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Probeklausur

Drei Aufgaben mit Material, 60 BE, 135 Minuten — die Probeklausur wertet sich selbst aus und zeigt Ihre Notenpunkte.

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Bearbeitungszeit135 Minuten

Drei Aufgaben mit Material, zusammen 60 Bewertungseinheiten (BE). Hilfsmittel: Taschenrechner (GTR/CAS), Tafelwerk. Rechnen Sie zuerst auf Papier und tragen Sie dann nur die Ergebnisse ein; bei Auswahlaufgaben gibt es für falsch gewählte Aussagen Abzug.

AFB I–III

Aufgabe 1 · Dimethylether als Dieselersatz

20 BE
1
Dimethylether als Dieselersatz
20 BE

Dimethylether (DME, \(\ce{CH3OCH3}\)) lässt sich aus Methanol herstellen, ist unter leichtem Druck flüssig und verbrennt nahezu rußfrei. Er wird als Treibstoff für Lkw-Dieselmotoren erprobt.

M1 · Bombenkalorimeter

In einer Kapsel werden \(0{,}461\,\text{g}\) DME (\(M = 46{,}07\,\text{g/mol}\)) vollständig verbrannt. Gesamt-Wärmekapazität des Kalorimeters: \(C = 9{,}80\,\text{kJ/K}\); extrapolierte Temperaturerhöhung: \(\Delta T = 1{,}486\,\text{K}\) (25 °C).

M2 · Daten

GrößeWert
\(\Delta_f H^\circ(\ce{CO2},\text{g})\)−393,5 kJ/mol
\(\Delta_f H^\circ(\ce{H2O},\text{l})\)−285,8 kJ/mol
\(\Delta_V H(\ce{H2O})\)44,0 kJ/mol
Dichte DME (flüssig)0,67 kg/L
Diesel: Heizwert · Dichte43,0 MJ/kg · 0,83 kg/L
Diesel: CO₂ pro MJ (Heizwert)74,1 g/MJ
\(M(\ce{CO2})\)44,01 g/mol
a) Formulieren Sie die Reaktionsgleichung der vollständigen Verbrennung von DME (Auswahl). 2 BE
b) Berechnen Sie mit M1 die molare Verbrennungsenergie \(\Delta_c U\). 4 BE
kJ/mol
c) Bestimmen Sie daraus \(\Delta_c H\) bei 25 °C (Wasser flüssig). 3 BE
kJ/mol
d) Ermitteln Sie mit M2 die Standard-Bildungsenthalpie von DME(g). 3 BE
kJ/mol
e) Berechnen Sie den Heizwert \(H_i\) von DME. 3 BE
MJ/kg
f) Beurteilen Sie DME als Dieselersatz: Wählen Sie alle fachlich zutreffenden Aussagen. (mehrere Antworten richtig) 5 BE
Erwartungshorizont (nach Auswerten freigeschaltet)

a) \(\ce{CH3OCH3 + 3 O2}\) \(\ce{-> 2 CO2 + 3 H2O}\) (2 BE). b) \(n = 0{,}461 : 46{,}07 = 0{,}010\,01\,\text{mol}\); \(Q = 9{,}80 \cdot 1{,}486 = 14{,}56\,\text{kJ}\); \(\Delta_c U = -14{,}56 : 0{,}010\,01 \approx -1455\,\text{kJ/mol}\) (4 BE: Stoffmenge, Wärme, Vorzeichen, Ergebnis). c) \(\Delta n(\text{g}) = 2 - 4 = -2\); \(\Delta_c H = \Delta_c U + \Delta n(\text{g})\,R T = -1455 - 4{,}96 \approx -1460\,\text{kJ/mol}\) (3 BE). d) Hess: \(\Delta_c H = 2\cdot(-393{,}5) + 3\cdot(-285{,}8) - \Delta_f H^\circ(\text{DME})\) ⇒ \(\Delta_f H^\circ = -1644{,}4 + 1460{,}3 \approx -184\,\text{kJ/mol}\) (3 BE). e) Wasser als Dampf: \(-1460{,}3 + 3\cdot 44{,}0 = -1328{,}3\,\text{kJ/mol}\); \(H_i = 1328{,}3 : 46{,}07 \approx 28{,}8\,\text{MJ/kg}\) (3 BE). f) Energie pro Liter: DME \(28{,}8 \cdot 0{,}67 \approx 19{,}3\,\text{MJ/L}\), Diesel \(43{,}0 \cdot 0{,}83 \approx 35{,}7\,\text{MJ/L}\) → etwa 54 %, größere Tanks nötig. CO₂: \(2\cdot 44{,}01\,\text{g} : 1{,}328\,\text{MJ} \approx 66{,}3\,\text{g/MJ}\), also etwa 11 % weniger als Diesel. Pro Kilogramm liefert DME weniger (28,8 < 43,0 MJ/kg), weil der Sauerstoff im Molekül schon oxidierter Ballast ist. Die Klimabilanz hängt zusätzlich von der Herstellung ab (fossiles oder biogenes Methanol, Energieaufwand) (5 BE).

AFB I–III

Aufgabe 2 · Wasserstoffperoxid und Katalase

20 BE
2
Wasserstoffperoxid und Katalase
20 BE

Verdünnte Wasserstoffperoxid-Lösung dient als Desinfektionsmittel. In Zellen zersetzt das Enzym Katalase das giftige \(\ce{H2O2}\) sofort: \(\ce{2 H2O2(l) -> 2 H2O(l) + O2(g)}\). Hefe enthält Katalase.

M1 · Aktivierungsenergien (pro mol H₂O₂)

Reaktionsweg\(E_A\) in kJ/mol
ohne Katalysator75
mit Iodid-Ionen56
mit Katalase23

M2 · Kalorimeterversuch

100 mL \(\ce{H2O2}\)-Lösung (\(c = 0{,}50\,\text{mol/L}\)) im Styroporbecher (\(C_K = 40\,\text{J/K}\)); bei \(t = 4\,\text{min}\) wird wenig Hefesuspension zugegeben, das \(\ce{H2O2}\) zerfällt vollständig. Dichte und Wärmekapazität der Lösung wie Wasser.

t in min012345678910
ϑ in °C21,121,121,121,121,127,630,831,030,930,830,7

M3 · Tabellenwerte (25 °C)

Stoff\(\Delta_f H^\circ\) in kJ/mol\(S^\circ\) in J/(mol·K)
\(\ce{H2O2}\)(l)−187,8109,6
\(\ce{H2O}\)(l)−285,870,0
\(\ce{O2}\)(g)0205,2
a) Bestimmen Sie aus M2 die Temperaturänderung \(\Delta T\) durch Extrapolation auf den Mischzeitpunkt. 3 BE
K
b) Berechnen Sie die gemessene Reaktionsenthalpie pro mol \(\ce{H2O2}\). 4 BE
kJ/mol
c) Berechnen Sie mit M3 den Tabellenwert \(\Delta_r H^\circ\) pro mol \(\ce{H2O2}\). 3 BE
kJ/mol
d) Erläutern Sie die Abweichung: Wählen Sie alle zutreffenden Ursachen. (mehrere Antworten richtig) 3 BE
e) Bestimmen Sie mit M1 und dem Tabellenwert aus c) die Aktivierungsenergie der Rückreaktion auf dem Katalase-Weg. 2 BE
kJ/mol
f) Berechnen Sie \(\Delta_r G^\circ\) pro mol \(\ce{H2O2}\) bei 298 K. 3 BE
kJ/mol
g) Begründen Sie, warum sich 3-prozentige H₂O₂-Lösung in der Apotheke monatelang aufbewahren lässt. 2 BE
Erwartungshorizont (nach Auswerten freigeschaltet)

a) Vorperiode konstant 21,1 °C; Nachperiode fällt um 0,1 K/min, auf \(t = 4\,\text{min}\) verlängert: 31,3 °C ⇒ \(\Delta T = 10{,}2\,\text{K}\) (3 BE; die Höchsttemperatur 31,0 °C ergäbe zu wenig). b) \(n(\ce{H2O2}) = 0{,}050\,\text{mol}\); \(Q = (4{,}18\cdot 100 + 40)\cdot 10{,}2 = 4672\,\text{J}\); \(\Delta_r H = -4672 : 0{,}050\,\text{J/mol} \approx -93{,}4\,\text{kJ/mol}\) (4 BE). c) \(\tfrac12\,[2\cdot(-285{,}8) - 2\cdot(-187{,}8)] = -98{,}0\,\text{kJ/mol}\) (3 BE). d) Richtig: Wärmeabfuhr durch das entweichende Gas; in Lösung ist \(\ce{H2O2}\) hydratisiert (\(\Delta_f H^\circ(\text{aq}) \approx -191\,\text{kJ/mol}\)), dadurch ist der Betrag kleiner. Falsch: \(Q_p = \Delta H\) enthält die Volumenarbeit bereits (1.1.3); ein Katalysator ändert \(\Delta H\) nicht (1.3.2) (3 BE). e) \(E_A(\text{rück}) = E_A(\text{hin}) - \Delta H = 23 + 98{,}0 = 121\,\text{kJ/mol}\) (2 BE). f) \(\Delta_r S^\circ = \tfrac12\,(2\cdot 70{,}0 + 205{,}2 - 2\cdot 109{,}6) = +63{,}0\,\text{J/(mol}\cdot\text{K)}\); \(\Delta_r G^\circ = -98{,}0 - 298\cdot 0{,}0630 \approx -116{,}8\,\text{kJ/mol}\) (3 BE). g) \(\Delta_r G^\circ < 0\) bei jeder Temperatur (\(\Delta H < 0\), \(\Delta S > 0\)), der Zerfall ist also freiwillig; mit \(E_A = 75\,\text{kJ/mol}\) läuft er ohne Katalysator (und ohne Licht, Staub, Metallspuren) nur sehr langsam ab — metastabil (2 BE).

AFB II–III

Aufgabe 3 · Backtriebmittel

20 BE
3
Backtriebmittel
20 BE

Natron (\(\ce{NaHCO3}\)) und Hirschhornsalz (\(\ce{NH4HCO3}\)) lockern Teig, indem sie beim Erhitzen Gase freisetzen.

M1 · Reaktionen

(1) \(\ce{2 NaHCO3(s) -> Na2CO3(s)}\) \(\ce{+ H2O(g) + CO2(g)}\)
(2) \(\ce{NH4HCO3(s) -> NH3(g)}\) \(\ce{+ H2O(g) + CO2(g)}\)

M2 · Tabellenwerte (25 °C)

Stoff\(\Delta_f H^\circ\) in kJ/mol\(S^\circ\) in J/(mol·K)
\(\ce{NaHCO3}\)(s)−950,8101,7
\(\ce{Na2CO3}\)(s)−1130,7135,0
\(\ce{NH4HCO3}\)(s)−849,4120,9
\(\ce{NH3}\)(g)−45,9192,8
\(\ce{H2O}\)(g)−241,8188,8
\(\ce{CO2}\)(g)−393,5213,8

M3 · Beobachtungen

Hirschhornsalz setzt schon ab etwa 60 °C merklich Gas frei, Natron ohne Säurezusatz erst bei deutlich höherer Temperatur. Der Backofen hat 200 °C, das Teiginnere erreicht knapp 100 °C.

a) Berechnen Sie \(\Delta_r H^\circ\) für Reaktion (1). 3 BE
kJ/mol
b) Berechnen Sie \(\Delta_r S^\circ\) für Reaktion (1). 3 BE
J/(mol·K)
c) Begründen Sie das Vorzeichen von \(\Delta_r S^\circ\) auf Teilchenebene. 2 BE
d) Berechnen Sie die Umschlagtemperatur von Reaktion (1) in °C. 3 BE
°C
e) Berechnen Sie \(\Delta_r G\) für Reaktion (1) bei 200 °C (Näherung: \(\Delta_r H^\circ\), \(\Delta_r S^\circ\) konstant). 3 BE
kJ/mol
f) Ermitteln Sie für Reaktion (1) bei 200 °C die Gesamtentropieänderung \(\Delta S_{\text{ges}}\). 3 BE
J/(mol·K)
g) Beurteilen Sie mit M2 und M3 die beiden Backtriebmittel: Wählen Sie alle zutreffenden Aussagen. (mehrere Antworten richtig) 3 BE
Erwartungshorizont (nach Auswerten freigeschaltet)

a) \(\Delta_r H^\circ = -1130{,}7 - 241{,}8 - 393{,}5 - 2\cdot(-950{,}8) = +135{,}6\,\text{kJ/mol}\) (3 BE). b) \(\Delta_r S^\circ = 135{,}0 + 188{,}8 + 213{,}8 - 2\cdot 101{,}7 = +334{,}2\,\text{J/(mol}\cdot\text{K)}\) (3 BE). c) Aus 2 mol Feststoff entstehen 1 mol Feststoff und 2 mol Gas; Gasteilchen haben sehr viele Anordnungs- und Bewegungsmöglichkeiten ⇒ \(\Delta_r S > 0\) (2 BE). d) \(T_U = 135{,}6 : 0{,}3342\,\text{K} \approx 405{,}7\,\text{K} \approx 132{,}6\,°\text{C}\) (3 BE). e) \(\Delta_r G = 135{,}6 - 473\cdot 0{,}3342 \approx -22{,}5\,\text{kJ/mol}\): im heißen Randbereich exergonisch (3 BE). f) \(\Delta S_U = -135\,600 : 473 \approx -286{,}6\,\text{J/(mol}\cdot\text{K)}\); \(\Delta S_{\text{ges}} = 334{,}2 - 286{,}6 \approx +47{,}6\,\text{J/(mol}\cdot\text{K)} > 0\) — passt zu \(\Delta G < 0\), denn \(\Delta G = -T\cdot\Delta S_{\text{ges}}\) (3 BE). g) Reaktion (2): \(\Delta_r H^\circ = +168{,}2\,\text{kJ/mol}\), \(\Delta_r S^\circ = +474{,}5\,\text{J/(mol}\cdot\text{K)}\), \(T_U \approx 354\,\text{K} \approx 81\,°\text{C}\). Trotz größerer Reaktionsenthalpie liegt \(T_U\) tiefer, weil der Entropieterm stärker wächst. Ein Katalysator ändert \(T_U\) nicht, da \(\Delta H\) und \(\Delta S\) gleich bleiben. Ammoniak muss aus dem Gebäck entweichen können — daher nur für flaches Gebäck (3 BE).

Ergebnis

Erreicht
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Prozent
0 %
Notenpunkte
—
AufgabeThemaBE

Notenpunkte-Schlüssel

NPBEAnteilNote
1557 – 60 BE≥ 95 %1
1454 – 56 BE≥ 90 %1
1351 – 53 BE≥ 85 %1
1248 – 50 BE≥ 80 %2
1145 – 47 BE≥ 75 %2
1042 – 44 BE≥ 70 %2
939 – 41 BE≥ 65 %3
836 – 38 BE≥ 60 %3
733 – 35 BE≥ 55 %3
630 – 32 BE≥ 50 %4
527 – 29 BE≥ 45 %4
424 – 26 BE≥ 40 %4
320 – 23 BE≥ 33 %5
217 – 19 BE≥ 27 %5
112 – 16 BE≥ 20 %5
00 – 11 BE< 20 %6