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AbituraufgabenOxidationszahlen

Vom Ammonium zum Nitrat und vom Erz zum Eisen: Oxidationszahlen erzählen, was mit den Elektronen passiert.

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Stickstoff im Boden

AFB I–II

Im Boden wandeln Bakterien Stickstoffverbindungen ineinander um. Aus Gülle entsteht zunächst Ammonium, das über Nitrit zu Nitrat umgesetzt wird (Nitrifikation). Unter Sauerstoffmangel wandeln andere Bakterien Nitrat über Lachgas in Stickstoff um (Denitrifikation). M1 fasst die beteiligten Teilchen zusammen.

M1Stickstoffverbindungen im Boden
TeilchenFormelVorkommen
Ammonium-Ion\(\ce{NH4+}\)Gülle, Mineraldünger
Nitrit-Ion\(\ce{NO2-}\)Zwischenstufe der Nitrifikation
Nitrat-Ion\(\ce{NO3-}\)Pflanzennährstoff, Grundwasser
Distickstoffmonooxid\(\ce{N2O}\)Treibhausgas, Zwischenstufe
Stickstoff\(\ce{N2}\)Luft
  1. Geben Sie die Oxidationszahl des Stickstoffs in allen Teilchen aus M1 an.
  2. Erläutern Sie am Übergang \(\ce{NH4+ -> NO3-}\), ob es sich um eine Oxidation oder eine Reduktion handelt, und geben Sie die Zahl der übertragenen Elektronen je N-Atom an.
  3. Ordnen Sie die Teilschritte \(\ce{NO3- -> N2O}\) und \(\ce{N2O -> N2}\) als Oxidation oder Reduktion ein und bestimmen Sie jeweils die Elektronenzahl je N-Atom.
  4. Begründen Sie, warum N in \(\ce{NH3}\) und im geladenen \(\ce{NH4+}\) dieselbe Oxidationszahl hat.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
H hat +I, O hat −II; die Summe ergibt die Ladung des Teilchens.
Hinweis zu Aufgabe b)
Elektronenzahl je N-Atom = Betrag der OZ-Änderung.
Hinweis zu Aufgabe c)
Achten Sie bei \(\ce{N2O}\) und \(\ce{N2}\) darauf, je N-Atom zu rechnen.
Hinweis zu Aufgabe d)
Vergleichen Sie, was zum Ammoniak-Molekül hinzukommt.Begründen: Sachverhalt auf Regeln und Gesetzmäßigkeiten zurückführen.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(\ce{NH4+}\): −III; \(\ce{NO2-}\): +III; \(\ce{NO3-}\): +V; \(\ce{N2O}\): +I; \(\ce{N2}\): 0.

Z. B. Nitrit: \(x + 2\cdot(-2) = -1 \Rightarrow x = +3\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Die OZ steigt von −III auf +V: Oxidation. Je N-Atom werden \(5 - (-3) = 8\) Elektronen abgegeben (über Nitrit: zunächst 6, dann 2). Der Elektronenakzeptor ist im Boden der Luftsauerstoff.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(\ce{NO3- -> N2O}\): +V → +I, Reduktion, 4 Elektronen je N-Atom (8 je \(\ce{N2O}\)).

\(\ce{N2O -> N2}\): +I → 0, Reduktion, 1 Elektron je N-Atom (2 je Molekül). Die Denitrifikation ist insgesamt eine Reduktion um 5 Elektronen je N-Atom.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

In \(\ce{NH4+}\) kommt ein Proton \(\ce{H+}\) (OZ +I) hinzu, und die Ladung des Teilchens steigt um +1. Summenregel: \(x + 4 = +1\) bzw. \(x + 3 = 0\) liefern beide \(x = -3\). Die Bildung von Ammonium aus Ammoniak ist ein Protonenübergang (Säure-Base), kein Elektronenübergang — die OZ ändert sich nicht.

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Vom Erz zum Eisen

AFB II–III

Eisen kommt in der Natur fast nur in Oxiden vor. Im Hochofen wird Eisenerz mit Kohlenstoffmonooxid reduziert: \(\ce{Fe2O3 + 3 CO -> 2 Fe + 3 CO2}\). Beim Thermitverfahren zum Verschweißen von Schienen reagiert Eisen(III)-oxid mit Aluminiumpulver: \(\ce{Fe2O3 + 2 Al -> Al2O3 + 2 Fe}\). M2 nennt Daten.

M2Eisenoxide und Bildungsenthalpien (25 °C)
StoffFormel\(\Delta_f H^\circ\) in \(\mathrm{kJ\,mol^{-1}}\)
Hämatit (Roteisenstein)\(\ce{Fe2O3}\)−824,2
Magnetit (Magneteisenstein)\(\ce{Fe3O4}\)—
Aluminiumoxid\(\ce{Al2O3}\)−1675,7
Eisen, Aluminium\(\ce{Fe}\), \(\ce{Al}\)0
  1. Bestimmen Sie die Oxidationszahlen aller Atome in der Hochofen-Gleichung und kennzeichnen Sie Oxidation und Reduktion.
  2. Deuten Sie die mittlere Oxidationszahl des Eisens in Magnetit \(\ce{Fe3O4}\).
  3. Berechnen Sie die Reaktionsenthalpie des Thermitverfahrens mit den Daten aus M2.
  4. Vergleichen Sie Hochofen- und Thermitreaktion im Hinblick auf die Elektronenübergänge.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Die OZ von C ändert sich, die von O nicht.
Hinweis zu Aufgabe b)
Ein nicht ganzzahliger Mittelwert deutet auf Atome mit verschiedenen OZ hin.
Hinweis zu Aufgabe c)
\(\Delta_r H^\circ = \sum \Delta_f H^\circ(\text{Produkte}) - \sum \Delta_f H^\circ(\text{Edukte})\) (Kapitel 1).
Hinweis zu Aufgabe d)
Welcher Stoff gibt jeweils die Elektronen ab, welcher nimmt sie auf?Vergleichen: Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausarbeiten.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

\(\overset{+\mathrm{III}}{\ce{Fe}}{}_2\overset{-\mathrm{II}}{\ce{O}}{}_3 + 3\,\overset{+\mathrm{II}}{\ce{C}}\overset{-\mathrm{II}}{\ce{O}} \to 2\,\overset{0}{\ce{Fe}} + 3\,\overset{+\mathrm{IV}}{\ce{C}}\overset{-\mathrm{II}}{\ce{O}}{}_2\)

Fe: +III → 0, Reduktion (3 e⁻ je Fe-Atom). C: +II → +IV, Oxidation (2 e⁻ je C-Atom). Bilanz: 2 · 3 = 3 · 2 = 6 Elektronen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(3x + 4\cdot(-2) = 0 \Rightarrow x = +\tfrac{8}{3} \approx +2{,}67\). Eine gebrochene OZ gibt es für ein einzelnes Atom nicht; Magnetit enthält Eisen in zwei Oxidationsstufen: ein \(\ce{Fe^2+}\) und zwei \(\ce{Fe^3+}\) je Formeleinheit (\(\ce{FeO*Fe2O3}\)): \((2 + 2\cdot 3)/3 = 8/3\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

\(\Delta_r H^\circ = -1675{,}7 - (-824{,}2)\,\mathrm{kJ\,mol^{-1}} = -851{,}5\,\mathrm{kJ\,mol^{-1}}\) (Elemente: 0). Die stark exotherme Reaktion schmilzt das entstehende Eisen (über 2000 °C).

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Gemeinsam: In beiden Reaktionen wird \(\ce{Fe^3+}\) (+III) zu Fe (0) reduziert, je Fe-Atom 3 Elektronen, insgesamt 6 Elektronen je Formelumsatz; Sauerstoff behält −II.

Unterschied: Den Elektronen liefert im Hochofen der C in CO (+II → +IV, je 2 e⁻, 3 Teilchen), beim Thermitverfahren das Aluminium (0 → +III, je 3 e⁻, 2 Atome). Aluminium ist das deutlich unedlere Metall; die Reaktion ist viel stärker exotherm und läuft nach dem Zünden ohne weitere Energiezufuhr ab.