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Zusammenfassung

Alles Wichtige zu Redoxreaktionen, galvanischen Zellen und Energiespeichern auf einen Blick — die Formeln und Regeln, die in der Klausur zählen.

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4.1 Redoxreaktionen

Redoxreaktionen sind Elektronenübergänge — Oxidationszahlen führen darüber Buch.

Oxidationszahlen

Gedachte Ionenladung: Bindungselektronen ganz dem elektronegativeren Atom zuordnen. Regeln: Element 0, Ion = Ladung, F −I, H meist +I, O meist −II; Summe = Ladung des Teilchens.

\(\overset{+\mathrm{I}}{\ce{H}}{}_2\overset{-\mathrm{II}}{\ce{O}}\) · \(\ce{SO4^2-}\): S \(+\mathrm{VI}\)

Oxidation und Reduktion

Oxidation = Elektronenabgabe (OZ steigt), Reduktion = Elektronenaufnahme (OZ sinkt). Beide laufen immer gekoppelt ab.

\(\ce{Mg -> Mg^2+ + 2 e-}\)

Redoxgleichungen

Teilgleichungen aufstellen, Elektronenzahl aus der OZ-Änderung, in saurer Lösung Ladung mit \(\ce{H3O+}\), dann Atome mit \(\ce{H2O}\) ausgleichen; auf gleiche Elektronenzahl bringen, addieren.

\(\ce{2 Al + 3 Cu^2+}\) \(\ce{-> 2 Al^3+ + 3 Cu}\)

Donator und Akzeptor

Reduktionsmittel = Elektronendonator (wird oxidiert), Oxidationsmittel = Elektronenakzeptor (wird reduziert). Analog zu Säure/Base mit Protonen; Redoxpaar Ox/Red.

\(\ce{Cu^2+}/\ce{Cu}\) wie \(\ce{HA}/\ce{A-}\)
Redoxtitration (Permanganometrie)
\(\ce{MnO4- + 5 Fe^2+ + 8 H3O+}\) \(\ce{-> Mn^2+ + 5 Fe^3+ + 12 H2O}\) · \(c(\ce{Fe^2+})=\dfrac{5\cdot c(\ce{MnO4-})\cdot V(\ce{MnO4-})}{V(\text{Probe})}\)
Probe mit verd. Schwefelsäure ansäuern · Selbstindikation: bleibendes Rosa · am oberen Meniskusrand ablesen · Wasserstoffperoxid: \(n(\ce{H2O2})=\tfrac52\,n(\ce{MnO4-})\)

Elektronen zählen

Elektronenzahl = OZ-Änderung · Zahl der betroffenen Atome. Probe am Ende: Atome und Ladungen links und rechts gleich.

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4.2 Galvanische Zellen

Trennt man Donator und Akzeptor räumlich, fließen die Elektronen durch einen Draht — die Zelle liefert elektrische Energie.

Doppelschicht

Metall in Lösung seiner Ionen: Ionen gehen in Lösung, Elektronen bleiben im Metall; Gleichgewicht zwischen Lösen und Abscheiden. Unedle Metalle laden sich stärker negativ auf.

\(\ce{Zn <=> Zn^2+ + 2 e-}\)

Galvanische Zelle

Zwei verschiedene Halbzellen, verbunden durch Draht (Elektronen) und Salzbrücke (Ionen). Unedleres Metall = Minuspol = Anode (Oxidation); edleres = Pluspol = Kathode (Reduktion).

\(\ce{Zn | Zn^2+ || Cu^2+ | Cu}\)

Standard-Wasserstoffelektrode

Bezugshalbzelle mit \(E^\circ=0\,\mathrm{V}\): platiniertes Platin, \(p(\ce{H2})=1013\,\mathrm{hPa}\), \(c(\ce{H3O+})=1\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\), \(25\,{}^\circ\mathrm{C}\).

\(\ce{H2 + 2 H2O}\) \(\ce{<=> 2 H3O+ + 2 e-}\)

Standardpotenzial

Spannung einer Halbzelle unter Standardbedingungen gegen die Standard-Wasserstoffelektrode, mit Vorzeichen: Minuspol → negativ.

\(E^\circ(\ce{Cu^2+}/\ce{Cu})=+0{,}34\,\mathrm{V}\)
SalzbrückeVe⁻−+Anode: OxidationKathode: Reduktion
Galvanische Zelle (Schema): Elektronen im Draht vom Minus- zum Pluspol, Ionen in der Salzbrücke.
Zellspannung
\(\Delta E=E^\circ(\text{Akzeptor})-E^\circ(\text{Donator})\)
Akzeptor = Paar mit größerem \(E^\circ\) (Pluspol) · \(\Delta E>0\): Reaktion läuft freiwillig · Daniell-Element: \(0{,}34\,\mathrm{V}-(-0{,}76\,\mathrm{V})=1{,}10\,\mathrm{V}\)

Elektrochemische Spannungsreihe (Auswahl, 25 °C) — oben starke Oxidationsmittel, unten starke Reduktionsmittel:

Redoxpaar (Ox + n e⁻ ⇌ Red)\(E^\circ\) in VEinordnung
\(\ce{MnO4-}/\ce{Mn^2+}\) (sauer)+1,51starke Oxidationsmittel (oben)
\(\ce{Cl2}/\ce{Cl-}\)+1,36
\(\ce{O2}/\ce{H2O}\) (sauer)+1,23
\(\ce{Br2}/\ce{Br-}\)+1,07edle Metalle, Halogene
\(\ce{Ag+}/\ce{Ag}\)+0,80
\(\ce{I2}/\ce{I-}\)+0,54
\(\ce{Cu^2+}/\ce{Cu}\)+0,34
\(\ce{2 H3O+}/\ce{H2}\)0,00Nullpunkt (Standard-Wasserstoffelektrode)
\(\ce{Pb^2+}/\ce{Pb}\)−0,13unedle Metalle
\(\ce{Ni^2+}/\ce{Ni}\)−0,26
\(\ce{Fe^2+}/\ce{Fe}\)−0,44
\(\ce{Zn^2+}/\ce{Zn}\)−0,76
\(\ce{Mg^2+}/\ce{Mg}\)−2,37
\(\ce{Li+}/\ce{Li}\)−3,04starkes Reduktionsmittel (unten)
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4.3 Elektrolyse und Energiespeicher

Mit elektrischer Energie lässt sich jede galvanische Zelle „rückwärts“ betreiben — darauf beruhen Akkus und die Wasserstofftechnik.

Elektrolyse

Äußere Spannung erzwingt eine Redoxreaktion. Kathode = Minuspol (Reduktion), Anode = Pluspol (Oxidation). Kationen wandern zur Kathode, Anionen zur Anode.

\(\ce{Zn^2+ + 2 Br-}\) \(\ce{-> Zn + Br2}\)

Zersetzungsspannung

Die Produkte bilden eine galvanische Zelle mit Gegenspannung; erst oberhalb fließt dauerhaft Strom. Gemessen wird etwas mehr als ΔE.

\(U_Z\geq\Delta E\)

Batterie

Primärelement, nicht aufladbar. Alkali-Mangan-Zelle: Zink (−) und Mangandioxid (+) in Kalilauge, 1,5 V.

\(\ce{Zn + 2 MnO2 + H2O}\) \(\ce{-> ZnO + 2 MnO(OH)}\)

Akkumulator

Sekundärelement: Entladen = galvanische Zelle, Laden = Elektrolyse. Pole bleiben, Anode/Kathode tauschen. Bleiakku 2 V je Zelle, Ni-MH 1,2 V, Li-Ionen 3,6 V.

\(\ce{Pb + PbO2 + 2 H2SO4}\) \(\ce{<=> 2 PbSO4 + 2 H2O}\)

Brennstoffzelle

Galvanische Zelle mit laufender Zufuhr von Brennstoff und Sauerstoff; PEM leitet nur \(\ce{H+}\). Theoretisch 1,23 V, im Betrieb 0,6–0,9 V; Stapel in Reihe.

\(\ce{2 H2 + O2 -> 2 H2O}\)

Energiespeicher im Vergleich

Batterie und Akku enthalten ihre Reaktionspartner; die Brennstoffzelle bekommt sie aus Tanks. Klimafreundlich nur mit Strom aus erneuerbaren Quellen („grüner Wasserstoff“).

Elektrolyse \(\rightleftarrows\) galvanische Zelle

Anode und Kathode

Die Namen hängen am Vorgang, nicht am Pol: Anode = Oxidation, Kathode = Reduktion. Galvanische Zelle: Anode ist Minuspol; Elektrolyse: Anode ist Pluspol.

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Die Regeln, an denen die Punkte hängen

Diese drei Stellen kosten in der Klausur am häufigsten Punkte.

Vorzeichen bei ΔE

Immer „Akzeptor minus Donator“ bzw. „größer minus kleiner“ — negative Potenziale in Klammern einsetzen: \(0{,}80-(-0{,}26)=1{,}06\).

Stoffmengenverhältnis

Titration und Zellen: das Verhältnis aus der ausgeglichenen Gesamtgleichung nehmen (Permanganat : Eisen = 1 : 5, Zinn : Silber = 1 : 2) — nie 1 : 1 raten.

Vorhersagen mit der Spannungsreihe

Freiwillig reagiert der Akzeptor „oben“ mit dem Donator „unten“. Edel (\(E^\circ>0\)) heißt: Oxonium-Ionen können das Metall nicht oxidieren — andere Oxidationsmittel (Nitrat) schon.