Aufgabenblock — AFB II
Zehn mehrschrittige Aufgaben aus Labor und Alltag — Titrationen mit Aliquot, Zellen mit Stoffmengen, Elektrolyse, Knopfzellen und ein Blick zurück in Kapitel 1 und 3. Drei gestufte Tipps helfen beim Ansatz.
Moosvernichter für den Rasen enthält Eisen(II)-sulfat. \(1{,}00\,\mathrm{g}\) Dünger werden in verdünnter Schwefelsäure gelöst und auf \(100\,\mathrm{mL}\) aufgefüllt. \(20{,}0\,\mathrm{mL}\) dieser Lösung verbrauchen \(12{,}40\,\mathrm{mL}\) Kaliumpermanganat-Lösung (\(c=0{,}0100\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\)).
a) Berechnen Sie die Stoffmenge \(n(\ce{Fe^2+})\) in der titrierten Probe (in mmol). b) Berechnen Sie den Massenanteil \(w(\ce{Fe})\) des Düngers in Prozent (\(M(\ce{Fe})=55{,}85\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\)).
Vollständige Lösung
Eine Zinn-Halbzelle und eine Silber-Halbzelle werden unter Standardbedingungen zu einer galvanischen Zelle verbunden (\(E^\circ(\ce{Sn^2+}/\ce{Sn})=-0{,}14\,\mathrm{V}\), \(E^\circ(\ce{Ag+}/\ce{Ag})=+0{,}80\,\mathrm{V}\)). Nach einiger Zeit haben sich an der Silberelektrode \(0{,}432\,\mathrm{g}\) Silber abgeschieden.
a) Berechnen Sie die Zellspannung. b) Berechnen Sie, um wie viel Gramm die Zinnelektrode leichter geworden ist (\(M(\ce{Ag})=107{,}87\), \(M(\ce{Sn})=118{,}71\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\)).
Vollständige Lösung
Eine Halbzelle aus einem unbekannten Metall M in der Lösung seiner Salze (\(c=1\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\), Ionen \(\ce{M^2+}\)) wird gegen eine Kupfer-Halbzelle (\(E^\circ=+0{,}34\,\mathrm{V}\)) geschaltet. Das Voltmeter zeigt \(0{,}60\,\mathrm{V}\), das Kupferblech ist der Pluspol.
a) Berechnen Sie \(E^\circ(\ce{M^2+}/\ce{M})\) (mit Vorzeichen). b) Das Metall wird anschließend gegen eine Zink-Halbzelle (\(E^\circ=-0{,}76\,\mathrm{V}\)) geschaltet. Berechnen Sie die neue Zellspannung.
Vollständige Lösung
Gibt man Chlorwasser zu Kaliumbromid-Lösung, färbt sie sich gelbbraun; Bromwasser färbt Kaliumiodid-Lösung braun. Standardpotenziale: \(\ce{Cl2}/\ce{Cl-}\) \(+1{,}36\,\mathrm{V}\), \(\ce{Br2}/\ce{Br-}\) \(+1{,}07\,\mathrm{V}\), \(\ce{I2}/\ce{I-}\) \(+0{,}54\,\mathrm{V}\).
a) Berechnen Sie \(\Delta E\) für \(\ce{Cl2 + 2 Br-}\) \(\ce{-> 2 Cl- + Br2}\). b) Berechnen Sie \(\Delta E\) für die Reaktion von Brom mit Iodid-Ionen.
Vollständige Lösung
Eine Zinkiodid-Lösung wird zwischen Graphitelektroden elektrolysiert. Am Minuspol scheidet sich Zink ab, am Pluspol färbt sich die Lösung braun (\(E^\circ(\ce{Zn^2+}/\ce{Zn})=-0{,}76\,\mathrm{V}\), \(E^\circ(\ce{I2}/\ce{I-})=+0{,}54\,\mathrm{V}\)).
a) Schätzen Sie die Zersetzungsspannung nach unten ab. b) Am Minuspol haben sich \(0{,}327\,\mathrm{g}\) Zink abgeschieden. Berechnen Sie die Masse des gebildeten Iods (\(M(\ce{Zn})=65{,}38\), \(M(\ce{I2})=253{,}81\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\)).
Vollständige Lösung
Hörgeräte arbeiten mit Zink-Luft-Zellen. Vor dem Einsetzen zieht man eine Folie ab, damit Luftsauerstoff eindringen kann. Gesamtreaktion: \(\ce{2 Zn + O2 -> 2 ZnO}\). Eine Zelle enthält \(0{,}50\,\mathrm{g}\) Zink.
a) Berechnen Sie die Stoffmenge des Zinks in mmol. b) Berechnen Sie, welches Volumen Sauerstoff (\(V_m=24{,}5\,\mathrm{L\,mol^{-1}}\)) bis zur vollständigen Entladung aus der Luft aufgenommen wird.
Vollständige Lösung
Oxalsäure (Ethandisäure, \(\ce{H2C2O4}\)) ist eine zweiprotonige Säure und zugleich ein Reduktionsmittel: \(\ce{2 MnO4- + 5 H2C2O4 + 6 H3O+}\) \(\ce{-> 2 Mn^2+ + 10 CO2 + 14 H2O}\). \(10{,}0\,\mathrm{mL}\) einer Oxalsäure-Lösung verbrauchen \(14{,}60\,\mathrm{mL}\) Natronlauge (\(c=0{,}100\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\)) bis zum zweiten Äquivalenzpunkt.
a) Berechnen Sie \(c(\ce{H2C2O4})\). b) Berechnen Sie, wie viel Kaliumpermanganat-Lösung (\(c=0{,}0250\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\)) \(10{,}0\,\mathrm{mL}\) derselben Oxalsäure-Lösung verbrauchen würden.
Vollständige Lösung
Armbanduhren enthalten Silberoxid-Zellen: \(\ce{Zn + Ag2O -> ZnO + 2 Ag}\). Eine Zelle enthält \(0{,}20\,\mathrm{g}\) Zink; Silberoxid ist so bemessen, dass beide Stoffe gleichzeitig verbraucht sind.
a) Berechnen Sie die Masse an Silberoxid (\(M(\ce{Ag2O})=231{,}74\,\mathrm{g\,mol^{-1}}\)). b) Berechnen Sie die Masse Silber in der entladenen Zelle.
Vollständige Lösung
In älteren Prüfröhrchen oxidiert orangefarbenes Dichromat Ethanol zu Essigsäure; es entstehen grüne \(\ce{Cr^3+}\)-Ionen: \(\ce{2 Cr2O7^2- + 3 C2H5OH + $x$ H3O+}\) \(\ce{-> 4 Cr^3+ + 3 CH3COOH + $y$ H2O}\).
a) Bestimmen Sie den Koeffizienten \(x\). b) Bestimmen Sie den Koeffizienten \(y\).
Vollständige Lösung
Gibt man Zinkpulver direkt in Kupfersulfat-Lösung, läuft die Reaktion des Daniell-Elements ohne Stromfluss ab: \(\ce{Zn + Cu^2+}\) \(\ce{-> Zn^2+ + Cu}\). \(\Delta_f H^\circ\): \(\ce{Cu^2+(aq)}\) \(+64{,}8\), \(\ce{Zn^2+(aq)}\) \(-153{,}9\,\mathrm{kJ\,mol^{-1}}\).
a) Berechnen Sie \(\Delta_r H^\circ\) (Kapitel 1). b) Zinkpulver im Überschuss wird in \(100\,\mathrm{mL}\) Kupfersulfat-Lösung (\(c=0{,}20\,\mathrm{mol\,L^{-1}}\)) gegeben. Berechnen Sie die Temperaturerhöhung (\(c_W=4{,}19\,\mathrm{J\,g^{-1}\,K^{-1}}\), \(m=100\,\mathrm{g}\), ohne Wärmeverluste).
