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Übung AFB III

Zehn Aufgaben zum Erklären, Beurteilen und Planen — hier zählt das Warum hinter Ionen und Salzen.

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Aufgabenblock — AFB III

Erklären, beurteilen, Versuche planen: Formuliere deine Antwort zuerst selbst in ganzen Sätzen und mit Fachbegriffen, bevor du die Musterlösung aufklappst.

A1
Warum Natrium ein Kation bildet
AFB III

Erkläre, warum ein Natriumatom bei Reaktionen zum Na+-Ion wird und nicht sieben Elektronen zum Na7−-Ion aufnimmt.

Hinweis: Denke an die Elektronenhülle und an die Ionisierungsenergien aus Kapitel 2.

Strategie: Vergleiche, wie viele Elektronen für die Edelgaskonfiguration abgegeben bzw. aufgenommen werden müssten.Warum so? Die Edelgasregel sagt nur, welches Ziel erreicht wird — der Energieaufwand entscheidet, auf welchem Weg.
Lösungsskizze: 1 Valenzelektron, schwach gebunden (kleine 1. Ionisierungsenergie) → Abgabe leicht; 7 Elektronen aufnehmen gegen wachsende Abstoßung → praktisch unmöglich.
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Musterlösung: Natrium hat nur ein Valenzelektron auf der äußersten Schale. Es ist weit vom Kern entfernt und durch die inneren Schalen abgeschirmt, deshalb ist die erste Ionisierungsenergie klein. Gibt Natrium dieses Elektron ab, erreicht es die Elektronenkonfiguration von Neon. Um die Argon-Konfiguration zu erreichen, müsste es dagegen sieben Elektronen aufnehmen; jedes weitere Elektron würde von der wachsenden negativen Ladung stärker abgestoßen. Deshalb bilden Metalle Kationen und keine Anionen.

A2
Gibt es NaCl-Moleküle?
AFB III

Ein Mitschüler schreibt: „Kochsalz besteht aus NaCl-Molekülen, in denen je ein Natrium- und ein Chloratom verbunden sind.“ Widerlege diese Aussage.

Hinweis: Überlege, wie viele Nachbarn ein Ion im Gitter hat.

Strategie: Beschreibe den Aufbau des Kristalls aus Ionen und prüfe, ob sich ein einzelnes Paar abgrenzen lässt.Warum so? Ein Gegenargument aus dem Modell genügt, um die Aussage zu widerlegen.
Lösungsskizze: Ionen statt Atome; jedes Na+ hat 6 Cl− als nächste Nachbarn (und umgekehrt) → kein abgegrenztes Paar; NaCl = Verhältnisformel.
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Musterlösung: Im Kochsalz liegen keine Atome, sondern Na+- und Cl−-Ionen vor. Sie bilden ein Ionengitter, in dem jedes Na+-Ion von sechs Cl−-Ionen umgeben ist und jedes Cl−-Ion von sechs Na+-Ionen. Die elektrostatische Anziehung wirkt in alle Richtungen gleich; kein Cl− gehört zu einem bestimmten Na+. Es gibt also keine abgeschlossenen NaCl-Einheiten. „NaCl“ ist eine Verhältnisformel: Sie gibt nur an, dass Natrium- und Chlorid-Ionen im Verhältnis 1 : 1 vorliegen.

A3
Kochsalz und Magnesiumoxid
AFB III

Natriumchlorid schmilzt bei 801 °C, Magnesiumoxid erst bei etwa 2800 °C. Beide bilden das gleiche Gittermuster. Vergleiche die beiden Salze und erkläre den Unterschied.

Hinweis: Die Ionenladungen stehen im PSE; die Ionen im Magnesiumoxid sind außerdem kleiner.

Strategie: Vergleiche Ladungen und Abstände der Ionen — beides bestimmt die Anziehung.Warum so? Die Schmelztemperatur zeigt, wie stark die Ionen im Gitter zusammengehalten werden.
Lösungsskizze: NaCl: Na+/Cl− (Ladungen 1). MgO: Mg2+/O2− (Ladungen 2), kleinere Ionen → viel stärkere Anziehung → mehr Energie zum Aufbrechen des Gitters.
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Musterlösung: Gemeinsam ist beiden: Sie sind Salze mit Ionengitter und Koordinationszahl 6. Unterschied: In NaCl tragen die Ionen einfache Ladungen (Na+, Cl−), in MgO doppelte (Mg2+, O2−). Außerdem sind Mg2+ und O2− kleiner, sodass die Ionen näher beieinander liegen. Doppelte Ladungen und kleinerer Abstand führen zu einer deutlich stärkeren elektrostatischen Anziehung. Um das Gitter beim Schmelzen aufzulockern, ist deshalb viel mehr Energie nötig — MgO schmilzt erst bei etwa 2800 °C und wird als feuerfestes Material genutzt.

A4
Salz zerspringt, Metall verbiegt sich
AFB III

Schlägt man mit dem Hammer auf einen Steinsalzkristall, zerspringt er in Bruchstücke mit glatten Flächen. Ein Stück Kupfer verbiegt sich nur. Begründe die Sprödigkeit des Salzes mit dem Gittermodell.

Hinweis: Zeichne eine Ionenreihe und verschiebe die obere Schicht um ein Ion.

Strategie: Verfolge, welche Ionen sich nach der Verschiebung gegenüberstehen.Warum so? Die Eigenschaft folgt direkt aus der Anordnung entgegengesetzter Ladungen.
Lösungsskizze: Schlag verschiebt Schichten um einen Ionenabstand → gleich geladene Ionen liegen übereinander → Abstoßung → Kristall bricht entlang der Ebene.
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Musterlösung: Im Ionengitter wechseln sich positive und negative Ionen regelmäßig ab. Ein Schlag verschiebt eine Gitterschicht gegen die nächste. Schon nach einer Verschiebung um einen Ionenabstand stehen sich gleich geladene Ionen gegenüber (Na+ neben Na+, Cl− neben Cl−). Sie stoßen sich ab, und der Kristall bricht entlang dieser Ebene auseinander — deshalb entstehen glatte Bruchflächen. Im Metall halten die frei beweglichen Elektronen die Atomrümpfe auch nach dem Verschieben zusammen.

A5
Leitfähigkeit deuten
AFB III

Bei einem Versuch leuchtet eine Glühlampe im Stromkreis nicht, wenn die Elektroden in festes Kochsalz tauchen. In geschmolzenem Kochsalz und in Kochsalz-Lösung leuchtet sie. Deute die Beobachtungen.

Hinweis: Elektrischer Strom braucht bewegliche geladene Teilchen.

Strategie: Prüfe für jeden Zustand, ob geladene Teilchen vorhanden und ob sie beweglich sind.Warum so? Geladene Teilchen allein reichen nicht — sie müssen wandern können.
Lösungsskizze: Fest: Ionen fest im Gitter → keine Leitung. Schmelze: Gitter aufgelöst, Ionen beweglich → Leitung. Lösung: Ionen von Wassermolekülen umhüllt und beweglich → Leitung.
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Musterlösung: Festes Kochsalz besteht zwar aus Ionen, diese sitzen aber fest auf ihren Gitterplätzen und können nicht zu den Elektroden wandern — die Lampe bleibt dunkel. In der Schmelze ist das Gitter zerstört; Na+-Ionen wandern zum Minuspol, Cl−-Ionen zum Pluspol, es fließt Strom. Beim Lösen in Wasser wird das Gitter ebenfalls aufgelöst; die Ionen sind von Wassermolekülen umhüllt und frei beweglich, deshalb leitet auch die Lösung. Elektronen fließen dagegen nicht durch das Salz — die Ladungsträger sind die Ionen.

A6
Zwei weiße Pulver
AFB III

In zwei unbeschrifteten Gläsern befinden sich Kaliumchlorid und Natriumbromid. Beide sind weiße, wasserlösliche Pulver. Entwickle ein Vorgehen, mit dem du die beiden Salze sicher unterscheiden kannst, und gib die erwarteten Beobachtungen an.

Hinweis: Jedes Salz besteht aus einem Kation und einem Anion — beide lassen sich nachweisen.

Strategie: Plane zwei unabhängige Nachweise: einen für die Kationen, einen für die Anionen.Warum so? Zwei übereinstimmende Nachweise machen das Ergebnis sicher.
Lösungsskizze: Flammenfärbung (Magnesiastäbchen, Kobaltglas) → K: violett, Na: gelb. Lösung + Salpetersäure + Silbernitrat → KCl: weißer AgCl-Niederschlag; NaBr: gelblich-weißer AgBr-Niederschlag.
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Musterlösung: 1. Flammenfärbung: Ein ausgeglühtes Magnesiastäbchen wird in etwas Salz getaucht und in die nicht leuchtende Brennerflamme gehalten. Kaliumchlorid färbt die Flamme fahl violett (durch ein Cobaltglas betrachtet deutlich violett-rot), Natriumbromid intensiv gelb. 2. Halogenid-Nachweis: Von beiden Salzen wird eine Lösung hergestellt, mit verdünnter Salpetersäure angesäuert und mit Silbernitrat-Lösung versetzt. Kaliumchlorid ergibt einen weißen Niederschlag von Silberchlorid, Natriumbromid einen gelblich-weißen Niederschlag von Silberbromid. Stimmen beide Ergebnisse überein, ist die Zuordnung sicher.

A7
Gelbe Flamme — nur Natrium?
AFB III

Bei einer Flammenprobe leuchtet die Flamme kräftig gelb. Lea schließt: „Die Probe enthält Natrium-Ionen und sicher keine Kalium-Ionen.“ Beurteile Leas Schlussfolgerung.

Hinweis: Die gelbe Natriumflamme ist sehr hell.

Strategie: Trenne die beiden Teilaussagen und prüfe jede einzeln.Warum so? Ein Nachweis kann positiv ausfallen, ein fehlendes Signal beweist aber nicht immer die Abwesenheit.
Lösungsskizze: Na: ja (gelb, 589 nm), aber Spuren genügen → Stäbchen vorher ausglühen. K: violett wird von Gelb überdeckt → mit Cobaltglas (filtert Gelb) oder Spektroskop erneut prüfen.
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Musterlösung: Der erste Teil ist plausibel: Die intensiv gelbe Flamme ist typisch für Natrium-Ionen. Allerdings reichen schon kleinste Natrium-Spuren (Schweiß, Staub) für eine gelbe Farbe; das Magnesiastäbchen muss vorher ausgeglüht werden. Der zweite Teil ist nicht gerechtfertigt: Die schwache violette Kaliumflamme wird von der hellen Natriumflamme überstrahlt. Lea müsste die Flamme durch ein Cobaltglas betrachten, das das gelbe Licht zurückhält, oder mit dem Spektroskop nach den Kalium-Linien suchen. Erst dann kann sie über Kalium entscheiden.

A8
Gelblicher Niederschlag
AFB III

Tim gibt Silbernitrat-Lösung zu einer Salzlösung und beobachtet einen schwach gelblichen Niederschlag. Er notiert: „Die Lösung enthält Iodid-Ionen.“ Angesäuert hat er vorher nicht. Überprüfe Tims Schluss.

Hinweis: Vergleiche die Farben von AgCl, AgBr und AgI — und überlege, wozu die Salpetersäure dient.

Strategie: Vergleiche die Beobachtung mit allen drei Silberhalogeniden und suche nach Fehlerquellen im Vorgehen.Warum so? Ein Nachweis ist nur so gut wie seine Durchführung.
Lösungsskizze: AgCl weiß, AgBr gelblich-weiß, AgI gelb → „schwach gelblich“ passt eher zu Bromid; ohne Ansäuern können auch Carbonat-Ionen einen Niederschlag bilden → mit HNO3 wiederholen und mit Referenzproben vergleichen.
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Musterlösung: Tims Schluss ist nicht gesichert. Silberchlorid ist weiß, Silberbromid gelblich-weiß und Silberiodid deutlich gelb. Ein schwach gelblicher Niederschlag spricht eher für Bromid als für Iodid; die Farben sind aber ähnlich und sollten mit Referenzproben (NaCl-, KBr-, KI-Lösung) verglichen werden. Außerdem hat Tim nicht mit verdünnter Salpetersäure angesäuert: Dann können auch andere Ionen, z. B. Carbonat-Ionen, mit Silber-Ionen einen hellen Niederschlag bilden. Er sollte den Versuch angesäuert wiederholen und die Farbe neben den Referenzen beurteilen.

A9
Formel von Aluminiumoxid
AFB III

Leite die Verhältnisformel von Aluminiumoxid aus den Stellungen von Aluminium (III. Hauptgruppe) und Sauerstoff (VI. Hauptgruppe) im PSE her. Erkläre, warum die Formel nicht „AlO“ lautet.

Hinweis: Gehe schrittweise vor: Ionenladungen → Ladungsausgleich → Formel.

Strategie: Bestimme zuerst beide Ionenladungen und suche dann das kleinste gemeinsame Vielfache.Warum so? Eine Verhältnisformel ist nur richtig, wenn die Formeleinheit elektrisch neutral ist.
Lösungsskizze: Al → Al3+ (3 e− ab), O → O2− (2 e− auf); kgV(3; 2) = 6 → 2 Al3+ und 3 O2− → Al2O3; AlO hätte Ladung +1.
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Musterlösung: Aluminium hat drei Valenzelektronen und bildet Al3+. Sauerstoff hat sechs Valenzelektronen, nimmt zwei auf und bildet O2−. Damit die Formeleinheit neutral ist, müssen gleich viele positive wie negative Ladungen vorliegen: Das kleinste gemeinsame Vielfache von 3 und 2 ist 6. Zwei Al3+ liefern +6, drei O2− liefern −6. Die Formel ist Al2O3. „AlO“ hätte die Gesamtladung (+3) + (−2) = +1 und ist deshalb falsch; außerdem würden die Elektronen nicht aufgehen: 3 abgegebenen stünden nur 2 aufgenommene gegenüber.

A10
Giftig plus explosiv gleich …?
AFB III

Auf einem Poster steht: „Natrium reagiert heftig mit Wasser, Chlor ist ein giftiges Gas — Kochsalz ist also eigentlich ein gefährlicher Stoff.“ Nimm zu dieser Aussage Stellung.

Hinweis: Vergleiche Natriumatome, Chloratome bzw. -moleküle und die Ionen im Salz.

Strategie: Unterscheide zwischen den Ausgangsstoffen und dem neuen Stoff mit seinen Teilchen.Warum so? Bei einer chemischen Reaktion entstehen neue Stoffe mit neuen Eigenschaften.
Lösungsskizze: Reaktion → neuer Stoff; Na+ und Cl− haben Edelgaskonfiguration, sind reaktionsträge; Eigenschaften der Elemente übertragen sich nicht. Einschränkung: in großen Mengen auch Kochsalz schädlich.
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Musterlösung: Die Aussage ist falsch. Bei der Reaktion von Natrium mit Chlor entsteht ein neuer Stoff mit ganz anderen Eigenschaften. Im Kochsalz liegen keine Natriumatome und keine Chlormoleküle vor, sondern Na+- und Cl−-Ionen. Sie haben jeweils Edelgaskonfiguration und sind deshalb reaktionsträge: Na+ reagiert nicht mit Wasser, Cl− ist kein giftiges Gas. Kochsalz ist ein lebensnotwendiger Mineralstoff. Einschränkend gilt nur: Wie jeder Stoff ist es in sehr großen Mengen gesundheitsschädlich — das hat aber nichts mit den Eigenschaften der Elemente zu tun.