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Probeklausur

Drei Aufgaben mit Material zu Kinetik, Gleichgewicht und Löslichkeit, 60 BE, 135 Minuten — die Generalprobe mit Notenpunkte-Schlüssel.

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Bearbeitungszeit135 Minuten

Drei Aufgaben mit Material, zusammen 60 Bewertungseinheiten (BE). Hilfsmittel: Taschenrechner, Periodensystem. Rechnen Sie auf Papier und tragen Sie nur die Ergebnisse ein; der Erwartungshorizont wird nach dem Auswerten freigeschaltet.

AFB I–III

Aufgabe 1: Marmor und Salzsäure

20 BE
A1
Kinetik
20 BE

Material 1: 15,0 g Marmorstücke (Calciumcarbonat, Überschuss) werden in einem offenen Erlenmeyerkolben auf einer Waage mit 100 mL Salzsäure \((c = 0{,}65\,\text{mol/L})\) bei 20 °C versetzt: \(\ce{CaCO3 + 2 HCl}\) \(\ce{-> CaCl2 + H2O + CO2}\). Gemessen wird die Massenabnahme durch entweichendes CO₂; \(M(\ce{CO2}) = 44{,}01\,\text{g/mol}\).

t in sΔm(CO₂) in g
00
300,44
600,75
1201,14
1801,32
2401,40
3001,43
a) Berechnen Sie die mittlere Reaktionsgeschwindigkeit bezogen auf CO₂ im Intervall 0–60 s in mmol/s. 3 BE
mmol/s
b) Berechnen Sie daraus die mittlere Geschwindigkeit bezogen auf HCl in mol/(L·s) (Volumen 100 mL). 3 BE
· 10⁻³ mol/(L·s)
c) Erklären Sie, warum die Massenabnahme pro Zeit im Verlauf kleiner wird. Wählen Sie die zutreffenden Aussagen. (mehrere Antworten richtig) 4 BE
d) Sagen Sie voraus, wie sich die Änderung gegenüber Material 1 auf Anfangsgeschwindigkeit und Gesamtmassenabnahme auswirkt (Marmor bleibt im Überschuss). 4 BE
e) Berechnen Sie: Bei 20 °C ist nach 90 s die Hälfte der Säure verbraucht. Wie lange dauert das bei 40 °C, wenn \(v\) je 10 °C um den Faktor 2,5 steigt? 3 BE
s
f) Beurteilen Sie die Aussagen zur Stoßtheorie. (mehrere Antworten richtig) 3 BE
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont:

  • a) \(n(\ce{CO2}) = 0{,}75 : 44{,}01 = 17{,}0\,\text{mmol}\); \(\bar v = 17{,}0 : 60 \approx 0{,}284\,\text{mmol/s}\). (3 BE)
  • b) \(n(\ce{HCl}) = 2 \cdot 17{,}0 = 34{,}1\,\text{mmol}\) → \(\Delta c = 0{,}341\,\text{mol/L}\); \(\bar v = 0{,}341 : 60 \approx 5{,}68 \cdot 10^{-3}\,\text{mol/(L·s)}\). (3 BE)
  • c) Säure wird verbraucht → geringere Konzentration → weniger Stöße pro Zeit; die Stücke werden kleiner, die Oberfläche sinkt. Keine Rückreaktion: offenes System, CO₂ entweicht. EA ist konstant. (4 BE)
  • d) Pulver: größere Oberfläche → v₀ größer, Endmasse gleich (HCl begrenzt). Doppelte Konzentration: v₀ größer, doppelte Stoffmenge HCl → doppelt so viel CO₂ (2,86 g statt 1,43 g; Marmor bleibt im Überschuss). 10 °C: v₀ kleiner, Endmasse gleich. Verdünnen auf 200 mL: halbe Konzentration → v₀ kleiner, gleiche Stoffmenge HCl → gleiche Endmasse. (4 BE)
  • e) \(\Delta\vartheta = 20\,°\text{C}\) → Faktor \(2{,}5^2 = 6{,}25\); \(t = 90 : 6{,}25 = 14{,}4\,\text{s}\). (3 BE)
  • f) Richtig: Katalysator (kleinere EA), Pulver (Oberfläche). Falsch: Die Stoßzahl steigt je 10 °C nur um knapp 2 %, entscheidend ist der Energieanteil. (3 BE)
AFB I–III

Aufgabe 2: Schwefeltrioxid im Bleikammerverfahren

20 BE
A2
Gleichgewicht und Le Chatelier
20 BE

Material 2: Im historischen Bleikammerverfahren wird Schwefeldioxid durch Stickstoffdioxid oxidiert: \(\ce{SO2(g) + NO2(g)}\) \(\ce{<=> SO3(g) + NO(g)}\). Gleichgewichtskonstanten (berechnet aus Tabellenwerten):

T in K5007009001100
Kc152092197,2
a) Geben Sie das zutreffende Massenwirkungsgesetz an. 2 BE
b) Berechnen Sie \(c(\ce{SO3})\) im Gleichgewicht bei 900 K, wenn man mit \(c_0(\ce{SO2}) = c_0(\ce{NO2}) = 1{,}00\,\text{mol/L}\) ohne Produkte startet. 4 BE
mol/L
c) Deuten Sie die Temperaturabhängigkeit von \(K_c\) (Material 2). 3 BE
d) Berechnen Sie \(Q\) für ein Gemisch bei 1100 K mit \(c(\ce{SO2}) = 0{,}20\), \(c(\ce{NO2}) = 0{,}30\), \(c(\ce{SO3}) = 1{,}00\), \(c(\ce{NO}) = 0{,}60\) (alle in mol/L). 3 BE
e) Sagen Sie die Wirkung auf die SO₃-Konzentration im Gleichgewicht voraus. 5 BE
f) Berechnen Sie aus den Werten bei 700 K und 900 K mit der Gleichung von van ’t Hoff \(\Delta_r H^\circ\). 3 BE
kJ/mol
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont:

  • a) Produkte im Zähler, Edukte im Nenner; \(\Delta n = 0\) → ohne Einheit. (2 BE)
  • b) \(\sqrt{19} = 4{,}359 = \dfrac{x}{1{,}00 - x}\) → \(x = 4{,}359 : 5{,}359 \approx 0{,}813\,\text{mol/L}\). Probe: \(0{,}813^2 : 0{,}187^2 \approx 19\). (4 BE)
  • c) K sinkt beim Erwärmen → die Rückreaktion ist die endotherme Richtung → Hinreaktion exotherm (ΔrH < 0). (3 BE)
  • d) \(Q = (1{,}00 \cdot 0{,}60) : (0{,}20 \cdot 0{,}30) = 10 > K = 7{,}2\) → die Rückreaktion überwiegt, bis \(Q = K\). (3 BE)
  • e) Druck: gleich viele Gasteilchen, keine Verschiebung. NO₂-Überschuss und NO-Entzug: Q < K → mehr SO₃. Erwärmen: K sinkt (exotherm) → weniger SO₃. Katalysator: nur schneller. (5 BE)
  • f) \(\Delta_r H^\circ = -R \cdot \ln(19 : 92) : \left(\tfrac{1}{900} - \tfrac{1}{700}\right) \approx -41\,\text{kJ/mol}\) — exotherm, passend zu c). (3 BE)
AFB I–III

Aufgabe 3: Silbersalze und die Mohr-Titration

20 BE
A3
Löslichkeitsgleichgewichte
20 BE

Material 3: Löslichkeitsprodukte bei 25 °C.

SalzFarbeKL
AgClweiß1,8 · 10⁻¹⁰ mol²/L²
AgBrhellgelb5,0 · 10⁻¹³ mol²/L²
Ag₂CrO₄rotbraun1,1 · 10⁻¹² mol³/L³

Bei der Chloridbestimmung nach Mohr wird eine Chloridlösung mit etwas Kaliumchromat versetzt und mit Silbernitrat-Lösung titriert.

a) Berechnen Sie die Löslichkeit von Silberchlorid. 3 BE
· 10⁻⁵ mol/L
b) Berechnen Sie die Löslichkeit von Silberchromat. 3 BE
· 10⁻⁵ mol/L
c) Vergleichen Sie. Wählen Sie die zutreffenden Aussagen. (mehrere Antworten richtig) 3 BE
d) Entscheiden Sie: Je 50 mL Silbernitrat-Lösung \((c = 2{,}0 \cdot 10^{-5}\,\text{mol/L})\) werden mit 50 mL Natriumchlorid- bzw. Natriumbromid-Lösung gleicher Konzentration gemischt. Welche Aussagen treffen zu? (mehrere Antworten richtig) 4 BE
e) Berechnen Sie die Löslichkeit von Silberchlorid in Natriumchlorid-Lösung mit \(c(\ce{Cl-}) = 0{,}010\,\text{mol/L}\). 3 BE
· 10⁻⁸ mol/L
f) Beurteilen Sie die Mohr-Titration. Wählen Sie die zutreffenden Aussagen. (mehrere Antworten richtig) 4 BE
Lösung anzeigen (nach Auswerten freigeschaltet)

Erwartungshorizont:

  • a) \(L = \sqrt{1{,}8 \cdot 10^{-10}} \approx 1{,}34 \cdot 10^{-5}\,\text{mol/L}\). (3 BE)
  • b) \(K_L = (2L)^2 \cdot L = 4L^3\) → \(L = \sqrt[3]{1{,}1 \cdot 10^{-12} : 4} \approx 6{,}50 \cdot 10^{-5}\,\text{mol/L}\). (3 BE)
  • c) L(Ag₂CrO₄) ≈ 5-mal L(AgCl), obwohl KL kleiner ist — andere Einheit, anderer Formeltyp. AgBr ist am schwersten löslich (L ≈ 7 · 10⁻⁷ mol/L). (3 BE)
  • d) Verdünnung auf das Doppelte: \(c = 1{,}0 \cdot 10^{-5}\,\text{mol/L}\), \(Q = 1{,}0 \cdot 10^{-10}\). AgBr: \(Q > K_L\) → Fällung. AgCl: \(Q < 1{,}8 \cdot 10^{-10}\) → keine Fällung. (4 BE)
  • e) \(c(\ce{Ag+}) = K_L : c(\ce{Cl-}) = 1{,}8 \cdot 10^{-10} : 0{,}010 = 1{,}8 \cdot 10^{-8}\,\text{mol/L}\) — gleichioniger Zusatz senkt L fast um den Faktor 1000. (3 BE)
  • f) Für AgCl genügt bei c(Cl⁻) ≈ 0,1 mol/L schon c(Ag⁺) ≈ 10⁻⁹ mol/L, für Ag₂CrO₄ (c(CrO₄²⁻) ≈ 10⁻² mol/L) erst ≈ 10⁻⁵ mol/L → AgCl fällt zuerst, Chromat färbt am Endpunkt. Menge des Bodenkörpers ändert c nicht (heterogenes GG); Chromat wird verbraucht, ist kein Katalysator. (4 BE)

Ergebnis

Erreicht
0 / 60
Prozent
0 %
Notenpunkte
—
AufgabeThemaPunkte

Notenpunkte-Schlüssel

BENPAnteil
57 – 60 BE15ab 95 %
54 – 56 BE14ab 90 %
51 – 53 BE13ab 85 %
48 – 50 BE12ab 80 %
45 – 47 BE11ab 75 %
42 – 44 BE10ab 70 %
39 – 41 BE9ab 65 %
36 – 38 BE8ab 60 %
33 – 35 BE7ab 55 %
30 – 32 BE6ab 50 %
27 – 29 BE5ab 45 %
24 – 26 BE4ab 40 %
20 – 23 BE3ab 33 %
17 – 19 BE2ab 27 %
12 – 16 BE1ab 20 %
0 – 11 BE0ab 0 %