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Textaufgaben: Das Ionengitter

Zwei Aufgaben aus Bergwerk und Labor, in denen es auf die Nachbarn ankommt.

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1

Sylvin aus dem Kalibergwerk

AFB I–II

In Niedersachsen wurde lange Kalisalz abgebaut. Ein wichtiges Mineral darin ist Sylvin, Kaliumchlorid (KCl). Es bildet würfelförmige, farblose Kristalle. Abb. 1 zeigt einen kleinen Ausschnitt aus seinem Gitter.

+ −−−−−− Chlorid-IonKalium-Ion
Abb. 1: Ausschnitt aus dem Gitter von Sylvin (Kugel-Stab-Modell, Schrägbild).
  1. Nenne die beiden Ionensorten im Sylvin mit ihren Ladungen.
  2. Beschreibe den Aufbau des Ionengitters von Sylvin.
  3. Bestimme mithilfe von Abb. 1 die Koordinationszahl des Kalium-Ions.
  4. Erkläre, warum ein Sylvin-Kristall nach außen elektrisch neutral ist.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Kalium steht in der I., Chlor in der VII. Hauptgruppe.
Hinweis zu Aufgabe b)
Denke an die Begriffe regelmäßig, abwechselnd, räumlich und Anziehung.
Hinweis zu Aufgabe c)
Zähle die blauen Kugeln, die direkt mit dem roten Ion verbunden sind — auch die vorn und hinten.
Hinweis zu Aufgabe d)
Vergleiche die Anzahl der Kationen und Anionen und die Beträge ihrer Ladungen.

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Kalium-Ionen K⁺ (einfach positiv) und Chlorid-Ionen Cl⁻ (einfach negativ).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

K⁺ und Cl⁻ sind regelmäßig in alle drei Raumrichtungen abwechselnd angeordnet. Jedes Ion wird von allen umgebenden Gegenionen elektrostatisch angezogen (ungerichtete Ionenbindung); gleich geladene Ionen sind nie direkte Nachbarn.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Das K⁺ hat 6 direkte Chlorid-Nachbarn (links, rechts, oben, unten, vorn, hinten): KZ = 6.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Im Gitter kommen auf jedes K⁺ genau ein Cl⁻ (Verhältnis 1 : 1). Beide tragen eine Ladung vom Betrag 1, deshalb heben sich alle Plus- und Minusladungen auf.

2

Ein Gitter mit acht Nachbarn

AFB II–III

Nicht jedes Salz hat das Kochsalz-Gitter. In Caesiumchlorid (CsCl) sitzt jedes Caesium-Ion in der Mitte eines Würfels aus acht Chlorid-Ionen. Die Tabelle nennt die Ionenradien (1 pm = 10−12 m).

SalzRadius KationRadius AnionKoordinationszahl
Natriumchlorid102 pm181 pm6
Caesiumchlorid174 pm181 pm8
  1. Vergleiche die beiden Gitter anhand der Tabelle.
  2. Deute den Unterschied der Koordinationszahlen mithilfe der Ionenradien.
  3. Beurteile die Aussage: „Weil jedes Cs⁺ acht Chlorid-Nachbarn hat, muss die Formel CsCl8 lauten.“

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Achte auf beide Spalten mit Radien und auf die Koordinationszahl.
Hinweis zu Aufgabe b)
Wie viele große Kugeln passen um eine kleine Kugel — und wie viele um eine fast gleich große?
Hinweis zu Aufgabe c)
Wie viele Cs⁺-Nachbarn hat umgekehrt jedes Chlorid-Ion? Was folgt daraus für das Anzahlverhältnis?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Gemeinsam: gleiche Ladungen (1+ und 1−), gleiches Anion, Verhältnis 1 : 1. Unterschiede: Das Cs⁺ ist mit 174 pm viel größer als Na⁺ (102 pm) und fast so groß wie Cl⁻; die KZ beträgt bei CsCl 8 statt 6.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

Um ein kleines Na⁺ passen nur 6 große Cl⁻, ohne dass sich die Anionen gegenseitig im Weg sind. Das große Cs⁺ bietet mehr Platz, deshalb können 8 Cl⁻ es berühren. Je ähnlicher die Ionen groß sind, desto höher die KZ.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Die Aussage ist falsch. Auch jedes Cl⁻ ist von 8 Cs⁺ umgeben; beide Ionen haben KZ 8, also gibt es gleich viele Kationen wie Anionen. Die Verhältnisformel gibt das Anzahlverhältnis 1 : 1 an: CsCl. Außerdem wäre CsCl8 nicht elektrisch neutral (1+ gegen 8−).