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Übung AFB III

Hier begründest, planst und beurteilst du — wie in der Arbeit.

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Aufgabenblock — AFB III

Zehn offene Aufgaben mit wechselnden Operatoren. Schreibe deine Antwort erst selbst auf, nutze dann die Strategie-Tipps und vergleiche mit der Musterlösung.

A1
Boyles Feuerteilchen
AFB III

Beurteile Boyles Deutung, dass „Feuerteilchen“ durch das Glas in das Metall eindringen und es schwerer machen.

Hinweis: Beziehe dich auf den Versuchsablauf und auf das, was Lavoisier später anders machte.

Strategie: Suche die Stelle im Versuch, an der ein Stoff unbemerkt hinzukommt, und prüfe, ob ein anderer Versuch die Deutung widerlegt.Warum so? Eine Deutung ist nur so gut wie die Messung, auf der sie beruht.
Öffnen vor dem Wiegen → Luft strömt ein → Sauerstoff wurde gebunden → Lavoisier wiegt verschlossen → Masse gleich → Feuerteilchen unnötig.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Boyle beobachtete richtig, dass das Metall nach dem Erhitzen schwerer war. Er öffnete das Gefäß aber vor dem Wiegen: Dabei strömte Luft hinein, und der Sauerstoff, der mit dem Metall reagiert hatte, wurde ersetzt. Die Massenzunahme stammt also aus der Luft, nicht aus „Feuerteilchen“. Lavoisier wog im verschlossenen Gefäß, ohne zu öffnen, und fand keine Massenänderung. Wenn Feuerteilchen durch Glas dringen könnten, müsste auch das verschlossene Gefäß schwerer werden. Boyles Deutung ist deshalb falsch; sein Versuch hatte einen Messfehler.

A2
Zündholzköpfe wiegen
AFB III

Plane einen Versuch, mit dem du zeigst, dass beim Abbrennen von Zündholzköpfen die Masse erhalten bleibt. Nenne Geräte, Ablauf, Sicherheit und das erwartete Ergebnis.

Hinweis: Beim Abbrennen entstehen Gase.

Strategie: Überlege, welche Stoffe gasförmig sind und wie du sie auf der Waage hältst.Warum so? Nur im geschlossenen System werden alle Edukte und Produkte mitgewogen.
Kolben + Zündholzköpfe + Luftballon → wiegen → erhitzen → abkühlen → wiegen ohne Öffnen → gleiche Anzeige.
Musterlösung anzeigen (zählt als erledigt)

Musterlösung: Geräte: Rundkolben, Luftballon, Waage, Brenner, Stativ, Schutzbrille. Ablauf: Einige abgebrochene Zündholzköpfe in den Kolben geben, Kolben mit dem Luftballon verschließen und wiegen. Den Kolben vorsichtig erhitzen, bis die Köpfe aufflammen. Abkühlen lassen und ohne Öffnen erneut wiegen. Sicherheit: Schutzbrille; Luftballon statt Stopfen, weil sich das Gas ausdehnt und ein Stopfen herausfliegen könnte. Erwartung: Die Waage zeigt vorher und nachher dieselbe Masse, weil die entstehenden Gase im Kolben bleiben.

A3
Kupfersulfid im Atommodell
AFB III

Erkläre mithilfe des Atommodells von Dalton, warum bei der Reaktion von Kupfer mit Schwefel zu Kupfersulfid die Masse erhalten bleibt.

Hinweis: Verwende die Begriffe Atom, Atomsorte und Masse eines Atoms.

Strategie: Verfolge die Atome von den Edukten zum Produkt und denke an ihre Masse.Warum so? Die Masse eines Stoffs ist die Summe der Massen seiner Atome.
Kupfer-Atome + Schwefel-Atome → neu verbunden → gleiche Anzahl je Sorte → jedes Atom gleiche Masse → Gesamtmasse gleich.
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Musterlösung: Kupfer besteht aus Kupfer-Atomen, Schwefel aus Schwefel-Atomen. Bei der Reaktion werden die Atome nicht zerstört und keine neuen gebildet; sie werden nur neu verbunden: Kupfer- und Schwefel-Atome bilden das Kupfersulfid. Nach der Reaktion liegen von jeder Atomsorte genauso viele Atome vor wie vorher. Atome einer Sorte haben immer dieselbe Masse. Deshalb ist die Summe aller Atommassen — also die Masse der Produkte — gleich der Masse der Edukte.

A4
Sauerstoff: zwei Atome, ein Element
AFB III

Begründe , warum Sauerstoff ein Element ist, obwohl seine Teilchen aus zwei Atomen bestehen, Kohlenstoffdioxid aber eine Verbindung.

Hinweis: Entscheidend ist nicht die Zahl der Atome im Teilchen.

Strategie: Zähle nicht die Atome, sondern die Atomsorten.Warum so? Die Definition von Element und Verbindung richtet sich nach Atomsorten.
Sauerstoff: 2 Atome, 1 Sorte → Element. Kohlenstoffdioxid: 2 Sorten fest verbunden → Verbindung, zerlegbar.
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Musterlösung: Ein Element ist ein Reinstoff aus nur einer Atomsorte. Ein Sauerstoff-Teilchen besteht zwar aus zwei Atomen, beide sind aber Sauerstoff-Atome — also nur eine Atomsorte. Sauerstoff ist daher ein Element und lässt sich chemisch nicht weiter zerlegen. Ein Kohlenstoffdioxid-Teilchen enthält dagegen Kohlenstoff- und Sauerstoff-Atome, die fest verbunden sind: zwei Atomsorten, also eine Verbindung.

A5
Gemisch oder Eisensulfid?
AFB III

Entwickle einen Test, mit dem du ein Gemisch aus Eisen- und Schwefelpulver von Eisensulfid unterscheidest, und begründe das erwartete Ergebnis mit dem Teilchenbau.

Hinweis: Denke an ein Trennverfahren ohne Reaktion.

Strategie: Suche eine Eigenschaft, die Eisen hat, Eisensulfid aber nicht.Warum so? Ein Gemisch lässt sich ohne Reaktion trennen, eine Verbindung nicht.
Magnet → Gemisch: Eisen wird herausgezogen, Schwefel bleibt. Eisensulfid: Atome fest verbunden → kein Trennen.
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Musterlösung: Test: Mit einem Magneten über beide Proben fahren. Im Gemisch liegen Eisen- und Schwefelteilchen nur nebeneinander; der Magnet zieht die Eisenteilchen heraus, der gelbe Schwefel bleibt zurück. Im Eisensulfid sind Eisen- und Schwefel-Atome fest miteinander verbunden. Die Verbindung hat neue Eigenschaften, und das Eisen lässt sich nicht einfach herausziehen — die Probe wird nicht getrennt. Zerlegen könnte man die Verbindung nur durch eine chemische Reaktion.

A6
Kochsalz und Kupferblech
AFB III

Deute die Beobachtung: Ein Kupferblech lässt sich mit dem Hammer flach klopfen, ein Kochsalzkristall zerspringt dagegen.

Hinweis: Nutze den Teilchenbau der beiden Stoffklassen.

Strategie: Stelle dir vor, was passiert, wenn der Hammer eine Teilchenschicht verschiebt.Warum so? Eigenschaften hängen von der Anordnung der Teilchen ab.
Kupfer: eine Atomsorte → Schichten gleiten, Verband bleibt. Kochsalz: zwei Teilchensorten im Wechsel → nach Verschieben liegen gleiche aufeinander → Kristall zerspringt.
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Musterlösung: Kupfer ist ein Metall: ein dicht gepackter Atomverband aus nur einer Atomsorte. Beim Hämmern gleiten die Atomschichten aneinander vorbei; da alle Atome gleich sind, passt jede Schicht weiterhin zur nächsten, und der Verband zerreißt nicht — das Blech wird flach. Kochsalz ist ein Salz: ein regelmäßiges Gitter, in dem sich Natrium- und Chlor-Teilchen abwechseln. Verschiebt der Hammer eine Schicht, liegen plötzlich gleiche Teilchen aufeinander, und der Kristall zerspringt. Deshalb ist Kochsalz spröde.

A7
„Das Benzin ist weg“
AFB III

Bewerte die Aussage von Lukas: „Mein Moped hat den Tank leer gefahren — das Benzin ist einfach verschwunden.“

Hinweis: Beziehe die Erhaltung der Masse und den Kohlenstoffkreislauf ein.

Strategie: Frage, wohin die Atome des Benzins gewandert sind.Warum so? Atome gehen bei Reaktionen nie verloren.
Verbrennung → Atome neu verbunden → Kohlenstoffdioxid und Wasser in der Luft → Masse erhalten → Aussage falsch; Folge: mehr Kohlenstoffdioxid in der Luft.
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Musterlösung: Die Aussage ist falsch. Das Benzin ist verbrannt: Seine Atome haben sich mit Sauerstoff-Atomen aus der Luft neu verbunden. Die Kohlenstoff-Atome stecken jetzt im Kohlenstoffdioxid, das mit den Abgasen in die Luft gelangt ist. Keine Masse ist verloren gegangen — die Produkte sind sogar schwerer als das Benzin, weil Sauerstoff hinzukam. Sichtbar ist das Benzin nicht mehr, weil die Produkte Gase sind. Da das Benzin aus Erdöl stammt, erhöht die Fahrt den Kohlenstoffdioxid-Anteil der Luft.

A8
Undichter Luftballon
AFB III

Analysiere das Ergebnis einer Gruppe: Sie verbrannte Holzkohle im Kolben mit Luftballon. Vorher zeigte die Waage 152,6 g, nachher 152,1 g. Die Gruppe schließt: „Die Erhaltung der Masse stimmt nur ungefähr.“

Hinweis: Der Ballon hatte ein kleines Loch.

Strategie: Überlege, welcher Stoff durch das Loch entweichen konnte und was das für die Messung heißt.Warum so? Ein Messergebnis widerlegt ein Gesetz nur, wenn der Versuch sauber war.
Loch → Gas (Kohlenstoffdioxid) entweicht → System nicht geschlossen → Masse fehlt nur auf der Waage → Schluss falsch; Versuch mit dichtem Ballon wiederholen.
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Musterlösung: Die Anzeige sinkt um 0,5 g. Durch das Loch im Ballon war der Kolben kein geschlossenes System: Gasförmiges Kohlenstoffdioxid konnte entweichen. Seine Masse ist nicht verschwunden, sie fehlt nur auf der Waage. Der Schluss der Gruppe ist deshalb falsch — nicht das Gesetz, sondern der Versuchsaufbau war ungenau. Verbesserung: den Versuch mit einem dichten Ballon wiederholen; dann zeigt die Waage vorher und nachher dasselbe.

A9
Aufforsten statt sparen?
AFB III

Nimm Stellung zur Behauptung: „Wenn wir genug Bäume pflanzen, können wir so viel Kohle, Erdöl und Erdgas verbrennen, wie wir wollen.“

Hinweis: Denke an die Zeiträume, in denen fossile Brennstoffe entstanden sind.

Strategie: Vergleiche, wie schnell Kohlenstoff freigesetzt wird und wie schnell er wieder gebunden werden kann.Warum so? Eine Stellungnahme wägt beide Seiten ab und endet mit einem begründeten Urteil.
Pro: Fotosynthese bindet Kohlenstoffdioxid. Contra: fossiler Kohlenstoff über Jahrmillionen gespeichert, in Jahrzehnten freigesetzt; Pflanzen und Ozean nehmen nicht alles auf → Anteil steigt, Treibhauseffekt. Urteil: Aufforsten hilft, ersetzt aber nicht das Einsparen.
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Musterlösung: Richtig ist: Bäume binden bei der Fotosynthese Kohlenstoffdioxid aus der Luft, Aufforsten hilft also. Fossile Brennstoffe haben ihren Kohlenstoff aber über Jahrmillionen gespeichert; beim Verbrennen wird er in wenigen Jahrzehnten frei. Pflanzen und Ozean nehmen schon heute nicht alles wieder auf, deshalb steigt der Anteil in der Luft, und der Treibhauseffekt erwärmt die Erde. Außerdem geben Bäume den Kohlenstoff wieder ab, wenn sie verrotten oder verbrannt werden. Mein Urteil: Die Behauptung stimmt nicht. Wälder und Moore zu erhalten ist wichtig, ersetzt aber nicht, weniger fossile Brennstoffe zu verbrennen.

A10
Was ein Teilchenbild zeigt
AFB III

Erläutere an einem Teilchenbild von Wasser, was das Modell von Dalton gut zeigt und wo es an Grenzen stößt.

Hinweis: Ein Modell ist eine vereinfachte Vorstellung, kein Foto.

Strategie: Sammle zuerst, was man am Bild ablesen kann, dann, was am Bild nicht der Wirklichkeit entspricht.Warum so? Beim Erläutern verbindest du jede Aussage mit einem Beispiel.
Zeigt: Atomsorten, Anzahl der Atome, feste Gruppe aus drei Atomen, Umgruppieren bei Reaktionen. Grenzen: Atome haben keine Farbe, echte Größe und Menge nicht darstellbar, Eigenschaften wie „flüssig“ nicht an einem Teilchen.
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Musterlösung: Das Teilchenbild zeigt gut, dass Wasser aus zwei Atomsorten besteht (Wasserstoff und Sauerstoff) und dass jedes Teilchen eine feste Gruppe aus drei Atomen ist; so erkennt man, dass Wasser eine Verbindung ist, und kann Atome bei Reaktionen zählen. Grenzen: Atome haben in Wirklichkeit keine Farbe — die Farben sind nur Hilfen zum Unterscheiden. Die winzige Größe und die unvorstellbar große Anzahl der Teilchen lassen sich nicht darstellen. Und ein einzelnes Wasser-Teilchen ist nicht flüssig oder durchsichtig — solche Eigenschaften hat erst eine riesige Menge von Teilchen.