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Übung AFB III

Jetzt kommt es auf deine Begründung an — nicht nur auf das Ergebnis.

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Aufgabenblock — AFB III

Zehn Aufgaben zum Begründen, Beurteilen und Planen. Schreib deine Antwort erst selbst auf, dann vergleiche sie mit der Musterlösung.

A1
Nudelwasser am Haltepunkt
AFB III

Erkläre mithilfe der Temperaturkurve, warum Nudelwasser im offenen Topf bei 100 °C bleibt, obwohl die Herdplatte weiter heizt, und warum stark gesalzenes Nudelwasser beim Sieden langsam etwas wärmer wird.

Hinweis: Denke an den Haltepunkt eines Reinstoffs und an den Siedebereich eines Gemischs.

Strategie: Erst den Reinstoff Wasser erklären, dann das Gemisch Salzwasser damit vergleichen.Warum so? Der Unterschied Reinstoff – Gemisch zeigt sich genau am Haltepunkt.
Lösungsskizze: Haltepunkt: Energie für Zustandsänderung → Temperatur konstant. Salzwasser = Gemisch → Siedebereich, Temperatur steigt langsam.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Reines Wasser ist ein Reinstoff. Beim Sieden bildet die Temperaturkurve einen Haltepunkt bei 100 °C: Die Herdplatte führt weiter Energie zu, diese wird aber gebraucht, um das flüssige Wasser in Wasserdampf zu verwandeln — die Teilchen lösen sich voneinander. Deshalb steigt die Temperatur nicht. Salzwasser ist dagegen ein Gemisch. Gemische haben keinen scharfen Haltepunkt, sondern einen Siedebereich: Während Wasser verdampft, wird die Lösung immer salziger, und die Temperatur steigt beim Sieden langsam weiter.

A2
Wasser oder Ethanol?
AFB III

Plane einen Versuch, mit dem du zwei farblose Flüssigkeiten sicher unterscheidest: Eine ist Wasser, die andere reines Ethanol. Nenne mindestens zwei Kennwerte, die du misst, und die erwarteten Ergebnisse.

Hinweis: Probieren und direktes Riechen sind im Labor verboten. Ethanol ist leicht entzündlich.

Strategie: Suche in deinem Wissen Kennwerte, die sich bei beiden Stoffen deutlich unterscheiden, und überlege, wie man sie misst.Warum so? Ein einzelner Kennwert kann zufällig passen — zwei Kennwerte machen die Zuordnung eindeutig.
Lösungsskizze: Dichte (Waage + Messzylinder): 1,0 vs. 0,79 g/cm³. Siedetemperatur (Wasserbad, Thermometer): 100 °C vs. 78 °C. Sicherheit: keine offene Flamme.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Ich bestimme zuerst die Dichte: Ich stelle einen leeren Messzylinder auf die Waage und stelle sie auf null, fülle 50 mL der Flüssigkeit ein und lese die Masse ab. Wasser ergibt etwa 50 g (1,0 g/cm³), Ethanol nur etwa 39,5 g (0,79 g/cm³). Als zweiten Kennwert messe ich die Siedetemperatur: Ich erhitze eine kleine Probe im Wasserbad mit Siedesteinchen und lese am Thermometer den Haltepunkt ab — Ethanol siedet bei 78 °C, Wasser erst bei 100 °C. Weil Ethanol leicht entzündlich ist, arbeite ich ohne offene Flamme und mit Schutzbrille. Stimmen beide Kennwerte überein, ist die Zuordnung sicher.

A3
Blei gegen Styropor
AFB III

Beurteile die Aussage von Paul: „Ein Kilogramm Blei ist schwerer als ein Kilogramm Styropor, weil Blei die größere Dichte hat.“

Hinweis: Unterscheide zwischen der Masse einer Portion und der Dichte eines Stoffs.

Strategie: Prüfe beide Teile der Aussage getrennt: die Behauptung und die Begründung.Warum so? Eine Aussage kann eine richtige Begründung enthalten und trotzdem falsch sein.
Lösungsskizze: Masse: beide 1 kg → gleich schwer. Dichte: Blei viel größer → dieselbe Masse braucht viel weniger Volumen.
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Musterlösung: Die Behauptung ist falsch: Beide Portionen haben die Masse 1 kg und sind damit gleich schwer. Richtig ist nur, dass Blei die viel größere Dichte hat (11,3 g/cm³, Styropor nur etwa 0,02 g/cm³). Die Dichte sagt aber, wie viel Masse in 1 cm³ steckt — nicht, wie schwer eine ganze Portion ist. Die größere Dichte bewirkt nur, dass 1 kg Blei ein viel kleineres Volumen einnimmt als 1 kg Styropor. Paul verwechselt also „schwer“ mit „dicht“.

A4
Zwei Messungen, ein Kiesel
AFB III

Bewerte die beiden Messungen: Lena und Ole bestimmen die Dichte desselben Kiesels (trocken 54 g). Lena taucht ihn zuerst in einen schmalen Messzylinder (Skala 1 mL): 30 mL → 50 mL, wiegt ihn danach nass (57 g) und erhält 2,85 g/cm³. Ole wiegt trocken (54 g) und taucht ihn in einen breiten 250-mL-Zylinder (Skala 5 mL): 100 mL → 120 mL, er erhält 2,7 g/cm³.

Hinweis: Überlege für jeden Arbeitsschritt, ob er den Messwert zu groß oder zu klein macht und wie genau er ist.

Strategie: Gehe Masse und Volumen getrennt durch und suche jeweils die Fehlerquelle.Warum so? Ein Ergebnis ist nur so gut wie der schwächste Messwert.
Lösungsskizze: Lena: Masse nass zu groß → Dichte zu groß; Volumen genau. Ole: Masse richtig; Skala 5 mL → Volumen ungenau (±2,5 mL). Verbesserung: trocken wiegen, schmaler Zylinder.
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Musterlösung: Lenas Volumenmessung ist gut, weil der schmale Zylinder eine feine Skala hat (20 mL, auf etwa 0,5 mL genau). Ihre Masse ist aber zu groß, weil sie den nassen Kiesel gewogen hat — daher ist ihre Dichte zu groß. Ole hat die Masse richtig bestimmt, doch sein breiter Zylinder mit 5-mL-Skala lässt nur ein grobes Ablesen zu: Das Volumen könnte auch 18 mL oder 22 mL sein, die Dichte also zwischen etwa 2,5 und 3,0 g/cm³ liegen. Sein Ergebnis stimmt nur zufällig gut. Keine der beiden Messungen ist wirklich zuverlässig. Am besten: erst trocken wiegen, dann im schmalen Messzylinder eintauchen, auf Augenhöhe am unteren Meniskusrand ablesen und mehrmals messen.

A5
Warum nicht weniger als 79 mL?
AFB III

Begründe beim Kolbenprober-Versuch mit heißem Kupfer, warum das Gasvolumen von 100 mL nicht unter etwa 79 mL sinkt, auch wenn man die Luft noch zehnmal öfter hin- und herschiebt, und warum man erst nach dem Abkühlen abliest.

Hinweis: Welcher Bestandteil der Luft reagiert mit dem Kupfer — und welche nicht?

Strategie: Trenne zwei Fragen: Was reagiert? Was verfälscht das Ablesen?Warum so? Eine Begründung braucht die Ursache, nicht nur die Beobachtung.
Lösungsskizze: Nur Sauerstoff (≈ 21 %) reagiert; wenn er verbraucht ist, ändert sich nichts mehr. Warmes Gas dehnt sich aus → zu großes Volumen.
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Musterlösung: Das heiße Kupfer reagiert nur mit dem Sauerstoff der Luft, der etwa 21 % ausmacht. Aus 100 mL Luft werden also höchstens 21 mL verbraucht. Ist der Sauerstoff aufgebraucht, bleiben rund 79 mL übrig — vor allem Stickstoff, dazu Edelgase und etwas Kohlenstoffdioxid, die nicht mit dem Kupfer reagieren. Weiteres Schieben ändert daran nichts. Abgelesen wird erst nach dem Abkühlen, weil sich warmes Gas ausdehnt und ein zu großes Volumen vortäuschen würde; man würde dann einen zu kleinen Sauerstoffanteil berechnen.

A6
Ist Luft ein Reinstoff?
AFB III

Widerlege die Behauptung: „Luft ist ein Reinstoff, denn sie ist überall farblos und geruchlos und sieht immer gleich aus.“ Nutze mindestens zwei Beobachtungen oder Messwerte aus dem Kapitel.

Hinweis: Denke an den Kolbenprober-Versuch und an die Siedetemperatur flüssiger Luft.

Strategie: Suche Belege, die nur zu einem Gemisch passen.Warum so? Aussehen allein kann Reinstoff und Gemisch nicht unterscheiden — dafür braucht man Versuche und Kennwerte.
Lösungsskizze: Kolbenprober: 1/5 reagiert, 4/5 nicht → mehrere Stoffe. Flüssige Luft siedet im Bereich −196 °C bis −183 °C → kein fester Kennwert.
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Musterlösung: Dass Luft farblos und geruchlos ist, beweist nichts, denn auch Gemische können einheitlich aussehen. Im Kolbenprober-Versuch reagiert nur etwa ein Fünftel der Luft mit heißem Kupfer, der Rest nicht — die Luft enthält also mindestens zwei verschiedene Stoffe (Sauerstoff und Stickstoff). Außerdem hat flüssige Luft keine feste Siedetemperatur, sondern siedet in einem Bereich von etwa −196 °C bis −183 °C; ein Reinstoff hätte einen scharfen Haltepunkt. Luft ist daher ein Gasgemisch.

A7
Gasblasen an der Wasserpflanze
AFB III

Deute den Versuch: Eine Wasserpflanze steht im Sonnenlicht unter einem mit Wasser gefüllten, umgedrehten Reagenzglas. Nach einigen Stunden hat sich oben ein Gaspolster gesammelt. Ein glimmender Span, der hineingehalten wird, flammt hell auf.

Hinweis: Was genau zeigt das Aufflammen — und was zeigt es nicht?

Strategie: Beginne mit dem, was die Glimmspanprobe eindeutig nachweist, und ziehe dann den Schluss für die Pflanze.Warum so? Eine Deutung verbindet die Beobachtung mit dem passenden Fachwissen.
Lösungsskizze: Aufflammen → Sauerstoffanteil deutlich über Luft → die Pflanze hat im Licht Sauerstoff abgegeben.
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Musterlösung: Der glimmende Span flammt hell auf. Nach der Glimmspanprobe ist damit Sauerstoff nachgewiesen, und zwar mit einem Anteil deutlich über dem der Luft (21 %) — in Luft würde der Span nur weiterglimmen. Da das Reagenzglas vorher mit Wasser gefüllt war, stammt das Gas von der Pflanze. Die Pflanze hat im Sonnenlicht also Sauerstoff abgegeben. Nicht verbrannt ist dabei das Gas selbst: Es fördert nur die Verbrennung des Holzspans.

A8
Die Kerze im Gärkeller
AFB III

Erläutere, warum Winzer früher nur mit einer brennenden Kerze in einen Gärkeller gingen und die Kerze dabei möglichst tief hielten.

Hinweis: Bei der Gärung von Traubensaft entsteht Kohlenstoffdioxid.

Strategie: Verknüpfe drei Eigenschaften von Kohlenstoffdioxid mit der Kerze.Warum so? Beim Erläutern reicht die Behauptung nicht — du musst den Zusammenhang Schritt für Schritt zeigen.
Lösungsskizze: Gärung → Kohlenstoffdioxid; schwerer als Luft → sammelt sich unten; löscht Flammen → Kerze erlischt = Warnsignal, bevor Menschen ersticken.
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Musterlösung: Bei der Gärung entsteht Kohlenstoffdioxid. Es ist farblos und geruchlos, man bemerkt es also nicht. Weil es schwerer als Luft ist (etwa 1,8 g/L statt 1,2 g/L), sammelt es sich am Boden des Kellers. Kohlenstoffdioxid verdrängt dort die Luft; eine Flamme erstickt darin. Hält der Winzer die Kerze tief, erlischt sie, sobald sich unten zu viel Kohlenstoffdioxid gesammelt hat — noch bevor der Kopf in die gefährliche Schicht kommt. Die Kerze ist also ein Warnsignal. Ein Nachweis für Kohlenstoffdioxid ist das Erlöschen allerdings nicht; es zeigt nur Sauerstoffmangel.

A9
Werbung für Honig
AFB III

Nimm Stellung zu der Werbung eines Imkers: „Unser Honig ist besonders dick, weil er kaum Wasser enthält. Das beweist unser Test: Watesmo-Papier wird nur blau, wenn viel Wasser da ist.“

Hinweis: Was beantwortet ein Nachweis — und was eine Mengenbestimmung?

Strategie: Prüfe, was der Watesmo-Test wirklich zeigen kann, und schlage einen passenden Test vor.Warum so? Eine Stellungnahme braucht ein klares Urteil mit Begründung.
Lösungsskizze: Watesmo wird schon bei wenig Wasser blau → Nachweis ja/nein, keine Menge. Menge: wiegen, trocknen, wiegen.
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Musterlösung: Die Werbung ist fachlich falsch. Watesmo-Papier weist Wasser nach: Es wird blau, sobald überhaupt Wasser vorhanden ist — ein Tropfen färbt es genauso blau wie viel Wasser. Der Test sagt also nur, dass der Honig Wasser enthält, nicht wie viel. Um den Wasseranteil zu bestimmen, braucht man eine Mengenbestimmung: Honig wiegen, das Wasser entfernen und erneut wiegen — die fehlende Masse ist das Wasser. Ob der Honig „kaum Wasser“ enthält, ist mit dem Watesmo-Test daher nicht bewiesen.

A10
Drei Gase, zwei Proben
AFB III

Entwickle eine Untersuchungsreihenfolge für drei verschlossene Standzylinder mit farblosen Gasen. Eines ist Sauerstoff, eines Kohlenstoffdioxid, eines Stickstoff. Du darfst nur Glimmspan und Kalkwasser benutzen.

Hinweis: Überlege, welche Probe ein Gas eindeutig erkennt und bei welcher Beobachtung du nur etwas ausschließen kannst.

Strategie: Nutze zuerst die Probe, die ein Gas sicher erkennt und die anderen beiden gleich reagieren lässt; danach die zweite Probe für den Rest.Warum so? Mit zwei Nachweisen lassen sich drei Gase eindeutig trennen, wenn man sie klug kombiniert.
Lösungsskizze: Glimmspan: flammt auf → Sauerstoff; erlischt → Kohlenstoffdioxid oder Stickstoff. Kalkwasser: trüb → Kohlenstoffdioxid; klar → Stickstoff (durch Ausschluss).
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Musterlösung: Zuerst halte ich in jeden Zylinder einen glimmenden Span. Flammt er hell auf, ist Sauerstoff nachgewiesen. In den beiden anderen Zylindern erlischt der Span — das zeigt nur, dass dort Sauerstoff fehlt. Deshalb leite ich danach Gas aus diesen beiden Zylindern durch klares Kalkwasser (oder schüttle es mit Kalkwasser). Wird es milchig-trüb, ist Kohlenstoffdioxid nachgewiesen. Im letzten Zylinder bleibt das Kalkwasser klar; dort ist Stickstoff — ihn erkenne ich hier nur durch Ausschluss, weil kein eigener Nachweis vorhanden ist. Wichtig: Zylinder erst unmittelbar vor der Probe öffnen, damit sich kein Gas mit Luft mischt.