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Übung AFB III

Zehn Aufgaben zum Begründen und Beurteilen — hier zählt dein Argument, nicht nur das Ergebnis.

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Aufgabenblock — AFB III

Schreibe deine Antwort erst selbst in ganzen Sätzen auf. Die Strategie-Tipps zeigen dir, wie du ansetzt; die Musterlösung vergleichst du erst am Ende.

A1
Brausepulver auf der Zunge
AFB III

Beurteile Leons Aussage: „Brausepulver kribbelt auf der Zunge und schäumt. Das ist nur Lösen, genau wie Zucker in Wasser — keine Reaktion.“

Hinweis: Überlege, was beim Schäumen neu entsteht.

Strategie: Suche nach einem neuen Stoff und vergleiche mit dem Lösen von Zucker.Warum so? Eine Reaktion erkennt man am neuen Stoff, nicht daran, dass Wasser beteiligt ist.
Es bilden sich Gasbläschen — ein Gas, das vorher nicht da war. Beim Zucker bekommt man beim Eindampfen den Zucker zurück.
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Musterlösung: Leon hat nicht recht. Beim Zucker entsteht kein neuer Stoff — nach dem Eindampfen liegt wieder Zucker vor (physikalischer Vorgang). Beim Brausepulver entstehen Gasbläschen: ein neuer Stoff mit neuen Eigenschaften. Das ist eine Stoffumwandlung, also eine chemische Reaktion. Mit Kalkwasser ließe sich prüfen, ob das Gas Kohlenstoffdioxid ist.

A2
Zwei Wortgleichungen im Heft
AFB III

Widerlege die Wortgleichung „Holz + Luft + Streichholz = Asche + Rauch + Wärme“ und stelle den Fehlern jeweils die richtige Regel gegenüber.

Hinweis: Es gibt mindestens vier Fehler.

Strategie: Prüfe jeden Baustein: Ist es ein Stoff? Ist es das richtige Zeichen?Warum so? Eine Wortgleichung enthält nur Stoffnamen, Pluszeichen und genau einen Pfeil.
„=“ → „→“; „Luft“ → „Sauerstoff“; Streichholz ist ein Gerät/Anstoß; „Wärme“ ist kein Stoff → Energieangabe dahinter.
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Musterlösung: 1. Das Gleichheitszeichen ist falsch: Links und rechts stehen verschiedene Stoffe, deshalb „→“ („reagieren zu“). 2. Aus der Luft reagiert nur der Sauerstoff. 3. Das Streichholz ist nur der Anstoß, kein Edukt. 4. Wärme ist kein Stoff; sie gehört als „Energie wird frei“ hinter die Gleichung. Besser: Holz + Sauerstoff → Kohlenstoffdioxid + Wasser (+ Asche); Energie wird frei.

A3
Kerze im Gegenwind
AFB III

Entwickle eine Erklärung, warum eine Kerze nach dem Auspusten qualmt und warum man die Flamme mit einem Streichholz im Qualm „von oben“ wieder anzünden kann.

Hinweis: Denke an den Weg des Wachses bis zur Flamme.

Strategie: Verfolge das Wachs: fest → flüssig → Dampf.Warum so? Nur Wachsdampf brennt — der Docht ist nur der Transportweg.
Nach dem Auspusten ist der Docht noch heiß → Wachs verdampft weiter → Dampf steigt auf → Streichholz entzündet ihn → Flamme springt zum Docht.
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Musterlösung: Die Flamme wird von Wachsdampf gespeist. Nach dem Auspusten ist die Dochtspitze noch heiß, das flüssige Wachs verdampft weiter. Ohne Flamme verbrennt der Dampf nicht und steigt als weißer Qualm auf. Hält man ein brennendes Streichholz hinein, wird der Wachsdampf über seine Zündtemperatur erhitzt, entzündet sich, und die Flamme läuft den Dampf entlang zurück zum Docht.

A4
Streichholz = endotherm?
AFB III

Nimm Stellung zu Mias Behauptung: „Ein Streichholz muss man anreiben — also braucht die Reaktion Energie und ist endotherm.“

Hinweis: Unterscheide zwischen Anstoß und dem, was danach passiert.

Strategie: Vergleiche die Energie beim Anreiben mit der Energie, die die Flamme abgibt.Warum so? Entscheidend ist, ob die Reaktion danach allein weiterläuft.
Anreiben = kurzer Anstoß; danach brennt es allein, gibt Wärme und Licht ab → exotherm.
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Musterlösung: Mia verwechselt den Anstoß mit der Reaktion. Durch das Anreiben wird nur ein kleiner Teil über die Zündtemperatur gebracht. Danach brennt das Streichholz ohne weitere Energiezufuhr weiter und gibt viel mehr Wärme und Licht an die Umgebung ab, als hineingesteckt wurde — die Reaktion ist exotherm. Endotherm wäre sie, wenn sie sofort aufhörte, sobald man nicht mehr Energie zuführt.

A5
Ein Versuch zur Systemgrenze
AFB III

Plane einen Versuch, mit dem du zeigen kannst, ob sich Brausetabletten in Wasser exotherm oder endotherm auflösen. Nenne Geräte, Durchführung und wie du das Ergebnis deutest.

Hinweis: Das Thermometer misst die Umgebung.

Strategie: Lege fest, was System und was Umgebung ist, und wo du misst.Warum so? Nur an der Umgebung lässt sich der Energiefluss ablesen.
Becherglas mit Wasser, Thermometer, Tabletten; Starttemperatur, Tabletten hinein, Temperatur nach einigen Minuten; steigt → exotherm, sinkt → endotherm; Vergleichsglas ohne Tablette.
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Musterlösung: Geräte: zwei gleiche Bechergläser mit gleich viel Wasser, zwei Thermometer, Uhr, zwei Brausetabletten. Durchführung: Anfangstemperatur in beiden Gläsern messen; in ein Glas die Tabletten geben, das andere bleibt als Vergleich; nach 3 Minuten beide Temperaturen ablesen. Deutung: System sind die reagierenden Stoffe, das Wasser ist die Umgebung. Sinkt die Temperatur gegenüber dem Vergleichsglas, hat die Reaktion der Umgebung Energie entzogen (endotherm); steigt sie, ist sie exotherm. Da Gas entweicht, ist das System offen.

A6
Die Wärme ist weg?
AFB III

Beurteile die Aussage: „Bei einer exothermen Reaktion geht Energie verloren — im Diagramm sieht man ja, dass die Produkte weniger Energie haben.“

Hinweis: Wohin fließt die Differenz der Niveaus?

Strategie: Verfolge die Energie über die Systemgrenze.Warum so? Energie entsteht nicht und verschwindet nicht, sie wechselt nur den Ort.
Produkte haben weniger Energie als die Edukte — die Differenz steckt danach in der Umgebung.
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Musterlösung: Die Beobachtung im Diagramm stimmt: Die Produkte liegen tiefer als die Edukte. Die Schlussfolgerung ist aber falsch. Die Differenz wird über die Systemgrenze an die Umgebung abgegeben, z. B. als Wärme an Wasser und Luft oder als Licht. Insgesamt geht keine Energie verloren; sie hat nur den Ort gewechselt. Richtig wäre: „Das System gibt Energie an die Umgebung ab.“

A7
Grillen mit Spiritus?
AFB III

Bewerte das Vorgehen, glimmende Grillkohle mit Spiritus aus der Flasche „anzufeuern“. Beziehe Zerteilungsgrad bzw. Mischungsverhältnis und die Zündtemperatur ein.

Hinweis: Spiritus ist eine Flüssigkeit, die leicht verdampft.

Strategie: Überlege, was mit dem Spiritus an der heißen Kohle passiert.Warum so? Dampf mischt sich mit Luft — im passenden Mischungsbereich verbrennt er schlagartig.
Spiritus verdampft sofort, Dampf-Luft-Gemisch entzündet sich an der Glut (Zündtemperatur überschritten) → Stichflamme, die in die Flasche zurückschlagen kann → lebensgefährlich.
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Musterlösung: Das Vorgehen ist sehr gefährlich und abzulehnen. Die Glut hat eine Temperatur weit über der Zündtemperatur von Spiritus. Der Spiritus verdampft an der heißen Kohle, sein Dampf mischt sich mit Luft und ist im richtigen Mischungsverhältnis fein verteilt — er verbrennt schlagartig als Stichflamme. Die Flamme kann bis in die Flasche zurückschlagen. Sicherer: feste Grillanzünder verwenden und nie auf Glut nachgießen.

A8
Wasser auf den Fettbrand
AFB III

Erörtere die Frage, warum Wasser bei einem brennenden Holzstapel ein gutes, bei brennendem Frittierfett aber ein lebensgefährliches Löschmittel ist.

Hinweis: Denke an die Temperatur des Fetts und das Volumen von Wasserdampf.

Strategie: Stelle Wirkung und Gefahr von Wasser für beide Brände gegenüber.Warum so? Ein Löschmittel muss zur Brandklasse passen.
Holz (A): Wasser kühlt unter die Zündtemperatur. Fett (F): über 300 °C, Wasser sinkt unter, verdampft schlagartig (etwa 1700-fach) → Fettexplosion. Richtig: Deckel, Fettbrandlöscher.
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Musterlösung: Beim Holzstapel (Brandklasse A) nimmt Wasser beim Erwärmen und Verdampfen viel Energie auf und kühlt das Holz unter seine Zündtemperatur; der Dampf verdrängt zusätzlich Luft. Brennendes Fett (Klasse F) ist über 300 °C heiß. Wasser sinkt darunter, verdampft schlagartig auf etwa das 1700-Fache und reißt das brennende Fett als Feuerball mit — eine Fettexplosion. Fazit: Wasser passt zu Klasse A, bei Klasse F niemals; dort Deckel auflegen (Sauerstoff entziehen) oder einen Fettbrandlöscher benutzen.

A9
Kohlenstoffdioxid-Löscher im Keller
AFB III

Diskutiere Vor- und Nachteile eines Kohlenstoffdioxid-Löschers für einen kleinen Benzinbrand in einem engen Kellerraum.

Hinweis: Wie wirkt Kohlenstoffdioxid — und auf wen?

Strategie: Wirkung auf das Feuer und Wirkung auf Menschen getrennt betrachten.Warum so? Ein Löschmittel entzieht dem Feuer eine Seite des Branddreiecks — hier den Sauerstoff.
Vorteil: passt zu Klasse B, hinterlässt keine Rückstände, erstickt die Flamme. Nachteil: verdrängt auch die Atemluft; danach Raum sofort verlassen.
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Musterlösung: Vorteile: Benzin gehört zur Brandklasse B, für die Kohlenstoffdioxid geeignet ist. Das Gas verdrängt die Luft und entzieht dem Feuer den Sauerstoff; es hinterlässt keine Rückstände. Nachteile: Im engen Keller verdrängt es auch die Atemluft — Erstickungsgefahr. Es kühlt kaum, das Benzin kann sich neu entzünden, wenn wieder Luft hinzukommt. Fazit: geeignet, aber nur kurz einsetzen, nie auf Menschen richten und den Raum danach sofort verlassen; Notruf 112.

A10
Staub in der Schreinerei
AFB III

Entscheide begründet, welche zwei der drei Regeln in einer Schreinerei am wichtigsten sind: (1) Späne und Staub täglich absaugen, (2) Feuerlöscher Klasse A bereithalten, (3) keine offenen Flammen und Funken in der Halle.

Hinweis: Verbinde Branddreieck und Zerteilungsgrad.

Strategie: Prüfe, welche Regel ein Feuer verhindert und welche erst hilft, wenn es brennt.Warum so? Vorbeugen ist besser als Löschen — besonders bei Staub.
Absaugen: nimmt den fein zerteilten Brennstoff weg. Keine Funken: keine Zündtemperatur. Löscher: erst nach Brandbeginn nützlich, gegen Staubexplosion wirkungslos.
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Musterlösung: Am wichtigsten sind (1) und (3). Holzstaub ist sehr fein zerteilt; in der Luft verwirbelt kann er explosionsartig verbrennen. Regel (1) entzieht den Brennstoff, Regel (3) verhindert, dass die Zündtemperatur erreicht wird — damit fehlen dem Branddreieck gleich zwei Seiten. Ein Feuerlöscher (2) ist sinnvoll, hilft aber erst, wenn es schon brennt, und gegen eine Staubexplosion gar nicht.