Aufgabenblock — AFB III
Schreibe deine Antwort erst selbst in ganzen Sätzen auf. Die Strategie-Tipps zeigen dir, wie du ansetzt; die Musterlösung vergleichst du erst am Ende.
Beurteile Leons Aussage: „Brausepulver kribbelt auf der Zunge und schäumt. Das ist nur Lösen, genau wie Zucker in Wasser — keine Reaktion.“
Hinweis: Überlege, was beim Schäumen neu entsteht.
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Musterlösung: Leon hat nicht recht. Beim Zucker entsteht kein neuer Stoff — nach dem Eindampfen liegt wieder Zucker vor (physikalischer Vorgang). Beim Brausepulver entstehen Gasbläschen: ein neuer Stoff mit neuen Eigenschaften. Das ist eine Stoffumwandlung, also eine chemische Reaktion. Mit Kalkwasser ließe sich prüfen, ob das Gas Kohlenstoffdioxid ist.
Widerlege die Wortgleichung „Holz + Luft + Streichholz = Asche + Rauch + Wärme“ und stelle den Fehlern jeweils die richtige Regel gegenüber.
Hinweis: Es gibt mindestens vier Fehler.
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Musterlösung: 1. Das Gleichheitszeichen ist falsch: Links und rechts stehen verschiedene Stoffe, deshalb „→“ („reagieren zu“). 2. Aus der Luft reagiert nur der Sauerstoff. 3. Das Streichholz ist nur der Anstoß, kein Edukt. 4. Wärme ist kein Stoff; sie gehört als „Energie wird frei“ hinter die Gleichung. Besser: Holz + Sauerstoff → Kohlenstoffdioxid + Wasser (+ Asche); Energie wird frei.
Entwickle eine Erklärung, warum eine Kerze nach dem Auspusten qualmt und warum man die Flamme mit einem Streichholz im Qualm „von oben“ wieder anzünden kann.
Hinweis: Denke an den Weg des Wachses bis zur Flamme.
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Musterlösung: Die Flamme wird von Wachsdampf gespeist. Nach dem Auspusten ist die Dochtspitze noch heiß, das flüssige Wachs verdampft weiter. Ohne Flamme verbrennt der Dampf nicht und steigt als weißer Qualm auf. Hält man ein brennendes Streichholz hinein, wird der Wachsdampf über seine Zündtemperatur erhitzt, entzündet sich, und die Flamme läuft den Dampf entlang zurück zum Docht.
Nimm Stellung zu Mias Behauptung: „Ein Streichholz muss man anreiben — also braucht die Reaktion Energie und ist endotherm.“
Hinweis: Unterscheide zwischen Anstoß und dem, was danach passiert.
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Musterlösung: Mia verwechselt den Anstoß mit der Reaktion. Durch das Anreiben wird nur ein kleiner Teil über die Zündtemperatur gebracht. Danach brennt das Streichholz ohne weitere Energiezufuhr weiter und gibt viel mehr Wärme und Licht an die Umgebung ab, als hineingesteckt wurde — die Reaktion ist exotherm. Endotherm wäre sie, wenn sie sofort aufhörte, sobald man nicht mehr Energie zuführt.
Plane einen Versuch, mit dem du zeigen kannst, ob sich Brausetabletten in Wasser exotherm oder endotherm auflösen. Nenne Geräte, Durchführung und wie du das Ergebnis deutest.
Hinweis: Das Thermometer misst die Umgebung.
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Musterlösung: Geräte: zwei gleiche Bechergläser mit gleich viel Wasser, zwei Thermometer, Uhr, zwei Brausetabletten. Durchführung: Anfangstemperatur in beiden Gläsern messen; in ein Glas die Tabletten geben, das andere bleibt als Vergleich; nach 3 Minuten beide Temperaturen ablesen. Deutung: System sind die reagierenden Stoffe, das Wasser ist die Umgebung. Sinkt die Temperatur gegenüber dem Vergleichsglas, hat die Reaktion der Umgebung Energie entzogen (endotherm); steigt sie, ist sie exotherm. Da Gas entweicht, ist das System offen.
Beurteile die Aussage: „Bei einer exothermen Reaktion geht Energie verloren — im Diagramm sieht man ja, dass die Produkte weniger Energie haben.“
Hinweis: Wohin fließt die Differenz der Niveaus?
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Musterlösung: Die Beobachtung im Diagramm stimmt: Die Produkte liegen tiefer als die Edukte. Die Schlussfolgerung ist aber falsch. Die Differenz wird über die Systemgrenze an die Umgebung abgegeben, z. B. als Wärme an Wasser und Luft oder als Licht. Insgesamt geht keine Energie verloren; sie hat nur den Ort gewechselt. Richtig wäre: „Das System gibt Energie an die Umgebung ab.“
Bewerte das Vorgehen, glimmende Grillkohle mit Spiritus aus der Flasche „anzufeuern“. Beziehe Zerteilungsgrad bzw. Mischungsverhältnis und die Zündtemperatur ein.
Hinweis: Spiritus ist eine Flüssigkeit, die leicht verdampft.
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Musterlösung: Das Vorgehen ist sehr gefährlich und abzulehnen. Die Glut hat eine Temperatur weit über der Zündtemperatur von Spiritus. Der Spiritus verdampft an der heißen Kohle, sein Dampf mischt sich mit Luft und ist im richtigen Mischungsverhältnis fein verteilt — er verbrennt schlagartig als Stichflamme. Die Flamme kann bis in die Flasche zurückschlagen. Sicherer: feste Grillanzünder verwenden und nie auf Glut nachgießen.
Erörtere die Frage, warum Wasser bei einem brennenden Holzstapel ein gutes, bei brennendem Frittierfett aber ein lebensgefährliches Löschmittel ist.
Hinweis: Denke an die Temperatur des Fetts und das Volumen von Wasserdampf.
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Musterlösung: Beim Holzstapel (Brandklasse A) nimmt Wasser beim Erwärmen und Verdampfen viel Energie auf und kühlt das Holz unter seine Zündtemperatur; der Dampf verdrängt zusätzlich Luft. Brennendes Fett (Klasse F) ist über 300 °C heiß. Wasser sinkt darunter, verdampft schlagartig auf etwa das 1700-Fache und reißt das brennende Fett als Feuerball mit — eine Fettexplosion. Fazit: Wasser passt zu Klasse A, bei Klasse F niemals; dort Deckel auflegen (Sauerstoff entziehen) oder einen Fettbrandlöscher benutzen.
Diskutiere Vor- und Nachteile eines Kohlenstoffdioxid-Löschers für einen kleinen Benzinbrand in einem engen Kellerraum.
Hinweis: Wie wirkt Kohlenstoffdioxid — und auf wen?
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Musterlösung: Vorteile: Benzin gehört zur Brandklasse B, für die Kohlenstoffdioxid geeignet ist. Das Gas verdrängt die Luft und entzieht dem Feuer den Sauerstoff; es hinterlässt keine Rückstände. Nachteile: Im engen Keller verdrängt es auch die Atemluft — Erstickungsgefahr. Es kühlt kaum, das Benzin kann sich neu entzünden, wenn wieder Luft hinzukommt. Fazit: geeignet, aber nur kurz einsetzen, nie auf Menschen richten und den Raum danach sofort verlassen; Notruf 112.
Entscheide begründet, welche zwei der drei Regeln in einer Schreinerei am wichtigsten sind: (1) Späne und Staub täglich absaugen, (2) Feuerlöscher Klasse A bereithalten, (3) keine offenen Flammen und Funken in der Halle.
Hinweis: Verbinde Branddreieck und Zerteilungsgrad.
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Musterlösung: Am wichtigsten sind (1) und (3). Holzstaub ist sehr fein zerteilt; in der Luft verwirbelt kann er explosionsartig verbrennen. Regel (1) entzieht den Brennstoff, Regel (3) verhindert, dass die Zündtemperatur erreicht wird — damit fehlen dem Branddreieck gleich zwei Seiten. Ein Feuerlöscher (2) ist sinnvoll, hilft aber erst, wenn es schon brennt, und gegen eine Staubexplosion gar nicht.
