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Übungen: Struktur und Eigenschaften

Kräfte, Kettenlänge, Glasübergang — zehn Übungen, um Eigenschaften aus der Struktur vorherzusagen.

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Übungsaufgaben

Zehn Übungen von AFB I bis AFB III — jede gibt dir sofort Rückmeldung, bei Schwierigkeiten helfen zwei gestufte Tipps.

A1
Kräfte zwischen PVC-Ketten
AFB I

Nennen Sie alle Wechselwirkungen, die zwischen den Ketten von Polyvinylchlorid \(\ce{[-CH2-CHCl-]_n}\) wirken.

Mehrere Antworten sind richtig. Markiere alle zutreffenden und klicke dann auf „Prüfen“.
Wasserstoffbrücken brauchen H an O, N oder F — das H in C–H reicht nicht. Atombindungen zwischen Ketten gäbe es nur bei Vernetzung.
Ansatz: Welche Bindung in der Kette ist polar?
Weiter: H-Brücken nur bei O–H, N–H, F–H.
A2
Stimmt's? — Struktur und Eigenschaften
AFB I

Geben Sie an, ob die Aussagen zutreffen.

Fünf Aussagen nacheinander. Eine falsche Einschätzung reicht — dann startest du die Serie mit „Neue Runde“ neu.
Aussage 1 von 5

Die Beweglichkeit der Ketten ist der Schlüssel zu allen Eigenschaften.
Ansatz: Denke an Packung und Beweglichkeit.
Weiter: Fließen gibt es nur ohne Vernetzung.
A3
Kettenlänge und Schmelzen
AFB I

Ordnen Sie die Stoffe aus unverzweigten CH₂-Ketten nach steigender Schmelztemperatur.

Ziehe die Karten in die richtige Reihenfolge — mit der Tastatur: ↑/↓ verschiebt, Shift+↑/↓ wechselt nur den Fokus.
1Hexan C₆H₁₄ (flüssig)
2Paraffinwachs, etwa C₃₀H₆₂
3Polyethen-Wachs, etwa 100 Kettenglieder
4Polyethen, etwa 10 000 Kettenglieder
Mit der Kettenlänge wachsen die Van-der-Waals-Kräfte; bei sehr langen Ketten nähert sich die Schmelztemperatur einem Grenzwert.
Ansatz: Mehr Kontaktfläche, stärkere Kräfte.
Weiter: Das Kürzeste ist bei Raumtemperatur flüssig.
A4
Was verschiebt den Glasübergang?
AFB II

Schätzen Sie ab, wie sich \(T_\text{g}\) eines unvernetzten Kunststoffs durch die Strukturänderung verändert.

Wähle für jede Zeile eine Stufe: 1 = sinkt stark, 2 = sinkt, 3 = bleibt gleich, 4 = steigt, 5 = steigt stark. Mit der Tastatur: Tab zur Zeile, ←/→ zwischen den Stufen, Enter setzt.
1 = sinkt stark5 = steigt stark
Die Kette enthält viele leicht drehbare Ether-Gelenke (–O–)
Die Ketten tragen viele kurze Seitenzweige
Dem Kunststoff wird ein Farbpigment zugesetzt
Statt H trägt jedes zweite C-Atom ein polares Cl-Atom
Jedes zweite C-Atom trägt einen sperrigen Phenylring
Alles, was die Drehung der Kette behindert oder die Kräfte zwischen Ketten verstärkt, erhöht Tg. Sperrige Ringe wirken besonders stark (Polystyrol: Tg ≈ 100 °C, Polyethen: Tg ≈ −120 °C).
Ansatz: Was erleichtert, was erschwert die Bewegung von Segmenten?
Weiter: Polar = stärkere Kräfte; Gelenke = beweglicher.
A5
Rechenkette: Maschenweite im Gummi
AFB II

Eine Polyisopren-Kette (Wiederholeinheit \(\ce{C5H8}\)) hat 6000 Wiederholeinheiten; im Mittel trägt jede 150. Einheit eine Vernetzungsstelle. Berechnen Sie:

Rechne die Kette Schritt für Schritt: Erst wenn ein Schritt stimmt, wird der nächste freigeschaltet. Enter prüft.
  1. Vernetzungsstellen pro Kette =
  2. Wiederholeinheiten zwischen zwei Vernetzungsstellen =
  3. molare Masse eines Kettenstücks zwischen zwei Stellen \(M\) = g/mol
6000 : 150 = 40; M(C₅H₈) = 68,12 g/mol, 150 · 68,12 g/mol ≈ 10 218 g/mol. Je größer dieses Kettenstück, desto weitmaschiger und weicher das Netz.
Ansatz: Zuerst die Zahl der Stellen, dann den Abstand.
Weiter: M(C₅H₈) = 5 · 12,01 + 8 · 1,008 g/mol.
A6
Stärkste Kraft zwischen den Ketten
AFB II

Analysieren Sie, welche Verknüpfung zwischen den Ketten des jeweiligen Kunststoffs am stärksten ist.

Ansatz: Welche funktionellen Gruppen trägt die Kette?
Weiter: Vernetzt = Atombindungen.
A7
Mix mit 6.1.1: Klasse aus Kenndaten
AFB II

Bestimmen Sie die Kunststoffklasse aus den Kenndaten.

Ziehe jede Karte in den passenden Korb — oder wähle sie mit Enter aus und drücke dann die Ziffer des Korbs (0 legt sie zurück).
1Thermoplast
2Elastomer
3Duroplast
Ein niedriges Tg allein macht noch kein Elastomer: Ohne Vernetzung fließt der Stoff (dritte Karte).
Ansatz: Erst nach Vernetzung fragen, dann nach Tg.
Weiter: Fließen = unvernetzt.
A8
Amorph oder teilkristallin?
AFB III

Vergleichen Sie amorphe und teilkristalline Thermoplaste: Kreuzen Sie alle zutreffenden Eigenschaften an.

Setze alle zutreffenden Kreuze — in manchen Zeilen passen mehrere. Enter setzt und löscht.
Eigenschaftamorphteil­kristal­lin
meist glasklar durchsichtig
enthält parallel gepackte Kettenbereiche
hat eine Glas­übergangs­temperatur
zeigt eine Kristallit-Schmelz­temperatur
höhere Dichte bei gleichem Monomer
Auch teilkristalline Kunststoffe haben amorphe Anteile und damit ein Tg. Kristallite streuen Licht — daher trüb.
Ansatz: Kristallite = geordnete, dichte Bereiche.
Weiter: Amorphe Anteile gibt es in beiden.
A9
Fehlersuche: Referat über Kunststoffe
AFB III

Überprüfen Sie die Referatsnotizen und markieren Sie die falschen Zeilen.

In diesem Text stecken Fehler. Klicke genau die falschen Zeilen an — die richtigen musst du stehen lassen.
Häufigster Fehler: Glasübergang, Schmelzen und Zersetzung werden verwechselt — nur bei der Zersetzung brechen Atombindungen.
Ansatz: Wo brechen wirklich Atombindungen?
Weiter: Drei Zeilen sind falsch.
A10
Trickaufgabe: Weicher Rohkautschuk
AFB III

Beurteilen Sie: Unvernetzter Naturkautschuk (\(T_\text{g} \approx -70\,°\text{C}\)) ist bei 20 °C weich. Welche Aussagen treffen zu?

Mehrere Antworten sind richtig. Markiere alle zutreffenden und klicke dann auf „Prüfen“.
Über Tg heißt nur: Segmente beweglich. Ohne Netz gleiten die Ketten bei Belastung ab — für Gummielastizität braucht es Vernetzungsstellen.
Ansatz: Was hält die Ketten beim Dehnen fest?
Weiter: Glaszustand liegt unter Tg.