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Übung — AFB III (Begründen)

Zehn Aufgaben zum Begründen, Beurteilen und Planen — hier zeigt sich, wer Reaktionsgleichungen wirklich verstanden hat.

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Aufgabenblock — AFB III

Begründen statt nur rechnen: Gleichungen prüfen, Fehler finden und eigene Erklärungen formulieren, bevor du die Musterlösung aufklappst.

A1
Index oder Koeffizient?
AFB III

Begründe, warum man „H₂ + O₂ → H₂O₂“ nicht als Ausgleich der Gleichung für die Bildung von Wasser akzeptieren kann.

Hinweis: Was ist H₂O₂ für ein Stoff?

Strategie: Index und Stoff unterscheiden.Warum so? Indizes legen fest, welcher Stoff gemeint ist.
Lösungsskizze: H₂O₂ = Wasserstoffperoxid, nicht Wasser; richtig 2 H₂ + O₂ → 2 H₂O.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Durch das Ändern des Index wurde aus Wasser der Stoff Wasserstoffperoxid. Die Gleichung beschreibt dann eine andere Reaktion. Ausgleichen darf man nur mit Koeffizienten: 2 H₂ + O₂ → 2 H₂O.

A2
Masse und Anzahl
AFB III

Erkläre , warum 12 g Kohlenstoff und 12 g Magnesium verschieden viele Atome enthalten.

Hinweis: Atommassen vergleichen (C 12 u, Mg 24 u).

Strategie: N = m : m(Teilchen).Warum so? Gleiche Masse, verschiedene Teilchenmasse.
Lösungsskizze: Mg-Atome doppelt so schwer → halb so viele.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Die Anzahl ergibt sich aus Portionsmasse geteilt durch Atommasse. Ein Magnesiumatom ist doppelt so schwer wie ein Kohlenstoffatom; in 12 g Magnesium stecken deshalb nur halb so viele Atome wie in 12 g Kohlenstoff.

A3
Proust und Dalton
AFB III

Erläutere , wie Daltons Atommodell das Gesetz der konstanten Proportionen erklärt.

Hinweis: Atome haben feste Massen und verbinden sich in festen Anzahlen.

Strategie: Von der Teilchen- zur Massenebene denken.Warum so? Ein Gesetz wird erst durch ein Modell verständlich.
Lösungsskizze: Festes Anzahlverhältnis · feste Atommassen = festes Massenverhältnis.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: In einer Verbindung verbinden sich die Atome immer im selben Anzahlverhältnis (z. B. Fe : S = 1 : 1). Da alle Atome eines Elements gleich schwer sind, ergibt sich daraus stets dasselbe Massenverhältnis (56 : 32 = 7 : 4) — egal wie groß die Portion ist.

A4
Fehler in der Rechnung
AFB III

Überprüfe die Rechnung: „2 Mg + O₂ → 2 MgO. 24 g Mg + 16 g O₂ → 40 g MgO.“

Hinweis: Masse eines O₂-Moleküls!

Strategie: Jede Masse aus Koeffizient und Molekülmasse bilden.Warum so? Fehler entstehen oft beim Übersehen von Index oder Koeffizient.
Lösungsskizze: 2 · 24 = 48; O₂ = 32; 2 MgO = 80 → 48 : 32 : 80.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Die Zahlen stimmen nicht mit der Gleichung überein: 2 Mg wiegen 48 u, O₂ 32 u, 2 MgO 80 u. Für 24 g Magnesium braucht man 16 g Sauerstoff und erhält 40 g Magnesiumoxid — das Ergebnis ist zufällig richtig (halbe Mengen), die Begründung aber falsch.

A5
Die Wortgleichung reicht nicht
AFB III

Beurteile die Aussage: „Für Berechnungen genügt die Wortgleichung.“

Hinweis: Was fehlt in der Wortgleichung?

Strategie: Informationen von Wort- und Reaktionsgleichung vergleichen.Warum so? Rechnen braucht Teilchenanzahlen.
Lösungsskizze: Wortgleichung: keine Formeln, keine Koeffizienten → kein Massenverhältnis.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Die Aussage ist falsch. Die Wortgleichung nennt nur Stoffe. Erst die ausgeglichene Reaktionsgleichung liefert Formeln und Koeffizienten; zusammen mit den Atommassen ergibt sich daraus das Massenverhältnis, mit dem man rechnen kann.

A6
Kalk und Klima
AFB III

Stelle Stellung zur Behauptung: „Der Kalkkreislauf ist klimaneutral, weil das CO₂ wieder gebunden wird.“

Hinweis: Zwei Quellen für CO₂ beim Brennen.

Strategie: Stoffkreislauf und Energiebedarf getrennt betrachten.Warum so? Stoffbilanz ≠ Gesamtbilanz.
Lösungsskizze: CO₂ aus Kalkstein wird zurückgebunden, CO₂ aus Brennstoffen nicht.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Stofflich wird beim Abbinden genauso viel CO₂ gebunden, wie beim Brennen aus dem Kalkstein frei wurde. Das Brennen bei 900 °C braucht aber viel Energie aus Brennstoffen, deren CO₂ nicht zurückgebunden wird. Außerdem dauert das Abbinden lange. Klimaneutral ist der Kreislauf deshalb nicht.

A7
Atomkreislauf
AFB III

Erkläre am Kupferkreislauf, warum man sagt: „Atome sind unzerstörbar.“

Hinweis: Verfolge ein Kupferatom durch drei Reaktionen.

Strategie: Gleichungen nacheinander betrachten.Warum so? Die Bilanz jeder Gleichung zeigt, dass kein Atom fehlt.
Lösungsskizze: Cu → Cu₂S → CuO → Cu; in jeder Gleichung gleiche Atomzahl.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Das Kupferatom steckt nacheinander in Kupfer, Kupfersulfid und Kupferoxid und liegt am Ende wieder als Kupfer vor. In jeder Reaktionsgleichung stehen links und rechts gleich viele Kupferatome; sie werden nur neu verbunden, nie erzeugt oder vernichtet.

A8
Formel aus Messwerten
AFB III

Entwickle einen Versuch mit Auswertung, um die Verhältnisformel eines Kupferoxids zu bestimmen.

Hinweis: Wägen vor und nach der Reduktion.

Strategie: Massen messen, dann Anzahlwerte bilden.Warum so? Nur aus gemessenen Massen lässt sich die Formel sicher bestimmen.
Lösungsskizze: Oxid wiegen → reduzieren → Kupfer wiegen → O = Differenz → Anzahlverhältnis.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Eine abgewogene Portion Kupferoxid im Wasserstoffstrom reduzieren und das entstandene Kupfer wiegen. Die Masse des Sauerstoffs ist die Differenz. Beide Massen durch die Atommassen (64 u, 16 u) teilen und das Verhältnis auf kleinste ganze Zahlen bringen, z. B. 0,1 : 0,1 → CuO.

A9
Halbe Moleküle?
AFB III

Widerlege die Schreibweise „H₂ + ½ O₂ → H₂O“ als Beschreibung auf Teilchenebene.

Hinweis: Gibt es halbe Moleküle?

Strategie: Teilchen- und Rechenebene trennen.Warum so? Koeffizienten zählen Teilchen.
Lösungsskizze: Auf Teilchenebene nur ganze Zahlen → 2 H₂ + O₂ → 2 H₂O.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Ein Koeffizient gibt die Anzahl von Teilchen an; ein halbes Sauerstoffmolekül gibt es nicht. Auf Teilchenebene muss man mit 2 multiplizieren: 2 H₂ + O₂ → 2 H₂O. (Als reines Rechenverhältnis wird die Schreibweise später manchmal benutzt.)

A10
Recycling
AFB III

Bewerte Metallrecycling aus Sicht der Atomerhaltung und des Energiebedarfs.

Hinweis: Affinitätsreihe und Atomkreislauf verbinden.

Strategie: Stoffliche und energetische Seite betrachten.Warum so? Bewerten heißt: Kriterien nennen und abwägen.
Lösungsskizze: Atome bleiben erhalten; Reduktion aus Erz energieaufwendig; Recycling spart.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Da Atome erhalten bleiben, lassen sich Metalle beliebig oft wiederverwenden. Beim Recycling entfällt die energieaufwendige Reduktion aus dem Erz (bei Aluminium rund 95 % Ersparnis). Recycling ist deshalb aus chemischer und ökologischer Sicht sehr sinnvoll; Grenzen setzen Verunreinigungen und Sammelquoten.