Aufgabenblock — AFB III
Erklären, beurteilen, Versuche planen: Formuliere deine Antwort zuerst selbst in ganzen Sätzen und mit Fachbegriffen, bevor du die Musterlösung aufklappst.
Erkläre, warum ein Natriumatom bei Reaktionen zum Na+-Ion wird und nicht sieben Elektronen zum Na7−-Ion aufnimmt.
Hinweis: Denke an die Elektronenhülle und an die Ionisierungsenergien aus Kapitel 2.
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Musterlösung: Natrium hat nur ein Valenzelektron auf der äußersten Schale. Es ist weit vom Kern entfernt und durch die inneren Schalen abgeschirmt, deshalb ist die erste Ionisierungsenergie klein. Gibt Natrium dieses Elektron ab, erreicht es die Elektronenkonfiguration von Neon. Um die Argon-Konfiguration zu erreichen, müsste es dagegen sieben Elektronen aufnehmen; jedes weitere Elektron würde von der wachsenden negativen Ladung stärker abgestoßen. Deshalb bilden Metalle Kationen und keine Anionen.
Ein Mitschüler schreibt: „Kochsalz besteht aus NaCl-Molekülen, in denen je ein Natrium- und ein Chloratom verbunden sind.“ Widerlege diese Aussage.
Hinweis: Überlege, wie viele Nachbarn ein Ion im Gitter hat.
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Musterlösung: Im Kochsalz liegen keine Atome, sondern Na+- und Cl−-Ionen vor. Sie bilden ein Ionengitter, in dem jedes Na+-Ion von sechs Cl−-Ionen umgeben ist und jedes Cl−-Ion von sechs Na+-Ionen. Die elektrostatische Anziehung wirkt in alle Richtungen gleich; kein Cl− gehört zu einem bestimmten Na+. Es gibt also keine abgeschlossenen NaCl-Einheiten. „NaCl“ ist eine Verhältnisformel: Sie gibt nur an, dass Natrium- und Chlorid-Ionen im Verhältnis 1 : 1 vorliegen.
Natriumchlorid schmilzt bei 801 °C, Magnesiumoxid erst bei etwa 2800 °C. Beide bilden das gleiche Gittermuster. Vergleiche die beiden Salze und erkläre den Unterschied.
Hinweis: Die Ionenladungen stehen im PSE; die Ionen im Magnesiumoxid sind außerdem kleiner.
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Musterlösung: Gemeinsam ist beiden: Sie sind Salze mit Ionengitter und Koordinationszahl 6. Unterschied: In NaCl tragen die Ionen einfache Ladungen (Na+, Cl−), in MgO doppelte (Mg2+, O2−). Außerdem sind Mg2+ und O2− kleiner, sodass die Ionen näher beieinander liegen. Doppelte Ladungen und kleinerer Abstand führen zu einer deutlich stärkeren elektrostatischen Anziehung. Um das Gitter beim Schmelzen aufzulockern, ist deshalb viel mehr Energie nötig — MgO schmilzt erst bei etwa 2800 °C und wird als feuerfestes Material genutzt.
Schlägt man mit dem Hammer auf einen Steinsalzkristall, zerspringt er in Bruchstücke mit glatten Flächen. Ein Stück Kupfer verbiegt sich nur. Begründe die Sprödigkeit des Salzes mit dem Gittermodell.
Hinweis: Zeichne eine Ionenreihe und verschiebe die obere Schicht um ein Ion.
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Musterlösung: Im Ionengitter wechseln sich positive und negative Ionen regelmäßig ab. Ein Schlag verschiebt eine Gitterschicht gegen die nächste. Schon nach einer Verschiebung um einen Ionenabstand stehen sich gleich geladene Ionen gegenüber (Na+ neben Na+, Cl− neben Cl−). Sie stoßen sich ab, und der Kristall bricht entlang dieser Ebene auseinander — deshalb entstehen glatte Bruchflächen. Im Metall halten die frei beweglichen Elektronen die Atomrümpfe auch nach dem Verschieben zusammen.
Bei einem Versuch leuchtet eine Glühlampe im Stromkreis nicht, wenn die Elektroden in festes Kochsalz tauchen. In geschmolzenem Kochsalz und in Kochsalz-Lösung leuchtet sie. Deute die Beobachtungen.
Hinweis: Elektrischer Strom braucht bewegliche geladene Teilchen.
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Musterlösung: Festes Kochsalz besteht zwar aus Ionen, diese sitzen aber fest auf ihren Gitterplätzen und können nicht zu den Elektroden wandern — die Lampe bleibt dunkel. In der Schmelze ist das Gitter zerstört; Na+-Ionen wandern zum Minuspol, Cl−-Ionen zum Pluspol, es fließt Strom. Beim Lösen in Wasser wird das Gitter ebenfalls aufgelöst; die Ionen sind von Wassermolekülen umhüllt und frei beweglich, deshalb leitet auch die Lösung. Elektronen fließen dagegen nicht durch das Salz — die Ladungsträger sind die Ionen.
In zwei unbeschrifteten Gläsern befinden sich Kaliumchlorid und Natriumbromid. Beide sind weiße, wasserlösliche Pulver. Entwickle ein Vorgehen, mit dem du die beiden Salze sicher unterscheiden kannst, und gib die erwarteten Beobachtungen an.
Hinweis: Jedes Salz besteht aus einem Kation und einem Anion — beide lassen sich nachweisen.
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Musterlösung: 1. Flammenfärbung: Ein ausgeglühtes Magnesiastäbchen wird in etwas Salz getaucht und in die nicht leuchtende Brennerflamme gehalten. Kaliumchlorid färbt die Flamme fahl violett (durch ein Cobaltglas betrachtet deutlich violett-rot), Natriumbromid intensiv gelb. 2. Halogenid-Nachweis: Von beiden Salzen wird eine Lösung hergestellt, mit verdünnter Salpetersäure angesäuert und mit Silbernitrat-Lösung versetzt. Kaliumchlorid ergibt einen weißen Niederschlag von Silberchlorid, Natriumbromid einen gelblich-weißen Niederschlag von Silberbromid. Stimmen beide Ergebnisse überein, ist die Zuordnung sicher.
Bei einer Flammenprobe leuchtet die Flamme kräftig gelb. Lea schließt: „Die Probe enthält Natrium-Ionen und sicher keine Kalium-Ionen.“ Beurteile Leas Schlussfolgerung.
Hinweis: Die gelbe Natriumflamme ist sehr hell.
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Musterlösung: Der erste Teil ist plausibel: Die intensiv gelbe Flamme ist typisch für Natrium-Ionen. Allerdings reichen schon kleinste Natrium-Spuren (Schweiß, Staub) für eine gelbe Farbe; das Magnesiastäbchen muss vorher ausgeglüht werden. Der zweite Teil ist nicht gerechtfertigt: Die schwache violette Kaliumflamme wird von der hellen Natriumflamme überstrahlt. Lea müsste die Flamme durch ein Cobaltglas betrachten, das das gelbe Licht zurückhält, oder mit dem Spektroskop nach den Kalium-Linien suchen. Erst dann kann sie über Kalium entscheiden.
Tim gibt Silbernitrat-Lösung zu einer Salzlösung und beobachtet einen schwach gelblichen Niederschlag. Er notiert: „Die Lösung enthält Iodid-Ionen.“ Angesäuert hat er vorher nicht. Überprüfe Tims Schluss.
Hinweis: Vergleiche die Farben von AgCl, AgBr und AgI — und überlege, wozu die Salpetersäure dient.
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Musterlösung: Tims Schluss ist nicht gesichert. Silberchlorid ist weiß, Silberbromid gelblich-weiß und Silberiodid deutlich gelb. Ein schwach gelblicher Niederschlag spricht eher für Bromid als für Iodid; die Farben sind aber ähnlich und sollten mit Referenzproben (NaCl-, KBr-, KI-Lösung) verglichen werden. Außerdem hat Tim nicht mit verdünnter Salpetersäure angesäuert: Dann können auch andere Ionen, z. B. Carbonat-Ionen, mit Silber-Ionen einen hellen Niederschlag bilden. Er sollte den Versuch angesäuert wiederholen und die Farbe neben den Referenzen beurteilen.
Leite die Verhältnisformel von Aluminiumoxid aus den Stellungen von Aluminium (III. Hauptgruppe) und Sauerstoff (VI. Hauptgruppe) im PSE her. Erkläre, warum die Formel nicht „AlO“ lautet.
Hinweis: Gehe schrittweise vor: Ionenladungen → Ladungsausgleich → Formel.
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Musterlösung: Aluminium hat drei Valenzelektronen und bildet Al3+. Sauerstoff hat sechs Valenzelektronen, nimmt zwei auf und bildet O2−. Damit die Formeleinheit neutral ist, müssen gleich viele positive wie negative Ladungen vorliegen: Das kleinste gemeinsame Vielfache von 3 und 2 ist 6. Zwei Al3+ liefern +6, drei O2− liefern −6. Die Formel ist Al2O3. „AlO“ hätte die Gesamtladung (+3) + (−2) = +1 und ist deshalb falsch; außerdem würden die Elektronen nicht aufgehen: 3 abgegebenen stünden nur 2 aufgenommene gegenüber.
Auf einem Poster steht: „Natrium reagiert heftig mit Wasser, Chlor ist ein giftiges Gas — Kochsalz ist also eigentlich ein gefährlicher Stoff.“ Nimm zu dieser Aussage Stellung.
Hinweis: Vergleiche Natriumatome, Chloratome bzw. -moleküle und die Ionen im Salz.
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Musterlösung: Die Aussage ist falsch. Bei der Reaktion von Natrium mit Chlor entsteht ein neuer Stoff mit ganz anderen Eigenschaften. Im Kochsalz liegen keine Natriumatome und keine Chlormoleküle vor, sondern Na+- und Cl−-Ionen. Sie haben jeweils Edelgaskonfiguration und sind deshalb reaktionsträge: Na+ reagiert nicht mit Wasser, Cl− ist kein giftiges Gas. Kochsalz ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff. Einschränkend gilt nur: Wie jeder Stoff ist es in sehr großen Mengen gesundheitsschädlich — das hat aber nichts mit den Eigenschaften der Elemente zu tun.
