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Typische Fehler

Die zwölf Fehler, die beim Rechnen mit Molekülen und Mol am häufigsten Punkte kosten — und wie es richtig geht.

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Die 12 häufigsten Fehler

1Index und Koeffizient werden verwechselt

So wird oft gerechnet: 3 H2O enthält 3 H-Atome und 1 O-Atom.

Richtig ist: 3 H2O sind 3 Moleküle mit zusammen 6 H-Atomen und 3 O-Atomen.

Warum passiert das? Beide Zahlen sehen nach „Anzahl“ aus. Der Koeffizient vervielfacht aber das ganze Molekül, der Index nur das Atom davor.

Koeffizient zählt Moleküle, Index zählt Atome im Molekül.

2Sauerstoffgas wird als einzelnes Atom gerechnet

So wird oft gerechnet: 64 g Sauerstoffgas: n = 64 g : 16 g/mol = 4 mol

Richtig ist: Sauerstoffgas ist O2: n = 64 g : 32 g/mol = 2 mol.

Warum passiert das? Im Periodensystem steht bei O die 16. Dass das Gas aus zweiatomigen Molekülen besteht, steht dort nicht.

H2, N2, O2, Cl2 — Elementgase sind zweiatomig.

3Die Formel n = m : M wird falsch umgestellt

So wird oft gerechnet: 88 g CO2: n = M : m = 44 : 88 = 0,5 mol

Richtig ist: n = m : M = 88 g : 44 g/mol = 2 mol.

Warum passiert das? Man teilt gewohnheitsmäßig die kleinere durch die größere Zahl — ohne auf die Einheiten zu achten.

Einheiten mitrechnen: g : g/mol = mol.

4Beim Molmasse-Addieren fehlt der Index

So wird oft gerechnet: M(CO2) = 12 g/mol + 16 g/mol = 28 g/mol

Richtig ist: M(CO2) = 12 g/mol + 2 · 16 g/mol = 44 g/mol.

Warum passiert das? Man addiert jedes Element, das in der Formel vorkommt, einmal — statt jedes Atom.

Jedes Atom zählt: Index mal molare Masse.

5Gleiches Volumen wird für gleiche Masse gehalten

So wird oft gerechnet: 1 L CO2 wiegt genauso viel wie 1 L H2, weil beide gleich viele Teilchen enthalten.

Richtig ist: Gleich viele Teilchen, aber verschieden schwere: 1 L CO2 ist 22-mal so schwer (44 : 2).

Warum passiert das? Das Gesetz von Avogadro spricht von gleicher Teilchenzahl — daraus wird im Kopf schnell „gleich viel“.

Avogadro: gleiche Anzahl, nicht gleiche Masse.

6Das molare Volumen wird auf Flüssigkeiten angewendet

So wird oft gerechnet: 1 mol Wasser (18 g) nimmt 22,4 L ein.

Richtig ist: Flüssiges Wasser: 18 g ≈ 18 mL. Vm gilt nur für Gase.

Warum passiert das? Vm wurde als „Volumen von 1 mol“ gelernt — ohne den Zusatz „eines Gases“.

Molares Volumen nur für Gase.

722,4 L/mol wird ohne Bedingungen verwendet

So wird oft gerechnet: Bei Zimmertemperatur (20 °C): 2 mol Gas = 2 · 22,4 L = 44,8 L

Richtig ist: Bei 20 °C gilt Vm ≈ 24 L/mol: V = 2 mol · 24 L/mol = 48 L.

Warum passiert das? 22,4 L/mol ist die bekannteste Zahl des Kapitels. Dass sie nur bei 0 °C und 1013 hPa gilt, gerät in Vergessenheit.

Erst Temperatur prüfen: 0 °C → 22,4; 20 °C → 24 L/mol.

8Das Mol wird als Masseneinheit verstanden

So wird oft gerechnet: 1 mol ist immer 1 g — oder: 1 mol = 6,022 · 1023 g.

Richtig ist: 1 mol = 6,022 · 1023 Teilchen. Wie viel das wiegt, hängt vom Stoff ab: 1 mol H2 = 2 g, 1 mol Fe = 56 g.

Warum passiert das? Im Alltag misst man Mengen fast immer in Gramm oder Litern — eine Anzahl-Einheit ist ungewohnt.

Mol ist eine Stückzahl wie „Dutzend“.

9Der Zehner-Exponent geht beim Teilen verloren

So wird oft gerechnet: n = 1,2 · 1024 : 6 · 1023 mol−1 = 0,2 mol

Richtig ist: 1,2 : 6 = 0,2 und 1024 : 1023 = 101, also n = 0,2 · 10 mol = 2 mol.

Warum passiert das? Man teilt nur die Vorfaktoren und übersieht, dass die Exponenten verschieden sind.

Vorfaktoren teilen, Exponenten subtrahieren.

10Milliliter werden nicht in Liter umgerechnet

So wird oft gerechnet: 500 mL Gas bei 20 °C: n = 500 : 24 mol ≈ 20,8 mol

Richtig ist: 500 mL = 0,5 L: n = 0,5 L : 24 L/mol ≈ 0,021 mol.

Warum passiert das? Die Zahl aus der Aufgabe wird direkt eingesetzt, ohne zu prüfen, ob sie zur Einheit von Vm passt.

Einheiten angleichen, bevor du einsetzt.

11Moleküle und Atome werden gleichgesetzt

So wird oft gerechnet: 1 mol H2O enthält 6,022 · 1023 Atome.

Richtig ist: 1 mol H2O enthält 6,022 · 1023 Moleküle, also 3 · 6,022 · 1023 ≈ 1,8 · 1024 Atome.

Warum passiert das? „Teilchen“ wird ohne nachzudenken als „Atom“ gelesen — dabei sind die Teilchen hier ganze Moleküle.

Immer klären: Welche Teilchen werden gezählt?

12Koeffizienten werden als Massen gelesen

So wird oft gerechnet: 2 H2 + O2 → 2 H2O: 2 g Wasserstoff reagieren mit 1 g Sauerstoff.

Richtig ist: 2 mol H2 (4 g) reagieren mit 1 mol O2 (32 g) — Massenverhältnis 1 : 8.

Warum passiert das? Die Koeffizienten sehen wie Mengenangaben aus. Dass sie Teilchen zählen und Teilchen verschieden schwer sind, wird übersehen.

Koeffizienten = Stoffmengenverhältnis, nie Massenverhältnis.