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Elektrolyse als Umkehrung

Eine Zelle, die Strom liefert, lässt sich mit Strom auch rückwärts betreiben — doch warum bleibt der Minuspol dabei derselbe?

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Dieselbe Zelle, zwei Richtungen

  • Anknüpfung (4.3.1):Bei der Zinkiodid-Elektrolyse erzwingt die Spannungsquelle die Rückreaktion der freiwilligen Reaktion von Zink mit Iod.
  • Galvanische Zelle:freiwillige Redoxreaktion, wandelt chemische in elektrische Energie um.
  • Elektrolysezelle:dieselbe Anordnung, aber eine äußere Quelle kehrt die Reaktion um — elektrische wird in chemische Energie umgewandelt.
  • Bedingung:Die äußere Spannung muss größer sein als die Spannung, die die Zelle selbst liefert.

Dasselbe Daniell-Element (4.2.2) einmal als galvanische Zelle mit Lampe, einmal beim „Laden“ mit einer Spannungsquelle. Schalte die Ansicht um oder lege beide übereinander. Klicke dann ein Bauteil an (oder Tab, Enter, ←/→), um beide Richtungen zu vergleichen.

Galvanische Zelle und Elektrolyse im Vergleich

Halte fest: Beim Umkehren behält jede Elektrode ihren Pol — Zink bleibt Minuspol. Weil sich aber alle Vorgänge umkehren, tauschen Anode und Kathode ihre Plätze, und aus der Energiequelle wird ein Energieverbraucher.

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Pole bleiben, Namen wechseln

  • Versuch:Nach der Zinkiodid-Elektrolyse die Quelle abklemmen und einen Motor anschließen — er läuft: Zink wird wieder oxidiert, Iod reduziert, der Strom fließt in Gegenrichtung.
  • Pole:bleiben gleich — das unedlere Metall ist in beiden Betriebsarten der Minuspol.
  • Elektrodennamen:kehren sich um, denn Anode = Ort der Oxidation, Kathode = Ort der Reduktion.
Merke

Umkehrbare Zellreaktion: \(\ce{Zn + Cu^2+ <=>[Entladen][Laden] Zn^2+ + Cu}\)

  • Energie:Die Zelle liefert höchstens die Energie \(W = z \cdot F \cdot \Delta E\) je Formelumsatz — mindestens so viel muss die Elektrolyse zuführen (\(\Delta G = -z \cdot F \cdot \Delta E\), vgl. 1.4.3).
  • Praxis:Die Ladespannung liegt immer über der Entladespannung; die Differenz geht als Wärme verloren.
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Allgemeine Hinweise

Pol ist nicht gleich Name

Die Zinkelektrode ist beim Entladen Anode, beim Laden Kathode — Minuspol bleibt sie trotzdem. Elektrodennamen immer über den Vorgang (Oxidation/Reduktion) bestimmen, nie über das Vorzeichen.

Strom kehrt um, Spannung nicht

Beim Umkehren ändert sich die Richtung des Elektronenflusses, nicht die Polung der Zelle. Eine Quelle, die falsch herum angeschlossen wird, lädt nicht, sondern entlädt die Zelle zusätzlich.

Zuerst fragen: freiwillig?

Läuft die Reaktion von selbst, liegt eine galvanische Zelle vor; wird sie durch eine äußere Spannung angetrieben, eine Elektrolyse. Danach Anode und Kathode festlegen.

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