gruppe unten = α, oben = β; in Wasser Gleichgewicht über die Kette.

Glucose: 36 % α · 64 % β · < 1 % Kette

Zweifachzucker

Glykosidische Bindung: Halbacetal-Gruppe + OH-Gruppe → O-Brücke + Wasser. Maltose: Glc-α-1,4-Glc. Saccharose: α-Glucose-C1 an β-Fructose-C2 → keine Halbacetal-Gruppe frei.

\(\ce{C12H22O11 + H2O}\) \(\ce{-> 2 C6H12O6}\)

Vielfachzucker

Amylose: α-1,4, Helix · Amylopektin: zusätzlich α-1,6-Verzweigungen · Stärke = Gemisch, Energiespeicher. Cellulose: β-1,4, gestreckte Ketten, H-Brücken → Fasern.

Stärke verdaulich, Cellulose nicht

Fehling-Probe

Reduzierende Zucker (freie Halbacetal-Gruppe → Aldehydgruppe) reduzieren \(\ce{Cu^2+}\) zu ziegelrotem \(\ce{Cu2O}\). Positiv: Glucose, Fructose, Maltose. Negativ: Saccharose.

blau → grün → gelb → orange → ziegelrot

Iod-Stärke-Probe

Iod lagert sich in die Amylose-Helix ein → tiefblau; Amylopektin rotviolett. Beim Erwärmen verschwindet die Farbe. Negativ: Glucose, Saccharose, Cellulose.

Iod-Kaliumiodid-Lösung
Fehling-Probe als Redoxreaktion
\(\ce{R-CHO + 2 Cu^2+ + 5 OH-}\) \(\ce{-> R-COO- + Cu2O + 3 H2O}\)
Aldehydgruppe wird oxidiert, Kupfer(II)-Ionen werden zu Kupfer(I) reduziert · ein Zuckermolekül → ein \(\ce{Cu2O}\)

Kann sich der Ring öffnen?

Reduzierend ist ein Zucker nur, wenn mindestens eine Halbacetal-Gruppe frei ist. Summenformel und Bausteine allein verraten das nicht — entscheidend ist, welche C-Atome verknüpft sind.