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Proteine

Eine Kette aus Hunderten Bausteinen faltet sich von selbst in eine exakte Form — und ein gekochtes Ei zeigt, wie schnell diese Form verloren geht.

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Die Peptidbindung

Aminosäuren verknüpfen sich unter Wasserabspaltung zu langen Ketten.

  • Kondensation:Carboxygruppe der einen und Aminogruppe der nächsten Aminosäure reagieren; dabei wird Wasser abgespalten.
  • Peptidgruppe:\(\ce{\bond{-}CO-NH\bond{-}}\); die neue Bindung zwischen C- und N-Atom heißt Peptidbindung.
  • Dipeptid:zwei Bausteine, z. B. Glycylalanin, kurz Gly-Ala (Drei-Buchstaben-Code).
  • Protein:Polypeptid aus vielen Aminosäuren; ab etwa 100 Bausteinen spricht man von Proteinen.
  • Richtung:Die Kette beginnt mit der freien Aminogruppe (N-Terminus) und endet mit der freien Carboxygruppe (C-Terminus): Gly-Ala ≠ Ala-Gly.
  • Primärstruktur:die Reihenfolge (Sequenz) der Aminosäuren in der Kette.
H N H C H H C O O H+ H N H C H C H H H C O O HGlycinAlanin H N H C H H C O N H C H C H H H C O O HGlycylalanin (Gly-Ala)Peptidgruppe+H2O→
Peptidbindung durch Kondensation: OH der Carboxygruppe + H der Aminogruppe → Wasser (blau); die Peptidgruppe –CO–NH– ist orange hinterlegt.
Merke

Peptidbindung: Carboxy- und Aminogruppe zweier Aminosäuren kondensieren zur Peptidgruppe \(\ce{\bond{-}CO-NH\bond{-}}\); dabei wird Wasser frei.

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Die Raumstruktur

Die Kette faltet sich — welche Form entsteht, legt die Sequenz fest.

  • Sekundärstruktur:regelmäßige Faltung des Rückgrats zur α-Helix (Schraube) oder zum β-Faltblatt, gehalten durch Wasserstoffbrücken zwischen C=O- und N–H-Gruppen der Peptidgruppen.
  • Tertiärstruktur:räumliche Gestalt der ganzen Kette durch Wechselwirkungen zwischen den Resten R.
  • Disulfidbrücke:Atombindung S–S zwischen zwei Cystein-Resten — die festeste Verknüpfung.
  • Ionenbindung:zwischen geladenen Resten, z. B. \(\ce{-NH3+}\) von Lysin und \(\ce{-COO-}\) von Glutaminsäure.
  • Weitere Kräfte:Wasserstoffbrücken zwischen polaren Resten; Van-der-Waals-Kräfte zwischen unpolaren Resten im Innern.
  • Quartärstruktur:mehrere Ketten lagern sich zusammen, z. B. vier im Hämoglobin.
  • Denaturierung:Hitze, Säuren oder Schwermetallsalze zerstören die Raumstruktur; die Sequenz bleibt, die Funktion geht verloren.
Merke

Proteinstruktur: Primärstruktur = Sequenz, Sekundärstruktur = H-Brücken im Rückgrat, Tertiärstruktur = Wechselwirkungen der Reste.

Fasse das Kettenende (C-Terminus, Griff rechts) und ziehe: nach links wickelt sich die Kette auf, nach rechts wickelst du sie wieder ab (Tastatur: Griff fokussieren, Pfeiltasten, Pos1/Ende). Die Knöpfe springen direkt zu einer Strukturebene.

Vom Faden zum Knäuel

Halte fest: Beim Auf- und Abwickeln ändert sich nur die Raumstruktur — die Sequenz Gly-Cys-Ala-… bleibt immer gleich. Die Helix hält durch H-Brücken im Rückgrat, das Knäuel durch Bindungen zwischen den Resten.

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Allgemeine Hinweise

Atombindung oder Wechselwirkung?

Die Primärstruktur hält durch Atombindungen (Peptidbindungen); Sekundär- und Tertiärstruktur beruhen – außer der Disulfidbrücke – auf schwächeren Wechselwirkungen.

Reste untersuchen

Zur Erklärung der Tertiärstruktur in den Resten nach Ladungen, polaren Gruppen, SH-Gruppen und unpolaren Ketten suchen.

Denaturiert ist nicht zerlegt

Beim Erhitzen bleiben die Peptidbindungen erhalten — die Kette zerfällt nicht in einzelne Aminosäuren.

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