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Kunststoffe und Recycling

Fast sechs Millionen Tonnen Kunststoffabfall fallen in Deutschland jedes Jahr an — nur ein gutes Drittel davon wird wieder zu Kunststoff.

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Drei Verwertungswege

Kunststoffabfälle werden stofflich oder energetisch verwertet.

  • Werkstofflich:sortenreine Thermoplaste zerkleinern, waschen, einschmelzen → Rezyklat (Granulat) für neue Produkte; die Makromoleküle bleiben erhalten.
  • Grenzen:vermischte oder verschmutzte Abfälle ergeben nur minderwertiges Mischrezyklat (Downcycling); Duroplaste lassen sich nicht einschmelzen.
  • Rohstofflich:Makromoleküle werden gespalten — durch Pyrolyse (Erhitzen unter Luftausschluss) zu Öl und Gas, Polykondensate durch Hydrolyse zurück zu Monomeren.
  • Energetisch:Verbrennung im Müllheizkraftwerk; die Wärme wird genutzt, der Kohlenstoff entweicht als \(\ce{CO2}\).
  • Deutschland 2023:5,91 Mio. t Kunststoffabfall: 37,9 % werkstofflich, 0,5 % rohstofflich, 61,1 % energetisch, 0,5 % beseitigt (Umweltbundesamt).
Merke

Verwertung: Stoffliche Verwertung (werkstofflich, rohstofflich) hält den Kohlenstoff im Kreislauf, energetische Verwertung nutzt nur die Verbrennungswärme und setzt \(\ce{CO2}\) frei.

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Bilanz für Polyethen

Wie viel \(\ce{CO2}\) beim Verbrennen entsteht, folgt direkt aus der Reaktionsgleichung.

  • Repetiereinheit:für Massenrechnungen genügt \(\ce{C2H4}\) mit \(M = 28{,}05\ \mathrm{g\,mol^{-1}}\) — \(n\) kürzt sich heraus.
  • Heizwert PE:etwa \(43\ \mathrm{MJ\,kg^{-1}}\), so viel wie Heizöl — deshalb wird Kunststoffabfall gern verbrannt.
  • Bilanz:Recycling spart die Herstellung neuer Kunststoffe aus Erdöl; es lohnt sich vor allem bei sortenreinen Abfällen.

Herleitung:

\(\ce{C2H4 + 3 O2}\) \(\ce{-> 2 CO2 + 2 H2O}\)
aufstellen
Start: Jede Repetiereinheit liefert zwei Moleküle \(\ce{CO2}\).
\(\dfrac{m(\ce{CO2})}{m(\mathrm{PE})} = \dfrac{2\cdot M(\ce{CO2})}{M(\ce{C2H4})}\)
Verhältnis
Stoffmengenverhältnis 1 : 2 in ein Massenverhältnis umrechnen.
\(= \dfrac{2\cdot 44{,}01\ \mathrm{g\,mol^{-1}}}{28{,}05\ \mathrm{g\,mol^{-1}}}\)
einsetzen
Molare Massen aus dem Periodensystem.
\(m(\ce{CO2}) \approx 3{,}14\cdot m(\mathrm{PE})\)
Ergebnis
Aus 1 t Polyethen entstehen beim Verbrennen 3,14 t \(\ce{CO2}\).

Verteile 1 t PE-Abfall mit den Reglern auf die drei Wege — die anderen beiden passen sich an, damit es 100 % bleiben. Schalte zwischen sortenreinem und vermischtem Abfall um und vergleiche mit Deutschland 2023.

Wohin mit 1 t PE-Abfall?

Halte fest: Jede Tonne PE, die verbrannt statt recycelt wird, setzt 3,14 t \(\ce{CO2}\) frei — hochwertiges werkstoffliches Recycling setzt sortenreine Thermoplaste voraus.

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Allgemeine Hinweise

Verbrennen ist kein Recycling

Energetische Verwertung nutzt nur die Wärme — der Kunststoff ist danach verloren und muss aus Erdöl neu hergestellt werden.

Erst nach der Klasse fragen

Ob ein Abfall werkstofflich recycelt werden kann, entscheidet die Vernetzung: Nur Thermoplaste lassen sich einschmelzen und neu formen.

Mit der Repetiereinheit rechnen

Für Massenrechnungen setzt du die Repetiereinheit (bei PE \(\ce{C2H4}\)) ein, nicht das Monomer mit Doppelbindung oder das ganze Makromolekül.

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