MINT lernen

Probeklausur

Drei Aufgaben mit Material zu Redoxtitration, galvanischen Zellen und Verzinken, 60 BE, 135 Minuten — die Generalprobe mit Notenpunkte-Schlüssel.

Punkte0 / 60
Notenpunkte—
Bearbeitet0 / 0
Bearbeitungszeit135 Minuten

Drei Aufgaben mit Material, zusammen 60 Bewertungseinheiten (BE). Hilfsmittel: Taschenrechner, Periodensystem. Rechnen Sie auf Papier und tragen Sie nur die Ergebnisse ein; der Erwartungshorizont wird nach dem Auswerten freigeschaltet.

AFB I–III

Aufgabe 1: Oxalsäure im Rhabarber

20 BE
A1
Redoxtitration
20 BE

Material 1: 50,0 g Rhabarberstiele werden püriert und mit heißem Wasser ausgezogen; das Filtrat wird im Messkolben auf 250,0 mL aufgefüllt. Je 25,0 mL davon werden mit verdünnter Schwefelsäure versetzt, auf etwa 60 °C erwärmt und mit Kaliumpermanganat-Lösung \((c = 0{,}0100\,\text{mol/L})\) titriert. \(M(\ce{H2C2O4}) = 90{,}03\,\text{g/mol}\).

Titration123
Verbrauch in mL17,918,118,0

Beobachtung: Die ersten Tropfen entfärben sich nur langsam, danach sofort; am Ende bleibt die Lösung schwach rosa.

a) Bestimmen Sie die Oxidationszahl der Kohlenstoffatome in der Oxalsäure \(\ce{H2C2O4}\). 2 BE
b) Geben Sie die zutreffende Reaktionsgleichung an. 3 BE
c) Berechnen Sie aus dem mittleren Verbrauch die Stoffmenge Oxalsäure in 25,0 mL Filtrat. 4 BE
mmol
d) Berechnen Sie den Oxalsäuregehalt der Rhabarberstiele in g pro 100 g. 4 BE
g / 100 g
e) Beurteilen Sie die Aussagen zur Durchführung. (mehrere Antworten richtig) 3 BE
f) Ordnen Sie jeder Beobachtung bzw. Maßnahme die zutreffende Erklärung zu. 4 BE
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont:

  • a) \(2 \cdot (+1) + 2x + 4 \cdot (-2) = 0\) → \(x = +3\) (+III); im \(\ce{CO2}\) +IV — jedes C gibt 1 e⁻ ab. (2 BE)
  • b) Reduktion \(\ce{MnO4- + 8 H3O+ + 5 e-}\) \(\ce{-> Mn^2+ + 12 H2O}\) (·2), Oxidation \(\ce{H2C2O4 + 2 H2O}\) \(\ce{-> 2 CO2 + 2 H3O+ + 2 e-}\) (·5); in saurer Lösung entsteht Mn²⁺, nicht MnO₂. (3 BE)
  • c) \(\bar V = 18{,}0\,\text{mL}\); \(n(\ce{MnO4-}) = 0{,}0100 \cdot 18{,}0 = 0{,}180\,\text{mmol}\); \(n(\ce{H2C2O4}) = \tfrac52 \cdot 0{,}180 = 0{,}450\,\text{mmol}\). (4 BE)
  • d) Aliquot 25 von 250 mL → Faktor 10: 4,50 mmol in 50,0 g; \(m = 4{,}50 \cdot 90{,}03 = 405\,\text{mg}\) → 0,81 g pro 100 g. (4 BE)
  • e) Richtig: Selbstindikation; Ablesen am oberen Rand bei tief gefärbter Lösung. Falsch: Salzsäure → Chlorid wird oxidiert → Mehrverbrauch → zu hoch; Kohlenstoff wird oxidiert (+III → +IV). (3 BE)
  • f) Autokatalyse durch Mn²⁺; bleibende Rosafärbung = erster Überschuss MnO₄⁻; Erwärmen beschleunigt die langsame Reaktion; Schwefelsäure, weil Chlorid mitreagieren würde. (4 BE)
AFB I–III

Aufgabe 2: Eine Kupfer-Silber-Zelle als Messgerät

20 BE
A2
Galvanische Zellen und Nernst
20 BE

Material 2: Eine Silberhalbzelle mit \(c(\ce{Ag+}) = 0{,}10\,\text{mol/L}\) wird über eine Kaliumnitrat-Salzbrücke mit Kupferhalbzellen unterschiedlicher Konzentration verbunden; die Spannung wird hochohmig gemessen (25 °C). \(E^\circ(\ce{Ag+}/\ce{Ag}) = +0{,}80\,\text{V}\), \(E^\circ(\ce{Cu^2+}/\ce{Cu}) = +0{,}34\,\text{V}\), \(F = 96\,485\,\text{C/mol}\).

c(Cu²⁺) in mol/L1,00,100,0100,0010
U in V0,400,430,460,49
a) Geben Sie die zutreffenden Aussagen zu dieser Zelle an. (mehrere Antworten richtig) 3 BE
b) Berechnen Sie die Zellspannung für \(c(\ce{Cu^2+}) = 1{,}0\,\text{mol/L}\) mit der Nernst-Gleichung. 3 BE
V
c) Ermitteln Sie aus der Steigung der Messreihe die Zahl z der am Kupfer übertragenen Elektronen. 3 BE
d) Berechnen Sie die Kupfer-Ionenkonzentration einer Probe, für die \(U = 0{,}475\,\text{V}\) gemessen wird. 4 BE
· 10⁻³ mol/L
e) Berechnen Sie die Spannung einer Konzentrationszelle aus der Silberhalbzelle von Material 2 und einer Silberhalbzelle mit \(c(\ce{Ag+}) = 0{,}0010\,\text{mol/L}\). 3 BE
V
f) Beurteilen Sie die Aussagen. (mehrere Antworten richtig) 4 BE
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont:

  • a) Kupfer ist das Paar mit kleinerem \(E\) → Anode/Minuspol, Silber Kathode/Pluspol. Anionen (Nitrat) wandern zur Anode (Kupferseite); Elektronen im Draht von Cu nach Ag. (3 BE)
  • b) \(E(\ce{Ag}) = 0{,}80 + 0{,}059 \cdot \lg 0{,}10 = 0{,}741\,\text{V}\); \(E(\ce{Cu}) = 0{,}34\,\text{V}\); \(U = 0{,}741 - 0{,}34 \approx 0{,}40\,\text{V}\). (3 BE)
  • c) Je Zehnerpotenz steigt U um 0,03 V: \(0{,}059 : z = 0{,}030\) → \(z \approx 2\) (\(\ce{Cu^2+ + 2 e- <=> Cu}\)). (3 BE)
  • d) \(U = 0{,}401 - 0{,}0295 \cdot \lg c\) → \(\lg c = (0{,}401 - 0{,}475) : 0{,}0295 \approx -2{,}51\) → \(c \approx 3{,}1 \cdot 10^{-3}\,\text{mol/L}\). (4 BE)
  • e) \(U = 0{,}059 \cdot \lg(0{,}10 : 0{,}0010) = 0{,}118\,\text{V}\); verdünnte Seite ist Minuspol. (3 BE)
  • f) \(U = 0{,}46\,\text{V}\) (Material): \(\Delta_r G = -2 \cdot 96\,485 \cdot 0{,}46 \approx -89\,\text{kJ/mol}\) ✓. Kleineres \(c(\ce{Ag+})\) senkt E der Kathode → U sinkt ✓. Potenziale werden nicht multipliziert; unter Stromfluss sinkt die Spannung (Konzentrationen gleichen sich an, Widerstand). (4 BE)
AFB I–III

Aufgabe 3: Stahl galvanisch verzinken

20 BE
A3
Elektrolyse und Korrosionsschutz
20 BE

Material 3: Ein Stahlblech (Gesamtoberfläche 100 cm²) wird galvanisch verzinkt. Elektrolyt: schwach saure Zinksulfat-Lösung (pH ≈ 4); Anode: Platte aus Reinzink; Kathode: das Stahlblech.

GrößeWert
Stromstärke1,5 A
Zeit30 min
Massenzunahme0,78 g
Dichte von Zink7,14 g/cm³

Daten: \(M(\ce{Zn}) = 65{,}38\,\text{g/mol}\), \(F = 96\,485\,\text{C/mol}\); \(E^\circ\): Mg −2,37 V, Zn −0,76 V, Fe −0,41 V, Sn −0,14 V, Cu +0,34 V. An der Kathode entweicht während der Elektrolyse etwas Gas.

a) Geben Sie die zutreffenden Elektrodenreaktionen an. (mehrere Antworten richtig) 3 BE
b) Berechnen Sie die theoretisch abgeschiedene Masse Zink. 4 BE
g
c) Berechnen Sie die Stromausbeute (Anteil der Ladung, der Zink abscheidet). 3 BE
%
d) Berechnen Sie die mittlere Dicke der Zinkschicht. 3 BE
µm
e) Ordnen Sie zu, welches Metall jeweils korrodiert, wenn Stahl in feuchter Luft geschützt bzw. verbunden ist. 4 BE
f) Erklären Sie, warum sich an der Kathode überhaupt Zink abscheidet, obwohl \(E^\circ(\ce{Zn^2+}/\ce{Zn})\) viel kleiner ist als \(E(\ce{H3O+}/\ce{H2})\) bei pH 4. 3 BE
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont:

  • a) Kathode: Zinkabscheidung, daneben etwas \(\ce{H2}\) (Gas); Anode: Die Zinkplatte löst sich auf und ersetzt die abgeschiedenen Zn²⁺-Ionen — das Eisen ist Kathode und wird nicht oxidiert. (3 BE)
  • b) \(Q = 1{,}5 \cdot 1800 = 2700\,\text{C}\); \(m = \dfrac{2700 \cdot 65{,}38}{2 \cdot 96\,485} \approx 0{,}915\,\text{g}\). (4 BE)
  • c) \(0{,}78 : 0{,}915 \approx 85\,\%\); der Rest der Ladung bildet Wasserstoff. (3 BE)
  • d) \(V = 0{,}78 : 7{,}14 = 0{,}109\,\text{cm}^3\); \(d = 0{,}109 : 100\,\text{cm} = 1{,}09 \cdot 10^{-3}\,\text{cm} \approx 10{,}9\,\mu\text{m}\). (3 BE)
  • e) Es korrodiert immer das unedlere Metall des Paares: Zn (−0,76) vor Fe; bei Sn (−0,14) und Cu (+0,34) das Eisen; Mg (−2,37) opfert sich. (4 BE)
  • f) \(E(\ce{H3O+}/\ce{H2}) = -0{,}059 \cdot 4 \approx -0{,}24\,\text{V}\) — thermodynamisch müsste Wasserstoff entstehen. An Zink ist die Wasserstoff-Überspannung aber so groß, dass das reale Abscheidungspotenzial unter −0,76 V liegt; die Metallabscheidung ist kaum gehemmt. Deshalb entsteht überwiegend Zink und nur wenig H₂ (Stromausbeute < 100 %). (3 BE)

Ergebnis

Erreicht
0 / 60
Prozent
0 %
Notenpunkte
—
AufgabeThemaPunkte

Notenpunkte-Schlüssel

BENPAnteil
57 – 60 BE15ab 95 %
54 – 56 BE14ab 90 %
51 – 53 BE13ab 85 %
48 – 50 BE12ab 80 %
45 – 47 BE11ab 75 %
42 – 44 BE10ab 70 %
39 – 41 BE9ab 65 %
36 – 38 BE8ab 60 %
33 – 35 BE7ab 55 %
30 – 32 BE6ab 50 %
27 – 29 BE5ab 45 %
24 – 26 BE4ab 40 %
20 – 23 BE3ab 33 %
17 – 19 BE2ab 27 %
12 – 16 BE1ab 20 %
0 – 11 BE0ab 0 %