MINT lernen

Probeklausur

Sechs Aufgaben, 50 Punkte, 90 Minuten — eine komplette Klausur zu Kunststoffen und Naturstoffen mit Auswertung in Notenpunkten.

Punkte0 / 50
Notenpunkte—
Bearbeitet0 / 0
Bearbeitungszeit90 Minuten
Hinweise zur Bearbeitung

Molare Massen in \(\mathrm{g\,mol^{-1}}\): C 12,01 · H 1,008 · N 14,01 · O 16,00 · Cu 63,55 · \(\ce{H2O}\) 18,02 · \(\ce{CO2}\) 44,01

Taschenrechner: GTR (Casio fx-CG50) oder CAS (TI-Nspire CX CAS) · Hilfsmittel: Periodensystem

Geben Sie Zahlen mit Komma ein; Vorzeichen beachten. Die Lösungen werden nach dem Auswerten freigeschaltet.

AFB I

Wissen und Reproduzieren

18 Punkte
A1
Vier Repetiereinheiten
AFB I 9 Punkte
Material 1: Repetiereinheiten von vier Kunststoffen

(A) \(\ce{[-CH2-CH(CN)\bond{-}]_{n}}\)

(B) \(\ce{[-O-(CH2)4-O-CO-(CH2)2-CO\bond{-}]_{n}}\)

(C) \(\ce{[-CH2-C(CH3)(COOCH3)\bond{-}]_{n}}\)

(D) \(\ce{[-NH-(CH2)5-CO\bond{-}]_{n}}\)

a) Ordnen Sie jedem Kunststoff seine Bildungsreaktion zu. 4 P
b) Aus welchem Monomer entsteht Kunststoff A? (eine Antwort richtig) 2 P
c) Berechnen Sie die molare Masse der Repetiereinheit von A. 2 P
g/mol
d) Welcher Stoff wird bei der Bildung von Kunststoff B abgespalten? (eine Antwort richtig) 1 P
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont: a) A und C enthalten nur Einfachbindungen im Rückgrat, ohne Ester-/Amidbindung → Polymerisate (aus Propennitril bzw. Methylmethacrylat); B enthält Esterbindungen (aus Butan-1,4-diol + Butandisäure), D Amidbindungen (aus 6-Aminohexansäure) → Polykondensate (4 P). b) Die frühere C=C-Bindung ist in der Kette zur Einfachbindung geworden: \(\ce{CH2=CH-CN}\) (2 P). c) \(\ce{C3H3N}\): \(3\cdot12{,}01+3\cdot1{,}008+14{,}01=53{,}06\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\) (2 P). d) Wasser, je Esterbindung ein Molekül (1 P).

A2
Ein Dipeptid und ein Fett
AFB I 9 Punkte
Material 2: Das Dipeptid Met-Thr

Methionin (Met, \(M=149{,}21\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\)) und Threonin (Thr, \(M=119{,}12\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\)) werden zum Dipeptid Met-Thr verknüpft.

a) Welche Aussage über Met-Thr ist richtig? (eine Antwort richtig) 2 P
b) Berechnen Sie die molare Masse des Dipeptids. 2 P
g/mol
c) Ordnen Sie die Merkmale der Strukturebene eines Proteins zu. 3 P
d) Welche Aussagen über Fette sind richtig? (mehrere Antworten richtig) 2 P
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont: a) Die erstgenannte Aminosäure trägt die freie Aminogruppe; ihre Carboxygruppe bildet die Peptidbindung mit der Aminogruppe des Threonins (2 P). b) \(149{,}21+119{,}12-18{,}02=250{,}31\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\) (2 P). c) Primär-, Sekundär-, Tertiärstruktur (3 P). d) Fette sind Triglyceride (Ester, keine freie Carboxygruppe, hydrophob); cis-Doppelbindungen knicken die Ketten und senken die Schmelztemperatur (2 P).

AFB II

Zusammenhänge herstellen

22 Punkte
A3
Vier Proben im Labor
AFB II 12 Punkte
Material 3: Versuch

Vier farblose Lösungen werden untersucht: (A) Maltose-Lösung, (B) Saccharose-Lösung, (C) Stärke-Lösung, (D) Saccharose-Lösung, die zuvor mit etwas Salzsäure gekocht und dann neutralisiert wurde. Alle Proben werden mit Fehling-Lösung im heißen Wasserbad erwärmt.

a) Geben Sie das Ergebnis der Fehling-Probe an. 4 P
b) Warum reagiert Probe B nicht? (eine Antwort richtig) 2 P
c) Probe A enthält \(0{,}684\,\mathrm{g}\) Maltose (\(M=342{,}30\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\)). Berechnen Sie die Masse an Kupfer(I)-oxid, wenn pro Maltose-Molekül ein \(\ce{Cu2O}\) entsteht. 3 P
g
d) Probe C wird mit Iod-Kaliumiodid-Lösung versetzt und anschließend erwärmt. Welche Beobachtung erwarten Sie? (eine Antwort richtig) 3 P
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont: a) A: Maltose hat eine freie Halbacetal-Gruppe → ziegelrot. B: Saccharose → blau. C: Stärke → praktisch keine Reaktion, blau. D: Durch Hydrolyse entstanden Glucose und Fructose → ziegelrot (4 P). b) In Saccharose sind C1 der Glucose und C2 der Fructose verknüpft; es gibt keine freie Halbacetal-Gruppe, also keine Aldehydgruppe (2 P). c) \(M(\ce{Cu2O})=143{,}10\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\); \(n=0{,}684:342{,}30=2{,}00\,\mathrm{mmol}\); \(m=2{,}00\cdot10^{-3}\cdot143{,}10=0{,}286\,\mathrm{g}\) (3 P). d) Iod lagert sich in die Amylose-Helix ein (tiefblau); beim Erwärmen entwindet sich die Helix, das Iod wird frei, beim Abkühlen bildet sich die Einschlussverbindung neu (3 P).

A4
Neue Fäden aus alten Netzen
AFB II 10 Punkte
Material 4: Recycling von Fischernetzen

Alte Fischernetze aus Polyamid 6 (Repetiereinheit \(\ce{[-NH-(CH2)5-CO\bond{-}]}\), \(\ce{C6H11NO}\), \(M=113{,}16\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\)) werden gesammelt. Ein Unternehmen spaltet sie in ihr Monomer 6-Aminohexansäure (\(M=131{,}17\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\)) und stellt daraus neue Garne her.

a) Berechnen Sie die Masse an 6-Aminohexansäure, die bei vollständiger Hydrolyse von \(1{,}00\,\mathrm{kg}\) PA 6 entsteht. 3 P
g
b) Berechnen Sie die Masse an \(\ce{CO2}\), die beim Verbrennen von \(1{,}00\,\mathrm{kg}\) PA 6 entsteht. 3 P
kg
c) Ordnen Sie jedem Verfahren den Verwertungsweg zu. 4 P
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont: a) Jede Amidbindung nimmt ein \(\ce{H2O}\) auf: \(m=1000\,\mathrm{g}\cdot\dfrac{131{,}17}{113{,}16}=1159\,\mathrm{g}\) (3 P). b) \(\ce{4 C6H11NO + 33 O2}\) \(\ce{-> 24 CO2 + 22 H2O + 2 N2}\); je Repetiereinheit 6 \(\ce{CO2}\): \(m=1{,}00\,\mathrm{kg}\cdot\dfrac{6\cdot44{,}01}{113{,}16}=2{,}33\,\mathrm{kg}\) (3 P). c) Einschmelzen: werkstofflich; Hydrolyse und Pyrolyse: rohstofflich; Verbrennung: energetisch (4 P).

AFB III

Verallgemeinern und Reflektieren

10 Punkte
A5
Ein seltsamer Schmelzpunkt
AFB III 5 Punkte
Material 5: Messwerte

Hexan-1-ol (\(M=102{,}17\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\)) schmilzt bei \(-45\,{}^\circ\mathrm{C}\). Threonin (\(M=119{,}12\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\)) ist bei Raumtemperatur fest, gut wasserlöslich und zersetzt sich erst oberhalb von \(250\,{}^\circ\mathrm{C}\), ohne zu schmelzen. Eine Schülerin meint: „Bei so ähnlichen molaren Massen muss das eine Messfehler sein.“

a) Beurteilen Sie die Aussage der Schülerin. (eine Antwort richtig) 3 P
b) Geben Sie an, in welcher Form Threonin überwiegend vorliegt. 2 P
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont: a) Die Aussage ist falsch. Durch den Protonenübergang von der Carboxy- zur Aminogruppe liegt Threonin als Zwitterion \(\ce{H3N^+-CHR-COO^-}\) vor; die Teilchen ziehen sich wie Ionen in einem Salzgitter an. Diese Kräfte sind so stark, dass Atombindungen im Molekül brechen, bevor das Gitter schmilzt (Zersetzung). Hexan-1-ol bildet nur H-Brücken und VdW-Kräfte (3 P). b) pH 1: Kation (\(\ce{-COO-}\) protoniert); pH 13: Anion (\(\ce{-NH3+}\) deprotoniert) (2 P).

A6
Vom Öl zur Margarine
AFB III 5 Punkte
Material 6: Fetthärtung

Bei der Fetthärtung wird Wasserstoff mit einem Nickel-Katalysator an die C=C-Doppelbindungen flüssiger Öle addiert. Aus Trilinolenin (drei Linolensäurereste mit je drei C=C-Bindungen) entsteht dabei vollständig gehärtet Tristearin.

a) Geben Sie an, wie viel Wasserstoff (in mol) für die vollständige Härtung von 1 mol Trilinolenin nötig ist. 2 P
mol
b) Beurteilen Sie, wie sich die Schmelztemperatur durch die Härtung ändert. (eine Antwort richtig) 3 P
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont: a) \(3\cdot3=9\) C=C-Bindungen → 9 mol \(\ce{H2}\); Reaktionstyp: Addition (Kapitel 5) (2 P). b) Aus geknickten cis-Ketten werden gestreckte, gesättigte Stearinsäurereste; die Moleküle lagern sich dichter, die Van-der-Waals-Kräfte nehmen zu — die Schmelztemperatur steigt (Tristearin ist fest, Stearinsäure: Smt. \(69\,{}^\circ\mathrm{C}\)). Die Masse steigt sogar leicht (3 P).

Ergebnis

Erreicht
0 / 50
Prozent
0 %
Notenpunkte
—
AufgabeThemaPunkte

Bewertung in Notenpunkten

PunkteNotenpunkteBeurteilung
48 – 50 P15sehr gut
45 – 47 P14sehr gut
43 – 44 P13sehr gut
40 – 42 P12gut
38 – 39 P11gut
35 – 37 P10gut
33 – 34 P9befriedigend
30 – 32 P8befriedigend
28 – 29 P7befriedigend
25 – 27 P6ausreichend
23 – 24 P5ausreichend
20 – 22 P4ausreichend
17 – 19 P3mangelhaft
14 – 16 P2mangelhaft
10 – 13 P1mangelhaft
0 – 9 P0ungenügend