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Übung AFB II

Zehn Aufgaben von der Elektronenbilanz bis zum Silberchlorid — erst übersetzen, dann rechnen.

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Aufgabenblock — AFB II

Zehn Aufgaben aus dem ganzen Kapitel, die mehrere Schritte verbinden: Ladung aus dem PSE, Formel, Elektronenbilanz und Stoffmenge. Erst den Ansatz überlegen, dann rechnen — mit gestuften Tipps, wenn du nicht weiterkommst.

A1
Magnesium verbrennt
AFB II

Ein Magnesiumband verbrennt mit greller Flamme zu weißem Magnesiumoxid: 2 Mg + O2 → 2 MgO.

a) Gib an, wie viele Elektronen ein Magnesiumatom abgibt. b) Ermittle, wie viele Elektronen bei der Reaktionsgleichung oben insgesamt übertragen werden.

Ansatz: Mg: II. Hauptgruppe. Zähle die Mg-Atome in der Gleichung.
Rechenweg: a) Mg → Mg2+ + 2 e−. b) 2 Mg-Atome · 2 e− = 4 e−.
Lösung: a) 2 b) 4
Vollständige Lösung
Jedes Mg-Atom gibt seine 2 Valenzelektronen ab (Mg → Mg2+ + 2 e−). In der Gleichung reagieren 2 Mg-Atome, also werden 4 Elektronen übertragen — genau so viele, wie das O2-Molekül aufnimmt (2 O-Atome · 2 e−). Hinweis: Abgegebene und aufgenommene Elektronen sind immer gleich viele.
A2
Aluminiumchlorid
AFB II

Aluminium reagiert heftig mit Chlor zu Aluminiumchlorid.

a) Bestimme den Index x in der Verhältnisformel AlCl_x. b) Gib an, wie viele Elektronen bei der Bildung einer Formeleinheit übertragen werden.

Ansatz: Ionenladungen aus dem PSE: Al (III. HG), Cl (VII. HG).
Rechenweg: Al3+ braucht drei Cl− für die Gesamtladung 0; jedes Cl-Atom nimmt 1 e− auf.
Lösung: a) 3 b) 3
Vollständige Lösung
Aluminium bildet Al3+, Chlor bildet Cl−. Für eine neutrale Formeleinheit braucht man drei Chlorid-Ionen: AlCl3. Das Al-Atom gibt dabei 3 Elektronen ab, jedes der drei Cl-Atome nimmt eines auf. Hinweis: Der Index gibt das Zahlenverhältnis der Ionen an, nicht eine Molekülgröße.
A3
Magnesiumnitrid
AFB II

Verbrennt Magnesium an der Luft, entsteht neben Magnesiumoxid auch etwas Magnesiumnitrid aus Mg2+- und Nitrid-Ionen.

a) Bestimme die Anzahl der Mg2+-Ionen und b) die Anzahl der Nitrid-Ionen in der Verhältnisformel.

Ansatz: Stickstoff steht in der V. Hauptgruppe: 8 − 5 = 3 aufgenommene Elektronen → N3−.
Rechenweg: kgV(2; 3) = 6: drei Mg2+ (+6) und zwei N3− (−6).
Lösung: a) 3 b) 2 → Mg3N2
Vollständige Lösung
Das Nitrid-Ion ist N3−. Die Ladungen 2+ und 3− gleichen sich erst beim kleinsten gemeinsamen Vielfachen 6 aus: 3 · (+2) = +6 und 2 · (−3) = −6. Formel: Mg3N2. Hinweis: Kreuzregel — die Ladungszahl des einen Ions wird zum Index des anderen.
A4
Kochsalz aus den Elementen
AFB II

Natrium reagiert mit Chlor zu Natriumchlorid: □ Na + Cl2 → □ NaCl.

a) Ergänze den Koeffizienten vor NaCl. b) Gib an, wie viele Elektronen ein Chlor-Molekül insgesamt aufnimmt.

Ansatz: Chlor liegt als zweiatomiges Molekül Cl2 vor. Jedes Cl-Atom wird zu Cl−.
Rechenweg: 2 Na + Cl2 → 2 NaCl; Cl2 + 2 e− → 2 Cl−.
Lösung: a) 2 b) 2
Vollständige Lösung
Ein Cl2-Molekül liefert zwei Chlorid-Ionen, also entstehen zwei Formeleinheiten NaCl, und dafür braucht man zwei Natriumatome: 2 Na + Cl2 → 2 NaCl. Das Molekül nimmt insgesamt 2 Elektronen auf (von zwei Na-Atomen). Hinweis: „NaCl2“ wäre falsch — die Formel des Salzes ändert sich nicht durch das Ausgleichen.
A5
Ionen in einer Prise Salz
AFB II

In einem Rezept stehen 11,7 g Kochsalz (M(NaCl) = 58,5 g/mol, N_A = 6,022 · 1023 mol−1).

a) Berechne die Stoffmenge. b) Berechne die Anzahl der Natrium-Ionen (Angabe als Vielfaches von 1023).

mol
· 1023
Ansatz: n = m : M; jede Formeleinheit NaCl enthält genau ein Na+-Ion.
Rechenweg: n = 11,7 g : 58,5 g/mol = 0,2 mol; N = 0,2 mol · 6,022 · 1023 mol−1.
Lösung: a) 0,2 mol b) ≈ 1,2 · 1023
Vollständige Lösung
n(NaCl) = 11,7 g : 58,5 g/mol = 0,2 mol. Da jede Formeleinheit ein Na+ enthält, gilt n(Na+) = 0,2 mol und N(Na+) = 0,2 mol · 6,022 · 1023 mol−1 ≈ 1,2 · 1023. Hinweis: Die gleiche Anzahl Cl−-Ionen ist ebenfalls vorhanden — insgesamt also doppelt so viele Ionen.
A6
Chlorid-Gehalt bestimmen
AFB II

2,925 g Natriumchlorid werden in Wasser gelöst, angesäuert und mit Silbernitrat-Lösung im Überschuss versetzt. Es fällt Silberchlorid aus (M(Ag) = 108 g/mol, M(Cl) = 35,5 g/mol).

a) Berechne die Stoffmenge der Chlorid-Ionen. b) Berechne die Masse des Niederschlags.

mol
g
Ansatz: n(Cl−) = n(NaCl) = m : M. Ag+ + Cl− → AgCl: aus jedem Cl− wird eine Formeleinheit AgCl.
Rechenweg: a) 2,925 g : 58,5 g/mol = 0,05 mol. b) M(AgCl) = 143,5 g/mol; m = 0,05 mol · 143,5 g/mol.
Lösung: a) 0,05 mol b) ≈ 7,18 g
Vollständige Lösung
n(Cl−) = n(NaCl) = 2,925 g : 58,5 g/mol = 0,05 mol. Nachweisreaktion: Ag+ + Cl− → AgCl↓. Also entstehen 0,05 mol AgCl mit M = 108 + 35,5 = 143,5 g/mol: m = 0,05 mol · 143,5 g/mol ≈ 7,18 g weißer Niederschlag. Hinweis: Na+ und NO3− bleiben gelöst und spielen keine Rolle.
A7
Gleiche Elektronenhülle
AFB II

Das Sulfid-Ion S2− (Ordnungszahl von Schwefel: 16) hat die gleiche Elektronenhülle wie ein Edelgas.

a) Bestimme die Elektronenzahl von S2−. b) Ermittle die Ordnungszahl des Elements, dessen 2+-Ion genau so viele Elektronen hat.

Ansatz: Anion: Elektronen = Protonen + Ladungszahl. Kation mit 2+: Protonen = Elektronen + 2.
Rechenweg: a) 16 + 2 = 18 (wie Argon). b) 18 + 2 = 20.
Lösung: a) 18 b) 20 (Calcium)
Vollständige Lösung
S2− hat 16 + 2 = 18 Elektronen — die Hülle von Argon. Ein 2+-Ion mit 18 Elektronen muss 20 Protonen besitzen: Calcium, Ca2+. Hinweis: S2−, Cl−, Ar, K+ und Ca2+ haben alle dieselbe Elektronenanordnung, aber verschiedene Kerne.
A8
Ausschnitt aus dem Gitter
AFB II

Ein würfelförmiger Ausschnitt aus dem Natriumchlorid-Gitter enthält 3 × 3 × 3 Ionen. An den acht Ecken sitzen Na+-Ionen.

a) Ermittle die Anzahl der Na+-Ionen und b) die Anzahl der Cl−-Ionen in diesem Ausschnitt.

Ansatz: Im Gitter wechseln sich Na+ und Cl− in jeder Richtung ab. Sortiere nach Ecken, Kantenmitten, Flächenmitten, Würfelmitte.
Rechenweg: Ecken (8) und Flächenmitten (6) gehören zu einer Sorte, Kantenmitten (12) und Mitte (1) zur anderen.
Lösung: a) 14 b) 13
Vollständige Lösung
Weil die Ionen sich in jeder Richtung abwechseln, sind Ecken und Flächenmitten mit Na+ besetzt: 8 + 6 = 14. Kantenmitten und Würfelmitte tragen Cl−: 12 + 1 = 13. Zusammen 27 Ionen. Hinweis: Im ganzen Kristall ist das Verhältnis exakt 1 : 1 — der kleine Ausschnitt hat nur Randeffekte.
A9
Eisen(III)-chlorid
AFB II

Eisen(III)-chlorid wird zum Ätzen von Leiterplatten verwendet. Es enthält Fe3+- und Chlorid-Ionen (M(Fe) = 56 g/mol, M(Cl) = 35,5 g/mol).

a) Bestimme den Index des Chlors in der Verhältnisformel. b) Berechne die molare Masse.

g/mol
Ansatz: Die römische Ziffer (III) nennt die Ladung des Eisen-Ions.
Rechenweg: FeCl3; M = 56 g/mol + 3 · 35,5 g/mol.
Lösung: a) 3 b) 162,5 g/mol
Vollständige Lösung
Fe3+ wird von drei Cl− ausgeglichen: FeCl3. M = 56 g/mol + 3 · 35,5 g/mol = 56 g/mol + 106,5 g/mol = 162,5 g/mol. Hinweis: Bei Nebengruppen-Metallen lässt sich die Ladung nicht aus dem PSE ablesen — deshalb steht sie im Namen.
A10
Ionen in Lösung
AFB II

0,2 mol Aluminiumchlorid werden vollständig in Wasser gelöst. Das Salz zerfällt dabei in seine Ionen.

a) Berechne die Stoffmenge der Chlorid-Ionen. b) Berechne die Stoffmenge aller gelösten Ionen zusammen.

mol
mol
Ansatz: Formel zuerst: AlCl3. Beim Lösen: AlCl3 → Al3+ + 3 Cl−.
Rechenweg: a) 3 · 0,2 mol. b) 0,2 mol Al3+ + 0,6 mol Cl−.
Lösung: a) 0,6 mol b) 0,8 mol
Vollständige Lösung
Aus jeder Formeleinheit AlCl3 entstehen ein Al3+ und drei Cl−. n(Cl−) = 3 · 0,2 mol = 0,6 mol, dazu 0,2 mol Al3+: zusammen 0,8 mol Ionen. Hinweis: Deshalb leitet eine AlCl3-Lösung besser als eine NaCl-Lösung gleicher Stoffmenge.