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AbituraufgabenStandardpotenziale

Magnesium opfert sich für den Schiffsrumpf, Iodid färbt Stärke blau: die Spannungsreihe als Werkzeug.

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1

Opferanode und Weißblech

AFB I–II

Stahlschiffe und Pipelines rosten im Meerwasser. Man schraubt deshalb Magnesium- oder Zinkblöcke an den Stahl („Opferanoden“), die sich mit der Zeit auflösen, während der Stahl erhalten bleibt. Konservendosen bestehen dagegen aus Weißblech (Stahl mit Zinnüberzug), Dachrinnen oft aus verzinktem Stahl. M1 enthält Standardpotenziale.

M1Standardpotenziale (25 °C)
Redoxpaar\(\ce{Mg^2+}/\ce{Mg}\)\(\ce{Zn^2+}/\ce{Zn}\)\(\ce{Fe^2+}/\ce{Fe}\)\(\ce{Sn^2+}/\ce{Sn}\)\(\ce{Cu^2+}/\ce{Cu}\)\(\ce{O2}/\ce{H2O}\)
\(E^\circ\) in V−2,37−0,76−0,44−0,14+0,34+1,23
  1. Erklären Sie mit M1, warum ein leitend mit dem Stahl verbundener Magnesiumblock das Eisen vor der Oxidation schützt.
  2. Berechnen Sie die Spannung zwischen den Halbzellen \(\ce{Mg^2+}/\ce{Mg}\) und \(\ce{Fe^2+}/\ce{Fe}\) unter Standardbedingungen.
  3. Vergleichen Sie Weißblech und verzinkten Stahl für den Fall, dass die Schutzschicht bis auf den Stahl verkratzt wird.
  4. Beurteilen Sie, ob man ein Stahlblech mit Kupfernieten befestigen sollte.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Welches Metall ist das stärkere Reduktionsmittel und gibt zuerst Elektronen ab?
Hinweis zu Aufgabe b)
\(\Delta E = E^\circ(\text{Akzeptor}) - E^\circ(\text{Donator})\).
Hinweis zu Aufgabe c)
An der Kratzstelle berühren sich zwei Metalle und der Elektrolyt: Welches wird oxidiert?Vergleichen: Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten.
Hinweis zu Aufgabe d)
Kupfer steht über Eisen.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Magnesium hat das viel kleinere Standardpotenzial (−2,37 V gegenüber −0,44 V) und ist das stärkere Reduktionsmittel. Sind beide leitend verbunden, gibt Magnesium die Elektronen ab (\(\ce{Mg -> Mg^2+ + 2 e-}\)); die Elektronen fließen in den Stahl, an dessen Oberfläche der Sauerstoff reduziert wird. Eisen wird nicht oxidiert — der Magnesiumblock „opfert“ sich und muss regelmäßig ersetzt werden.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(\Delta E = -0{,}44\,\mathrm{V} - (-2{,}37\,\mathrm{V}) = 1{,}93\,\mathrm{V}\) (Akzeptor \(\ce{Fe^2+}\), Donator Mg).

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Verzinkter Stahl: Zink (−0,76 V) ist unedler als Eisen und wird an der Kratzstelle bevorzugt oxidiert; es schützt das Eisen weiter wie eine Opferanode.

Weißblech: Zinn (−0,14 V) ist edler als Eisen. An der Kratzstelle wird nun Eisen oxidiert, Zinn bildet den Pluspol; die Korrosion des Stahls wird sogar beschleunigt. Gemeinsam ist beiden Überzügen, dass sie unbeschädigt den Kontakt zu Wasser und Sauerstoff verhindern.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Kupfer (+0,34 V) ist edler als Eisen. Bei Feuchtigkeit bilden Niete und Blech eine galvanische Zelle, in der Eisen die Anode ist und rund um die Niete verstärkt rostet (Kontaktkorrosion). Urteil: Kupfernieten sind für Stahlblech ungeeignet; man sollte gleichartige oder unedlere, isolierte Verbindungselemente wählen.

2

Eine Redoxreihe im Reagenzglas

AFB II–III

In einer Versuchsreihe werden Lösungen von Kaliumpermanganat (angesäuert), Bromwasser, Eisen(III)-chlorid und Iod-Kaliumiodid-Lösung jeweils mit Lösungen von Kaliumbromid, Eisen(II)-sulfat und Kaliumiodid gemischt. Iod färbt Stärkelösung blauschwarz; Brom färbt Heptan orange; Eisen(III)-Ionen färben Thiocyanat-Lösung tiefrot. M2 zeigt Ergebnisse.

M2Ergebnisse der Mischversuche
Oxidationsmittel+ \(\ce{KBr}\)+ \(\ce{FeSO4}\)+ \(\ce{KI}\)
\(\ce{KMnO4}\) (sauer, violett)entfärbt, Heptan orangeentfärbt, Thiocyanat rotentfärbt, Stärke blau
Bromwasser (orange)—entfärbt, Thiocyanat rotStärke blau
\(\ce{FeCl3}\) (gelb)keine Reaktion—Stärke blau
Iodlösung (braun)keine Reaktionkeine Reaktion—
M3Standardpotenziale (25 °C)
Redoxpaar\(\ce{MnO4-}/\ce{Mn^2+}\)\(\ce{Br2}/\ce{Br-}\)\(\ce{Fe^3+}/\ce{Fe^2+}\)\(\ce{I2}/\ce{I-}\)
\(E^\circ\) in V+1,51+1,07+0,77+0,54
  1. Formulieren Sie die Redoxgleichungen für die Reaktionen von Bromwasser mit Eisen(II)-sulfat und von Eisen(III)-chlorid mit Kaliumiodid.
  2. Leiten Sie aus M2 eine Rangfolge der vier Oxidationsmittel ab, ohne M3 zu verwenden.
  3. Überprüfen Sie Ihre Rangfolge mit M3 und berechnen Sie \(\Delta E\) für die Reaktion von \(\ce{Fe^3+}\) mit \(\ce{I-}\).
  4. Planen Sie einen Versuch, mit dem man zeigen kann, dass Iod Eisen(II)-Ionen nicht oxidiert, Eisen(III)-Ionen Iodid-Ionen dagegen schon. Geben Sie die erwarteten Beobachtungen an.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Brom wird zu Bromid, Iodid zu Iod; Eisen wechselt zwischen +II und +III.
Hinweis zu Aufgabe b)
Ein Oxidationsmittel, das viele Partner oxidiert, ist stark.Herleiten: aus Größengleichungen oder Beobachtungen durch logische Folgerungen eine Aussage gewinnen.
Hinweis zu Aufgabe c)
Ordnen Sie M3 nach \(E^\circ\); \(\Delta E = E^\circ(\text{Akzeptor}) - E^\circ(\text{Donator})\).
Hinweis zu Aufgabe d)
Nutzen Sie die Nachweise aus dem Text; denken Sie an Blindproben.Planen: zu einem vorgegebenen Problem eine Experimentieranordnung finden.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(\ce{Br2 + 2 Fe^2+ -> 2 Br- + 2 Fe^3+}\)

\(\ce{2 Fe^3+ + 2 I- -> 2 Fe^2+ + I2}\)

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Permanganat oxidiert alle drei Reduktionsmittel, Brom zwei (\(\ce{Fe^2+}\), \(\ce{I-}\)), Eisen(III) nur Iodid, Iod keines. Rangfolge der Oxidationsmittel: \(\ce{MnO4-} > \ce{Br2} > \ce{Fe^3+} > \ce{I2}\); entsprechend ist \(\ce{I-}\) das stärkste Reduktionsmittel.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

M3 liefert dieselbe Reihenfolge (+1,51 > +1,07 > +0,77 > +0,54 V) — die Versuche bestätigen die Tabelle.

\(\Delta E = 0{,}77\,\mathrm{V} - 0{,}54\,\mathrm{V} = 0{,}23\,\mathrm{V} > 0\): Die Reaktion läuft freiwillig ab, wenn auch mit kleinem Abstand der Paare.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Ansatz 1: Eisen(II)-sulfat-Lösung (frisch, angesäuert) + Iodlösung, anschließend einige Tropfen Kaliumthiocyanat-Lösung: keine Rotfärbung, die braune Iodfarbe bleibt → kein \(\ce{Fe^3+}\) entstanden.

Ansatz 2: Eisen(III)-chlorid-Lösung + Kaliumiodid-Lösung, dann Stärkelösung: Blaufärbung → Iod entstanden.

Blindproben: Eisen(II)-sulfat-Lösung allein + Thiocyanat (schwach/keine Rotfärbung) und Kaliumiodid-Lösung allein + Stärke (keine Blaufärbung), um Verunreinigungen bzw. Luftoxidation auszuschließen.