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Textaufgaben: Die Halogene

Vom Chlor im Schwimmbad bis zum Iod im Salzstreuer — Halogene im Alltag.

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Chlor im Schwimmbad

AFB I–II

Das Wasser im Hallenbad wird mit Chlor desinfiziert. Früher wurde dazu Chlorgas aus Druckflaschen eingeleitet — ein Stoff, der schon in kleinen Mengen die Atemwege verätzt. Gleichzeitig streuen wir täglich Natriumchlorid als Kochsalz auf unser Essen.

  1. Gib für Chlor die Zahl der Valenzelektronen, seine Stellung im PSE und die Formel des Elementstoffs an.
  2. Stelle die Reaktionsgleichung für die Reaktion von Eisen mit Chlor zu Eisenchlorid FeCl₃ auf.
  3. Erkläre, warum Kochsalz ungefährlich ist, obwohl es das Element Chlor enthält.

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Chlor hat die Ordnungszahl 17. Verteile die Elektronen auf die Schalen.
Hinweis zu Aufgabe b)
Chlor liegt als Cl₂ vor. Rechts stehen je Formel 3 Cl-Atome — suche das kgV von 2 und 3.
Hinweis zu Aufgabe c)
In welcher Form liegt Chlor im Salz vor — als Molekül oder als Ion?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

Schalenbesetzung 2 · 8 · 7: 7 Valenzelektronen, 3. Periode, VII. Hauptgruppe (Halogene). Der Elementstoff besteht aus zweiatomigen Molekülen: \(\mathrm{Cl_2}\).

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

\(\mathrm{2\,Fe + 3\,Cl_2 \rightarrow 2\,FeCl_3}\). Kontrolle: links 2 Fe und 6 Cl, rechts 2 Fe und 6 Cl.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Im Kochsalz liegt Chlor nicht als Cl₂-Molekül vor, sondern als Chlorid-Ion \(\mathrm{Cl^-}\), das ein Elektron aufgenommen hat. Chlorid-Ionen sind ein anderer Stoffbestandteil mit ganz anderen Eigenschaften: Sie reagieren nicht wie das aggressive Chlorgas. Eine Verbindung hat andere Eigenschaften als die Elemente, aus denen sie entsteht.

2

Iod im Speisesalz

AFB II–III

Iod braucht der Körper für die Schilddrüse. Weil Böden und Trinkwasser in Deutschland wenig Iod enthalten, gibt es Iodsalz: Speisesalz, dem eine Iodverbindung (Kaliumiodat) zugesetzt ist.

Angaben zu Iod und Salz
GrößeWert
Iodgehalt von Iodsalz20 mg Iod je kg Salz
Iod-Tagesbedarf Jugendlicheretwa 200 µg
empfohlene Höchstmenge Salz6 g pro Tag
1 mg = 1000 µg
  1. Berechne die Masse Iod, die in 6 g Iodsalz enthalten ist.
  2. Vergleiche dein Ergebnis mit dem Tagesbedarf und gib den Anteil in Prozent an.
  3. Erläutere, warum man dem Salz nicht einfach elementares Iod \(\mathrm{I_2}\) zusetzt.
  4. Beurteile den Vorschlag eines Mitschülers: „Dann esse ich eben doppelt so viel Iodsalz.“

Hinweise

Hinweis zu Aufgabe a)
Rechne 20 mg je 1000 g auf 6 g um (Dreisatz).
Hinweis zu Aufgabe b)
Rechne mg in µg um und teile durch 200 µg.
Hinweis zu Aufgabe c)
Denke an die Eigenschaften des Elementstoffs Iod: giftig, flüchtig, reaktiv.
Hinweis zu Aufgabe d)
Beachte die Höchstmenge Salz aus der Tabelle. Gibt es andere Iodquellen?

Erwartungshorizont

Erwartungshorizont zu Aufgabe a)

20 mg : 1000 g · 6 g = 0,12 mg = 120 µg.

Erwartungshorizont zu Aufgabe b)

120 µg : 200 µg = 0,6, also 60 % des Tagesbedarfs. Iodsalz allein deckt den Bedarf nicht vollständig.

Erwartungshorizont zu Aufgabe c)

Elementares Iod ist als Stoff giftig und reizend. Außerdem ist es flüchtig: Schon bei Raumtemperatur geht es in den Dampfzustand über (Sublimation) und würde aus dem Salz entweichen. Als Halogen ist es reaktiv und könnte mit anderen Bestandteilen reagieren. Die Iodverbindung Kaliumiodat ist dagegen ein beständiges, nicht flüchtiges Salz; der Körper kann das gebundene Iod trotzdem nutzen.

Erwartungshorizont zu Aufgabe d)

Der Vorschlag ist nicht sinnvoll: 12 g Salz überschreiten die empfohlene Höchstmenge von 6 g deutlich; zu viel Salz belastet z. B. den Blutdruck. Besser ist es, die übrigen 40 % über iodhaltige Lebensmittel wie Seefisch, Milchprodukte oder mit Iodsalz gebackenes Brot aufzunehmen.